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Einen Tag nach dem Viertelfinal-Aus der Kölner Haie, stellen sich etliche Fans schon die Frage, wer in der kommenden Spielzeit noch im KEC-Trikot auflaufen wird. Sehr bald wird die sportliche Leitung rund um Cheftrainer Cory Clouston und Sportdirektor Mark Mahon die Gespräche mit den Spielern suchen.

Foto © nordphoto / Mueller

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NRW Hockey spekuliert, was sich so tun könnte.

Torhüter:

Die Torhüter-Position ist unwahrscheinlich gut besetzt bei den Domstädtern. Mit Gustaf Wesslau steht bis 2020 der beste Goalie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) unter Vertrag. Sein Back-Up Daniar Dshunussow hat zwar auch für die kommende Spielzeit unterschrieben, könnte allerdings äußerst unzufrieden mit der diesjährigen Situation gewesen sein.

Als vorbildlicher Teamspieler bewies er trotz seltener Einsätze eine gute Moral. Seine Leistungen in den Spielen war wohlmöglich aufgrund der mangelnden Spielpraxis tendenziell unglücklich. Wird der gebürtige Berliner einen vorzeitigen Wechselwunsch äußern? Die eindeutige zweite Wahl zu sein, ist definitiv nicht der Anspruch von Dshunussow. Aber wo könnte der Familienvater derzeit besser verdienen, als in Köln?

Verteidigung:

Auffällig ruhig ist es um Fredrik Eriksson geworden. Der Kontrakt des 33-Jährigen läuft im Sommer aus. Seine Statistik ist eher durchschnittlich. Über weite Strecken der Saison ist der Schwede untergetaucht. Es würde nicht überraschen, wenn Eriksson (wird im Juli 34 Jahre) die Kölner verlässt und stattdessen ein frischerer Offensivverteidiger verpflichtet wird. Noch vor einer Woche hieß es, dass Bremerhavens Cody Lampl an den Rhein wechseln solle. Doch vor vier Tagen gaben dann die Pinguins die Vertragsverlängerung des Senkrechtstarters bekannt.

Die Zeit von Torsten Ankert bei den Haien könnte auch bald vorbei sein. Der einstige Nationalspieler rückte nur dann in den Kader, wenn seine Kollegen verletzungsbedingt oder gesperrt fehlten. Schon während der Hauptrunde hielten sich hartnäckige Gerüchte um einen Wechsel zu den Eisbären Berlin mit seinem ehemaligen Trainer Uwe Krupp.

Sturm:

Die vermeintlich größte Baustelle des Haie-Teams wird wohl auch in diesem Sommer eine Sanierung erhalten.

Der läuferisch überragende, im Endeffekt aber zu ineffiziente Johannes Salmonsson wartet noch auf einen neuen Vertrag. Ob er eine weitere Chance erhält, ist fraglich.

Die Vertragssituationen von Max Reinhart, Dane Byers, Nico Krämmer, Jean-Francious Boucher sowie Travis Turnbull sind ungewiss. Für wie lange ihre Verträge gelten, wurde von Vereinsseite nicht kommuniziert. Wahrscheinlich ist allerdings, dass Reinhart und Byers für nur ein Jahr unterschrieben haben. Bouchers Kontrakt läuft im Sommer vermutlich aus. Laut haimspiel.de hat Turnbull hingegen auch für die folgende Saison ein gültiges Arbeitspapier.

Der Wechsel von Reinhart rückt immer näher. Zum Ende der Saison verlor er seinen Platz im Kader. Der noch junge, talentierte Kanadier schaffte es leider nicht sein Potential abzurufen. Byers konnte sein größtes „Asset“ – das physische Spiel –  kaum entfalten oder einsetzen. Es wirkte, als hätten die DEL-Schiedsrichter den kantigen Kanadier bereits zu Beginn der Spielzeit auf dem Radar gehabt. Etliche faire Checks wurden sanktioniert und der Spieler immer weiter konditioniert. Zum Ende der Hauptrunde hielt sich Byers weitestgehend zurück. Sind zwölf Scorerpunkte genug, um auch 2017/2018 für die Kölner Haie stürmen zu dürfen?

Ob Travis Turnbulls Aufschwung zu Saisonende für ein Engagement über die Saison hinaus reicht, ist ebenfalls anzuzweifeln. Turnbulls Torausbeute ist bescheiden. Mit nur sieben Toren und fünf Assists kann der 30-Jährige nicht einmal ansatzweise an seine starken Zeiten in Düsseldorf und Ingolstadt anknüpfen.

Marcel Ohmann wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seinen Tribünenplatz aufgeben und zum Erzrivalen Düsseldorf wechseln.

Dass Patrick Hager in der kommenden Saison noch einmal für die Kölner auflaufen wird, ist nach dem „Hagergate“ unwahrscheinlich. Bis heute haben sich die Club-Verantwortlichen nicht offiziell zu dem Thema geäußert. Niemand weiß so recht, was passiert ist. Die Frage ist, ob jetzt noch eine gesunde Basis für ein weiteres Jahr geschaffen werden kann – oder der Wechsel zum Münchner Konkurrenten schon in diesem Sommer stattfindet.

 

Es wird viel spekuliert – Gewissheit wird es aber frühstens in den kommenden Tagen oder Wochen geben.

Journalist und Eishockeyspieler instagram: bettercallscholl

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