Düsseldorfer EG: Nach der Serie ist vor der Serie

Die Düsseldorfer EG holte am abgelaufenen Wochenende vier von sechs möglichen Punkten. Am Freitag gab es bei den Augsburger Panther eine 2-1 Niederlage nach Penaltyschießen. Somit ging auch der dritte Saisonvergleich an die Fuggerstädter. Gestern gab es vor dieses Mal gut aufgelegten 7487 Zuschauern einen 2-1 Heimsieg gegen die Adler Mannheim, die von knapp 1000 Gästefans nach Düsseldorf begleitet worden sind. Durch den gestrigen Sieg beendete die DEG gleich mehrere Serien und ergatterte drei wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze. Nach 32 Spielen steht der achtmalige Deutsche Meister mit 44 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz und liegt damit aktuell drei Punkte vor dem ERC Ingolstadt, der bereits eine Partie mehr absolviert hat. Ihren bisherigen wechselhaften Kurs setzt die Düsseldorfer EG derweil weiterhin fort.

Nach einer intensiven Partie bezwang die DEG die Adler Mannheim gestern nach kämpferisch-starker Mannschaftsleistung mit 2-1. Alexej Dmitriev erzwang den entscheidenden Treffer sechs Minuten vor dem Ende, als er nach einem Abpraller die Scheibe über Adler-Schlussmann Chet Pickard ins Mannheimer Gehäuse hob. Die Führung der Gäste durch Sinan Akdag (15.), glich Alexander Barta eine Zeigerumdrehung wieder aus (16.). Beide Mannschaften schenkten sich in einer körperbetonten, aber nicht überharten Begegnung nichts, bei der beide Torhüter starke Leistungen zeigten. Sowohl Dan Bakala, als auch Pickard verhinderten, dass mehr als drei Tore im ISS Dome fielen. Direkt nach Spielbeginn hatte der wiedergenese Kapitän Darryl Boyce die frühe Führung auf der Kelle, scheiterte jedoch am Torhüter der Mannheimer. Auf der anderen Seite verpasste Devon Setoguchi knapp die Führung. Die häufig unpräzisen Aufbauspiele beider Teams sorgten dafür, dass es zu einem offenen Schlagabtausch kam, mit Chancen auf beiden Seiten. Erst der Treffer von Alexej Dmitirev, der mit dem Siegtreffer sein erstes Tor seit dem 1.Oktober erzielte, entschied die Partie spät.

Durch den Heimerfolg konnte die Düsseldorfer EG vier Serien beenden. Dem famosen Lauf nach der Deutschland-Cup-Pause, in der die Mannschaft von Trainer Mike Pellegrims sieben Mal am Stück punktete und dabei 17 von 24 möglichen Punkte holte und mit dem überraschend-effizienten 5-2 Auswärtssieg in Bremerhaven (Schussverhältnis 46-22 zu Gunsten der Fischtown Pinguins) endete, folgten vier Niederlagen am Stück. Vor der Begegnung in Augsburg verlor die Düsseldorfer EG drei Mal hintereinander vor eigenem Publikum. Nach ansprechender Leistung verlor man im heimischen ISS Dome zwei Tage nach dem Sieg im Norden gegen den EHC Red Bull München mit 1-3. Beim dritten Straßenbahn-Derby der Saison vor zehn Tagen, verlor eine indisponierte DEG vollkommen verdient gegen einen galligen KEV mit 1-4 vor eigenem Publikum. Sowohl von der Mannschaft, als auch von weiten Teilen der Fans ging das kleine Derby äußerst emotionslos vonstatten. Trotz der schnellen Führung von Maxi Kammerer nach 37 Sekunden kam weder das Team, noch das Publikum auf die nötige Betriebstemperatur, die es für ein Derby bedarf. Noch im ersten Drittel glich Krefeld die Begegnung aus, die spätestens im letzten Drittel durch den 3-1 Treffer von Ex-DEG-Spieler Kurt Davis (50.) entschieden wurde. Ein Aufbäumen gegen die Niederlage suchte man im weiten Rund und auf dem Eis anschließend vergebens. In Scharren verließen einige der insgesamt 12500 Zuschauer bereits zehn Minuten vor dem Ende die Halle. Im dritten Heimspiel in Folge gab es gegen die Grizzlys Wolfsburg eine knappe 1-2 Niederlage nach Penaltyschießen. Die wenigen Fans, die es trotz des Schneechaos in Düsseldorf in den ISS Dome schafften, sahen die von Trainer Mike Pellegrims geforderte Reaktion auf die Leistung aus dem Krefeld-Spiel. Mit wesentlich mehr Leidenschaft, Einsatz und Laufbereitschaft ging man gegen die niedersächsischen Gäste zu Werke, als noch zwei Tage zuvor gegen die Seidenstädter. Manuel Strodels ersten Saisontreffer aus dem ersten Drittel glich Alexander Weiß, Bruder von DEG-Spieler Daniel nach einem 2 auf 1 Konter sieben Minuten vor dem Ende aus. Wolfsburgs Torhüter Jerry Kuhn vereitelte nach insgesamt starker Leistung einige gute Gelegenheiten der DEG, insbesondere in der Verlängerung, in der die Düsseldorfer EG trotz Überzahlspiel keinen Treffer erzielen konnte und mehrfach am Gästegoalie scheiterte. Da Robbie Bina der einzige Torschütze im Penaltyschießen war und Jerry Kuhn alle Versuche der DEG parierte, ging der Zusatzpunkt an Wolfsburg. Bei der Partie in Augsburg lieferte die DEG eine ordentliche Leistung ab, zeigte jedoch, dass das Problem der mangelhaften Chancenverwertung weiterhin akut ist. Im vierten Spiel in Folge gelang den Jungs in Rot und Gelb nur einen Treffer. Obwohl genug Einschussmöglichkeiten vorhanden waren, konnte nur Manuel Strodel Augsburg-Torhüter Olivier Roy zum 1-1 bezwingen (33.). Zuvor brachte Simon Sezemsky den AEV im ersten Drittel in Führung. Sorgenfalten dürfte Mike Pellegrims die Auswechslung vom zuletzt formstarken Torhüter Mathias Niederberger auf die Stirn getrieben haben. In der 29.Spielminute musste der junge Goalie verletzungsbedingt für Dan Bakala weichen, nach dem zuvor ein Augsburger Spieler nach einem Torraumzweikampf auf ihm landete. Die Niederlage in Augsburg bedeutete zugleich das Ende der Auswärtssiegesserie der Düsseldorfer EG und die erste Niederlage auf fremden Eis seit Anfang November in München. Bis Freitag siegte man davor vier Mal in Folge in der Fremde.

Nach dem durchaus schmeichelhaften Sieg in Bremerhaven waren die Top-Sechs-Plätze in Reichweite, die Langzeitbaustellen Power Play und Effizienz schienen allmählich behoben. Etwas mehr als zwei Wochen später steht die DEG zwar weiterhin über dem Strich, der Trend, der durch den Sieg gegen Mannheim zunächst gestoppt wurde, zeigte zuletzt jedoch nach unten. In einer engen Liga, in der der Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze langsam Fahrt aufnimmt, sollte die Düsseldorfer EG keine weiteren Niederlagenserien mehr hinzukommen lassen und eine erneute Trendwende einleiten, wenn das Minimalziel, das Erreichen der Pre-Play-Plätze realisiert werden soll.

Mit dichter Taktung geht es für die DEG weiter. Bereits am Mittwoch tritt man beim Ligaschlusslicht in Straubing an, das in dieser Saison beide bisherigen Begegnungen gegen die Düsseldorfer EG verlor. Am Weihnachtswochenende stehen zwei Heimspiele an; am Freitag kommen die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg nach Düsseldorf, am 2.Weihnachtsfeiertag trifft die DEG zuhause auf die Iserlohn Roosters. 20 Spiele hat die DEG bis zum Ende der Hauptrunde noch zu absolvieren, die vorentscheidende Phase um die Platzierungen ist mittlerweile eingeläutet.

Für ein ruhiges Weihnachten in Düsseldorf und eine gute Ausgangsposition in der Endphase der Saison wäre eine Serie wie nach der Länderspielpause das beste Geschenk, was man sich selbst und den eigenen Fans unter den Weihnachtsbaum legen könnte.

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