Düsseldorfer EG: Wer braucht schon ‚Big-Points‘?

Die Düsseldorfer EG gewann gestern Abend nach starker Defensivleistung nicht unverdient das 218. Rheinische Derby bei den Kölner Haien mit 1-0 und fuhr damit nach dem überraschenden Sieg von Samstag bei den Eisbären Berlin, nachdem man einen 0-2 Rückstand mit knapp 1000 rot-gelben Anhängern im Rücken noch in einen 3-2 Sieg ummünzte, den zweiten Auswärtssieg in Folge ein. Damit gestaltete die DEG nicht nur ihre Jahreswende erfolgreich, durch beide Siege konnte sich das Team von Trainer Mike Pellegrims erstmals in dieser Saison auch tabellarisch in den Pre-Playoffrängen festsetzen. Nach 38 Spieltagen liegt der achtmalige Meister, mit 54 Punkten punktgleich mit den Kölner Haien, derzeit auf Tabellenrang acht und hat momentan fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzehnten Mannheim und die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, die aktuell mit 49 Punkten unter dem Strich auf Tabellenplatz Elf liegen.

Nach guter Defensivleistung und mit einem starken Dan Bakala als überragenden Rückhalt im DEG-Tor, erkämpfte sich die Düsseldorfer EG gestern Abend zum Jahresauftakt in Köln im dritten Versuch den ersten Derbysieg der Saison. Die beiden bisherigen Saisonduelle entschieden die Haie jeweils mit 3-2 nach Verlängerung für sich. Das Tor des Tages erzielte Jeremy Welsh in der einzigen Überzahlsituation, die es für die Gäste aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gestern Abend gab, Ende des zweiten Drittels (36.). In einer durchaus temporeichen Partie, bei der sowohl Düsseldorfs Dan Bakala, als auch Köln-Schlussmann Dschunussow mehrmals im Mittelpunkt standen, zeigten beide Teams, dass mit ihnen im Schlussspurt um die Pre-Playoff-Plätze zu rechnen ist. Im ersten Drittel scheiterte Haie-Stürmer Ryan Jones nach einem Alleingang an Bakala, auf der anderen Seite ließ DEG-Toptorjäger John Henrion eine gute Einschussmöglichkeit ungenutzt. Da die DEG diszipliniert, leidenschaftlich und clever verteidigte und immer wieder offensive Nadelstiche setzen konnte, fiel die Führung im zweiten Abschnitt nicht unverdient. Insgesamt fünf Überzahlspiele ließ der KEC ungenutzt und verzweifelte dabei ein ums andere Mal an Dan Bakala, der knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit einer Glanzparade gegen Felix Schütz den Sieg gegen die Domstädter festhielt und zum gestrigen Held avancierte.

Zum Jahresabschluss ging es für die Düsseldorfer EG am Samstag zu den Eisbären Berlin, die in dieser Saison wieder an alte Zeiten anzuknüpfen scheinen. Begleitet von rund 1000 Gästefans, die mittels Sonderzug an den Berliner Ostbahnhof angereist waren, versuchte die DEG die 0-4 Schlappe, die es vergangenen Donnerstag beim direkten Konkurrenten in Ingolstadt nach uninspirierter Leistung gab, wieder gut zu machen. Im ersten Drittel spielten jedoch nur die Gastgeber aus der Hauptstadt, die nach den ersten zwanzig Minuten durch Tore von Marcel Noebels und Sven Ziegler mit 2-0 in Führung lagen. Durch Härte im Spiel und einen abgefälschten Glücksschuss zum 1-2 Anschlusstreffer von Ex-Eisbär Spencer Machacek fand die Düsseldorfer EG im zweiten Spielabschnitt zurück in die Partie. Ein weiterer Glücksschuss von John Henrion brachte der DEG kurz nach Beginn des letzten Drittels den überraschenden Ausgleich. Angetrieben von den vielen mitgereisten Fans aus Düsseldorf wurde die Düsseldorfer EG immer besser und kam nach stark-vorgetragenem Konter von Lewandowski und Manuel Strodel sechs Minuten vor Ende der Partie zur 3-2 Führung. Lewandowski bediente Manuel Strodel mustergültig, der Eisbären-Torwart Marvin Cüpper mit der Rückhand überwand und den mitgereisten Fans die Jahresabschluss-Party im Sonderzug sicherte.

Durch die beiden Auswärtssiege revidierte die Düsseldorfer EG die beiden unnötigen Niederlagen, die es bei den Gastspielen in Straubing in der Weihnachtswoche und vergangene Woche in Ingolstadt gab und profitierte dabei auch von den Niederlagen der Konkurrenz. Trotzdem scheint die DEG in dieser Saison oftmals „mental nicht bereit zu sein“, so wie es Trainer Mike Pellegrims zuletzt häufiger erklärte, wenn es darum geht, Punkte (Big-Points) gegen die direkte Konkurrenz, also Teams aus der gleichen oder unteren Tabellenregion zu holen, und überrascht das eigene Umfeld und sich selbst eher mit Siegen wie Samstag in Berlin. Zwar sind die Haie durchaus als direkter Konkurrent anzusehen, jedoch spielt die Tabellensituation in Derbies im Regelfall eine eher untergeordnete Rolle, was den Sieg von gestern keinesfalls schmälern sollte. Sowohl gegen das Tabellenschlusslicht aus Straubing als auch beim ERC Ingolstadt ließ die Düsseldorfer EG offensiv und kämpferisch viel vermissen. In Straubing lag man bereits nach vier Minuten mit 2-0 hinten und konnte in den darauffolgenden 56 Spielminuten nur einen Treffer erzielen, da die Offensive insgesamt zu wenig Torchancen kreierte und den aufopferungsvoll kämpfenden Straubingern wenig entgegenzusetzen hatte. In Ingolstadt blieb man zum insgesamt vierten Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer, und verlor ein sogenanntes 6-Punkte-Spiel. Durch einen Sieg hätte man bis auf sechs Punkte auf den damaligen Tabellenelften davonziehen können.

Am kommenden Freitag besteht für die Mannschaft von Trainer Mike Pellegrims die Gelegenheit, zu zeigen, dass das Team auch in den Begegnungen bereit ist, wenn es um besagte Big-Points geht. Beim bisherigen Überraschungsteam der Saison, den Schwenninger Wild Wings, derzeit auf Rang Fünf mit zwei Punkten Vorsprung vor der Düsseldorfer EG, tritt die DEG dann das vierte Mal in Folge auswärts an, ehe es am kommenden Sonntag zuhause gegen die Augsburger Panther geht, die bisher alle drei Partien gegen die Düsseldorfer EG für sich entscheiden konnten und ebenfalls noch Chancen auf die Pre-Playoffs haben. Um das unruhig gewordene Umfeld zu besänftigen und die aktuelle Tabellensituation weiter zu verbessern, sind Punkte am Wochenende nicht nur förderlich, sondern Pflicht.

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