Saisonvorschau: Düsseldorfer EG Mit Rückkehrern zurück in die Erfolgsspur

Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten soll es für die Düsseldorfer EG in der anstehenden DEL-Saison endlich wieder Playoff-Eishockey geben. Die Mannschaft wurde dafür runderneuert. Mit alten Bekannten und offensiver Durchschlagskraft soll das Erreichen der Top 10 gelingen.

Die vergangene Spielzeit ging für die DEG unrühmlich zu Ende. Das Minimalziel Pre-Playoffs wurde am letzten Wochenende der Saison endgültig verspielt, als man zuhause gegen die Eisbären Berlin mit 2:6 unterging. Beinahe teilnahmslos nahm das Publikum das erneute Verpassen des Saisonziels hin. Von Spiel zu Spiel entfernten sich Mannschaft und ein Großteil der Fans voneinander. Zwar wurde Trainer Mike Pellegrims, dessen stoische Art bei einem Großteil der Fans nicht immer gut ankam, nach einem 0:5-Debakel in Bremerhaven noch vor der Olympiapause entlassen, eine Initialzündung für den Saisonendspurt blieb jedoch aus. So bläst die Düsseldorfer EG in dieser Saison erneut zum Angriff und hat, insbesondere in der Offensive, aufgerüstet.

Als Nachfolger von Mike Pellegrims verpflichtete die DEG mit Harold Kreis im April einen alten Bekannten. Bereits von 2008 bis März 2010 übernahm Kreis die Tätigkeit des Cheftrainers. Unter seiner Ägide fällt die letzte Finalteilnahme des achtmaligen Meisters; gleich im ersten Jahr brachte er die DEG (damals noch als Metro Stars) ins Finale und scheiterte dort an den Eisbären Berlin, die die Serie mit 3:1 für sich entschieden. Tobias Abstreiter, der die Mannschaft vergangene Saison interimsweise nach Pellegrims` Entlassung bis zum Saisonende übernahm, rückt wieder ins zweite Glied und bleibt Co-Trainer. Auch auf der Torhüterposition gab es Veränderungen. Dan Bakala, einer der Lichtblicke der vergangenen Saison, schlug ein Angebot der DEG aus und wechselte im Sommer nach Österreich zum Villacher SV. Als Ersatz verpflichtete die DEG Fredrik Pettersson-Wentzel. Der 27-jährige kommt vom HC Jönköping, mit denen der Schwede 2017 schwedischer Meister wurde. Er soll dem zuletzt stagnierenden, aber zweifellos talentierten Eigengewächs Mathias Niederberger Druck machen, und den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten anheizen. Dritter Torwart wird Hendrik Hane, der aus der DNL-Mannschaft hochgezogen wurde, aber vornehmlich beim Kooperationspartner in Bad Nauheim Einsatzchancen bekommen soll.

In der Verteidigung verließen mit Henry Haase, Stephan Daschner, Marcel Brandt, Brandon Burlon und Tim Conboy fünfSpieler. Henry Haase zieht es nach zwei Jahren in Düsseldorf weiter nach Augsburg zu den Panthern. Stephan Daschner, der zwei guten Jahren zwei durchwachsene Jahre folgen ließ, wechselt ebenso zu den Straubing Tigers, wie Marcel Brandt, dessen bis 2019 datierter Vertrag Ende Januar aufgelöst wurde.Brandon Burlon wechselt zu den Stavanger Oilers nach Norwegen.Publikumsliebling und Hüne Tim Conboy musste im Frühjahr verletzungsbedingt seine Karriere beenden. Den Führungsspieler gilt es aufgrund seiner Spielweise, die bei gegnerischen Fans nicht immer allzu beliebt war, zu ersetzen. Conboys Führungsrolle könnte Patrick Köppchen übernehmen, der aus Nürnberg an den Rhein wechselt. Der 39-jährige Verteidiger, der mit Hannover (2010) und Ingolstadt (2014) bereits zwei Mal Deutscher Meister wurde, soll die jungen Spieler Johannes Huß und Niklas Mannes weiter an die DEL heranführen. Mit Ryan McKiernan verpflichtete die Düsseldorfer EG zudem einen äußerst torgefährlichen Offensivverteidiger von den Vienna Capitals. Dem US-Amerikaner mit irischen Wurzeln gelang in der vergangenen Saison in 58 Spielen 19 Treffer und 27 Vorlagen in der EBEL. Neben Köppchen, Huß, Mannes und McKiernan stehen Trainer Harold Kreis noch die Verteidiger Bernhard Ebner, Marco Nowak, Kevin Marshall und Alex Picard zur Verfügung. Außer Johannes Huß, dessen Vertrag bis 2020 läuft, haben alle anderen Verteidiger einen Vertrag bis zum Ende der kommenden Saison.

Der Umbruch im Angriff fällt wesentlich größer aus. AchtSpieler gingen, acht neue Spieler kamen im Sommer an die Brehmstraße. Die Düsseldorfer EG trennte sich im Sommer trotz laufenden Vertrags von Kapitän Darryl Boyce, dem es nicht gelang in die großen Fußstapfen von Vereinslegende Daniel Kreutzer zu treten, dessen Karriere verletzungsbedingt vor fast genau einem Jahr endete. Auch der Vertrag von Daniel Weiß wurde vorzeitig aufgelöst. Nach zwei Jahren wechselt der Defensivstürmer zu den Thomas Sabo Ice Tigers nach Nürnberg. Jeremy Welsh und Rob Bordson, das Erfolgsduo aus der ersten Bremerhavener DEL-Saison, konnte die Erwartungen in Düsseldorf nicht erfüllen und wird in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der DEG tragen. Während Jeremy Welsh noch keinen Verein gefunden hat, wechselt Bordson in die EBEL nach Dornbirn. Nach vier durchaus erfolgreichen Jahren in Düsseldorf verlässt Alexej Dmitirev die DEG und wechselt ligaintern nach Iserlohn. Da sich beide Seiten nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten, verließ Spencer Machacek, bei der DEGimmerhin viertbester Scorer der vergangenen Saison, die Rheinländer Richtung Wolfsburg. Routinier Eduard Lewandowskigeht nach drei Jahren in Düsseldorf zu den Frankfurter Löwen in die DEL2. Die DEG hat mit Maxi Kammerer den Abgang eines Toptalents zu verkraften. Mit 25 Torvorlagen geht der beste Vorlagengeber der DEG aus der vergangenen Saison zum Stanley-Cup-Sieger Washington Capitals. Sein noch ein Jahr laufender Vertrag ruht, sofern er in den nächsten drei Jahren aus den Staaten nach Deutschland zurückkehren sollte.

Während die Finalserie zwischen dem deutschen Meister aus München und den Eisbären Berlin lief, vermeldete die DEG die Rückkehr von Publikumsliebling Ken Andre Olimb, der nach zwei Jahren im schwedischen Linköping nach Düsseldorf zurückkehrt. Nach dem schlechten Abschneiden der DEG in der vergangenen Saison, sorgte diese Meldung für virtuelle Jubelstürme bei der rot-gelben Anhängerschaft. Damit nicht genug präsentierte die DEG einige Wochen später einen weiteren Rückkehrer: Mit Calle Ridderwall kehrt der Topscorer der Saison 2012/2013 von Djurgarden zur DEG zurück. Wie Olimb unterschrieb Ridderwall für drei Jahre. Zudem verpflichtete die DEG Jerome Flaake von Red Bull München, Patrick Buzas kommt wie Köppchen aus Nürnberg, Christian Kretschmann wechselt aus Augsburg an die Brehmstraße. Auf den spontanen Abgang von Maxi Kammerer reagierte die DEG mit der Verpflichtung von Philipp Gogulla. Der gebürtige Düsseldorfer wechselt nach vierzehn Jahren beim rheinischen Rivalen aus Köln in seine Heimatstadt. Nicht nur in Hinblick auf das anstehende Winter Game im Januar zwischen den Kölner Haien und der DEG besitzt dieser Transfer eine brisante Note. Aus der zweiten Liga und der Empfehlung von 72 Punkten in 56 Spielen verpflichtete die DEG im Sommer Braden Pimm aus Kassel. Vom Schweizer NLB-Vertreter HC Thurgau wechselt Flügelstürmer der 23-jährige Kanadier Jaedon Descheneau zur DEG. Um den Kader mehr Tiefe zu verleihen holte die DEG mit Stefan Reiter zudem einen jungen deutschen Spieler vom EV Landshut.

Weiterhin im Kader ist Alexander Barta, der nach seinem ersten durchwachsenem Jahr letztes Jahr nicht nur als Führungsspieler voranging, sondern mit 25 Toren zweitbester Torschütze der vergangenen DEL-Saison wurde. Manuel Strodel, neben Bernhard Ebner dienstältester Spieler bei der DEG, geht in sein letztes Vertragsjahr. Einer, der in der vergangenen Saison auf Anhieb überraschte, war John Henrion. Mit 22 Treffern empfahl sich der Amerikaner für ein neues Arbeitspapier, das bis April 2020 gilt. Dazu gesellen sich mit Lukas Laub und Leon Niederberger zwei Talente, die alles mitbringen, um sich dauerhaft in der DEL durchzusetzen.

Nach zwei Jahren ohne Playoffs ist der Auftrag für Trainer Harold Kreis und seiner Mannschaft klar. Mit dem wohl nominell stärksten Kader seit dem Ausstieg der Metro, soll es in Düsseldorf auch nach dem letzten Spieltag noch Eishockey im heimischen ISS Dome geben. Die individuelle Klasse bringt der Kader mit. Schafft es Harold Kreis die individuelle Klasse seiner Spieler um die Rückkehrer Olimb und Ridderwall zu einer Einheit zu formen, dürfte der Einzug unter die Top 10 im Rahmen des Möglichen sein. Mit dem heutigen Testspiel bei den Moskitos Essen (18.00 Uhr, Westbahnhof) beginnt für die Düsseldorfer EG heute die Testspielphase für eine Saison, in der die DEG durchaus überraschen könnte.

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