Düsseldorfer EG: Starker Saisonauftakt der DEG

Die Düsseldorfer EG ist stark in die Jubiläumssaison der Deutschen Eishockey Liga gestartet. Nach sechs Spielen ist die DEG noch ungeschlagen. Durch den besten Saisonstart seit der Saison 1993/1994 (14 Siege am Stück), grüßt die DEG aktuell von der Tabellenspitze. Neu-Trainer Harold Kreis hat dem achtmaligen Meister ein klares taktisches Konzept verpasst, auch die Neuzugänge schlagen bislang voll ein. Nach zuletzt drei siegreichen Auswärtsspielen hintereinander gewann die DEG gestern ihr zweites Heimspiel der Saison gegen die Nürnberg mit 4:3 nach Verlängerung.

Als Kenny Olimbs Direktabnahme im Winkel einschlug, gab es unter den knapp 6500 Zuschauern im ISS Dome kein Halten mehr. Durch den Treffer des zurückgekehrten Publikumsliebling schlug die DEG die Thomas Sabo Ice Tigers mit 4:3 nach Verlängerung. Durch den sechsten Sieg im sechsten Spiel blieb die DEG im September ungeschlagen. Besser noch: der achtmalige Meister steht derzeit an der Tabellenspitze. Selbst kühnste Optimisten dürften mit einem solchen Saisonstart nicht gerechnet haben.

Die Sehnsucht nach Playoffs in Düsseldorf ist groß. Nach zwei tristen Eishockey-Jahren soll es auch Mitte März noch DEL-Eishockey in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt geben. Mit dem guten Saisonstart dürfte die Hoffnung bei den Fans weiter genährt worden sein. Bereits am ersten Spieltag zeigte die DEG, dass mit ihr in dieser Saison wieder zurechnen ist – beim Titelfavoriten Mannheim siegte man verdient mit 2:1 nach Verlängerung. Das erste Drittel der Saison dürfte die knapp 250 Fans im Gästeblock jedoch an viele Partien aus der Vorsaison erinnert haben. Mannheim begann sehr druckvoll, schnürte die Gäste, die teilweise noch sehr unsortiert und fahrig wirkten, phasenweise im eigenen Drittel ein und ging folgerichtig durch Chad Kolarik in Führung (13.). Zur Drittelpause hätte gut und gerne auch 3:0 oder 4:0 stehen können, doch die DEG zeigte sich effizient: Mit der ersten richtigen Chance glich Kapitän Alexander Barta für die DEG aus (19.). Ab dem zweiten Drittel kam die Mannschaft von Trainer Harold Kreis immer besser ins Spiel und steigerte sich sukzessive. Neben guter Defensivarbeit ließ die DEG vorne einige Chancen liegen, so dass es in der Mannheimer SAP Arena in die Verlängerung ging, die die Rheinländer nach einem abgefälschten Treffer von Olimb für sich entschieden. Zwei Tage später schlug die DEG beim ersten Heimspiel der Saison die Iserlohn Roosters auf eindrucksvolle Art mit 5:1. Von Beginn an spielten die Gastgeber die Sauerländer an die Wand. Den ersten Treffer durfte der Großteil der 8000 anwesenden Zuschauer jedoch erst im zweiten Drittel bejubeln. Nach starker Vorarbeit von Neuzugang Jaedon Descheneau spielte erneut Barta den Dosenöffner und drückte den Puck zur überfälligen Führung ins Rooster-Gehäuse. John Henrion legte in Überzahl nach herrlichem Querpass von Ken-Andre Olimb im zweiten Drittel nach. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Iserlohner durch Christopher Fischer zu Beginn des letzten Drittels konterten die Düsseldorfer durch Tore von den beiden Neuzugängen Braden Pimm und Philip Gogulla, sowie dem zweiten Treffer von John Henrion. In Schwenningen absolvierte die DEG am dritten Spieltag ihr zweites Auswärtsspiel der Saison. Das Geduldspiel gewannen die Gäste mit 3:0. Erst im letzten Drittel fielen die Tore für die Düsseldorfer EG. Calle Ridderwall, ebenfalls  wieder zurückgekehrt, besorgte die Führung, Leon Niederberger und Kenny Olimb sorgten mit ihren Toren für den Endstand. Auch Matthias Niederberger hatte großen Anteil am Sieg, der seinen Kasten mit starken Paraden sauber hielt und der DEG den ersten Auswärtsdreier der Saison sicherte. Zwei Tage später machte die Düsseldorfer EG ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende komplett: In Bremerhaven besiegte man die Fischtown Pinguins mit 4:3 und sprang an die Tabellenspitze. In einer abwechslungsreichen Partie konnten die Gastgeber die Führungen der DEG immer wieder ausgleichen. Gogullas 1:0-Treffer, konterte Hoeffel im Gegenzug mit dem 1:1. Bernhard Ebner, derzeit in starker Verfassung und mit acht Punkten (2 Tore, 6 Assist) interner Top-Scorer, traf vergangenen Sonntag doppelt (2:1 und 3:2), und bereitete den entscheidenden Siegtreffer von Descheneau in der Schlussphase stark vor. Nach Scheibenerorberung brachte der Verteidiger einen starken Pass auf die Kelle des Kanadiers, der im Norden für den Lucky Punch sorgte. Auch das vierte Auswärtsspiel gestaltete die DEG siegreich: In Augsburg sicherten sich die Rot-gelben zwei Punkte gegen die Panther nach einem 2:1-Sieg nach Verlängerung. Alex Barta erzielte den entscheidenden Treffer (61.). Zuvor glich Gogulla die Augsburger Führung aus.

Zwar sind erst sechs Spiele gespielt und der Weg bis zu den Playoffs noch sehr lang, trotzdem zeigten die ersten sechs Spiele dieser Saison, dass das taktische System von Harold Kreis klarer zu erkennen ist, als das Pellegrimsche System in der gesamten letzten Saison. Die Defensive scheint enorm verbessert, ebenso das Aufbauspiel. Die Haudegen Patrick Köppchen und Alexander Picard, der nach der Saison seine Karriere beenden wird, verleihen der DEG hinten enorme Stabilität. Selten ließ die DEG ihre Gegner in der eigenen Verteidigungszone zur Entfaltung kommen. Mit Matthias Niederberger und Neuzugang Frederik Pettersson-Wentzel hat die Düsseldorfer EG aktuell zudem ein sehr starkes Torhüterduo. Gerade der in den letzten beiden Jahren viel gescholtene gebürtige Düsseldorfer Niederberger befindet sich in starker Frühform und hat mit einer Fangquote von 95,80% großen Anteil daran, dass die DEG mit insgesamt neun Gegentreffern bisher die beste Defensive der Liga hat. Auch in Unterzahl ließ die Mannschaft von Trainer Harold Kreis wenig anbrennen. In 26 Situationen kassierte die Düsseldorfer EG erst einen Treffer. Offensiv scheint die DEG auch verbessert: Nach 6 Spielen hat die DEG bereits 20 Treffer erzielt. Aus einer gesicherten Defensive heraus versucht die DEG häufig die neutrale Zone schnell zu überbrücken. Dabei zeigt der Traditionsclub einen größeren Zug zum Tor als oftmals in der vergangenen Saison. Das Spiel wirkt gradliniger und schnörkelloser als im vergangenen Jahr, beinahe jede Schusschance wird genommen. Durch die laufstarken Spieler wie Olimb, Laub, Ridderwall oder der quirlige Descheneau und Vollstreckern wie Henrion (3 Tore) und Gogulla (4 Tore) ist die DEG in dieser Saison zudem schwerer auszurechnen.  Eine Baustelle und einer der bisher wenigen Kritikpunkte dürfte für Harold Kreis das Überzahlspiel sein. Ein magerer Treffer verbuchte die DEG bisher bei numerischer Überzahl. Steigert sich die DEG auch in dieser Disziplin, ist mit dem achtmaligen Meister zu rechnen.

Für die Düsseldorfer EG geht es in der ersten englischen Woche der Saison morgen Abend im heimischen ISS Dome weiter. Dann kommen die hocheingeschätzten, aber derzeit ersatzgeschwächten Eisbären Berlin (19.30 Uhr) nach Düsseldorf, ehe es am Freitag nach Wolfsburg geht. Am kommenden Sonntag kommt es dann zum ersten Straßenbahnderby der Saison: Die überraschend stark-gestarteten Krefeld Pinguine, aktuell auf dem fünften Platz, kommen nach Düsseldorf (16.30 Uhr) und bitten die DEG zu einem Duell, das nach Jahren, in denen beide Teams tabellarisch immer weit auseinander lagen, auch mal wieder einen sportlichen Reiz versprüht.

Saisonvorschau: Düsseldorfer EG Mit Rückkehrern zurück in die Erfolgsspur

Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten soll es für die Düsseldorfer EG in der anstehenden DEL-Saison endlich wieder Playoff-Eishockey geben. Die Mannschaft wurde dafür runderneuert. Mit alten Bekannten und offensiver Durchschlagskraft soll das Erreichen der Top 10 gelingen.

Die vergangene Spielzeit ging für die DEG unrühmlich zu Ende. Das Minimalziel Pre-Playoffs wurde am letzten Wochenende der Saison endgültig verspielt, als man zuhause gegen die Eisbären Berlin mit 2:6 unterging. Beinahe teilnahmslos nahm das Publikum das erneute Verpassen des Saisonziels hin. Von Spiel zu Spiel entfernten sich Mannschaft und ein Großteil der Fans voneinander. Zwar wurde Trainer Mike Pellegrims, dessen stoische Art bei einem Großteil der Fans nicht immer gut ankam, nach einem 0:5-Debakel in Bremerhaven noch vor der Olympiapause entlassen, eine Initialzündung für den Saisonendspurt blieb jedoch aus. So bläst die Düsseldorfer EG in dieser Saison erneut zum Angriff und hat, insbesondere in der Offensive, aufgerüstet.

Als Nachfolger von Mike Pellegrims verpflichtete die DEG mit Harold Kreis im April einen alten Bekannten. Bereits von 2008 bis März 2010 übernahm Kreis die Tätigkeit des Cheftrainers. Unter seiner Ägide fällt die letzte Finalteilnahme des achtmaligen Meisters; gleich im ersten Jahr brachte er die DEG (damals noch als Metro Stars) ins Finale und scheiterte dort an den Eisbären Berlin, die die Serie mit 3:1 für sich entschieden. Tobias Abstreiter, der die Mannschaft vergangene Saison interimsweise nach Pellegrims` Entlassung bis zum Saisonende übernahm, rückt wieder ins zweite Glied und bleibt Co-Trainer. Auch auf der Torhüterposition gab es Veränderungen. Dan Bakala, einer der Lichtblicke der vergangenen Saison, schlug ein Angebot der DEG aus und wechselte im Sommer nach Österreich zum Villacher SV. Als Ersatz verpflichtete die DEG Fredrik Pettersson-Wentzel. Der 27-jährige kommt vom HC Jönköping, mit denen der Schwede 2017 schwedischer Meister wurde. Er soll dem zuletzt stagnierenden, aber zweifellos talentierten Eigengewächs Mathias Niederberger Druck machen, und den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten anheizen. Dritter Torwart wird Hendrik Hane, der aus der DNL-Mannschaft hochgezogen wurde, aber vornehmlich beim Kooperationspartner in Bad Nauheim Einsatzchancen bekommen soll.

In der Verteidigung verließen mit Henry Haase, Stephan Daschner, Marcel Brandt, Brandon Burlon und Tim Conboy fünfSpieler. Henry Haase zieht es nach zwei Jahren in Düsseldorf weiter nach Augsburg zu den Panthern. Stephan Daschner, der zwei guten Jahren zwei durchwachsene Jahre folgen ließ, wechselt ebenso zu den Straubing Tigers, wie Marcel Brandt, dessen bis 2019 datierter Vertrag Ende Januar aufgelöst wurde.Brandon Burlon wechselt zu den Stavanger Oilers nach Norwegen.Publikumsliebling und Hüne Tim Conboy musste im Frühjahr verletzungsbedingt seine Karriere beenden. Den Führungsspieler gilt es aufgrund seiner Spielweise, die bei gegnerischen Fans nicht immer allzu beliebt war, zu ersetzen. Conboys Führungsrolle könnte Patrick Köppchen übernehmen, der aus Nürnberg an den Rhein wechselt. Der 39-jährige Verteidiger, der mit Hannover (2010) und Ingolstadt (2014) bereits zwei Mal Deutscher Meister wurde, soll die jungen Spieler Johannes Huß und Niklas Mannes weiter an die DEL heranführen. Mit Ryan McKiernan verpflichtete die Düsseldorfer EG zudem einen äußerst torgefährlichen Offensivverteidiger von den Vienna Capitals. Dem US-Amerikaner mit irischen Wurzeln gelang in der vergangenen Saison in 58 Spielen 19 Treffer und 27 Vorlagen in der EBEL. Neben Köppchen, Huß, Mannes und McKiernan stehen Trainer Harold Kreis noch die Verteidiger Bernhard Ebner, Marco Nowak, Kevin Marshall und Alex Picard zur Verfügung. Außer Johannes Huß, dessen Vertrag bis 2020 läuft, haben alle anderen Verteidiger einen Vertrag bis zum Ende der kommenden Saison.

Der Umbruch im Angriff fällt wesentlich größer aus. AchtSpieler gingen, acht neue Spieler kamen im Sommer an die Brehmstraße. Die Düsseldorfer EG trennte sich im Sommer trotz laufenden Vertrags von Kapitän Darryl Boyce, dem es nicht gelang in die großen Fußstapfen von Vereinslegende Daniel Kreutzer zu treten, dessen Karriere verletzungsbedingt vor fast genau einem Jahr endete. Auch der Vertrag von Daniel Weiß wurde vorzeitig aufgelöst. Nach zwei Jahren wechselt der Defensivstürmer zu den Thomas Sabo Ice Tigers nach Nürnberg. Jeremy Welsh und Rob Bordson, das Erfolgsduo aus der ersten Bremerhavener DEL-Saison, konnte die Erwartungen in Düsseldorf nicht erfüllen und wird in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der DEG tragen. Während Jeremy Welsh noch keinen Verein gefunden hat, wechselt Bordson in die EBEL nach Dornbirn. Nach vier durchaus erfolgreichen Jahren in Düsseldorf verlässt Alexej Dmitirev die DEG und wechselt ligaintern nach Iserlohn. Da sich beide Seiten nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten, verließ Spencer Machacek, bei der DEGimmerhin viertbester Scorer der vergangenen Saison, die Rheinländer Richtung Wolfsburg. Routinier Eduard Lewandowskigeht nach drei Jahren in Düsseldorf zu den Frankfurter Löwen in die DEL2. Die DEG hat mit Maxi Kammerer den Abgang eines Toptalents zu verkraften. Mit 25 Torvorlagen geht der beste Vorlagengeber der DEG aus der vergangenen Saison zum Stanley-Cup-Sieger Washington Capitals. Sein noch ein Jahr laufender Vertrag ruht, sofern er in den nächsten drei Jahren aus den Staaten nach Deutschland zurückkehren sollte.

Während die Finalserie zwischen dem deutschen Meister aus München und den Eisbären Berlin lief, vermeldete die DEG die Rückkehr von Publikumsliebling Ken Andre Olimb, der nach zwei Jahren im schwedischen Linköping nach Düsseldorf zurückkehrt. Nach dem schlechten Abschneiden der DEG in der vergangenen Saison, sorgte diese Meldung für virtuelle Jubelstürme bei der rot-gelben Anhängerschaft. Damit nicht genug präsentierte die DEG einige Wochen später einen weiteren Rückkehrer: Mit Calle Ridderwall kehrt der Topscorer der Saison 2012/2013 von Djurgarden zur DEG zurück. Wie Olimb unterschrieb Ridderwall für drei Jahre. Zudem verpflichtete die DEG Jerome Flaake von Red Bull München, Patrick Buzas kommt wie Köppchen aus Nürnberg, Christian Kretschmann wechselt aus Augsburg an die Brehmstraße. Auf den spontanen Abgang von Maxi Kammerer reagierte die DEG mit der Verpflichtung von Philipp Gogulla. Der gebürtige Düsseldorfer wechselt nach vierzehn Jahren beim rheinischen Rivalen aus Köln in seine Heimatstadt. Nicht nur in Hinblick auf das anstehende Winter Game im Januar zwischen den Kölner Haien und der DEG besitzt dieser Transfer eine brisante Note. Aus der zweiten Liga und der Empfehlung von 72 Punkten in 56 Spielen verpflichtete die DEG im Sommer Braden Pimm aus Kassel. Vom Schweizer NLB-Vertreter HC Thurgau wechselt Flügelstürmer der 23-jährige Kanadier Jaedon Descheneau zur DEG. Um den Kader mehr Tiefe zu verleihen holte die DEG mit Stefan Reiter zudem einen jungen deutschen Spieler vom EV Landshut.

Weiterhin im Kader ist Alexander Barta, der nach seinem ersten durchwachsenem Jahr letztes Jahr nicht nur als Führungsspieler voranging, sondern mit 25 Toren zweitbester Torschütze der vergangenen DEL-Saison wurde. Manuel Strodel, neben Bernhard Ebner dienstältester Spieler bei der DEG, geht in sein letztes Vertragsjahr. Einer, der in der vergangenen Saison auf Anhieb überraschte, war John Henrion. Mit 22 Treffern empfahl sich der Amerikaner für ein neues Arbeitspapier, das bis April 2020 gilt. Dazu gesellen sich mit Lukas Laub und Leon Niederberger zwei Talente, die alles mitbringen, um sich dauerhaft in der DEL durchzusetzen.

Nach zwei Jahren ohne Playoffs ist der Auftrag für Trainer Harold Kreis und seiner Mannschaft klar. Mit dem wohl nominell stärksten Kader seit dem Ausstieg der Metro, soll es in Düsseldorf auch nach dem letzten Spieltag noch Eishockey im heimischen ISS Dome geben. Die individuelle Klasse bringt der Kader mit. Schafft es Harold Kreis die individuelle Klasse seiner Spieler um die Rückkehrer Olimb und Ridderwall zu einer Einheit zu formen, dürfte der Einzug unter die Top 10 im Rahmen des Möglichen sein. Mit dem heutigen Testspiel bei den Moskitos Essen (18.00 Uhr, Westbahnhof) beginnt für die Düsseldorfer EG heute die Testspielphase für eine Saison, in der die DEG durchaus überraschen könnte.

Düsseldorfer EG: Charaktertest für den Saisonendspurt

Die Düsseldorfer EG muss sich neben der Kaderplanung für die kommende Saison auch um einem neuen Trainer kümmern. Mike Pellegrims wird zur kommenden Saison Co-Trainer bei den „finanzstarken Adler“ aus Mannheim und folgt seinem besten Freund und Lehrmeister aus gemeinsamen Wolfsburger Zeiten, Pavel Gross, der zur kommenden Saison neuer Cheftrainer in Mannheim wird, in die Quadratestadt. Dies bestätigte vorgestern sowohl die DEG, als auch der Konkurrent aus Mannheim offiziell, dem es bereits das zweite Mal gelang, einen Übungsleiter aus Düsseldorf loszueisen. Im März 2010 wurde publik, dass der damalige DEG-Trainer Harold Kreis nach der Saison Trainer in Mannheim wird, zu einem Zeitpunkt, wo die DEG im Playoff-Rennen in aussichtsreicher Position lag. Daraufhin wurde Kreis bei der DEG geschasst, der damalige sportliche Leiter Lance Nethery übernahm die Mannschaft bis zum Saisonende, das nach dem Viertelfinale gegen Wolfsburg (Sweep für die Grizzly Adams mit 3-0) abrupt erfolgte. Für die Mannschaft von Noch-Trainer Mike Pellegrims ist die derzeitige Situation ein Charaktertest.

Was die Mannheimer und Wolfsburger Presse vergangenen Freitag berichtete, wurde Dienstag dann auch von offizieller Seite bestätigt: Mike Pellegrims verlässt trotz eines bis 2019 laufenden Vertrags die Düsseldorfer EG vorzeitig und schließt sich zur neuen Saison seiner alten Liebe, den Adler Mannheim an. Dort wird er, wiedervereint mit Trainerfuchs Pavel Gross, zurück ins zweite Glied rücken und Co-Trainer werden. In der Düsseldorfer Fanlandschaft und im Umfeld dürfte die Meldung mehrheitlich keinen Anlass zur Trauer hervorgerufen haben. Das Verhältnis zwischen den Fans und der Pellegrimschen‘ DEG wirkte in dieser Saison stark unterkühlt und offenbarte trotz ordentlichem Zuschauerschnitt (7167 Zuschauer pro Partie im Schnitt), Risse. Schaut man in die Kommentarspalten in den sozialen Netzwerken, insbesondere Facebook, scheint die Demission des Belgiers die beste Nachricht der Saison zu sein. Zu emotionslos seien die Auftritte im heimischen ISS Dome bislang gewesen, in dem man zuletzt acht der letzten zehn Heimspiele verlor und insgesamt zwölf Niederlagen nach bisher 21 Heimspielen kassierte; zu wenig Identifikation mit Verein und Fans sieht der Anhang in der unkonstanten Spielweise und bei Teilen der Mannschaft.

Nach der leidenschaftlichen und insgesamt langen Ehe zwischen Vereinsikone Christof Kreutzer und der DEG, wirkt(e) Mike Pellegrims aufgrund seiner stoischen und wortkargen Art wie die ungeliebte Stiefmutter, die bei dem Großteil der Rot-Gelben Anhängerschaft von Beginn keine wirkliche Chance bekam, obwohl das ausgegebene Saisonziel, das Erreichen der Pre-Playoffs auch nach bislang 43 Spielen weiterhin realistisch ist.

Aktuell rangiert die DEG auf dem zehnten Tabellenplatz, auf den der achtmaliger Meister am Sonntag nach der dritten Heimniederlage in Folge gegen den ERC Ingolstadt(3-5) abrutschte. Vergangenen Freitag gab es trotz aufkeimender Gerüchte um die Person Pellegrims einen überzeugenden 5-2 Auswärtssieg im Iserlohner Hexenkessel, der die Düsseldorfer EG kurzzeitig auf Platz Sechs spülte.

Während Harold Kreis seinen Posten an der Düsseldorfer Brehmstraße räumen musste, nach dem durchsickerte, dass er zur Saison 2010/2011 nach Mannheim wechseln wird, soll Mike Pellegrims die laufende Saison zu Ende führen. Dies offenbart zwei Möglichkeiten für den Saisonendspurt, der sich in der DEL immer weiter zuspitzt: Entweder schenkt die Mannschaft die restlichen neun Saisonspiele ab, da ein weiterer Umbruch unumgänglich erscheint und die freiwillige Selbstdegradierung Pellegrims vom Cheftrainer in Düsseldorf zum Assistenztrainer in Mannheim zeigt, dass die sportlich-gesetzten Ziele in den Hintergrund gerückt sind, oder die DEG spielt in den letzten Wochen der Hauptrunde befreit auf, da die Personalie Pellegrims geklärt wurde. Für den Rest der Saison stellen die kommenden Aufgaben in jedem Fall einen Charaktertest dar, sowohl für den Trainer, für die Mannschaft und auch für die Fans. Mike Pellegrims kann (weiterhin) zeigen, dass er trotz seiner neuen Stelle in Mannheim eine professionelle Arbeitsauffassung hat. Das Team kann zeigen, dass der sportliche Ehrgeiz und die gesetzten Saisonziele wichtiger sind, als Unruhe im Verein und Diskussionen um einzelne Personen. Der Großteil der DEG-Fans, der sich aufgrund der eklatanten Heimschwäche und der fehlenden Identifikation mit dem System von Pellegrims oftmals äußerst schweigsam im eigenen Stadion präsentierte, könnte sich befriedet zeigen, und die Mannschaft im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze unterstützen und fortan den Erfolg des Clubs in den Vordergrund stellen, da der ungeliebte Übungsleiter bald nicht mehr hinter der eigenen Bande steht.

Durch den vorgestrigen 7-3 Heimerfolg der Adler Mannheim gegen das Tabellenschlusslicht aus Straubing, rückten die Adler (57 Pkt.) bis auf zwei Punkte an die DEG heran (59 Pkt.) und hat dabei noch ein Nachholspiel im Petto. Bis zur langen Olympiapause im Februar stehen für die Düsseldorfer EG insgesamt noch sechs Partien auf dem Programm. Das kommende Wochenende bestreitet die DEG komplett auswärts. Morgen Abend trifft man auf den Titelverteidiger aus München, Sonntag kommt es in der Mannheimer SAP-Arena zum nicht nur tabellarisch brisanten Duell gegen die Adler, ehe kommenden Dienstag die Straubing Tigers in Düsseldorf gastieren. Im wöchentlichen Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel um die Tabellenplätze ist in der Endabrechnung sowohl Tabellenplatz Vier, den die Grizzlys Wolfsburg (66Pkt.) derzeit besetzen, als auch der zwölfte Tabellenplatz, aktuell rangieren dort die Augsburger Panther (54 Pkt.), für die DEG im Bereich des Möglichen.

Will die Düsseldorfer EG den Charaktertest bestehen, sind neben der richtigen Einstellung auch Punkte nötig, um die Saison noch versöhnlich zu gestalten.

Düsseldorfer EG: Wer braucht schon ‚Big-Points‘?

Die Düsseldorfer EG gewann gestern Abend nach starker Defensivleistung nicht unverdient das 218. Rheinische Derby bei den Kölner Haien mit 1-0 und fuhr damit nach dem überraschenden Sieg von Samstag bei den Eisbären Berlin, nachdem man einen 0-2 Rückstand mit knapp 1000 rot-gelben Anhängern im Rücken noch in einen 3-2 Sieg ummünzte, den zweiten Auswärtssieg in Folge ein. Damit gestaltete die DEG nicht nur ihre Jahreswende erfolgreich, durch beide Siege konnte sich das Team von Trainer Mike Pellegrims erstmals in dieser Saison auch tabellarisch in den Pre-Playoffrängen festsetzen. Nach 38 Spieltagen liegt der achtmalige Meister, mit 54 Punkten punktgleich mit den Kölner Haien, derzeit auf Tabellenrang acht und hat momentan fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzehnten Mannheim und die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, die aktuell mit 49 Punkten unter dem Strich auf Tabellenplatz Elf liegen.

Nach guter Defensivleistung und mit einem starken Dan Bakala als überragenden Rückhalt im DEG-Tor, erkämpfte sich die Düsseldorfer EG gestern Abend zum Jahresauftakt in Köln im dritten Versuch den ersten Derbysieg der Saison. Die beiden bisherigen Saisonduelle entschieden die Haie jeweils mit 3-2 nach Verlängerung für sich. Das Tor des Tages erzielte Jeremy Welsh in der einzigen Überzahlsituation, die es für die Gäste aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gestern Abend gab, Ende des zweiten Drittels (36.). In einer durchaus temporeichen Partie, bei der sowohl Düsseldorfs Dan Bakala, als auch Köln-Schlussmann Dschunussow mehrmals im Mittelpunkt standen, zeigten beide Teams, dass mit ihnen im Schlussspurt um die Pre-Playoff-Plätze zu rechnen ist. Im ersten Drittel scheiterte Haie-Stürmer Ryan Jones nach einem Alleingang an Bakala, auf der anderen Seite ließ DEG-Toptorjäger John Henrion eine gute Einschussmöglichkeit ungenutzt. Da die DEG diszipliniert, leidenschaftlich und clever verteidigte und immer wieder offensive Nadelstiche setzen konnte, fiel die Führung im zweiten Abschnitt nicht unverdient. Insgesamt fünf Überzahlspiele ließ der KEC ungenutzt und verzweifelte dabei ein ums andere Mal an Dan Bakala, der knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit einer Glanzparade gegen Felix Schütz den Sieg gegen die Domstädter festhielt und zum gestrigen Held avancierte.

Zum Jahresabschluss ging es für die Düsseldorfer EG am Samstag zu den Eisbären Berlin, die in dieser Saison wieder an alte Zeiten anzuknüpfen scheinen. Begleitet von rund 1000 Gästefans, die mittels Sonderzug an den Berliner Ostbahnhof angereist waren, versuchte die DEG die 0-4 Schlappe, die es vergangenen Donnerstag beim direkten Konkurrenten in Ingolstadt nach uninspirierter Leistung gab, wieder gut zu machen. Im ersten Drittel spielten jedoch nur die Gastgeber aus der Hauptstadt, die nach den ersten zwanzig Minuten durch Tore von Marcel Noebels und Sven Ziegler mit 2-0 in Führung lagen. Durch Härte im Spiel und einen abgefälschten Glücksschuss zum 1-2 Anschlusstreffer von Ex-Eisbär Spencer Machacek fand die Düsseldorfer EG im zweiten Spielabschnitt zurück in die Partie. Ein weiterer Glücksschuss von John Henrion brachte der DEG kurz nach Beginn des letzten Drittels den überraschenden Ausgleich. Angetrieben von den vielen mitgereisten Fans aus Düsseldorf wurde die Düsseldorfer EG immer besser und kam nach stark-vorgetragenem Konter von Lewandowski und Manuel Strodel sechs Minuten vor Ende der Partie zur 3-2 Führung. Lewandowski bediente Manuel Strodel mustergültig, der Eisbären-Torwart Marvin Cüpper mit der Rückhand überwand und den mitgereisten Fans die Jahresabschluss-Party im Sonderzug sicherte.

Durch die beiden Auswärtssiege revidierte die Düsseldorfer EG die beiden unnötigen Niederlagen, die es bei den Gastspielen in Straubing in der Weihnachtswoche und vergangene Woche in Ingolstadt gab und profitierte dabei auch von den Niederlagen der Konkurrenz. Trotzdem scheint die DEG in dieser Saison oftmals „mental nicht bereit zu sein“, so wie es Trainer Mike Pellegrims zuletzt häufiger erklärte, wenn es darum geht, Punkte (Big-Points) gegen die direkte Konkurrenz, also Teams aus der gleichen oder unteren Tabellenregion zu holen, und überrascht das eigene Umfeld und sich selbst eher mit Siegen wie Samstag in Berlin. Zwar sind die Haie durchaus als direkter Konkurrent anzusehen, jedoch spielt die Tabellensituation in Derbies im Regelfall eine eher untergeordnete Rolle, was den Sieg von gestern keinesfalls schmälern sollte. Sowohl gegen das Tabellenschlusslicht aus Straubing als auch beim ERC Ingolstadt ließ die Düsseldorfer EG offensiv und kämpferisch viel vermissen. In Straubing lag man bereits nach vier Minuten mit 2-0 hinten und konnte in den darauffolgenden 56 Spielminuten nur einen Treffer erzielen, da die Offensive insgesamt zu wenig Torchancen kreierte und den aufopferungsvoll kämpfenden Straubingern wenig entgegenzusetzen hatte. In Ingolstadt blieb man zum insgesamt vierten Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer, und verlor ein sogenanntes 6-Punkte-Spiel. Durch einen Sieg hätte man bis auf sechs Punkte auf den damaligen Tabellenelften davonziehen können.

Am kommenden Freitag besteht für die Mannschaft von Trainer Mike Pellegrims die Gelegenheit, zu zeigen, dass das Team auch in den Begegnungen bereit ist, wenn es um besagte Big-Points geht. Beim bisherigen Überraschungsteam der Saison, den Schwenninger Wild Wings, derzeit auf Rang Fünf mit zwei Punkten Vorsprung vor der Düsseldorfer EG, tritt die DEG dann das vierte Mal in Folge auswärts an, ehe es am kommenden Sonntag zuhause gegen die Augsburger Panther geht, die bisher alle drei Partien gegen die Düsseldorfer EG für sich entscheiden konnten und ebenfalls noch Chancen auf die Pre-Playoffs haben. Um das unruhig gewordene Umfeld zu besänftigen und die aktuelle Tabellensituation weiter zu verbessern, sind Punkte am Wochenende nicht nur förderlich, sondern Pflicht.

Düsseldorfer EG: Nach der Serie ist vor der Serie

Die Düsseldorfer EG holte am abgelaufenen Wochenende vier von sechs möglichen Punkten. Am Freitag gab es bei den Augsburger Panther eine 2-1 Niederlage nach Penaltyschießen. Somit ging auch der dritte Saisonvergleich an die Fuggerstädter. Gestern gab es vor dieses Mal gut aufgelegten 7487 Zuschauern einen 2-1 Heimsieg gegen die Adler Mannheim, die von knapp 1000 Gästefans nach Düsseldorf begleitet worden sind. Durch den gestrigen Sieg beendete die DEG gleich mehrere Serien und ergatterte drei wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze. Nach 32 Spielen steht der achtmalige Deutsche Meister mit 44 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz und liegt damit aktuell drei Punkte vor dem ERC Ingolstadt, der bereits eine Partie mehr absolviert hat. Ihren bisherigen wechselhaften Kurs setzt die Düsseldorfer EG derweil weiterhin fort.

Nach einer intensiven Partie bezwang die DEG die Adler Mannheim gestern nach kämpferisch-starker Mannschaftsleistung mit 2-1. Alexej Dmitriev erzwang den entscheidenden Treffer sechs Minuten vor dem Ende, als er nach einem Abpraller die Scheibe über Adler-Schlussmann Chet Pickard ins Mannheimer Gehäuse hob. Die Führung der Gäste durch Sinan Akdag (15.), glich Alexander Barta eine Zeigerumdrehung wieder aus (16.). Beide Mannschaften schenkten sich in einer körperbetonten, aber nicht überharten Begegnung nichts, bei der beide Torhüter starke Leistungen zeigten. Sowohl Dan Bakala, als auch Pickard verhinderten, dass mehr als drei Tore im ISS Dome fielen. Direkt nach Spielbeginn hatte der wiedergenese Kapitän Darryl Boyce die frühe Führung auf der Kelle, scheiterte jedoch am Torhüter der Mannheimer. Auf der anderen Seite verpasste Devon Setoguchi knapp die Führung. Die häufig unpräzisen Aufbauspiele beider Teams sorgten dafür, dass es zu einem offenen Schlagabtausch kam, mit Chancen auf beiden Seiten. Erst der Treffer von Alexej Dmitirev, der mit dem Siegtreffer sein erstes Tor seit dem 1.Oktober erzielte, entschied die Partie spät.

Durch den Heimerfolg konnte die Düsseldorfer EG vier Serien beenden. Dem famosen Lauf nach der Deutschland-Cup-Pause, in der die Mannschaft von Trainer Mike Pellegrims sieben Mal am Stück punktete und dabei 17 von 24 möglichen Punkte holte und mit dem überraschend-effizienten 5-2 Auswärtssieg in Bremerhaven (Schussverhältnis 46-22 zu Gunsten der Fischtown Pinguins) endete, folgten vier Niederlagen am Stück. Vor der Begegnung in Augsburg verlor die Düsseldorfer EG drei Mal hintereinander vor eigenem Publikum. Nach ansprechender Leistung verlor man im heimischen ISS Dome zwei Tage nach dem Sieg im Norden gegen den EHC Red Bull München mit 1-3. Beim dritten Straßenbahn-Derby der Saison vor zehn Tagen, verlor eine indisponierte DEG vollkommen verdient gegen einen galligen KEV mit 1-4 vor eigenem Publikum. Sowohl von der Mannschaft, als auch von weiten Teilen der Fans ging das kleine Derby äußerst emotionslos vonstatten. Trotz der schnellen Führung von Maxi Kammerer nach 37 Sekunden kam weder das Team, noch das Publikum auf die nötige Betriebstemperatur, die es für ein Derby bedarf. Noch im ersten Drittel glich Krefeld die Begegnung aus, die spätestens im letzten Drittel durch den 3-1 Treffer von Ex-DEG-Spieler Kurt Davis (50.) entschieden wurde. Ein Aufbäumen gegen die Niederlage suchte man im weiten Rund und auf dem Eis anschließend vergebens. In Scharren verließen einige der insgesamt 12500 Zuschauer bereits zehn Minuten vor dem Ende die Halle. Im dritten Heimspiel in Folge gab es gegen die Grizzlys Wolfsburg eine knappe 1-2 Niederlage nach Penaltyschießen. Die wenigen Fans, die es trotz des Schneechaos in Düsseldorf in den ISS Dome schafften, sahen die von Trainer Mike Pellegrims geforderte Reaktion auf die Leistung aus dem Krefeld-Spiel. Mit wesentlich mehr Leidenschaft, Einsatz und Laufbereitschaft ging man gegen die niedersächsischen Gäste zu Werke, als noch zwei Tage zuvor gegen die Seidenstädter. Manuel Strodels ersten Saisontreffer aus dem ersten Drittel glich Alexander Weiß, Bruder von DEG-Spieler Daniel nach einem 2 auf 1 Konter sieben Minuten vor dem Ende aus. Wolfsburgs Torhüter Jerry Kuhn vereitelte nach insgesamt starker Leistung einige gute Gelegenheiten der DEG, insbesondere in der Verlängerung, in der die Düsseldorfer EG trotz Überzahlspiel keinen Treffer erzielen konnte und mehrfach am Gästegoalie scheiterte. Da Robbie Bina der einzige Torschütze im Penaltyschießen war und Jerry Kuhn alle Versuche der DEG parierte, ging der Zusatzpunkt an Wolfsburg. Bei der Partie in Augsburg lieferte die DEG eine ordentliche Leistung ab, zeigte jedoch, dass das Problem der mangelhaften Chancenverwertung weiterhin akut ist. Im vierten Spiel in Folge gelang den Jungs in Rot und Gelb nur einen Treffer. Obwohl genug Einschussmöglichkeiten vorhanden waren, konnte nur Manuel Strodel Augsburg-Torhüter Olivier Roy zum 1-1 bezwingen (33.). Zuvor brachte Simon Sezemsky den AEV im ersten Drittel in Führung. Sorgenfalten dürfte Mike Pellegrims die Auswechslung vom zuletzt formstarken Torhüter Mathias Niederberger auf die Stirn getrieben haben. In der 29.Spielminute musste der junge Goalie verletzungsbedingt für Dan Bakala weichen, nach dem zuvor ein Augsburger Spieler nach einem Torraumzweikampf auf ihm landete. Die Niederlage in Augsburg bedeutete zugleich das Ende der Auswärtssiegesserie der Düsseldorfer EG und die erste Niederlage auf fremden Eis seit Anfang November in München. Bis Freitag siegte man davor vier Mal in Folge in der Fremde.

Nach dem durchaus schmeichelhaften Sieg in Bremerhaven waren die Top-Sechs-Plätze in Reichweite, die Langzeitbaustellen Power Play und Effizienz schienen allmählich behoben. Etwas mehr als zwei Wochen später steht die DEG zwar weiterhin über dem Strich, der Trend, der durch den Sieg gegen Mannheim zunächst gestoppt wurde, zeigte zuletzt jedoch nach unten. In einer engen Liga, in der der Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze langsam Fahrt aufnimmt, sollte die Düsseldorfer EG keine weiteren Niederlagenserien mehr hinzukommen lassen und eine erneute Trendwende einleiten, wenn das Minimalziel, das Erreichen der Pre-Play-Plätze realisiert werden soll.

Mit dichter Taktung geht es für die DEG weiter. Bereits am Mittwoch tritt man beim Ligaschlusslicht in Straubing an, das in dieser Saison beide bisherigen Begegnungen gegen die Düsseldorfer EG verlor. Am Weihnachtswochenende stehen zwei Heimspiele an; am Freitag kommen die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg nach Düsseldorf, am 2.Weihnachtsfeiertag trifft die DEG zuhause auf die Iserlohn Roosters. 20 Spiele hat die DEG bis zum Ende der Hauptrunde noch zu absolvieren, die vorentscheidende Phase um die Platzierungen ist mittlerweile eingeläutet.

Für ein ruhiges Weihnachten in Düsseldorf und eine gute Ausgangsposition in der Endphase der Saison wäre eine Serie wie nach der Länderspielpause das beste Geschenk, was man sich selbst und den eigenen Fans unter den Weihnachtsbaum legen könnte.