Halbjahreszeugnis in Düsseldorf: Wieder auf Kurs

Die Hälfte der Vorrunde der DEL Saison 2017/2018 ist gespielt. Nach 26 Spielen rangiert die Düsseldorfer EG auf Tabellenplatz neun und hat wie die Kölner Haie, die derzeit auf Rang acht rangieren, dem ERC Ingolstadt und die Fischtown Pinguins, aktuell Tabellenelfter, 36 Punkte auf der Habenseite. Seit der Deutschland-Cup-Pause holte das Team von Trainer Mike Pellegrims 14 von 18 möglichen Punkten und holte in den sechs Partien seit der Länderspielunterbrechung immer mindestens einen Punkt pro Spiel. Am vergangenen Wochenende punktete die DEG dreifach. Freitag gab es in der Hauptstadt einen knappen, aber verdienten 4-3 Auswärtssieg nach Penaltyschießen bei den Eisbären Berlin, nach dem man bereits mit 1-3 hinten lag. Im 217. Rheinischen Derby, das Sonntag im Düsseldorfer ISS Dome ausgetragen wurde, behielten die Kölner Haie die Oberhand und siegten beim Rivalen aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mit 3-2 nach Verlängerung. Beim Straßenbahnderby gestern Abend in Krefeld siegte die Düsseldorfer EG glücklich mit 3-2 nach Verlängerung beim KEV. Alexander Barta erzielte den entscheidenen Treffer. Nach einem durchwachsenen Oktober ist die DEG im Spätherbst des Jahres 2017 derzeit zurück auf Kurs Richtung (Pre-)Play-Off-Plätze.

NRW Hockey nimmt nach 26 Spielen die Darbietungen der Spieler der Düsseldorfer EG genauer unter die Lupe und verteilt Halbjahreszeugnisse:

(Im Bewertungssystem von 0-10 Punkte)

Torhüter:

#34 Dan Bakala: Wurde aufgrund der zwischenzeitlichen Verletzung von Mathias Niederberger Anfang Oktober verpflichtet. Der Kanadier weist nach zehn absolvierten Partien eine starke Fangquote von 92,49% auf und konnte bereits seinen ersten Shutout feiern. Starke Beinarbeit und schnelle Reflexe zeichnen ihn aus. Seine Fanghand ist nicht immer die Sicherste. Treibt den Konkurrenzkampf im Tor voran. Durchaus ein Kandidat für eine Vertragsverlängerung (8/10)

# 35 Mathias Niederberger: Derzeit in starker Form. Hielt den Sieg in Berlin durch starke Paraden in der Schlussphase und Overtime, sowie im Penaltyschießen fest. Wirkt seit seiner Verletzungspause enorm formverbessert. Seine Fangquote liegt momentan bei 90.87%. Strahlt wieder mehr Ruhe aus. Er scheint zudem an seiner Stockhandseite und Schulter gearbeitet zu haben. Starke Saves am Sonntag beim Heimderby gegen Köln und gestern in Krefeld gegen Nicolas St.Pierre. Den Konkurrenzkampf gegen Bakala hat er angenommen. Auf der Torhüterposition wirkt die Düsseldorfer EG aktuell gut besetzt. (7/10)

# 39 Timo Herden: Seit seinem unglücklichen Auftritt in Schwenningen Anfang Oktober und der Verpflichtung von Dan Bakala machte Herden keine Partie mehr. Der junge Torhüter kann sich derzeit nur über das Training empfehlen. Sollten sich Niederberger und Bakala nicht verletzen, wird Herden voraussichtlich keine Einsatzminuten mehr bekommen. (keine Bewertung)

Verteidiger:

#3 Stephan Daschner: Der schnelle Verteidiger hat derzeit zu viele Fehler in seinem Spiel. Leistete sich beim Heimspiel gegen Straubing am vergangenen Mittwoch einen Aussetzer, der von den Niederbayern sofort bestraft wurde, als er im eigenen Drittel die Scheibe vertändelte. Offensiv ist der gebürtige Ingolstädter immer zu finden, ist hinten aber für so manchen Fehlpass und Stellungsfehler gut. Nach gutem Saisonbeginn stagniert seine Formkurve aktuell, mit Tendenz nach unten. (4/10)

#4 Tim Conboy: Seit Ende September fehlt der Abwehrhüne verletzungsbedingt. Für das Mannschaftsgefüge und als Führungsfigur fehlt das Raubein. Spielerisch konnte das Team seinen Ausfall aber auffangen. Seine Rückkehr scheint ungewiss. Am Ende der Saison läuft sein Vertrag aus. Es wird eng für den US-Amerikaner. (aufgrund seiner langen Verletzung: keine Bewertung)

#7 Brandon Burlon: Nähert sich langsam der starken Form vom Saisonbeginn an. Der sympathische Kanadier schaltet sich öfter in die Offensive ein und hat nach 26 Spielen 8 Scorerpunkte (2 Tore, 6 Assist) vorzuweisen. Neigt oftmals zum Risiko, da er häufiger zockt, als Scheiben zu klären. Guter und schneller Schlittschuhläufer mit gutem Stellungsspiel. (6/10)

#8 Marco Nowak: Der 27-Jährige verletzte sich beim Auswärtsspiel in Ingolstadt am Fuß und ist derzeit auf Krücken unterwegs. Vor der Deutschland-Cup-Pause nicht in bester Verfassung. Leistet sich zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau und fehlt oftmals hinten bei gegnerischen Kontern aufgrund seines Offensivdrangs. Muss nach seiner Rückkehr gradliniger spielen. (4/10)

#25 Johannes Huss: Der Youngster rutschte bedingt durch die Verletztenmisere der letzten Wochen in den DEL-Kader der Düsseldorfer EG. Überzeugt trotz seines jungen Alters durch viel Ruhe und Abgeklärtheit. Spielt einen grundsoliden Part und traut sich auch offensiv einiges zu (2 Assist). Sein Spiel ist bislang wenig fehlerbehaftet. Hat großes Potenzial und könnte sich dauerhaft in der DEL durchsetzen. (8/10)

#40 Henry Haase: Der Hüne ist aktuell ebenfalls im Lazarett der DEG vorzufinden und fehlt momentan mit einer Beinverletzung. Im Vergleich zum Vorjahr verbessert, insbesondere in puncto Fitness und Geschwindigkeit. Schützt den eigenen Torwart und ist eher in der eigenen Zone zuhause. Setzte seinen Körper bis zu seiner Verletzung häufiger im Bandenspiel ein. Neigt vereinzelt zu Abspielfehlern. Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus. (6/10)

#45 Alexandre Picard: Auch er fehlte einige Wochen verletzt. Hat eine gute Spielübersicht und spielt in der Regel einen guten ersten Pass. Trotz seiner Gardemaße von 1,89m Körpergröße und 91kg Körpergewicht kein Verteidiger, der durch übermäßige Härte bekannt ist. Traut sich offensiv bislang zu wenig. Übernimmt eine Führungsrolle in der Defensive und ist insgesamt solide im Spiel und konstant in seinen Leistungen. Macht selten gravierende Fehler. (6/10)

#46 Kevin Marshall: Im Zuge der Verletzungsmisere in der Deutschland-Cup-Pause nachverpflichtet worden. Für einen ‚Stay-at-home-Verteidiger‘ auffällig oft in der gegnerische Hälfte zu finden. Bevorzugt das einfache Spiel und geht nicht viel Risiko. Der Neuzugang fügte sich bisher gut ein, auch wenn er gestern in Krefeld einen schwächeren Auftritt hatte. (7/10)

#67 Bernhard Ebner: Nach sehr starkem Saisonbeginn zeigte seine Formkurve bis zur Länderspielpause etwas nach unten. Einige Fehler im Aufbau schlichen sich ein. Fiel am ersten Wochenende nach der Deutschland-Cup-Pause kurzfristig verletzt aus. Sonntag mit dem wichtigen Ausgleichstreffer im Derby gegen Köln kurz vor Ende der Partie und gestern mit der Vorbereitung zum 2-2 Ausgleich, der die DEG in die Verlängerung schickte. Dürfte seine gute Form bald wieder erreichen. (7/10)

#77 Niklas Mannes: Auch er durfte in dieser Saison bereits DEL-Luft schnuppern. Wie Huss durch das Verletzungspech in die erste Mannschaft gerutscht, spielt er ähnlich unaufgeregt und solide. Nicht ganz so forsch wie sein junger Mitstreiter, zeigt Mannes, dass auch er durchaus Potenzial für die DEL mitbringt. Der junge Ratinger benötigt aber noch etwas Zeit, um komplett in der höchsten deutschen Spielklasse durchzustarten. (6/10)

Angreifer:

#9 Maximilian Kammerer: Anders als in der Vorsaison fungiert der Rookie der Saison 2016/2017, als ihm 15 Treffer gelangen, in diesem Jahr eher als Vorbereiter, denn als Torjäger. Vier erzielten Toren stehen bislang zehn vorbereiteten Treffern gegenüber. Äußerst spielstark und mit sehr gutem Antritt versucht Kammerer häufig hinter die Defensivreihen der Gegner zu gelangen. Hat in dieser Saison oft Pech im Abschluss. Harmoniert prächtig mit Alexander Barta. Insgesamt eines der besten Talente der Liga. (8/10)

#11 Eduard Lewandowski: Der Routinier spult sein Pensum ohne große Abweichungen ab. Wirkt sehr fit. Fehlendes Tempo macht Lewandowski durch seine Erfahrung, seiner Reichweite und cleverem Bandenspiel wieder wett. Nach 26 Spielen traf er bereits vier Mal und bereitete sieben weitere Treffer vor. Führt die jungen Spieler wie Lukas Laub und Leon Niederberger an die DEL heran. Insgesamt eine bisher grundsolide Saison vom Deutsch-Russen. (7/10)

#15 Spencer Machacek: Der Neuzugang von den Eisbären Berlin überzeugt bislang im Trikot der Düsseldorfer EG. Hat nach 26 Spielen bereits 17 Punkte gesammelt (6 Tore, 11 Assist) und punktete seit der Unterbrechung Mitte November sechs mal, darunter die Vorlage zum Siegtreffer gestern Abend in Krefeld. Durchaus schnell auf den Kufen, setzt seinen wuchtigen Körper im Bandenspiel ein, hat ein gutes Offensivbewusstsein und scheut keinen Zweikampf. Kriegt auch in den Special Teams viel Eiszeit. Arbeitet viel fürs Team und ist ein Gewinn für die Mannschaft von Trainer Mike Pellegrims. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. (8/10)

#16 John Henrion: Vor der Saison als große Unbekannte aus der zweiten Schweizer Eishockeyliga verpflichtet entpuppt sich Henrion als wahrer Glücksgriff. Übernimmt die Rolle des Torjägers und füllt diese bisher sehr gut aus. 14 Tore nach 26 Spielen ist eine mehr als starke Torausbeute für den US-Amerikaner, der in der Torjägerliste der DEL hinter Berlins Backman und Krefelds Müller aktuell auf Rang drei liegt. Er sucht in der Regel immer direkt den Abschluss und attackiert seine Gegenspieler früh. Manchmal etwas (zu) eigensinnig, aber insgesamt ein absoluter Gewinn für die DEG. Seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2020 ist der verdiente Lohn einer bisher sehr starken ersten Saison. (9/10)

#17 Leon Niederberger: Das Eigengewächs und Bruder von Torhüter Mathias ist der Shootingstar der Düsseldorfer EG in dieser Saison. Belohnte seine couragierten Auftritte am vorletzten Wochenende mit seinen ersten beiden Saisontoren (traf jeweils einmal beim Heimspiel gegen Iserlohn uns auswärts in Ingolstadt). Läuferisch sehr stark, geht keinem Zweikampf aus dem Weg und ist derzeit in guter Verfassung. Könnte seinen Zug zum Tor noch weiter verbessern. Hat sich im Kader festgespielt. Auch ihm dürfte die Zukunft gehören. (8/10)

#19 Darryl Boyce: Eine Kufe eines Kölner Gegenspielers schlitzte dem Kapitän den Oberschenkel samt Muskel auf und dürfte daher lange ausfallen. Davor leicht formverbessert, nach dem sein Saisonstart in Düsseldorf sehr dürftig war. Schoss in Berlin den wichtigen Ausgleich zum 3-3. Zeigte bislang zu selten, dass er ein gutes Stickhandling hat. Stark in Unterzahl und auch läuferisch gut dabei. Interpretiert die Kapitänsrolle ruhiger und nicht so emotional, wie man es von Vorgänger und Vereinslegende Daniel Kreutzer gewohnt war. Sein Vertrag läuft noch bis 2019. (5/10)

#20 Manuel Strodel: Es ist bislang nicht die Saison des Dienstältesten DEG-Akteurs. Auch er fehlte zwischenzeitlich einige Wochen verletzt. Unnachahmlich sein Kämpferherz und seine Einsatz- sowie Laufbereitschaft. Blockt weiterhin viele Schüsse und gilt als Unterzahlspezialist. Spielerisch und punktetechnisch in dieser Saison bislang kaum ein Faktor. Noch ohne Saisontor und erst mit zwei Assist muss er im Offensivspiel zu legen. Seine Formkurve stagniert derzeit. Auch er hat einen Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison. (5/10)

#27 Jeremy Welsh: Der Neuzugang aus Bremerhaven kommt nach durchwachsenen Beginn in Düsseldorf immer besser in Form. Traf gestern zum zwischenzeitlichen 1-1. Sehr spielstarker Stürmer, der sein Spiel jedoch weiterhin mit Schnörkel verpackt. Traf am 16.Spieltag in Mannheim erstmals in dieser Saison und das dann gleich doppelt. Kommt insgesamt auf 5 Tore und 5 Vorlagen nach 26 Spielen. Hat noch durchaus Luft nach oben, ist derzeit aber in guter Verfassung. (6/10)

#29 Alexander Barta: Der ehemalige Nationalspieler erlebt in dieser Saison seine Renaissance. Geht sowohl spielerisch, als auch als Leader voran. Befindet sich bisher die ganze Saison in Top-Form und entschied gestern Abend mit seinem Treffer die Partie in Krefeld zugunsten der DEG. Seit der Länderspielpause hat Barta in jedem Spiel gepunktet, darunter mit Doppelpack gegen Iserlohn und Straubing und wichtigen Treffern im großen Derby gegen Köln am Sonntag und gestern beim Straßenbahnduell in Krefeld. Nach 26 Spielen hat er bereits 21 Scorerpunkte zu verbuchen (13 Tore, 8 Vorlagen). Das Spiel der DEG steht und fällt mit dem Assistenzkapitän. Bis hierhin der Spieler der Saison. (10/10)

#42 Alexej Dmitiriev: Seit seinem Dreierpack beim Auswärtssieg in Iserlohn am 1.Oktober kam vom soliden Angreifer nicht mehr viel. Erlebt erstmals in seiner Zeit in Düsseldorf eine Phase, in der er sich schwer tut, Punkte zu erzielen. Dem technisch-beschlagenen Deutsch-Russen fehlt es derzeit etwas an Abschluss- und Scheibenglück, harmoniert aber weiter gut mit seinen Mitspielern Barta und Kammerer. Seine anfänglich gute Formkurve zeigt momentan etwas noch unten. Da sein Vertrag am Saisonende ausläuft, muss er wieder zu legen. (6/10)

#57 Daniel Weiß: Nach 19 Spielen verletzungsbedingter Pause kam der Defensiv-ausgerichtete Stürmer letzte Woche beim Heimspiel gegen Straubing zurück. Solider 4.Reihe-Center, der gut nach hinten arbeitet und seine Rolle unaufgeregt und solide interpretiert. Läuferisch und in Unterzahl stark. Markierte gestern zwei Punkte in Krefeld und scheint nach langer Verletzung in guter Verfassung. Vertraglich ebenfalls bis 2019 gebunden. (6/10)

#91 Rob Bordson: Bislang erlebt der zweite Neuzugang aus Bremerhaven eine Seuchensaison im rot-gelben Dress. Fehlt aktuell aufgrund einer Verletzung seit Ende Oktober, als bei der Partie in Köln, bei der er sein Comeback gab, seine alte Verletzung wieder aufbrach. Kommt bisher auf sieben Einsätze. Aufgrund seiner Verletzungspause hatten die Fans der DEG bisher kaum Freude an ihm. Soll bald wieder zurückkehren. Muss dann einschlagen, wenn er einen neuen Vertrag erhalten möchte. (aufgrund von langer Verletzung: keine Bewertung)

#92 Marcel Brandt: Die Allzweckwaffe im Team der DEG. Aufgrund der Verletztenliste sowohl auf seiner bevorzugten Position in der Verteidigung, als auch auf seiner angestammten Position im Sturm eingesetzt worden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt Brandt immer besser in Form. Bringt viel Geschwindigkeit und Kampfgeist mit. Scheut keine Zweikämpfe und sucht mittlerweile vermehrt den Abschluss. Harmoniert prächtig mit Leon Niederberger. Der Allrounder, dessen Formkurve nach oben zeigt, ist vertraglich ebenfalls bis 2019 an die DEG gebunden.

#94 Lukas Laub: Der Jungspund und Neuzugang aus Frankfurt centert die Reihe um Welsh und Henrion. Nach 23 Einsätzen kommt er auf solide 7 Scorerpunkte (3 Tore, 4 Vorlagen) in seiner Debütsaison. Pfeilschnell und technisch stark. Jedoch, aufgrund fehlender Körpermasse nicht der beste Bandenzweikämpfer. Manchmal zu verspielt, sucht er häufiger den Mitspieler als den Abschluss. Wird sich dauerhaft in der DEL durchsetzen können. Sein Vertrag ist bis zum Ende der Saison 2018/2019 datiert. (7/10)

Special Teams: Nach holprigen Saisonbeginn gilt das Unterzahlspiel der Düsseldorfer EG mittlerweile zur Paradedisziplin. Mit einer Quote von 85,54% liegt die DEG auf dem vierten Rang der Unterzahlstatistik, nur drei Teams lassen noch weniger Tore in eigener Unterzahl zu. Eine große Baustelle ist weiterhin das Überzahlspiel. Zwar scheint das Überzahlspiel seit der Deutschland-Cup-Pause enorm verbessert, gestern fiel der Siegtreffer in numerischer Überzahl, trotzdem ist eine Quote von 13,58% nicht Play-Off würdig. Mike Pellegrims scheint sich dieser Baustelle jedoch angenommen zu haben, da die Power-Play-Quote vor der Länderspielunterbrechung bei unter 10% lag.

Durch ihren Lauf mischt die Düsseldorfer EG im Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze wieder munter mit. Die Moral scheint aktuell auch zu stimmen, so kam man am vergangenen Wochenende und gestern nach Rückständen immer zurück und rettete sich in allen Partien in die Verlängerung. Am Freitag geht es zum Lieblingsgegner nach Bremerhaven, wenn man bei den Fischtown Pinguins zu Gast ist und dort auf einen direkten Konkurrenten trifft. Am Sonntag kommt der Meister aus München nach Düsseldorf. Um den Kurs auf die Pre-Play-Offs zu halten, sollte die DEG ihre Punkteserie weiter ausbauen.

Die Düsseldorfer EG nach der Deutschland-Cup-Pause: Anschluss wieder hergestellt

Durch den gestrigen 3-2 Heimerfolg gegen das Tabellenschlusslicht aus Straubing tütete die DEG den dritten Sieg in Folge ein und holte dabei die Maximalausbeute von neun möglichen Punkten nach der Länderspielpause. Am Freitag gewann der achtmalige Deutsche Meister nach einem fulminanten Mitteldrittel zuhause gegen die Iserlohn Roosters hochverdient mit 6-1, Sonntag gab es beim ERC Ingolstadt einen 3-1 Auswärtssieg. Nach 23 Spielen liegt die Mannschaft von Mike Pellegrims mit 31 Punkten auf Platz Zehn. Insbesondere das Defensiv- und Umschaltspiel erscheint verbessert.

Erstmals in dieser Saison gelang der DEG drei Siege am Stück. Nach dem bisherigen durchwachsenen Saisonverlauf hätten nur die kühnsten Optimisten mit einem solchen Start aus dem ‚International-Break‘ gerechnet. Zu unkonstant präsentierte sich die Düsseldorfer EG bisher in der aktuellen Spielzeit. Das letzte Wochenende vor der Pause bedeutete für die DEG das erste Null-Punkte-Wochenende der Saison, zuhause verlor man gegen clever-aufspielende Gäste aus Schwenningen mit 1-3, zwei Tage später verlor man gegen einen abgezockt-agierenden Meister aus München deutlich mit 1-5, rutschte auf den vorletzten Tabellenplatz ab und ging mit der Hypothek eines 5-Punkte-Rückstandes auf die Pre-Play-Off-Plätze in die Länderspielpause. Durch ihre aktuelle (Mini-) Serie konnte die DEG jedoch den Punkterückstand wieder wettmachen, rangiert derzeit in der angestrebten Tabellenregion und hat den Anschluss auf die obere Tabellenregion wieder hergestellt.

Die 4632 Zuschauer sahen gestern eine Partie, die durchaus mit dem Attribut ‚Geduldspiel‘ zu versehen ist. Zwar kam die DEG im ersten Drittel zu einigen Einschussgelegenheiten, trotzdem dauerte es bis zur 32. Spielminute, bis Alexander Barta den starken Gäste-Goalie Drew MacIntyre mit einem satten Handgelenkschuss in den linken Winkel überwand und das erste Tor am Abend erzielte. Fünf Minuten später legte der weiterhin äußerst formstarke Barta von der Strafbank kommend nach und verlud Straubings Schlussmann mit einer starken Bewegung und erhöhte auf 2-0 (37.). Anfang des dritten Drittels stellte Jeremy Welsh für die DEG auf 3-0, nach dem er einen Schlagschuss des jungen und frech-aufspielenden Verteidigers Johannes Huss abfälschte (42.). Ein Fehlpass in der eigenen Zone in Überzahl von Stephan Daschner brachte das Schlusslicht aus Straubing wieder zurück in die Begegnung, Adam Mitchell netzte für die Gäste aus Straubing zum 1-3 ein (46.). Fortan waren die Gäste bemüht, das Spiel zu drehen und kamen in der 52. Spielminute durch Alexander Oblinger zum 2-3 Anschlusstreffer. Am Ende reichte der knappe Vorsprung zum dritten Sieg in Folge, auch wenn dieser letztendlich etwas glücklich war, weil die Düsseldorfer EG nach dem 3-0 Treffer einen bis zwei Gänge zurückschaltete und einen komfortablen Vorsprung beinahe aus der Hand gab.

In der Deutschland-Cup-Pause scheint die Mannschaft von Trainer Mike Pellegrims an einigen taktischen und spielerischen Stellschrauben gedreht zu haben. Seit der Rückkehr in den Ligabetrieb kassierte die DEG in drei Partien erst vier Gegentreffer; insgesamt scheint die defensive Abstimmung und das Zweikampfverhalten verbessert. Zudem werden mehr Schüsse geblockt und Goalie Dan Bakala erweist sich als guter Rückhalt, dem sowohl am Freitag gegen Iserlohn, als auch am Sonntag in Ingolstadt nur wenige Minuten zu seinem zweiten Shutout in der DEL fehlten. Bei beiden Partien kassierte die DEG den Gegentreffer erst in der bereits entschiedenen Schlussphase. Der im Oktober verpflichtete Kanadier dürfte aktuell knapp die Nase vorn haben im Kampf um den Platz zwischen den Pfosten und den wiedergenesenen Mathias Niederberger zunächst auf die Bank verdrängt haben. Auch das offensive Zweikampfverhalten wirkt verbessert. Im Bandenspiel und in der neutralen Zone erobert das Team nun häufiger die Scheiben und schaltet bei Puckgewinn überfallartig um, wie die Iserlohn Roosters vergangenen Freitag am eigenen Leib zu spüren bekam. Im bisher besten Drittel der Saison schenkte die DEG den Sauerländern im zweiten Spielabschnitt auf beinahe exakt die selbe Weise fünf Treffer ein und zog zwischenzeitlich auf 6-0 davon. Vorne uninspiriert und defensiv konteranfällig und zudem gegen aggressiv-agierende Gastgeber sehr zweikampfschwach, wurden die desolaten Gäste von der Düsseldorfer EG aus dem ISS Dome geschossen. Bei Scheibenverlust liefen die Iserlohner in unzählige Konter und waren mit den sechs Gegentoren noch gut bedient. Wie gestern traf Alexander Barta, der Freitag per Penalty in Unterzahl den Torreigen eröffnete, doppelt. Neben dem 1-0 Führungstreffer im ersten Drittel, traf der Top-Scorer der DEG auch zum 4-0. Das 2-0 erzielte John Henrion in Überzahl, zudem durften sich Lukas Laub, Marcel Brandt und Leon Niederberger, der in dieser Saison bislang sehr einsatzfreudig und couragiert auftritt und sich mit seinem ersten Saisontreffer belohnte, in die Torschützenliste eintragen. Bei den kriselnden Ingolstadt Panthern gab es Sonntag einen nie gefährdeten 3-1 Auswärtssieg. Maxi Kammerer brachte die Gäste aus Düsseldorf im ersten Drittel in Überzahl in Führung, als er aus dem Gewühl heraus ERC-Schlussmann Jochen Reimer überwand. Im zweiten Drittel stellte die DEG die Weichen endgültig auf Auswärtssieg, als John Henrion den zweiten Power Play Treffer des Tages erzielte und Leon Niederberger wie zwei Tage zuvor erneut traf und auf 3-0 erhöhte; Kapitän Darryl Boyce bereitete den Treffer des Düsseldorfer Eigengewächs nach Scheibeneroberung im eigenen Drittel mustergültig vor. Anschließend spielte die DEG den Sieg souverän nachhause, der 1-3 Ehrentreffer von Thomas Greilinger war aus Sicht der Ingolstädter lediglich Ergebniskosmetik und aus Düsseldorfer Sicht neben der Verletzung von Verteidiger Marco Nowak eine ärgerliche Randnotiz.

Momentan scheint die Verletztenmisere kein Faktor für die DEG zu sein, obwohl der Traditionsverein mit Tim Conboy, Alexandre Picard, Rob Bordson, Manuel Strodel und nun auch Marco Nowak auf fünf Spieler mittel- und langfristig verzichten muss und dabei außerdem zwischenzeitlich noch mit Henry Haase, der gestern wieder verletzt raus musste, Bernhard Ebner, der am vergangenen Wochenende kurzfristig angeschlagen ausfiel, und Daniel Weiß, der nach seinem Haarriss im Fuß gestern Abend nach 19 Spielen sein Comeback gab, phasenweise acht verletzte Spieler hatte. Für eine Mannschaft, die sich in einem personellen Umbruch mit einem neuen Trainer und insgesamt elf neuen Spielern befindet eine nicht zu unterschätzende Problematik.

Morgen Abend gastiert die Düsseldorfer EG bei den wiedererstarkten Eisbären Berlin, Sonntag kommt es im heimischen ISS Dome zum rheinischen Derby gegen die kriselnden Kölner Haie, die gestern trotz 3-0 Führung am Seilersee mit 4-5 nach Penaltyschießen bei den Iserlohn Roosters verloren haben, ehe es am kommenden Dienstag nach Krefeld zum zweiten Straßenbahnderby der Saison geht. Will die DEG weiterhin den Anschluss nach oben halten, sollte die DEG ihren Lauf fortsetzen und weiter Punkte sammeln.

Düsseldorfer EG: Konstant Inkonstant

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge, vergangenen Mittwoch gab es bei den Adler Mannheim eine 4-5 Niederlage, Freitag verlor man bei den Grizzlys Wolfsburg mit 0-3, siegte die DEG gestern zuhause gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven mit 4-0. Begleitet wurden die Gäste von knapp 2000 Fans. Bereits vor drei Wochen trafen beide Mannschaften im Düsseldorfer ISS Dome aufeinander, auch diese Begegnung gewann die DEG mit 3-2, die weiterhin ohne Punktverlust gegen das jüngste Mitglied der DEL bleibt und mit Bremerhaven einen neuen Lieblingsgegner gefunden zu haben scheint.

Durch den Sieg verhinderte die Mannschaft von Mike Pellegrims das erste Null-Punkte-Wochenende der Saison und steht aktuell nach 18 Spielen mit 22 Punkten auf dem 12.Tabellenplatz. Nach einem abwechslungsreichen Monat ist die Düsseldorfer EG aber weiterhin auf der Suche nach Konstanz.

Die 8069 Zuschauer, die gestern Abend Zeugen der Partie zwischen der Düsseldorfer EG und den Fischtown Pinguins waren, sahen einen verdienten 4-0 Sieg der Gastgeber, die innerhalb von sieben Tagen zweimal ohne Gegentreffer blieben. Eine gute Reaktion auf die zwei Niederlagen zuvor. Mathias Niederberger blieb nach guter Leistung erstmals in dieser Saison ohne Gegentor, die Tore für den achtmaligen deutschen Meister erzielten Jeremy Welsh (31.) in Überzahl, Spencer Machacek (36.), Alexander Barta (53.) und Eddi Lewandowski per Empty Net (56.). Die Gäste aus dem Norden fanden gegen eine defensiv gut ausgerichtete Düsseldorfer Mannschaft kaum Mittel, gefährlich vor das Gehäuse der DEG zu kommen. Durch den Sieg hat die Düsseldorfer EG im Rennen um die Pre-Play-off-Plätze weiterhin den Fuss in der Tür. Jedoch offenbarte der Oktober, dass die DEG noch einige Baustellen zu bewältigen hat.

So weist die DEG nach 18 absolvierten Partien das zweitschlechteste Powerplay der Liga auf. Aus 61 Überzahlsituationen entstanden erst magere sechs Treffer; dies bedeutet eine Quote von 9,84%. Bisher gelang es der Düsseldorfer EG zu selten, das Tempo, was das Team aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bei Fünf gegen Fünf an den Tag legt, auch im Powerplay zu zeigen. Zu einfallslos und statisch wirkt das Überzahlspiel; Spielertypen wie Rob Collins oder Norm Milley, die durch gute Hände und starke Pässe für Überraschungsmomente sowohl in numerischer Überzahl, als auch bei 5-5 sorgen können, scheinen derzeit zu fehlen. Insgesamt ist die Chancenverwertung bisher ein großes Problem der DEG. 48 Treffer gelangen der DEG in 18 Spielen bislang, jedoch blieb die Düsseldorfer EG im Oktober, in dem die DEG von elf Partien sieben verlor und dreizehn Punkte holte, in drei Partien ohne eigenen Treffer. Beim Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt(0-2), als auch bei den Gastauftritten bei den Augsburg Panther(0-2) und den Grizzlys Wolfsburg(0-3) konnte sich kein Spieler der DEG auf dem Scoreboard eintragen. Gelegenheiten dazu waren aber durchaus vorhanden, jedoch scheiterte man in diesen Partien an den starken Torhütern Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt), Jonathan Boutin (AEV) und Jerry Kuhn (Grizzlys Wolfsburg), am Torgestänge oder auch am eigenen Unvermögen. Was die Düsseldorfer EG an Geschwindigkeit und Forecheck durch die Transferaktivitäten in der langen Sommerpause dazugewonnen hat, verliert sie derzeit scheinbar an Kreativität und Kaltschnäuzigkeit.

Die Heimsiege gegen den deutschen Meister aus München und die hochgehandelten Teams aus Mannheim und Nürnberg zeigten aber, dass das neue System von Mike Pellegrims durchaus greifen kann. Wie auch gestern gelang es der DEG in diesen Begegnungen, ihr Spiel konstant 60 Minuten durchzuziehen. Dies gelang der DEG in der laufenden Spielzeit jedoch nur selten. Nach dem verdienten Heimsieg gegen die Thomas Sabo Ice Tigers vergangenen Sonntag, der eine gute Reaktion auf die 0-2 Auswärtsniederlage in Augsburg zuvor war, gab es drei Tage später bei den arg dezimierten Adler Mannheim eine 5-4 Niederlage. Nach 25 Minuten lag der Tabellenzwölfte bereits mit 0-5 hinten. Desolat war die Leistung der DEG bis dorthin. Anschließend bewies die DEG jedoch Moral und kämpfte sich bis auf den vierten Treffer heran, nutzte aber im Schlussspurt einige Chancen nicht. In dieser Partie, bei der Neuzugang Jeremy Welsh seine ersten beiden Saisontreffer erzielte, war der Ausgleich am Ende noch durchaus möglich gewesen. Insbesondere das erste Drittel in Mannheim zeigte deutlich, dass die DEG Probleme bekommt, wenn sie in Rückstand gerät und ihre aggressiv-offensive Spielweise nicht durchsetzen kann. Zudem wirkte sie in der ersten Hälfte der Partie hinten sehr anfällig und unkonzentriert. Diese Inkonstanz zieht sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison. Außerdem präsentiert sich die DEG bisher sehr auswärtsschwach. Aus zehn Partien auf fremden Eis gab es erst zwei Siege (Straubing und Iserlohn), zweimal zumindest einen Zusatzpunkt (die erste Partie in Wolfsburg und in Köln). Sechs Mal ging die DEG in der Fremde komplett leer aus.

Exemplarisch für den bisherigen Saisonverlauf stehen die beiden Partien des Wochenendes. In Wolfsburg verlor man torlos mit 0-3, obwohl die Düsseldorfer zu Beginn gut ins Spiel und zu einigen Chancen kamen und auch 4 Minuten am Stück in Überzahl agieren durften. Anstatt in Führung zu gehen, traf Christoph Höhenleitner in Unterzahl für die Gastgeber und ebnete durch seinen Führungstreffer den Sieg der Grizzlys. Noch im ersten Drittel erhöhten die Wolfsburger auf 2-0 durch Jeff Likens mitten in eine Drangphase der DEG hinein. Lewandowski scheiterte an der Latte, Henrion am starken Grizzly-Goalie Jerry Kuhn. Anfang des zweiten Drittels stellte Stephen Dixon den 3-0 Endstand her, zu gezwungen und einfallslos wirkten die Offensivbemühungen anschließend seitens der DEG. Beim gestrigen 4-0 Heimerfolg gegen die Fischtown Pinguins zeigte das Team aus Düsseldorf eine gute Leistung und gewann verdient. In einem umkämpften ersten Drittel neutralisierten sich beide Seiten gegenseitig. Zu Beginn des zweiten Drittels erhöhte die DEG das Tempo und hätte bereits früh in Führung gehen müssen. Bei mehreren Konter- und Einschussgelegenheiten suchte man eher den Mitspieler als den Abschluss, zielte neben oder über das Tor, oder die Gastgeber scheiterten an Bremerhaven-Torwart Hübl. Anders als am Freitag (und auch in anderen Partien), als die DEG nach dem 0-3 Rückstand mit dem vielzitierten ‚Kopf durch die Wand‘ wollte, bewies die Düsseldorfer EG dieses Mal Geduld und belohnte sich mit dem 1-0 durch den dritten Saisontreffer von Jeremy Welsh in Überzahl. Anschließend hatte die DEG die Begegnung durchweg im Griff, agierte selbstbewusst und schnörkelloser und holte sich zurecht die drei Punkte an den Rhein. Die Defensive und das Unterzahlspiel überzeugten, zudem zeigte Mathias Niederberger bei seinem Starter-Comeback eine souveräne Leistung und spielte das erste Mal in dieser Spielzeit zu null.

Was dieser Sieg bedeutet, und ob die DEG endlich ihre Konstanz gefunden hat, kann sie am kommenden Wochenende unter Beweis stellen. Bevor es in die Deutschland-Cup-Pause geht, kommt am Freitag das bisherige Überraschungsteam der Saison aus Schwenningen in den heimischen ISS DOME. Kommenden Sonntag geht es zum Titelträger nach München.

Will die Düsseldorfer EG das ausgegebene Saisonziel, das Erreichen der Pre-Playoff-Plätze, realisieren, muss sie leistungsbeständiger werden und anfangen, konstant zu punkten. Das Potenzial dazu ist zweifellos vorhanden.

Die Düsseldorfer EG nach 13 Spielen: Ein erstes Zwischenfazit

Das erste Saisonviertel der DEL-Spielzeit 2017/2018 ist gespielt. Das neuformierte Team der Düsseldorfer EG um Neu-Trainer Mike Pellegrims, der das Amt von Vereinslegende Christof Kreutzer im Frühjahr übernahm, rangiert nach 13 Spielen mit 16 Punkten auf Tabellenplatz Acht. Am Wochenende gab es zwei Niederlagen, Freitag verlor man das rheinische Derby in Köln denkbar knapp mit 2-3 nach Verlängerung, gestern gab es in einer umkämpften Partie eine 0-2 Heimniederlage gegen den ERC Ingolstadt. NRW Hockey hat sich die Leistungen des Teams genauer angeschaut und stellt nach dem ersten Saisonviertel das erste Zwischenzeugnis aus. (bewertet auf einer Skala von 1-10)

Die Torhüter:

Dan Bakala (#34): Der 29-jährige Kanadier wurde erst vergangene Woche nachverpflichtet und soll den Konkurrenzkampf im Tor anheizen und den aktuell verletzten Mathias Niederberger ersetzen. Der Gewinner der Champions Hockey League, die er mit dem schwedischen Vertreter Frölunda HC gewann, debütierte vergangenen Sonntag beim Last-Minute-Sieg gegen Bremerhaven. Sah bei beiden Gegentreffern der Fischtowns nicht gut aus, ansonsten zeigte er trotz Jetlag eine solide Leistung. Beim Derby am Freitag in Köln und gestern beim Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt mit starker Leistung. Sehr gute Beinarbeit und eine schnelle Fanghand. Dürfte einige Einsätze bekommen in dieser Saison und Druck auf Niederberger und Herden ausüben. (7/10)

Timo Herden (#39): Herden wurde für den nach Bad Nauheim gewechselten Felix Bick aus Rosenheim verpflichtet. Gilt als Verpflichtung von Christof Kreutzer. Der 22-jährige machte sein erstes DEL-Spiel beim Straßenbahnderby in Krefeld, was die DEG nach 2-0 Führung mit 2-4 aus der Hand gab. Herden war dort schuldlos an den Gegentoren und der Niederlage. Weiter kam er beim Heimspiel gegen die Eisbären Berlin (2-4) und im darauffolgenden Auswärtsspiel in Schwenningen (1-5) zum Einsatz. Patzte beim 0-1 Gegentreffer gegen Berlin und erlebte einen unglücklichen Abend in Schwenningen, als er beim zwischenzeitlichen Ausgleich und beim 1-5 Schlusspunkt schlecht aussah. Durch die Bakala-Verpflichtung und einer baldigen Rückkehr von Mathias Niederberger dürfte es für das junge Talent im weiteren Verlauf der Saison schwer werden. (2/10)

Mathias Niederberger (#35): Aufgrund der Absage der NHL, für die Olympischen Spiele in Pyeongchang (Südkorea) im kommenden Februar Spieler abzustellen, besteht für den Düsseldorfer die realistische Chance, einen Platz im Kader von Bundestrainer Marco Sturm zu ergattern. Momentan ist er jedoch noch nicht in Olympia-Form und von seiner Form von vor zwei Jahren entfernt, als er Torhüter des Jahres wurde. Ließ in Straubing einen Schuss durch die Fanghand rutschen und bekam einige ‚Soft Goals‘. Hielt bislang kaum „Unhaltbare“. Sehr gute Beinarbeit, fiel jedoch zuletzt mit einer Unterkörperverletzung aus. Dürfte vom neu-entfachten Konkurrenzkampf profitieren, da er mit seinen 24 Jahren noch mitten in seiner Entwicklung steckt. Muss sich steigern. (4/10)

Die Verteidiger:

Stephan Daschner (#3): Auch er dürfte nach Südkorea schielen. Letzte Saison mit Verletzungspech, konnte Daschner in dieser bisher jede Partie mitmachen. Der schnelle Verteidiger zeigt sich bisher sehr offensivfreudig und agil. Traf bereits zwei Mal in dieser Saison. Tendenziell zeigt seine Formkurve nach oben, trotzdem ist sein Defensivspiel noch fehlerbehaftet. Könnte noch häufiger den Abschluss suchen. (6/10)

Tim Conboy (#4): Düsseldorfs Tough Guy fällt seit drei Wochen aufgrund einer Knieverletzung aus und verpasste bisher sechs Spiele. Spielte bis dato an der Seite von Bernhard Ebner den defensiven Part. Wirkte bis zur Verletzung phasenweise zu statisch. Der 35-jährige bringt seine Qualitäten weiterhin in hitzigen Begegnung mit ein, kriegt aber bei schnellen Gegenspielern Probleme. Conboy fällt erstmal für unbestimmte Zeit aus, zudem läuft sein Vertrag am Saisonende aus. Es könnte schwer werden für den Teamplayer. (3/10)

Brandon Burlon (#7): Der Neuzugang von den Tucson Roadrunners aus der American Hockey League begann stark in Düsseldorf. Zeigte sich in der Vorbereitung und zu Beginn des Ligabetriebs sehr offensiv stark; traf in den ersten drei Spielen der Saison zwei Mal. Einer der besten Skater im Team mit einem starken Spielaufbau. Derzeit jedoch in einem Formtief. Leistete sich zuletzt einige Puckverluste im eigenen Drittel und agierte zu verspielt. Überwindet der Kanadier seinen Durchhänger, hat die DEG einen richtig starken Verteidiger in den eigenen Reihen. (6/10)

Marco Nowak (#8): Nowak wirkt topfit und läuferisch verbessert. Der 27-jährige schaltet sich oft ins Angriffsspiel der DEG mit ein, fehlt dadurch aber hinten bei schnellen Gegenangriffen. Sein Spiel wirkt insgesamt konstanter und gradliniger, zudem ist sein Bandenspiel verbessert. Muss noch die Balance zwischen Offensive und Defensive finden, ansonsten verbessert im Vergleich zur Vorsaison. (7/10)

Henry Haase (#40): Der Berliner hat die Sommerpause gut genutzt und wirkt körperlich fitter. Zudem wirkt er agiler und auch läuferisch stärker als im Vorjahr. Auch sein Stellungsspiel ist besser. Bis zur Verletzung von Tim Conboy war er Verteidiger Nummer sieben, scheint sich aber jetzt an der Seite von Marco Nowak festspielen zu wollen. Mit seiner Körpergröße von stattlichen 1,91m und 98 kg Körpergewicht könnte er auch die Rolle des Abräumers einnehmen, jedoch kommt Haase bisher kaum über das Körperspiel.

(6/10)

Alexandre Picard (#45): Der NHL-erfahrene Neuzugang aus Kanada hat ein solides erstes Saisonviertel absolviert. Gut im Spielaufbau leitet Picard häufig Angriffe ein. Im Defensivspiel sehr gradlinig und stark im Stellungsspiel. Übernimmt bisher eine Führungsrolle im Team. Seine Form war zu Saisonbeginn aber besser, als zuletzt, wo ihm einige Fehlpässe passierten. Bisher ist der große Verteidiger eine gute Verpflichtung. (7/10)

Bernhard Ebner (#67): Der in Düsseldorf besungene ‚Alte Rowdy‘ ist in Olympiaform. Nach 13 Spielen erzielte Ebner bereits zwei Tore und bereitete sieben weitere Treffer vor. Körperlich fit, spult der Offensivverteidiger ein ordentliches Pensum ab. Sein Skating ist besser geworden, ebenso sein Defensivverhalten. Bringt bisher solide seine Leistung und ist einer der besten Spieler im Team. Hält er diese Form, darf sich Ebner berechtigte Hoffnungen auf die olympischen Spiele machen.

(10/10)

Der Angriff:

Maximilian Kammerer (#9): Ähnlich auffällig wie im Vorjahr. Der gekrönte Rookie der Vorsaison kommt nach 13 Spielen auf solide acht Punkte (3 Tore, 5 Vorlagen). Bisweilen noch etwas unglücklich im Abschluss, spielt der junge Düsseldorfer forsch nach und besticht durch enorme Schnelligkeit. Auch im Umgang mit der Scheibe verbessert. Braucht aber noch, wie das Team insgesamt, zu viele Chancen um zu Toren zu kommen. Initiert in seiner Reihe viele Gelegenheiten, die prächtig miteinander harmoniert. Dem 21-jährigen gehört die Zukunft. (8/10)

Eduard Lewandowski (#11): Trotz seiner 37 Jahre ist der Routinier unfassbar fit. Ohne jegliche Schnörkel zieht der Deutsch-Russe sein Spiel konstant durch. Stark an der Scheibe und an der Bande. Zudem gute Reichweite mit seinem Schläger und auch läuferisch verbessert. Am Freitag in Köln mit dem wichtigen 2-2 Ausgleichstreffer. (8/10)

Spencer Machacek (#15): Dürfte nach seinem Faustkampf am vergangenen Sonntag gegen Bremerhavens Newbury einige Fans dazugewonnen haben. Die Neuverpflichtung aus Berlin hat einen starken Beginn in Düsseldorf hingelegt. Neben einer guten Vorbereitung sammelte Machacek nach dem ersten Saisonviertel mit vier Toren und fünf Assist bereits neun Punkte. Bevorzugt das körperliche Spiel, hat aber auch einen guten Zug zum Tor und ein gutes Auge für den Mitspieler. Zuletzt nicht ganz in der Form der ersten vier DEL-Wochen. (7/10)

John Henrion (#16): Sechs seiner sieben bisherigen Saisontreffer (dazu drei Torvorlagen)erzielte der 26-jährige US-Amerikaner im heimischen ISS Dome. Scheint in Düsseldorf bisher gut zurecht zu kommen. Giftige Spielweise, checkt früh vor, scheut keinen Zweikampf. Sucht häufig direkt, dabei oft fast schon überstürzt den Abschluss. Hat das Zeug zu einem guten DEL-Stürmer, sollte aber konstanter werden; häufig läuft das Spiel etwas an ihm vorbei. Insgesamt aber bisher eine gute Verpflichtung aus der Schweiz. (7/10)

Leon Niederberger (#17): Trainer Mike Pellegrims setzt das Eigengewächs seit der Verletzung von Neuzugang Rob Bordson in der vierten Reihe mit Marcel Brandt und Manuel Strodel ein. Der pfeilschnelle Flügelstürmer hat zwar bisher noch keinen Punkt in dieser Saison erzielt, trotzdem spielt der gebürtige Düsseldorf bisher rotzfrech und forsch mit. Scheut keinen Bandenzweikampf, ist sehr beweglich und arbeitet gut mit nach hinten. Traut sich auch spielerisch von Spiel zu Spiel immer mehr zu. Dürfte noch einige Spiele diese Saison machen. (6/10)

Darryl Boyce (#19): Es gibt bei der Düsseldorfer EG mit Sicherheit einfachere Aufgaben, als die Nachfolge vom langjährigen und zurückgetretenen Kapitän Daniel Kreutzer anzutreten. Der Neuzugang aus Ingolstadt spielte eine solide Vorbereitung und zwei starke erste DEL-Wochenenden. Danach fiel der neue Kapitän der DEG aber in ein Formtief, aus dem er sich bislang noch nicht befreien konnte. Zeigt zu selten, das er stocktechnisch äußerst beschlagen ist und gute Pässe spielen kann. Spielt zu umständlich und kompliziert, und bringt sein Körperspiel zu selten durch. In Unterzahl solide, harmoniert mit Machacek, dessen Form aber besser ist. Viele Puckverluste in der Offensiv- und neutralen Zone zuletzt. Muss in sein Spiel mehr Intensität bringen. (4/10)

Manuel Strodel (#20): Gestern hatte der mittlerweile dienstälteste DEG-Spieler die Riesengelegenheit zum möglichen 1-0, als er alleine auf Ingolstadt-Goalie Timo Pielmeier zulief, jedoch am starken Torhüter scheiterte. Nutzt er die Chance in der Schlussphase der Partie erzielt er nicht nur sein erstes Saisontor, sondern lenkt sein Team damit auch auf die Gewinnerstraße. Ansonsten besticht der Arbeiter durch enormen Kampfgeist, Laufbereitschaft und Einsatz. Blockt sehr viele Schüsse mit sämtlichen Körperteilen. Spielt insgesamt sehr mannschaftsdienlich. Benötigt bislang zu viele Chancen, seine Formkurve zeigt aber nach oben. (6/10)

Jeremy Welsh (#27): Sein erstes Saisonviertel steht symptomatisch für das der Düsseldorfer EG: Es hätten durchaus mehr Punkte sein können, gar müssen. Der Neuzugang aus Bremerhaven spielte eine sehr gute Vorbereitung kommt, aber nach bisher dreizehn DEL-Spielen auf (nur) 5 Punkte. Stocktechnisch mit Sicherheit einer der stärksten Spieler im Team, agiert Welsh oftmals zu kompliziert und mit zu viel Schnörkel. Deutete seine Fähigkeiten bisher nur an, zeigte aber, dass die Chemie zwischen ihm und Strumpartner Rob Bordson, ebenfalls aus Bremerhaven verpflichtet, stimmt. Sucht eher den Mitspieler als den Abschluss. Noch weit entfernt von der Form der Vorsaison. Bei ihm sollte der Knoten allmählich platzen. (4/10)

Alexander Barta (#29): Nicht viele DEG-Fans hätten vor Saisonbeginn auch nur einen Kasten Bier auf ihn gewettet. Nach einem mehr als durchwachsenem Vorjahr, zeigt der 34-jährige derzeit sein bestes Eishockey. Nach dreizehn Spielen mit starken 11 Scorerpunkten. Sowohl spielerisch als auch läuferisch enorm verbessert. Bildet mit Kammerer und Dmitriev bisher die Paradereihe der DEG. Offensiv stets gefährlich, arbeitet auch gut nach hinten mit. Schlitzohrig sein 1-2 Anschlusstreffer am Freitag in Köln. Geht als Führungsspieler voran. Der beste Spieler des ersten Saisonviertels. (10/10)

Alexej Dmitriev (#42): Spielt bereits sein viertes Jahr am Rhein. Sehr zuverlässiger Scorer, der stark an der Scheibe ist. Fünf Tore und vier Vorlagen auf der Habenseite sind eine sehr solide Ausbeute nach dreizehn Spielen. Schwer von der Scheibe zu trennen, und technisch versiert. Seine Punkteausbeute könnte höher sein, wenn er noch gradliniger spielt. Starker Auftritt in Iserlohn, als er dreimal traf. Zuletzt nicht mehr ganz so torgefährlich. Scheint sich von Saison zu Saison zu steigern. (9/10)

Daniel Weiß (#57): Fehlt zurzeit mit einem Haarriss im Fuß. Spielte bis zu seiner Verletzung als Center der vierten Reihe grundsolide seine Rolle im Team. Traf gleich am ersten Spieltag. Der eher defensiv ausgerichtete Stürmer ist stark in Unterzahl, läuft sehr viel, und arbeitet viel an den Banden. Könnte Scoringtechnisch noch zulegen. Insgesamt ein solider Teamplayer, wird aber noch einige Wochen fehlen. (5/10)

Rob Bordson (#91): Anstelle des Ungar Janos Hari verpflichtete und lizensierte die DEG mit Bordson einen der besten Spieler der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven der vergangenen Saison. Starke 38 Punkte erreichte Bordson letztes Jahr. Davon ist der wieder angeschlagene Angreifer momentan noch weit entfernt. Kommt offensiv fast kaum zur Geltung, spielte zwar das Derby am Freitag, fehlte aber gestern gegen Ingolstadt und davor knapp drei Wochen verletzungsbedingt. Davor, wie einige seiner Kollegen, insbesondere Sturmpartner Welsh, zu verspielt. Erst nach der Saisonvorbereitung verpflichtet, muss Bordson sich noch in Düsseldorf einfinden. (4/10)

Marcel Brandt (#92): Er favorisiert die Verteidigerposition, wird aber seit Saisonbeginn wieder auf seiner angestammten Position im Angriff eingesetzt. Gerade am Anfang der Saison wirkte er diesbezüglich unzufrieden und unkonzentriert; spielte aber ein gutes Wochenende. Sehr schnell auf den Beinen und ausgestattet mit einem guten Schuss, zeigte sich der 25-jährige nach durchwachsenem Saisonbeginn zuletzt etwas formverbessert. Sitzt Bankstrafen als überzähliger Spieler ab. Bisher noch ohne Saisontor. Will er nach Südkorea, muss er sich steigern. (4/10)

Lukas Laub (#94): Vom DEL2-Meister aus Frankfurt verpflichtet, rutschte das junge Talent durch die Verletzung von Daniel Weiß im Team. Überzeugt durch seine Schnelligkeit und einer guten Stocktechnik. Sehr einsatzfreudig. Aktuell centert er die Reihe um Welsh und Henrion und ist an vielen Angriffen beteiligt. Erzielte vor drei Wochen in Iserlohn seinen ersten DEL-Treffer. Zeigt großes Potenzial und dürfte sich in der Mannschaft erstmal festgespielt haben. Bereits jetzt dürfte die sportliche Leitung beim 23-jährigen an eine vorzeitige Vertragsverlängerung denken. Könnte noch für Furore sorgen. (8/10)

Die DEG in herbstlicher Verfassung

Nachdem das Team von Trainer Mike Pellegrims vergangenes Wochendende das erste 6-Punkte-Wochenende der Saison feiern konnte, ergatterte die Düsseldorfer EG nach dem gestrigen Heimspiel nach einem Kraftakt drei Punkte gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Der 3-2 Siegtreffer durch Doppeltorschütze Alexander Barta fiel 23 Sekunden vor Ende des Spiels, bei der auch der frischverpflichtete Goalie Dan Bakala mit von der Partie war. Am Freitag unterlag man bei den Schwenninger Wild Wings deutlich mit 1-5, am Tag der Deutschen Einheit zuvor zuhause gegen die Eisbären Berlin mit 2-4.

So unbeständig das Wetter dieser Tage im herbstlichen Rheinland ist, so unbeständig präsentiert sich die DEG nach den bisherigen elf Partien dieser DEL-Saison. Am vergangenen Wochenende konnten die Düsseldorfer die maximale Punkteausbeute aus den beiden Partien gegen den Deutschen Meister EHC Red Bull München und den Iserlohn Roosters holen. Im heimischen ISS DOME bezwang man die Gäste aus München nach einer mitreißenden Begegnung verdient mit 6-4. Bereits nach dem ersten Drittel führte die DEG mit 3-0 und dominierte den Titelträger phasenweise. Eduard Lewandowskis Tor zum 6-4 ins verwaiste München-Gehäuse entschied die Partie endgültig, bei der die Gäste erst nach dem zwischenzeitlichen 1-5 Rückstand in der Parie angekommen waren. Vergangenen Sonntag siegte man nach einem souveränen Auftritt bei den Iserlohn Roosters mit 5-1. Auch am Seilersee legte die DEG los wie die Feuerwehr und führte, auch in der Höhe verdient mit 3-0 nach dem ersten Drittel. Alexej Dmitirev gelang ein Hattrick, Lukas Laub konnte nach mustergültiger Vorlage von Maxi Kammerer seinen ersten DEL-Treffer erzielen. Insgesamt zeigte die DEG in den Partien eine gute Reaktion auf das unnötig verlorene Straßenbahn-Derby bei den Krefeld Pinguinen vor 15 Tagen, als die Düsseldorfer EG eine 2-0 Führung aus der Hand gab und das Spiel mit 4-2 verlor.

Martin Schymainski hatte mit einem Hattrick erheblichen Anteil an der Wende, die bis weit ins zweite Drittel hinein kaum jemand erwarten konnte. Die Düsseldorfer EG erspielte sich Chance um Chance, insbesondere im ersten Drittel hätte es durchaus 4-0 stehen können. Die schlechte Chancenauswertung rächte sich, als Martin Schymainski mit dem ersten seiner drei Treffer den 1-2 Anschlusstreffer für den KEV erzielte und das Spiel zu Gunsten der Seidenstädter kippte. Dabei fiel auf, dass das Team von Mike Pellegrims nach dem Gegentreffer kaum noch Zugriff auf das Spiel und den gallig-agierenden Gegner bekam. Timo Herden, der in Krefeld sein DEL-Debüt gab, machte ein unaufgeregtes und fehlerfreies Spiel für die DEG und war bei allen Gegentreffern machtlos. Einen ähnlichen Spielverlauf gab es am vergangenen Freitag auch beim Auswärtsspiel in Schwenningen. Stephan Daschner brachte eine offensiv-ausgerichtete DEG im ersten Drittel per Handgelenkschuss mit 1-0 Führung(5.). Anschließend ergaben sich mehrfach Einschussmöglichkeiten für die Gäste, jedoch scheiterten die Düsseldorfer am starken Wild Wings-Goalie Strahlmeier oder am Torgestänge. Auf der anderen Seite nutzten die kampfstarken Schwenninger ihre wenigen Torchancen gnadenlos. Mirko Sacher glich durch einen Schuss auf die kurze Ecke aus(24.). Timo Herden, der wie schon drei Tage zuvor bei der 2-4 Heimniederlage gegen die Eisbären Berlin den angeschlagenen Mathias Niederberger zwischen den Pfosten ersetzte, erwischte einen unglücklichen Arbeitstag. Ähnlich wie drei Tage zuvor bei der Begegnung der DEG gegen die Eisbären Berlin als Timo Herden das 0-1 der Berliner über die kurze Ecke kassierte, fiel auch der Ausgleich der Wild Wings über die kurze Ecke. Wie in Krefeld verlor die Düsseldorfer EG anschließend vollkommen den Faden und hatte sowohl spielerisch als auch kämpferisch den effizienten Schwenningern nichts mehr entgegenzusetzen. Der Treffer zum 5-1 durch Mirco Höfflin vier Minuten vor dem Ende fällt unter die Rubrik „Slapstick-Einlage“; Timo Herden schoss den anstürmenden Mirco Höfflin an, der die Scheibe unbeabsichtigt ins Tor lenkte und einen gebrauchten Abend für die DEG perfekt machte. Trotz 33 Torschüssen verlor man deutlich gegen eine Mannschaft, die zielstrebiger, schnörkelloser und konsequenter zu Werke ging.

Am Samstagvormittag bestätigte die Düsseldorfer EG die Verpflichtung des kanadischen Torhüters Dan Bakala, 29 Jahre alt und vergangene Saison mit dem schwedischen Team Frölunda HC Sieger der Champions Hockey League und reagierte damit auf die (Unterkörper-)Verletzung von Mathias Niederberger. Bakala, erst Samstag von seinem Heimatort Calgary nach Düsseldorf gereist, spielte bereits gestern beim Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins von Beginn an. In einem ausgeglichenen ersten Drittel lieferten DEG-Spieler Spencer Machacek und Kris Newbury von den Gästen aus Bremerhaven das erste Highlight der Begegnung, als sie sich in der fünften Spielminute einen zünftigen Boxkampf lieferten, den Machacek klar mit Punkten für sich entscheiden konnte. Den ersten Treffer des Spiels konnten die Gäste erzielen; Brock Hooten überwand Neuzugang Bakala fast von der roten Linie über die kurze Ecke zur 1-0 Führung für Bremerhaven. Der ansonsten sichere und solide Bakala sah bei dem Gegentreffer unglücklich aus. Den Gästen gelang es, das kombinationsstarke Angriffsspiel der DEG zu unterbinden, und ließ die Gastgeber nur selten zur Entfaltung kommen. Im zweiten Drittel versuchte die Düsseldorfer EG die Pinguins schon tief im eigenen Drittel zu attackieren, trotzdem blieben selbst beste Chancen ungenutzt; Maxi Kammerer haute noch starker Vorbereitung von Alexej Dmitirev freistehend über die Scheibe. Beinahe im Gegenzug erhöhte Jordan George nach feinem Solo auf 2-0(28.). Ungenauigkeiten im Aufbauspiel und eine schwache Chancenwertung sorgten dafür, dass auch nach dem zweiten Drittel kein Treffer auf der Habenseite der Düsseldorfer war. Beide Überzahlsituationen, die die DEG gestern hatte, ließ das Team von Trainer Mike Pellegrims ungenutzt. Nach elf Spielen hat die Düsseldorfer EG erst vier Power Play Tore in 35 Situationen erzielt, was den drittschlechtesten Ligawert bedeutet. Im letzten Drittel legte die DEG ein Tempo vor, was man bislang eher aus den ersten Dritteln der bisherigen Partien kannte. Aggresiv im Forecheck, starkes Spiel an und mit der Bande und einem zielstrebigeren Zug zum Tor. Bis in die Schlussphase der Begegnung scheiterten die Düsseldorfer reihenweise am starken Gäste-Torhüter Tomas Pöpperle, der insgesamt 38 Schüsse parieren konnte. Erst acht Minuten vor Schluss erlöste John Henrion die knapp 5700 Zuschauer im ISS DOME mit seinem siebten Saisontor und leitete mit seinem Anschlusstor eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd ein. 48 Sekunden nach dem 1-2 konnte Alexander Barta nach starkem Querpass von Spencer Machacek den 2-2 Ausgleichstreffer markieren(53.). Der Druck der Gastgeber nahm immer weiter zu, der in aktueller Top-Verfassung spielende Alexander Barta scheiterte kurz vor Ende der Partie mit einem Schuss an der Querlatte, ließ sein Team und alle anwesenden Fans jedoch in den Schlusssekunden jubeln, als er einen Abpraller von Pöpperle verwerten konnte und die Scheibe ins Pinguins-Gehäuse bugsierte und damit den Schlusspunkt einer umkämpften Partie setzte. Die DEG konnte an diesem Wochenende damit zumindest dreifach punkten und rangiert aktuell mit 15 Punkten auf dem achten Tabellenplatz.

Der unerklärliche Leistungsabfall während der Partien in Krefeld und in Schwenningen, der mögliche sechs Punkte zunichte machte, verhinderte, dass die DEG tabellarisch nicht besser darsteht. Das Potenzial, dass die Mannschaft der Düsseldorfer EG hat, hat sie insbesondere gegen München und Iserlohn gezeigt. Trotzdem scheint es dem Team bisher nur in wenigen Partien zu gelingen, ihr Spiel konsequent von der ersten bis zur letzten Minute durchzuziehen. Gegen tiefstehende und körperlich-agierende Teams scheint die DEG Probleme zu kriegen, insbesondere, wenn man (durch „soft goals“) trotz spielerischer Überlegenheit Gegentreffer hinnehmen muss.

Am kommenden Wochenende trifft die Düsseldorfer EG zunächst am Freitag im rheinischen Derby in Köln auf den KEC, am Sonntag empfängt die DEG den ERC Ingolstadt. Während die verletzten Spieler Tim Conboy und Daniel Weiß länger ausfallen werden, könnte Rob Bordson nach seiner Verletzung wieder eine Option für Mike Pellegrims sein. Hinter Mathias Niederberger steht bisweilen noch ein Fragezeichen.
Präsentiert sich die Düsseldorfer EG weiterhin so unbeständig wie das Wetter im herbstlichen Düsseldorf, ist eine Prognose für das anstehende Wochenende ebenso unsicher, wie der weitere Verlauf der Saison.