DEL2: Verzahnung hat höchste Priorität. DEL2-Gesellschafter geschlossen für zweiten Bewerbungs-Versuch / Franz Reindl: „Profi-Eishockey braucht Auf- und Abstieg“

DEL_2_2Eine möglichst rasche Verzahnung zwischen beiden Profiligen hat für die DEL2 auch weiterhin höchste Priorität. „Das deutsche Profi-Eishockey braucht den Auf- und Abstieg, hierüber sind sich alle Beteiligten einig“, erklärten DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch und Franz Reindl (Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes e.V.) unisono unmittelbar nach einem DEL2-Gesellschaftertreffen in Frankfurt. Bei dem Treffen war auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL), vertreten durch die beiden Aufsichtsräte Jürgen Arnold und Daniel Hopp, zugegen. „Gerade auch in Verbindung mit der Heim-WM im nächsten Jahr sollten wir den Schwung nutzen und das deutsche Eishockey so wieder ein Stück nach vorn bringen“, fügte Reindl hinzu.

Demnach einigten sich die Vertreter der DEL2-Clubs grundsätzlich und einstimmig, erneut am gemeinsam mit der DEL vereinbarten Verfahren zur Einführung von Auf- und Abstieg teilzunehmen. Vorausgegangen war eine konstruktiv geführte Diskussion mit allen Beteiligten zu den Schwierigkeiten und Möglichkeiten bei der Erfüllung der Anforderungen. Dabei wurden u.a. die Stadionanforderungen präzisiert und nochmals gemeinsam erörtert.

Die Vereinbarung beider Ligen sieht vor, dass mindestens sechs DEL2-Clubs bis zum 31. März 2017eine Bürgschaft in Höhe von jeweils 816.000 Euro hinterlegen müssen. Zudem müssen deren Arenen Mindeststandards erfüllen. Sollte die DEL2 die Vereinbarung erfüllen, wird spätestens in der Saison 2018/19 je ein Auf- bzw. Absteiger ermittelt.

„Die Anforderungen an die DEL2-Clubs sind sehr hoch. Dennoch müssen und werden wir uns im Sinne einer gesunden Perspektive für unseren Sport an die geschlossene Vereinbarung mit der DEL halten“, erklärte René Rudorisch: „Clubs und Ligagesellschaft werden alle Kraft in die Einhaltung der Frist investieren und hoffen dabei auch auf die breite Unterstützung an den Standorten. Die Liga, aber auch das deutsche Profi-Eishockey, brauchen diese sportliche Perspektive.“

#PM.DEL2

Auf- und Abstieg im deutschen Profi-Eishockey noch offen

DEL-Logo 3D Aufsicht fineDie beiden deutschen Eishockey-Ligen DEL und DEL2 sind in der Frage der Einführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 2017/18 noch zu keiner finalen Entscheidung gekommen.

Das erklärten DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und sein DEL2-Pendant René Rudorisch nach einem Treffen mit Vertretern der Aufsichtsräte beider Ligen.

Entsprechend einer im September 2015 geschlossenen Vereinbarung hatte die DEL2 bis zum 31. März sechs Clubs benannt, die einen gemeinsam definierten Kriterien-Katalog zu erfüllen hatten.

Die eingereichten Unterlagen wurden inzwischen von der renommierten Rechtsanwaltskanzlei „Bird&Bird LLP“ geprüft und das Ergebnis den Vertretern beider Ligen präsentiert. Die Kanzlei kommt zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzungen nicht vertragsgemäß erfüllt sind.
„Das sieht die DEL2 anders“, sagte René Rudorisch. DEL und DEL2 werden nun gemeinsam Wege für eine gerichtliche Klärung prüfen.

Düsseldorfer EG unterliegt Grizzlys Wolfsburg 2:3 in Spiel 2 der Playoffs

Düsseldorfer EG

Die Düsseldorfer EG konnte ein hart umkämpftes Spiel 2 des DEL-Viertelfinals trotz starker Leistung nicht für sich entscheiden und unterlag den Grizzlys Wolfsburg zu Hause mit 2:3. 

Mit einem 4:1-Erfolg in Spiel 1 des Playoff-Viertelfinals und fast 9.000 Zuschauern im Rücken ging es für die Düsseldorfer EG am Freitagabend ins erste Heimspiel der Serie gegen die Grizzlys Wolfsburg. Nun ging es also darum, die Führung auszubauen und eine gute Ausgangslage für den Rest der Playoffs zu schaffen.

Leider hatten die Grizzlys etwas dagegen. Nach nur 1:47 Minuten bekam die DEG Probleme in der Verteidigung, der Befreiungsschlag von Marcel Brandt, der trotz Genesung von Stephan Daschner immer noch in der Verteidigung eingesetzt wird, beim Gegner. Grizzlys-Stürmer Curtis McLean ließ sich nicht lange bitten und versenkte die Scheibe im Düsseldorfer Tor.
Doch das konnte die DEG nicht schocken. Keine drei Minuten später konnte Daniel Kreutzer den Puck von der eigenen blauen Linie nach vorne schieben, dort konnte Drayson Bowman das Spiel nach schönem Zusammenspiel mit Rob Collins ausgleichen. Die Stimmung im gut besuchten ISS Dome bebte.
Die Partie wurde zunehmend hitziger. In der letzten Spielminute konnte Alexander Preibisch die Scheibe mit einem starken Schuss im Winkel versenken, doch die Schiedsrichter entschieden auf Abseits. Da bereits vor dem Schuss abgepfiffen war, kam es zu einer Rudelbildung unter den beiden Teams, die in einer Schlägerei zwischen Preibisch und Jeffrey Likens endete. Die Schiedsrichter entschieden auf jeweils zwei Strafminuten für übertriebene Härte.
Kurz vor Ende des ersten Durchgangs folgte auch Stephan Daschner auf die Strafbank, der nach einer erneuten Rudelbildung als alleiniger Übeltäter auserkoren wurde.

Wolfsburg startete also mit einem Mann mehr auf dem Eis in Durchgang zwei und nutzte die Überzahl in der 22. Minute, als James Sharrow einen Schlagschuss im Düsseldorfer Tor unterbringen konnte. DEG-Torhüter Mathias Niederberger hatte zuvor seinen Schläger verloren und ein Wolfsburger hatte den Schläger eines DEG-Verteidigers festgehalten, aber die Schiedsrichter entschieden auch nach Videobeweis gegen Düsseldorf.
Erneut konnte die DEG schnell antworten. Nach einem überragenden Pass von Marcel Brandt durch die neutrale Zone, durfte Norm Milley alleine auf den Wolfsburger Schlussmann Felix Brückmann zulaufen, ließ diesen austeigen und schob den Puck ins Tor.
Doch auch diesmal konnte Düsseldorf das Unentschieden nicht in die Pause retten. Jeffrey Likens traf genau eine Minute vor Schluss des Drittels.

Der Schlussabschnitt war vor allem von fragwürdigen Strafen bestimmt. Zunächst musste Preibisch das Spiel verlassen, als die Schiedsrichter auf fünf Minuten plus Game Misconduct wegen hohem Stock entschieden. Danach musste sich auch Verteidiger Bernhard Ebner verabschieden, der sich wohl zu lautstark bei den Schiedsrichtern beschwert hatte. Es blieb beim 2:3.

Es war ein hitziges Spiel, wie man es sich in den Playoffs wünscht. Leider wurde das Spiel stark durch die Leistung von den Schiedsrichtern Markus Mosler und Matthias Starke beeinträchtigt. „Es hilft uns nichts, uns jetzt darüber aufzuregen,“ meinte Manuel Strodel. „In zwei Tagen geht es weiter, darauf kommt es an.“
Zwar wollten weder Corey Mapes noch Trainer Christof Kreutzer die Schiedsrichterleistung kommentieren, doch ihre Meinung wurde auch ohne Worte mehr als klar.

Trotz knapper Niederlage ist die DEG hoffnungsfoll, dass es am Sonntag in Wolfsburg wieder besser aussehen wird: „Wir haben diese Saison schon öfters bewiesen, dass wir auswärts Spiele gewinnen können,“ so Manuel Strodel. „Wir fahren morgen erhobenen Hauptes nach Wolfsburg und werden am Sonntag auf den nächsten Sieg gehen.“

Die DEL ist so eng wie noch nie

Haie Coach Cory Clouston Foto: florian müller /nordphoto.de)
Haie Coach Cory Clouston
Foto: florian müller /nordphoto.de)

„do or die“ in Köln – ein Blick auf die Personalien

„Die DEL ist so eng wie noch nie“ – diesen Satz hört man eigentlich in jeder Saison zu dieser Jahreszeit. Doch selten war die Vergabe der Plätze für die erste Playoff-Runde so unvorhersehbar.

Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde sind die Plätze acht bis zwölf noch im Rennen um die begehrte Teilnahme der Endrunde. Nicht nur der amtierende Meister aus Mannheim muss auf dem derzeit achten Platz noch zittern. Auch die Kölner Haie, die mit einer neuformierten Millionentruppe vor Saisonbeginn noch mehr als optimistisch in die Zukunft blickten („Wir werden in der Liga großen Schaden anrichten“ – Shawn Lalonde), befinden sich mitten im Kampf um die Playoffs. Es trennt sie nur zwei Punkte zu einem Nicht-Playoff-Platz. Jetzt müssen die Haie in ihrem vielleicht letzten Wochenende der Saison punkten – ausgerechnet in den NRW-Derbys gegen Düsseldorf und Iserlohn.

NRW-Hockey wirft gut fünf Stunden vor Beginn des ausverkauften Heimspiels der Haie gegen den Erzrivalen aus Düsseldorf, einen Blick auf entscheidende Personalien.

Die Verletzten:

So leichtfertig der KEC in dieser Spielzeit bereits wichtige Punkte liegen gelassen hat, muss man aber auch festhalten: Glück und Gesundheit blieb den Profis verwehrt. Die ständigen Verletzungen nahmen den Haien wichtige Spieler, wie Alexander Sulzer oder Jason Williams. Das Verletzungspech zieht sich bereits wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Zuletzt war es Cheftrainer Clouston nicht einmal möglich, vier Reihen aufzustellen. Zwischenzeitlich mussten die gelernten Verteidiger, Pascal Zerressen und Mirko Lüdemann, im Angriff aushelfen. Und auch für das Derby-Wochenende sieht es nicht rosig aus. Zwar kehrt mit Shawn Lalonde ein Verteidiger nach Ablauf seiner Sperre zurück, der in jeder Spielsituation von enormen Wert ist. Allerdings werden die Kölner voraussichtlich weiterhin auf Ryan Jones, Sebastian Uvira und Jason Williams verzichten müssen. Ob Johannes Salmonsson (Oberkörper) und Per Âslund (fehlte gegen München krankheitsbedingt) bereits wieder auflaufen können, ist noch ungewiss.

Gustaf Wesslau:

Ein großer, wenn nicht sogar der größte Grund, warum die Haie sich noch überhaupt im Rennen um die Playoff-Teilnahme befinden, ist Torwart Gustaf Wesslau. Keine Frage, kaum ein anderer Torwart hat in den vergangenen Jahren in der DEL so gut gehalten, wie der 31-jährige Schwede. Und kaum ein anderer musste überhaupt so viel halten, wie er. Wesslau zählt zu den absoluten Vielspielern der Liga. Erst fünf Mal wurde er geschont, nur Ingolstadt-Goalie Timo Pielmeier kommt auf mehr Einsätze (50/50!). Zunächst bittere, später physisch und psychisch anstrengende Spiele, war der Haie-Torwart ausgesetzt. Eine so belastende Saison setzt früher oder später jedem Torwart zu und es scheint, als wäre das Spiel vergangenem Mittwoch das „goldene Spiel zu viel“ gewesen. Ungewöhnlich viele unkontrollierte Abpraller und „Pop-Outs“ aus Wesslaus Fanghand, zudem fehlte nach dem ersten Gegentreffer die sonst so stoische Gelassenheit des routinierten Linksfängers. Ein Formtief kann er sich nicht erlauben. Nicht an diesem Wochenende und nicht in den Playoffs. Ein Gustaf Wesslau in Top-Form kann jedem Team zu einem Playoff-Run verhelfen. Es wird sich nun zeigen, ob Clouston den Haien einen Bärendienst erwiesen hat, indem er dem erfahrenen und fähigen Back-Up-Goalie Daniar Dshunussow, zuletzt keine Spielpraxis und Wesslau somit keine Pause gönnte.

Mirko Lüdemann:

Lüdemann ist kein gewöhnlicher Spieler. Mirko Lüdemann ist eine Ära. Seit der Gründung der DEL flitzt die ewige Nummer 12 über das Eis – immer im Trikot der Kölner Haie. Dass das kölsche Urgestein noch einmal im Angriff aushelfen musste, hätte er wohl vor Saisonbeginn selbst nicht erwartet. Zum Saisonende läuft sein Vertrag aus. Zur Personalie wurde bisher geschwiegen. Wahrscheinlich erwarten Fans, Spieler und Verantwortliche der Kölner Haie, dass man die Playoffs erreicht und ein Abschied so noch möglichst weit in der Zukunft liegt. Allerdings könnte das heutige Derby, am 04.03.2016, bereits das letzte Heimspiel Lüdemanns sein. Nämlich wenn das Worst-Case-Szenario eintritt und dem KEC der Playoff-Einzug nicht gelingt. Ein Abschied, der eventuell während Rechnerei und Spekulationen um die Endrunden-Qualifikation untergeht, obwohl es in Zukunft wohl keinen vergleichbar Großen geben werden kann.

Die Kölner Haie sind übrigens das einzige DEL-Team aus Nordrhein-Westfalen, das noch um die Teilnahme kämpft. Während die Iserlohn Roosters und die DEG bereits sicher für das DEL-Viertelfinale qualifiziert sind, kämpfen die Krefeld Pinguine nur noch gegen Schwenningen um den vorletzten Platz und somit um die goldene Ananas.

Das Restprogramm der direkten Konkurrenz:

Ader Mannheim (73 Punkte):

Vs. Straubing Tigers (H)

Vs. Eisbären Berlin (A)

Straubing Tigers (72 Punkte):

Vs. Adler Mannheim (A)

Vs. Hamburg Freezers (H)

Hamburg Freezers (69 Punkte):

Vs. Iserlohn Roosters (H)

Vs. Straubing Tigers (A)

Augsburger Panther (66 Punkte):

Vs. ERC Ingolstadt (H)

Vs. Krefeld Pinguine (A)

Düsseldorfer EG – Iserlohn Roosters: Zusammenfassung, Spielernoten, Stimmen zum Spiel

Düsseldorfer EG
Foto: Janik Beichler

Die Düsseldorfer EG ging im Topspiel gegen die Iserlohn Roosters vor fast ausverkauftem ISS Dome als Sieger vom Eis. 

Nach dem ersten Drittel sah es noch so aus, als könnte nichts schiefgehen. Die DEG, heute in wunderschönen Karnevalstrikots, zeigte eine überragende Leistung und ging mit einer 1:0-Führung durch Eduard Lewandowski in die Pause. Der Rather Dome war bis auf wenige Business Seats und Logen restlos ausverkauft und die 13.065 Fans, darunter am zweiten Schools Day der Saison viele Kinder und Jugendliche, feierten schon nach wenigen Minuten.

Als Chris Minard nach nur drei Minuten und 47 Sekunden im zweiten Durchgang die Führung der Gastgeber auf 2:0 ausbaute, schien fast schon alles gelaufen. Aber die Iserlohn Roosters stehen nicht umsonst ganz weit oben in der Tabelle. Die Roosters-Offensive, mit jetzt 133 Treffern die viertbeste der Liga, zeigte, was sie kann. Und ganz plötzlich stand es 2:3.

Dann kam das alles entscheidende Schlussdrittel – spannender hätten die beiden Teams es kaum machen können. Erst trifft Drayson Bowman zum Ausgleich, keine zwei Minuten später bringt Luigi Caporusso die Iserlohner wieder in Führung, bevor Ken Andre Olimb nur 2:22 Minuten später für die DEG trifft. Corey Mapes, Marcel Brandt und erneut Olimb machen die Sache klar.

Ein hoch spannendes und unterhaltsames Spiel, das am Ende deutlicher ausfiel, als es wirklich war. Beide Trainer waren sich einig: für die 13.065 Fans war es super, als Trainer braucht man so Spiele aber nicht.

Spielübersicht

Düsseldorfer EG – Iserlohn Roosters 7:4 (1:0, 1:3, 5:1)

Tore: 1:0 Eduard Lewandowski (PP1 – 12:57), 2:0 Chris Minard (PP1 – 23:47), 2:1 Brooks Macek (SH1 – 28:28), 2:2 Mike York (ES – 34:49), 2:3 Luigi Caporusso (PP1 – 39:38), 3:3 Drayson Bowman (ES – 44:30), 3:4 Luigi Caporusso (SH1 – 46:11), 4:4 Ken Andre Olimb (ES – 48:33), 5:4 Corey Mapes (ES – 53:49), 6:4 Marcel Brandt (ES – 57:31), 7:4 Ken Andre Olimb (EN – 59:43)

Schüsse: Düsseldorf 40 – Iserlohn 36

Strafminuten: Düsseldorf 10 – Iserlohn 14

Schiedsrichter: Bastian Haupt, Daniel Piechaczek

Zuschauer: 13.065

Highlights: Laola1.tv

Spielernoten

Es war ein turbulentes Spiel mit überraschenden Leistungen einiger Spieler. Hier sind die Spielernoten der Düsseldorfer EG.

Torhüter

35 Mathias Niederberger (2+) – Bei vier Gegentoren erwartet man selten eine gute Torhüterleistung. Bei Mathias Niederberger liegt jedoch der Verdacht nahe, dass er vier mal chancenlos war. Das trifft auch diesmal weitestgehend zu. Viele überragende Paraden, zwei Gegentore durch Breaks.

Verteidiger

4 Tim Conboy (2) – Wie immer eine sehr solide Leistung von Tim Conboy. Defensiv sicher, dabei sehr gut den Körper eingesetzt. Teilweise in der offensiven Zone unnötig den Körper gespielt, statt den Puck abzufangen. Beim 2:3-Gegentor fand die Scheibe den Weg von Conboys Schlittschuh ins eigene Tor, dabei war er allerdings machtlos.

20 Manuel Strodel (3+) – Die Verteidiger werden knapper und knapper, nach der Verletzung von Joonas Rönnberg musste nun auch Manuel Strodel umfunktioniert werden. Man sieht deutlich, dass er ein defensivstarker Spieler ist, mit der Position hatte er aber noch seine Probleme. Die Lücke zwischen Verteidiger und Stürmer konnte er häufig nicht richtig schließen, wodurch die Stürmer leicht an ihm vorbei und in Richtung Tor ziehen konnten. Da es seine erste Partie als Verteidiger war, durchaus eine akzeptable Leistung.

24 Corey Mapes (3) – Corey Mapes ist noch jung, zuletzt machte er aber wenig Hoffnung auf Verbesserung. Teilweise sehr schlechtes Positionsspiel, scheiterte mehrfach am Versuch Schüsse zu blocken. Schoss dann aber das entscheidende Führungstor.

44 Kurt Davis (2) – Hat Kurt Davis schon mal etwas falsch gemacht? Zusammen mit Conboy ein sehr sicheres Verteidigerpaar. Offensiv häufig am Puck mit guten Pässen und einem Schuss.

67 Bernhard Ebner (2) – Bernhard machte ein starkes Spiel mit wenigen negativen Aktionen. Spielte als „Quarterback“ im Powerplay, spielte viele sichere Pässe und schoss häufig selbst aufs Tor. Beim 3:4-Gegentor war er deutlich zu langsam für Luigi Caporusso, das kann man ihm aber nicht negativ ankreiden. Das Körperspiel hat noch Luft nach oben.

92 Marcel Brandt (2-) – Marcel Brandt machte sein drittes Spiel als Verteidiger und man sieht ihm die „Erfahrung“ durchaus an. Auch er hatte immer noch Probleme, die Lücke zwischen sich und den angreifenden Stürmern zu schließen, machte das aber schon deutlich besser als vor einer Woche gegen Nürnberg. Fuhr viele seiner Checks zu Ende und setzte den Körper überall gut ein. Das Gegentor zum 3:4 geht nach Brandts vermeidbarem Scheibenverlust wohl auf seine Kappe, dafür traf er aber zum 6:4 selbst.

Stürmer

9 Maximilian Kammerer (4) – Zusammen mit Daniel Fischbuch war Maximilian Kammerer gegen die Roosters nur ein Extra-Stürmer, der immer wieder in die bestehenden Reihen hinein rotiert wurde. Hatte im ersten Drittel starke Probleme mit der Puckkontrolle und hatte offensichtliche Probleme mit dem schnellen Spiel. Im zweiten Durchgang wurde das besser, im Schlussabschnitt durfte er dafür gar nicht mehr aufs Eis. Christof Kreutzer wollte das Spiel unbedingt gewinnen und wollte dafür nicht seine funktionierenden Reihen durcheinander bringen.

11 Eduard Lewandowski (1) – Ein absolut unglaubliches Spiel von Eduard Lewandowski. Ohne Frage seine mit Abstand beste Saisonleistung. Schon früh im Spiel hatte er seine erste Großchance, als er alleine aufs Tor zu lief und den Torhüter ausspielte, danach flog die Scheibe jedoch am Tor vorbei. Lewandowski feuerte vor allem im Powerplay pausenlos Schüsse aufs Tor und wurde mit dem 1:0-Führungstreffer belohnt. Das 6:4 bereitete er nach eigenem Bullygewinn überragend vor. Ein Annahmefehler in Überzahl führte zum 2:1-Anschlusstreffer der Iserlohner, das fällt aber in die Kategorie „kann jedem mal passieren.“

14 Norm Milley (2+) – Ein ganz normales Spiel für Norm Milley, der am Ende zum 1. Star gewählt wurde. Der beste Spieler war er insgesamt nicht, er hatte aber einige überragende Situationen — wie immer eigentlich. Ein perfekter Lupferpass in den Lauf von Chris Minard im ersten Drittel ist nur ein Beispiel. Milley assistierte bei den Toren zum 4:4 und 5:4. Allerdings machte auch er den einen oder anderen Fehler, vor allem wenn er versuchte alleine zu gehen, anstatt den besser postierten Mitspieler anzuspielen.

19 Rob Collins (2) – Was Rob Collins mit dem Puck anstellt, grenzt an Magie. In der Defensive ohne den Puck… Na ja. Insgesamt ein gewohnt starkes Spiel von ihm, das er wie so oft mit zwei Assists krönte.

21 Chris Minard (3+) – Dadurch, dass Strodel in die Verteidigung gerückt ist, durfte Chris Minard mit Milley und Ken Andre Olimb in der ersten Reihe ran. Die drei harmonierten sehr gut, wobei Minard nicht allzu viel zum Spiel beitrug. Minard hat die drittmeisten Torschüsse aller DEG-Spieler und versuchte es auch gegen Iserlohn ganze fünf mal. Er traf zum 2:0, wobei er die Scheibe nur über die Torlinie stochern musste.

23 Daniel Kreutzer (1) – Daniel Kreutzer machte ein fehlerfreies Spiel. Er spielte absolut überragende Pässe, vor allem in Überzahl, wobei (leider) nur ein Assist heraus sprang. Hoher Einsatz und einige harte Checks machten die herausragende Leistung perfekt. Fast perfekt. Denn im zweiten und letzten Drittel ging er hin und wieder etwas unter.

25 Drayson Bowman (1-) – Auch Drayson Bowman machte in der Reihe um Daniel Kreutzer ein überragendes Spiel. Hoher Einsatz, sehr gutes Körperspiel und viele Puckaktionen gab es von ihm zu sehen. Er belohnte sich mit dem Ausgleichstreffer zum 3:3.

29 Alexander Preibisch (2) – Es macht immer wieder Spaß, Alexander Preibisch zuzuschauen. Leider punktet er nur selten, ging mit fünf Punkten aus 35 Spielen in die Partie gegen Iserlohn. Die Reihe Preibisch-Lewandowski-Dmitriev machte ihr bestes Spiel der Saison und Preibisch gelangen zwei Assists – also fast 50% seiner bisherigen Saisonausbeute. Er hat es sich verdient.

40 Ken Andre Olimb (1) – Olimb ist einer der defensivstärksten Stürmer der Liga und zeigt das jedes Spiel. Auch gegen Iserlohn gab es von ihm endlose Puckeroberungen. Dazu sorgte er offensiv für viel Wirbel, legte ein Tor auf und traf zwei Mal selbst – zum 4:4 und 7:4. Olimb machte auch den einen oder anderen Fehler, aber die sind nach einer solchen Gesamtleistung nicht der Rede wert.

42 Alexej Dmitriev (2) – Die Verwunderung über Alexej Dmitriev war nach dem Spiel groß: „seit wann kann der denn so spielen?“ Wie es auch bei Lewandowski und Preibisch der Fall war, zeigte Dmitriev wohl seine beste Saisonleistung. Vor allem sein Passspiel war gegen die Roosters sehr überzeugend.

77 Daniel Fischbuch (4) – Für Fischbuch lief das Spiel ähnlich wie für Kammerer. Erst lief es nicht gut, dann musste er das gesamte Schlussdrittel auf der Bank verbringen.

3 Stars

  1. Norm Milley
  2. Luigi Caporusso
  3. Drayson Bowman

 

Stimmen zum Spiel

„Wir sind eine gute Mannschaft, wir arbeiten hart und glauben aneinander und ich denke, das war heute entscheidend.“ – Norm Milley

„Wichtig ist, dass du an dich glaubst. Dass die Mannschaft weiter positiv bleibt, weiter hart arbeitet und das haben wir heute sehr, sehr gut gemacht. Wir haben bis zum Schluss, wirklich bis zur letzten Sekunde, gekämpft.“ – Christof Kreutzer

„Man wünscht sich, dass man immer sowas sehen kann, die Trainer sicherlich nicht.“ – Jari Pasanen