DEL2 überrascht von DEL-Entscheidung – Auf- und Abstieg ist erst einmal vom Tisch!

logo DEL2Mit Überraschung reagierte die DEL2 auf die Entscheidung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die für die Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs zwischen den beiden Profiligen eingereichten Unterlagen von sechs DEL2-Clubs als nicht vertragskonform zu bewerten.

Damit ist der sportliche Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL2 weiter offen. DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch: ,,Wir werden die Begründung der Ablehnung und weitere Schritte nun sehr genau prüfen und bis dahin keine weiteren Stellungnahmen abgeben“.

Die DEL hatte die geforderten Unterlagen von sechs DEL2-Clubs bis zum 31. März eingereicht. Diese beinhalteten gemäß der Vereinbarung zwischen DEL und DEL2 den NAchweis einer ordnungsgemäßen Spielstätte sowie die Hinterlegung einer Bankbürgschaft in Höhe von jeweils 816.000 Euro. Die DEL informierte nun, dass die eingereichten Unterlagen für die Wiedereinführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 2018/19 nach vorgenommener Prüfung durch eine externe Anwaltskanzlei den Anforderungen nicht entsprächen.

 

PM: DEL2

DEL2: Verzahnung hat höchste Priorität. DEL2-Gesellschafter geschlossen für zweiten Bewerbungs-Versuch / Franz Reindl: „Profi-Eishockey braucht Auf- und Abstieg“

DEL_2_2Eine möglichst rasche Verzahnung zwischen beiden Profiligen hat für die DEL2 auch weiterhin höchste Priorität. „Das deutsche Profi-Eishockey braucht den Auf- und Abstieg, hierüber sind sich alle Beteiligten einig“, erklärten DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch und Franz Reindl (Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes e.V.) unisono unmittelbar nach einem DEL2-Gesellschaftertreffen in Frankfurt. Bei dem Treffen war auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL), vertreten durch die beiden Aufsichtsräte Jürgen Arnold und Daniel Hopp, zugegen. „Gerade auch in Verbindung mit der Heim-WM im nächsten Jahr sollten wir den Schwung nutzen und das deutsche Eishockey so wieder ein Stück nach vorn bringen“, fügte Reindl hinzu.

Demnach einigten sich die Vertreter der DEL2-Clubs grundsätzlich und einstimmig, erneut am gemeinsam mit der DEL vereinbarten Verfahren zur Einführung von Auf- und Abstieg teilzunehmen. Vorausgegangen war eine konstruktiv geführte Diskussion mit allen Beteiligten zu den Schwierigkeiten und Möglichkeiten bei der Erfüllung der Anforderungen. Dabei wurden u.a. die Stadionanforderungen präzisiert und nochmals gemeinsam erörtert.

Die Vereinbarung beider Ligen sieht vor, dass mindestens sechs DEL2-Clubs bis zum 31. März 2017eine Bürgschaft in Höhe von jeweils 816.000 Euro hinterlegen müssen. Zudem müssen deren Arenen Mindeststandards erfüllen. Sollte die DEL2 die Vereinbarung erfüllen, wird spätestens in der Saison 2018/19 je ein Auf- bzw. Absteiger ermittelt.

„Die Anforderungen an die DEL2-Clubs sind sehr hoch. Dennoch müssen und werden wir uns im Sinne einer gesunden Perspektive für unseren Sport an die geschlossene Vereinbarung mit der DEL halten“, erklärte René Rudorisch: „Clubs und Ligagesellschaft werden alle Kraft in die Einhaltung der Frist investieren und hoffen dabei auch auf die breite Unterstützung an den Standorten. Die Liga, aber auch das deutsche Profi-Eishockey, brauchen diese sportliche Perspektive.“

#PM.DEL2

Wer etwas will, findet Lösungen, wer etwas nicht will, findet Gründe. – Ein Kommentar

In den Eishockey-News von vergangener Woche las ich einen Artikel mit der Überschrift „Neue Eiszeit – Auf- und Abstieg ab 2018 gescheitert“. Die dort getroffenen Aussagen kann ich nicht so wirklich nachvollziehen.

Das seinerzeitige Unterhaus der DEL, organisiert in der ESBG, wurde nach Gutsherrenart in Abhängigkeit der Landesverbände regiert. Klar ist, daß man seine Gesellschafter im Zweifelsfall nicht in solche Strukturen „verabschieden“ wollte. So kam es wie es kommen musste, die DEL wurde eine geschlossene Gesellschaft. Aufgeweicht wurden dann die Strukturen der ESBG, daß sich mit Hilfe der DEL diese auch vom DEB emanzipierte und es wurde gleichzeitig eine Kooperation ESBG/DEL beschlossen. Vor zwei Jahren passierte dann das kleine Wunder, daß sich der DEB durch Satzungsänderungen neu strukturierte. Die Landesfürsten wurden in ihrer Macht beschnitten. Hiernach war schlussendlich die Grundlage geschaffen, die es sinnvoll erscheinen ließ, wenn nach weiterer Annäherung der DEL2 (ESBG) an die DEL ein Auf- und Abstieg zwischen den Ligen eingeführt wird. Hierzu suchte die DEL nach einer Lösung, die es ihren Gesellschaftern erlaubt, ohne allzu große Substanzverluste auch eine Liga tiefer zu überleben. Zu Beginn der vergangenen Saison war es dann soweit. Per Gesellschafterbeschluss verabredeten DEL und DEL2 gemeinsam einen Fahrplan, der am Ende zu einer Verzahnung führen sollte.

Hiernach sollten folgende Bedingungen erfüllt werden zum Stichtag 31.03.2016:
Bürgschaften über „Eintrittsgeld“ € 800.000 zuzüglich Gesellschafteranteil € 16.000;
Infrastruktur über Stadionkapazität 4.000 auf Basis 6.000 Punkte mit Businessplan 7.000 Punkte innerhalb eines Jahres;
Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Sehr schön ist das zu sehen auf der Pressekonferenz vom 10.09.2015. Die Teilnehmer waren sich einig, daß es zwar schwer, aber dennoch zu lösen sei. Auch zu verstehen ist, daß im Zweifelsfall, also wenn die Bedingungen zum Stichtag nicht erfüllt werden können, die Vereinbarung nicht nichtig ist, sondern sich der Fahrplan lediglich um ein Jahr nach hinten verschiebt.

Am 31.03.2016 war dann Stichtag und die DEL 2 feierte die Abgabe der Unterlagen. Einzig René Rudorisch stellte fest, daß man die Unterlagen eingereicht und um wohlwollende Prüfung gebeten hat. Wohlwollend ist immer dann richtig, wenn mir bewusst ist, daß die Sache nicht ganz koscher ist. Es kam dann so, wie es kommen musste. Das unabhängige Prüfungsunternehmen stellte fest, daß die Unterlagen nicht dem vereinbarten Rahmenplan entsprachen. Abgesehen davon, daß nicht wie vereinbart „geliefert“ wurde, kommen aus den Ecken der DEL 2-Ligisten die seltsamsten Begründungen. Interessanterweise hört und liest man von Seiten der DEL nichts zu dem Thema. Offensichtlich soll ein Lerneffekt derart stattfinden, daß man die Suppe, die man sich selbst eingebrockt hat, schlussendlich auch selbst auslöffeln muss.

Zunächst wurde vollmundig erklärt, daß man unterschiedliche Auffassungen von der Ergebnisprüfung hat und dann sollte nach einer gemeinsam zu fassenden Schiedsvereinbarung das Schiedsgericht angerufen werden. Auf die Anrufung des Schiedsgerichtes hat man dann doch lieber verzichtet mit der Begründung, daß Bremerhaven aufgestiegen wäre und somit sich die Lage, also nach Rückzug der erbrachten Leistungen durch Bremerhaven, grundlegend verändert hätte. Das ist ziemlicher Nonsens, denn die Vereinbarung war und ist eine Stichtagsvereinbarung. Stand 31.03.2016 war Bremerhaven Gesellschafter der DEL 2. Gestützt wird das dadurch, daß der DEL-GF Gernot Tripcke Bremerhaven mitgezählt hätte.

Und dann der unsägliche Herr Schnabel. Zum einen schnabuliert er über unverschämte und unrealistische Forderungen und zu guter Letzt wirft er der DEL mangelnden Respekt gegenüber der DEL 2 vor. Sorry, aber wenn ich selbst gegenüber meinen Mitgesellschaftern keinen Respekt bezeuge und trotz geeigneter infrastruktureller Gegebenheiten andere machen lasse, dann sollte ich es auch lassen über diesen Umstand zu lamentieren. Der Herr Schnabel hätte mal besser selbigen gehalten. Fast lachen musste ich, als er diesbezüglich das Kartellrecht als Ansatz für Verhandlungen sieht, weil die DEL ihre marktbeherrschende Situation ausnutzen würde. Vielleicht sollte er einmal sehen, daß die DEL auch ihre Gesellschafter schützen muss. Zumindest war es für manche Standorte kein Problem zu liefern, insofern können es gar keine unüberwindlichen Hürden gewesen sein. Aber vielleicht sollten sich die Herren aus Dresden und Frankfurt einmal austauschen, wie sie sich künftig zielführend in die ESBG einbringen. Der 31.03.2017 ist schließlich auch ein neuer Tag. Da die DEL aber nach Urteil des obersten Sportgerichtes (CAS*) sich Regularien und Zusammensetzung selbst geben kann, diverse Standorte ausreichend Nachweise erbracht haben, dürften sich die Kartellrechtler beim EuGH auf eine Kaffeestunde freuen.

Ich halte für mich folgendes fest:
1.) Alle Beteiligten waren bei Verabschiedung dieser Regelung dreimal Sieben.
2.) Für manche DEL 2 Geschäftsführer, beispielsweise bezüglich des Nachtretens gegenüber Bremerhaven und der DEL, ist Stil offensichtlich das Ende des Besens.
3.) Hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit liegt noch viel Arbeit vor diesen Herren, neben der eigentlichen Arbeit. Weshalb nutzt man hier nicht die Synergieeffekte?

Hätte man die Feier frühzeitig abgesagt und von sich aus auf das kommende Jahr verschoben, man hätte viel besser mit Sponsoren/Gönnern verhandeln können. So muss man sich nicht wundern, wenn man letztendlich an der eigenen Unglaubwürdigkeit scheitert.

Für NRW Hockey: Christa Stüber

(CAS*) Interessanterweise ging es seinerzeit beim Urteil des obersten Sportgerichtshofes um den Punkteplan der DEL. Die „alte“ ESBG hatte gegen die DEL geklagt, da der sportliche Aufsteiger Ravensburg nicht den geforderten Punkteplan erfüllen konnte. Übrigens auch heute noch war es wieder die Ravensburger Halle, die bei der Prüfung bemängelt wurde (Kapazität).

DEL2 verzichtet auf Schiedsgerichtsklage zu Auf- und Abstieg

Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) verzichtet auf eine Klage vor einem Schiedsgericht zur Klärung der Frage, ob die von der DEL2 bei der DEL eingereichten Unterlagen zur Einführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 2018/19 ausreichend waren. Dies ist das Resultat der DEL2-Gesellschafterversammlung in der vergangenen Woche.

Eine Vereinbarung zwischen DEL und DEL2 hatte vorgesehen, dass sechs DEL2-Clubs bis zum 31. März dieses Jahres ihre DEL-Tauglichkeit auf Basis bestimmter Kriterien nachweisen sollten. So mussten neben einer Bürgschaft in Höhe von 816.000 € je Club auch die Stadionanforderung von einer Mindestkapazität von 4.000 Zuschauern und die Erfüllung des DEL-Punktekatalogs mit 6.000 Punkten im ersten Jahr (7.000 Punkte im zweiten Jahr) nachgewiesen werden.

Die DEL hatte die eingereichten Unterlagen von einer unabhängigen juristischen Instanz prüfen lassen. Diese war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Unterlagen nicht der Vereinbarung entsprachen. Wäre dies der Fall gewesen, hätte dies die Einführung von Auf- und Abstieg zwischen den beiden Profiligen nach der Saison 2017/18 bedeutet.

„Für die Weiterentwicklung der Liga und unserer Clubs ist die Einführung von Auf- und Abstieg elementar. Umso enttäuschender ist die Ablehnung unserer Unterlagen, die nach unserem Dafürhalten dem Sinn nach den Anforderungen der DEL entsprachen“, erklärte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.

Hauptgrund dafür, dass die DEL2 nun Abstand von einer Weiterverfolgung der Klage genommen hat, sei das Nachrücken der Fischtown Pinguins Bremerhaven in die DEL für die Hamburg Freezers, die sich somit nicht mehr für eine DEL-Lizenz bewerben. Gleichzeitig unterstützten die Fischtown Pinguins die Anforderungen an die DEL2 auch über ihre eigene Bürgschaft hinaus. Mit dem vorgezogenen Aufstieg der Fischtown Pinguins und dem damit notwendigen Rückzug der erbrachten Leistungen, so René Rudorisch, hätten sich „die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Klage natürlich fundamental geändert.“

Im Rahmen der Gesellschafterversammlung wurde René Rudorisch beauftragt zu prüfen, inwieweit eine Anpassung der Anforderungen an die tatsächlichen Gegebenheiten möglich sei. René Rudorisch: „Wir wünschen den Verantwortlichen in Bremerhaven viel Erfolg zum Start in der DEL-Saison. Sie haben trotz fehlendem Auf- und Abstieg zwischen beiden Ligen diese Chance verdient. Es zeigt aber auch wie inkonsequent das aktuelle System ist. Mit den Fischtown Pinguins Bremerhaven verlieren wir einen potentiellen Kandidaten für die Erfüllung der Anforderungen. Dies beweist auch der Umstand, dass die Pinguins die Lizenzprüfung für das Nachrücken in die DEL auf Anhieb bestanden haben. Insofern gilt es zu prüfen, wie realistisch die gemeinsam vereinbarten Voraussetzungen im Sinne des Sports für die kommenden Jahre sind.“

Im Rahmen der Vereinbarung zwischen den beiden Profiligen ist vorgesehen, dass die Clubs der DEL2 in den kommenden zwei Jahren jeweils zum 31.03. erneut Unterlagen zur Realisierung der Anforderungen zur Einführung von Auf- und Abstieg einreichen können. Bei wirksamer Erfüllung würde es dann, nach einer Übergangssaison, am Ende der jeweiligen übernächsten Saison zur Einführung von Auf- und Abstieg kommen.

Auf- und Abstieg im deutschen Profi-Eishockey noch offen

DEL-Logo 3D Aufsicht fineDie beiden deutschen Eishockey-Ligen DEL und DEL2 sind in der Frage der Einführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 2017/18 noch zu keiner finalen Entscheidung gekommen.

Das erklärten DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und sein DEL2-Pendant René Rudorisch nach einem Treffen mit Vertretern der Aufsichtsräte beider Ligen.

Entsprechend einer im September 2015 geschlossenen Vereinbarung hatte die DEL2 bis zum 31. März sechs Clubs benannt, die einen gemeinsam definierten Kriterien-Katalog zu erfüllen hatten.

Die eingereichten Unterlagen wurden inzwischen von der renommierten Rechtsanwaltskanzlei „Bird&Bird LLP“ geprüft und das Ergebnis den Vertretern beider Ligen präsentiert. Die Kanzlei kommt zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzungen nicht vertragsgemäß erfüllt sind.
„Das sieht die DEL2 anders“, sagte René Rudorisch. DEL und DEL2 werden nun gemeinsam Wege für eine gerichtliche Klärung prüfen.