Auf- und Abstieg im deutschen Profi-Eishockey noch offen

DEL-Logo 3D Aufsicht fineDie beiden deutschen Eishockey-Ligen DEL und DEL2 sind in der Frage der Einführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 2017/18 noch zu keiner finalen Entscheidung gekommen.

Das erklärten DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und sein DEL2-Pendant René Rudorisch nach einem Treffen mit Vertretern der Aufsichtsräte beider Ligen.

Entsprechend einer im September 2015 geschlossenen Vereinbarung hatte die DEL2 bis zum 31. März sechs Clubs benannt, die einen gemeinsam definierten Kriterien-Katalog zu erfüllen hatten.

Die eingereichten Unterlagen wurden inzwischen von der renommierten Rechtsanwaltskanzlei „Bird&Bird LLP“ geprüft und das Ergebnis den Vertretern beider Ligen präsentiert. Die Kanzlei kommt zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzungen nicht vertragsgemäß erfüllt sind.
„Das sieht die DEL2 anders“, sagte René Rudorisch. DEL und DEL2 werden nun gemeinsam Wege für eine gerichtliche Klärung prüfen.

Die DEL ist so eng wie noch nie

Haie Coach Cory Clouston Foto: florian müller /nordphoto.de)
Haie Coach Cory Clouston
Foto: florian müller /nordphoto.de)

„do or die“ in Köln – ein Blick auf die Personalien

„Die DEL ist so eng wie noch nie“ – diesen Satz hört man eigentlich in jeder Saison zu dieser Jahreszeit. Doch selten war die Vergabe der Plätze für die erste Playoff-Runde so unvorhersehbar.

Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde sind die Plätze acht bis zwölf noch im Rennen um die begehrte Teilnahme der Endrunde. Nicht nur der amtierende Meister aus Mannheim muss auf dem derzeit achten Platz noch zittern. Auch die Kölner Haie, die mit einer neuformierten Millionentruppe vor Saisonbeginn noch mehr als optimistisch in die Zukunft blickten („Wir werden in der Liga großen Schaden anrichten“ – Shawn Lalonde), befinden sich mitten im Kampf um die Playoffs. Es trennt sie nur zwei Punkte zu einem Nicht-Playoff-Platz. Jetzt müssen die Haie in ihrem vielleicht letzten Wochenende der Saison punkten – ausgerechnet in den NRW-Derbys gegen Düsseldorf und Iserlohn.

NRW-Hockey wirft gut fünf Stunden vor Beginn des ausverkauften Heimspiels der Haie gegen den Erzrivalen aus Düsseldorf, einen Blick auf entscheidende Personalien.

Die Verletzten:

So leichtfertig der KEC in dieser Spielzeit bereits wichtige Punkte liegen gelassen hat, muss man aber auch festhalten: Glück und Gesundheit blieb den Profis verwehrt. Die ständigen Verletzungen nahmen den Haien wichtige Spieler, wie Alexander Sulzer oder Jason Williams. Das Verletzungspech zieht sich bereits wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Zuletzt war es Cheftrainer Clouston nicht einmal möglich, vier Reihen aufzustellen. Zwischenzeitlich mussten die gelernten Verteidiger, Pascal Zerressen und Mirko Lüdemann, im Angriff aushelfen. Und auch für das Derby-Wochenende sieht es nicht rosig aus. Zwar kehrt mit Shawn Lalonde ein Verteidiger nach Ablauf seiner Sperre zurück, der in jeder Spielsituation von enormen Wert ist. Allerdings werden die Kölner voraussichtlich weiterhin auf Ryan Jones, Sebastian Uvira und Jason Williams verzichten müssen. Ob Johannes Salmonsson (Oberkörper) und Per Âslund (fehlte gegen München krankheitsbedingt) bereits wieder auflaufen können, ist noch ungewiss.

Gustaf Wesslau:

Ein großer, wenn nicht sogar der größte Grund, warum die Haie sich noch überhaupt im Rennen um die Playoff-Teilnahme befinden, ist Torwart Gustaf Wesslau. Keine Frage, kaum ein anderer Torwart hat in den vergangenen Jahren in der DEL so gut gehalten, wie der 31-jährige Schwede. Und kaum ein anderer musste überhaupt so viel halten, wie er. Wesslau zählt zu den absoluten Vielspielern der Liga. Erst fünf Mal wurde er geschont, nur Ingolstadt-Goalie Timo Pielmeier kommt auf mehr Einsätze (50/50!). Zunächst bittere, später physisch und psychisch anstrengende Spiele, war der Haie-Torwart ausgesetzt. Eine so belastende Saison setzt früher oder später jedem Torwart zu und es scheint, als wäre das Spiel vergangenem Mittwoch das „goldene Spiel zu viel“ gewesen. Ungewöhnlich viele unkontrollierte Abpraller und „Pop-Outs“ aus Wesslaus Fanghand, zudem fehlte nach dem ersten Gegentreffer die sonst so stoische Gelassenheit des routinierten Linksfängers. Ein Formtief kann er sich nicht erlauben. Nicht an diesem Wochenende und nicht in den Playoffs. Ein Gustaf Wesslau in Top-Form kann jedem Team zu einem Playoff-Run verhelfen. Es wird sich nun zeigen, ob Clouston den Haien einen Bärendienst erwiesen hat, indem er dem erfahrenen und fähigen Back-Up-Goalie Daniar Dshunussow, zuletzt keine Spielpraxis und Wesslau somit keine Pause gönnte.

Mirko Lüdemann:

Lüdemann ist kein gewöhnlicher Spieler. Mirko Lüdemann ist eine Ära. Seit der Gründung der DEL flitzt die ewige Nummer 12 über das Eis – immer im Trikot der Kölner Haie. Dass das kölsche Urgestein noch einmal im Angriff aushelfen musste, hätte er wohl vor Saisonbeginn selbst nicht erwartet. Zum Saisonende läuft sein Vertrag aus. Zur Personalie wurde bisher geschwiegen. Wahrscheinlich erwarten Fans, Spieler und Verantwortliche der Kölner Haie, dass man die Playoffs erreicht und ein Abschied so noch möglichst weit in der Zukunft liegt. Allerdings könnte das heutige Derby, am 04.03.2016, bereits das letzte Heimspiel Lüdemanns sein. Nämlich wenn das Worst-Case-Szenario eintritt und dem KEC der Playoff-Einzug nicht gelingt. Ein Abschied, der eventuell während Rechnerei und Spekulationen um die Endrunden-Qualifikation untergeht, obwohl es in Zukunft wohl keinen vergleichbar Großen geben werden kann.

Die Kölner Haie sind übrigens das einzige DEL-Team aus Nordrhein-Westfalen, das noch um die Teilnahme kämpft. Während die Iserlohn Roosters und die DEG bereits sicher für das DEL-Viertelfinale qualifiziert sind, kämpfen die Krefeld Pinguine nur noch gegen Schwenningen um den vorletzten Platz und somit um die goldene Ananas.

Das Restprogramm der direkten Konkurrenz:

Ader Mannheim (73 Punkte):

Vs. Straubing Tigers (H)

Vs. Eisbären Berlin (A)

Straubing Tigers (72 Punkte):

Vs. Adler Mannheim (A)

Vs. Hamburg Freezers (H)

Hamburg Freezers (69 Punkte):

Vs. Iserlohn Roosters (H)

Vs. Straubing Tigers (A)

Augsburger Panther (66 Punkte):

Vs. ERC Ingolstadt (H)

Vs. Krefeld Pinguine (A)

Warum die Krefeld Pinguine dringend den Dialog mit den Fans suchen sollten

Nach nur sieben Punkten aus neun Spielen und einer 6:2 Niederlage am vergangenen Freitag gegen die Kölner Haie war die Stimmung beim Heimspiel am Sonntag gegen den amtierenden Meister Adler Mannheim sehr gedrückt und die Fanlager gespalten.

Es herrschte auf den Rängen Uneinigkeit. Der eine Teil schwieg und wollte damit seinen Unmut gegenüber der Führung der Krefeld Pinguine äußern und der andere Teil stand hinter dem Team und versuchte wenigstens so etwas wie Atmosphäre aufkommen zu lassen. Abgesehen vom Freudentaumel nach 59 Sekunden den Martin Schymainski mit der 1:0 Führung auslöste war die Stimmung ungewohnt im KönigPalast.

Die Fans der Krefeld Pinguine fordern einen Wechsel hinter der Bande

Nach den letzten Personalentscheidungen und der Talfahrt steht Rick Adduono bei den Fans in der Kritik
Nach den letzten Personalentscheidungen und der Talfahrt steht Rick Adduono bei den Fans in der Kritik

Als Rick Adduono im Dezember 2009 den Job als Trainer hinter der Bande übernahm, war die Euphorie über den sympathischen Kanadier groß. Er galt als Motivationskünstler und hatte zuvor mit den Iserlohn Roosters bewiesen, dass man auch mit kleinem Budget Großes leisten kann. So führte Addouno die Sauerländer ins Viertelfinale, was damals der größte Triumph deren Vereinshistorie war. Er schaffte es zwar nicht mehr die Pinguine in die Playoffs zu führen aber hinterließ einen positiven Eindruck bei den Fans und sie wurden in der Folgesaison mit dem größten Erfolg seit 2003 belohnt, denn die Pinguine erreichten das Halbfinale, welches Krefeld an Wolfsburg verlor. Es folgte danach Ernüchterung, denn die Pinguine verpassten durch viele Verletzungen in der Folgesaison die Playoffs und Adduono geriet das erste Mal ins Visier der Fans. Die sportliche Leitung entschied sich seinerzeit trotzdem Adduono den Rücken zu stärken, was sich im Nachhinein als Richtig erwiesen hat, denn es folgte wieder das Halb- und Viertelfinale, sowie eine Playoffqualifikation die letzte Saison abermals an Wolfsburg ging.

Was ist anders?
Anders als in den Jahren zuvor begann beim KEV ein Umbruch und man verlor zusehens Führungsspieler wie Richard Pavlikovský, Dusan Milo, Boris Blank, François Méthot, Sinan Akdag oder Kevin Clark um nur Einige zu nennen. Diese Spieler konnten nicht 1 zu 1 ersetzt werden. Auch auf dem Transfermarkt hatte man nicht nochmal wie mit Clark oder Voakes das große Los gezogen, sondern sich mit Spielern aus der DEL2 oder der EBEL begnügt, die sich für eine Führungsrolle bei den Pinguinen derzeit noch nicht eignen. Aus der Not heraus integriert man viele junge Spieler in die Mannschaft, was zwangsläufig dazu führt, dass im Profibusiness keine konstanten Leistungen abgerufen werden können. Innerhalb der Mannschaft war schon in der Vorbereitung eine Unsicherheit sichtbar und Adduono gelang es auch nicht die passende Formation zu finden. Er rotierte in jedem Spiel, wirkte für Außenstehende ratlos und wurde wegen mangelnder taktischer Fähigkeiten in der Krefelder Lokalpresse kritisiert, was dazu führte, dass die Forderung nach einem Wechsel immer lauter wird.

Was muss passieren?
Die Pinguine sollten dringend den Dialog mit den Fans suchen. 3.641 Zuschauer gegen den deutschen Meister sind auch für einen milden Oktober zu wenig. In den ersten vier Heimspielen wollten nur 15.667 Zuschauer die Pinguine sehen, was einem Zuschauerschnitt von 3.916 entspricht (Ziel:5.000). Nicht nur die sportliche Talfahrt ist eine Baustelle der Pinguine – auch rund um den KönigPalast gibt es Diskussionsbedarf. Die Aufbruchstimmung „Nur der KEV“ ist nach Robert Haake gänzlich verloren gegangen und die Pinguine täten gut daran den neuen Geschäftsführer mit kreativen Ideen die Marke Krefeld Pinguine zu stärken.

Rick Adduonos Arbeit muss kritisch hinterfragt werden, aber ohne in Aktionismus zu verfallen. Er ist dazu verdammt Erfolge einzufahren und

Auf Neuzugang Scott Valentine bauen die Pinguine in der Defensive (c) www.icepingu.de
Auf Neuzugang Scott Valentine bauen die Pinguine in der Defensive (c) www.icepingu.de

deshalb sollte die sportliche Leitung nicht zu lange warten, um eine Änderung vorzunehmen, wenn man den KönigPalast nicht noch leerer spielen will. Es gilt das Bestmögliche in den sechs verbleibenden Spielen bis vor der Deutschland-Cup Pause aus der Mannschaft zu holen, um dann zu analysieren, wo die Reise hingeht. Adduono gelang es in den letzten Jahren immer das Team in Unterzahl gut zu positionieren. Hier müssen die Pinguine wieder zu alter Stärke finden, was mit der Verpflichtung von Verteidiger Scott Valentine möglich sein sollte.

Experimentelles Reihenumstellen und die damit verbundene Unsicherheit die in den ersten Spielen zu katastrophalen Ergebnissen geführt hat, sollten unterlassen werden. Wie man im Spiel gegen Mannheim sehen konnte, kann man mit Ruhe ein deutlich stärker werdenen Gegner kontrollieren und so wichtige Punkte einfahren.

Rick Adduono könnte alternativ im Falle eines Misserfolgs für die Pinguine als Sportmanager platziert werden, wie es die Pinguine in der Vergangenheit bereits schon mal mit Jiri Ehrenberger praktiziert haben. Im Gegenzug könnten sie sich auf einen jungen Trainer, der sich ganz Besonders mit den deutschen Spielern auskennt, konzentrieren. Franz Fritzmeier Junior hat mit dem Kooperationspartner EV Duisburg hervorragende Arbeit geleistet und bildet derzeit bei den Kölner Haien neben Trainer Niklas Sundblad und Petri Liimatainen das Trainerteam und wartet auf eine Gelegenheit als Cheftrainer in der DEL Fuss zu fassen. Alternativ wäre sicherlich auch Todd Björkstrand für die DEL interessant. Der 52-jährige Amerikaner war zuletzt 26 Jahre bei Herning Blue Fox in Dänemark aktiv, wovon er 14 Saisons als aktiver Spieler insgesamt sieben Meisterschaften holte und weitere drei Male das Play-off-Finale erreichte. Unmittelbar im Anschluss an sein Karriereende als Spieler übernahm Bjorkstrand 2002 das Amt des Cheftrainers bei den Herning Blue Fox, die er bis zum Ende der Saison 2013/14 trainierte und in dieser Zeit mit dem Team sechs Meisterschaften, sowie zwei dänische Eishockeypokale gewann. Zur Saison 2014-15 suchte er eine neue Herausforderung und wechselte zu den Graz 99ers in die EBEL als Trainer und Manager, aber konnte dort die Erwartungen nicht erfüllen.

Wenn man mit dem Beispiel langfristiger Trainerteams weiter machen möchte, wären das Kandidaten die man sich genauer ansehen sollte.

DEL begrüßt neues Sportformat des WDR

DEL-Logo 3D Aufsicht fineNeu im WDR Fernsehen: Monatlich 30 Minuten mehr Sport aus NRW

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) begrüßt die Ausweitung der Sportberichterstattung im WDR Fernsehen. „Das ist ein richtiges und wichtiges Signal für den gesamten Sport“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Davon profitiert auch die DEL, die am 13. September in ihre 20. Saison startet.

Seit dem 11. August berichtet der größte ARD-Sender im Rahmen der neuen „Sportschau Bundesliga am Sonntag“ ab 22.05 Uhr an drei Sonntagen im Monat jeweils zehn Minuten lang über Sportereignisse aus NRW.

Schwerpunkte der Berichterstattung sind die BEKO-Basketball-Bundesliga, die DKB-Handball-Bundesliga und die DEL. Darüber hinaus sollen auch weniger verbreitete Sportarten einen neuen Sendeplatz finden. Einmal im Monat nutzt WDR-Sportchef Steffen Simon den Sendeplatz für eine ironische, pointierte Nachbetrachtung des jeweiligen Bundesliga-Spieltages.

Mit den Kölner Haien, der Düsseldorfer EG, den Krefeld Pinguinen und den Iserlohn Roosters spielen allein vier von 14 DEL-Clubs in NRW.

Jubiläums-Saison: 14 Clubs erhalten Lizenz – Schwenningen zurück in der DEL

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wird ab dem 13. September mit 14 Clubs in ihre 20. Saison starten. Das ist das Ergebnis des DEL-Lizenzprüfungsverfahrens. Demnach erhalten 13 von 14 DEL-Clubs, die auch 2012/13 dabei waren, die Spielberechtigung für die kommende Saison. Nach zehn Jahren kehren die Schwenninger Wild Wings in die DEL zurück. Der Zweite der vergangenen Zweitliga-Meisterschaft hatte die Hannover Scorpions GmbH erworben. 

„Wir freuen uns, mit Schwenningen einen Traditions-Club in der DEL begrüßen zu können“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Zugleich veröffentlichte die DEL den Spielplan für die Jubiläums-Saison. „Es ist uns gelungen, einen für alle Teams ausgewogenen und attraktiven Spielplan zu erstellen. Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir den Fans sowie den TV-Zuschauern die Playoffs ab den Viertelfinals erstmals komplett im Modus Best of Seven anbieten können“, sagte Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb bei der DEL.

DEL Spielplan 2013/14 als PDF Download DEL-Spielplan 2013-2014