Wer etwas will, findet Lösungen, wer etwas nicht will, findet Gründe. – Ein Kommentar

In den Eishockey-News von vergangener Woche las ich einen Artikel mit der Überschrift „Neue Eiszeit – Auf- und Abstieg ab 2018 gescheitert“. Die dort getroffenen Aussagen kann ich nicht so wirklich nachvollziehen.

Das seinerzeitige Unterhaus der DEL, organisiert in der ESBG, wurde nach Gutsherrenart in Abhängigkeit der Landesverbände regiert. Klar ist, daß man seine Gesellschafter im Zweifelsfall nicht in solche Strukturen „verabschieden“ wollte. So kam es wie es kommen musste, die DEL wurde eine geschlossene Gesellschaft. Aufgeweicht wurden dann die Strukturen der ESBG, daß sich mit Hilfe der DEL diese auch vom DEB emanzipierte und es wurde gleichzeitig eine Kooperation ESBG/DEL beschlossen. Vor zwei Jahren passierte dann das kleine Wunder, daß sich der DEB durch Satzungsänderungen neu strukturierte. Die Landesfürsten wurden in ihrer Macht beschnitten. Hiernach war schlussendlich die Grundlage geschaffen, die es sinnvoll erscheinen ließ, wenn nach weiterer Annäherung der DEL2 (ESBG) an die DEL ein Auf- und Abstieg zwischen den Ligen eingeführt wird. Hierzu suchte die DEL nach einer Lösung, die es ihren Gesellschaftern erlaubt, ohne allzu große Substanzverluste auch eine Liga tiefer zu überleben. Zu Beginn der vergangenen Saison war es dann soweit. Per Gesellschafterbeschluss verabredeten DEL und DEL2 gemeinsam einen Fahrplan, der am Ende zu einer Verzahnung führen sollte.

Hiernach sollten folgende Bedingungen erfüllt werden zum Stichtag 31.03.2016:
Bürgschaften über „Eintrittsgeld“ € 800.000 zuzüglich Gesellschafteranteil € 16.000;
Infrastruktur über Stadionkapazität 4.000 auf Basis 6.000 Punkte mit Businessplan 7.000 Punkte innerhalb eines Jahres;
Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Sehr schön ist das zu sehen auf der Pressekonferenz vom 10.09.2015. Die Teilnehmer waren sich einig, daß es zwar schwer, aber dennoch zu lösen sei. Auch zu verstehen ist, daß im Zweifelsfall, also wenn die Bedingungen zum Stichtag nicht erfüllt werden können, die Vereinbarung nicht nichtig ist, sondern sich der Fahrplan lediglich um ein Jahr nach hinten verschiebt.

Am 31.03.2016 war dann Stichtag und die DEL 2 feierte die Abgabe der Unterlagen. Einzig René Rudorisch stellte fest, daß man die Unterlagen eingereicht und um wohlwollende Prüfung gebeten hat. Wohlwollend ist immer dann richtig, wenn mir bewusst ist, daß die Sache nicht ganz koscher ist. Es kam dann so, wie es kommen musste. Das unabhängige Prüfungsunternehmen stellte fest, daß die Unterlagen nicht dem vereinbarten Rahmenplan entsprachen. Abgesehen davon, daß nicht wie vereinbart „geliefert“ wurde, kommen aus den Ecken der DEL 2-Ligisten die seltsamsten Begründungen. Interessanterweise hört und liest man von Seiten der DEL nichts zu dem Thema. Offensichtlich soll ein Lerneffekt derart stattfinden, daß man die Suppe, die man sich selbst eingebrockt hat, schlussendlich auch selbst auslöffeln muss.

Zunächst wurde vollmundig erklärt, daß man unterschiedliche Auffassungen von der Ergebnisprüfung hat und dann sollte nach einer gemeinsam zu fassenden Schiedsvereinbarung das Schiedsgericht angerufen werden. Auf die Anrufung des Schiedsgerichtes hat man dann doch lieber verzichtet mit der Begründung, daß Bremerhaven aufgestiegen wäre und somit sich die Lage, also nach Rückzug der erbrachten Leistungen durch Bremerhaven, grundlegend verändert hätte. Das ist ziemlicher Nonsens, denn die Vereinbarung war und ist eine Stichtagsvereinbarung. Stand 31.03.2016 war Bremerhaven Gesellschafter der DEL 2. Gestützt wird das dadurch, daß der DEL-GF Gernot Tripcke Bremerhaven mitgezählt hätte.

Und dann der unsägliche Herr Schnabel. Zum einen schnabuliert er über unverschämte und unrealistische Forderungen und zu guter Letzt wirft er der DEL mangelnden Respekt gegenüber der DEL 2 vor. Sorry, aber wenn ich selbst gegenüber meinen Mitgesellschaftern keinen Respekt bezeuge und trotz geeigneter infrastruktureller Gegebenheiten andere machen lasse, dann sollte ich es auch lassen über diesen Umstand zu lamentieren. Der Herr Schnabel hätte mal besser selbigen gehalten. Fast lachen musste ich, als er diesbezüglich das Kartellrecht als Ansatz für Verhandlungen sieht, weil die DEL ihre marktbeherrschende Situation ausnutzen würde. Vielleicht sollte er einmal sehen, daß die DEL auch ihre Gesellschafter schützen muss. Zumindest war es für manche Standorte kein Problem zu liefern, insofern können es gar keine unüberwindlichen Hürden gewesen sein. Aber vielleicht sollten sich die Herren aus Dresden und Frankfurt einmal austauschen, wie sie sich künftig zielführend in die ESBG einbringen. Der 31.03.2017 ist schließlich auch ein neuer Tag. Da die DEL aber nach Urteil des obersten Sportgerichtes (CAS*) sich Regularien und Zusammensetzung selbst geben kann, diverse Standorte ausreichend Nachweise erbracht haben, dürften sich die Kartellrechtler beim EuGH auf eine Kaffeestunde freuen.

Ich halte für mich folgendes fest:
1.) Alle Beteiligten waren bei Verabschiedung dieser Regelung dreimal Sieben.
2.) Für manche DEL 2 Geschäftsführer, beispielsweise bezüglich des Nachtretens gegenüber Bremerhaven und der DEL, ist Stil offensichtlich das Ende des Besens.
3.) Hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit liegt noch viel Arbeit vor diesen Herren, neben der eigentlichen Arbeit. Weshalb nutzt man hier nicht die Synergieeffekte?

Hätte man die Feier frühzeitig abgesagt und von sich aus auf das kommende Jahr verschoben, man hätte viel besser mit Sponsoren/Gönnern verhandeln können. So muss man sich nicht wundern, wenn man letztendlich an der eigenen Unglaubwürdigkeit scheitert.

Für NRW Hockey: Christa Stüber

(CAS*) Interessanterweise ging es seinerzeit beim Urteil des obersten Sportgerichtshofes um den Punkteplan der DEL. Die „alte“ ESBG hatte gegen die DEL geklagt, da der sportliche Aufsteiger Ravensburg nicht den geforderten Punkteplan erfüllen konnte. Übrigens auch heute noch war es wieder die Ravensburger Halle, die bei der Prüfung bemängelt wurde (Kapazität).

ESBG: Weichen für Zukunft sind gestellt

Die zweite Eishockey-Bundesliga stellt die Weichen auf Zukunft: Gut eine Woche nach der Einigung mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) zur Fortführung eines selbstverwalteten Spielbetriebs legten die zwölf Zweitliga-Clubs in München im Rahmen einer Gesellschafter-Versammlung die administrative Basis für den geregelten Saisonstart am 13. September.

So wurde der Entwurf des künftigen Kooperationsvertrages mit dem DEB ebenso finalisiert wie der neue Gesellschafter-Vertrag und die Inhalte des mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) abzuschließenden Markennutzungsvertrages. Dieser soll es den Clubs der zweiten Liga ermöglichen, künftig unter dem Namen DEL2 an den Start zu gehen.

Mit der Umsetzung dieser Aufgaben wurde nach dem vereinbarten Rückzug des bisherigen Geschäftsführers Alexander Jäger (Ravensburg) ein Dreier-Gremium betraut. Es besteht aus Wilhelm Graue (Rosenheim) für die zweite Liga, dem unabhängigen Berater Detlef Kornett (Berlin) für die DEL sowie dem DEB-Präsidenten Uwe Harnos (Kaufbeuren).

Initiiert wurde zudem die Einführung eines Aufsichtsrats, der aus fünf Personen bestehen soll: Drei Vertreter aus der künftigen DEL2 sowie jeweils einem Vertreter von DEB und der DEL. Derzeit unterziehen sich die zwölf Zweitligisten gerade dem Lizenzprüfungsverfahren, das bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein wird

Quelle:esbg.de

Deutscher Eishockey-Bund e.V. und Clubs der zweiten Liga einigen sich im Sinne des Sports

München, 17.07.2013 – Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) und die Clubs der zweiten Bundesliga haben noch vor dem Gerichtstermin am 18.07.13 eine außergerichtliche Einigung erzielt. Der Spielbetrieb der zweiten Bundesliga wird von der Eishockeyspielbetriebs-Gesellschaft (ESBG) bis 2018 weitergeführt, die sich künftig allerdings selbst verwalten wird.

Ein entsprechender Kooperationsvertrag wird zwischen DEB und ESBG neu geschlossen. Neben den Clubs und dem DEB erhält auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL) einen Geschäftsanteil in der neuen ESBG. „Wir haben einen Kompromiss gefunden mit dem alle beteiligten Parteien mehr als zufrieden sind. Die nächste Saison ist im Sinne des Sports gesichert, die Clubs verwalten sich eigenverantwortlich unter Wahrung der Rechte aller DEB-Mitglieder“, kommentierte DEB-Präsident Uwe Harnos die Einigung. Auch bei den Clubs ist man mit der Lösung zufrieden: „Wir planen mit dem neuen Produkt als DEL2 an den Start zu gehen“, sagen die Zweitliga-Verhandlungsführer Wilhelm Graue, Rene Rudorisch und Alfred Prey.

In der Saison 2013/14 gehen die zwölf sportlich qualifizierten Teams mit einem professionellen Ligaprodukt an den Start. Das bestehende Teilnehmerfeld der Vorsaison komplettiert Aufsteiger Bad Nauheim. Der Auf- und Abstieg zwischen den Oberligen und der zweiten Liga und damit die Anbindung zum Bereich des DEB/der Landeseissportverbände (LEV) ist so gewährleistet. In der Saison 2014/15 wird die Teilnehmerzahl der 2. Liga bei Wahrung sportlicher Qualifikation auf 14 aufgestockt.

Zweitligisten gehen in die Offensive – „Werden unsere Ansprüche gerichtlich prüfen lassen“

München – Die Zweitligisten gehen in die Offensive: Nachdem der Deutsche Eishockey Bund e.V. (DEB) verlautbaren ließ, dass es in der kommenden Saison keine zweite Bundesliga unter seinem Dach, stattdessen aber eine Qualifikationsrunde der Oberligen zu einer zweiten Liga für die darauf folgende Saison geben werde, fordern die Zweitligisten umgehend Aufklärung.

 

Dies zumal der DEB in seiner Erklärung keinerlei Angaben dazu machte, wie er einer zweiten Liga in der bestehenden Form oder dem neuen Modell DEL II gegenüber steht. Anders als weit über 500.000 Eishockey-Interessierte im sozialen Netzwerk Facebook, die sich eindeutig für eine DEL II ausgesprochen haben. Im Gegenzug hatte der DEB die Zweitligisten mehrfach ultimativ aufgefordert, sich für die kommende Saison für den Spielbetrieb unter dem Dach des DEB zu bewerben, ansonsten werde man die Zweitligisten zur „wilden Liga“ erklären.

 

In seiner aktuellen Stellungnahme machte der DEB keinerlei Angaben zu möglichen Lösungsansätzen in seiner Auseinandersetzung mit der zweiten Liga. Stellvertretend für die Zweitligisten nahm Wilhelm Graue (Rosenheim) Stellung: „Die DEB-Reaktion war zu erwarten und legt für alle Beobachter und Beteiligten einmal mehr ein beredtes Zeugnis dafür ab, dass der DEB weder Willens noch in der Lage ist, sich den aktuellen Themen des deutschen Eishockeys zu stellen, diese anzupacken und zu lösen.“
Man erwarte nun umgehend eine klare Positionierung des DEB in der von den Zweitliga-Clubs gesetzten Frist bis zum Donnerstag und werde diese nötigenfalls gerichtlich einklagen. Graue: „Wir sind der Überzeugung, dass der Verband laut Satzung und Spielordnung einen Kooperationsvertrag mit der ESBG bzw. uns abschließen muss.“

 

Dies bedeutet, dass die Zweitliga-Clubs bei einer weiteren Verweigerung des Verbandes von Gesprächen zur Lösung des Konflikts als letztes Mittel rechtliche Schritte einleiten werden, die, zusammen mit den daraus möglicherweise resultierenden Schadensersatzansprüchen der Clubs von der DEB-Seite nicht einfach mehr zur Seite geschoben werden können.

 

PM:ESBG


ESBG: Klubs beschließen Kündigung der Kooperationsverträge mit DEB und LEV´s

Die Eishockeyclubs der zweiten Eishockey Bundesliga haben in ihrer Ligentagung am 28. November 2012 die Kündigung der Kooperationsverträge mit dem Deutschen Eishockey Bund e.V. sowie den Landeseissportverbänden beschlossen. Die Mehrheit der Zweitligisten sah die aus dem Jahre 2001/2002 stammenden Vertragswerke als nicht mehr zeitgemäß an und stimmten daher für diesen Schritt, um den Weg für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft für alle Seiten zu ebnen.

ESBG-Geschäftsführer Alexander Jäger: „Wir sehen in der Kündigung dieser in die Jahre gekommenen Verträge einen Neuanfang, um vorbehaltlos in die Verhandlungen über die künftige Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zu gehen. Der durch unsere Strukturkommission erstellte Kooperationsvertrag, der durch die Zweitligisten ebenfalls bestätigt wurde, ist die Basis für diese aus unserer Sicht sehr positiven Verhandlungen mit dem Deutschen Eishockey Bund e.V.“

Weniger erfreut zeigten sich die Zweitligisten über die kurzfristige und unangekündigte Absage der DEB-Verantwortlichen für die im Anschluss an die Ligentagung geplante ordentliche Gesellschafterversammlung. „Hier wurde eine große Chance versäumt, das deutsche Eishockey einen großen Schritt nach vorne zu bringen und einen Strich unter die Diskussionen des vergangenen Sommers zu machen“ fasste Alfred Prey Bremerhaven die Stimmung unter den anwesenden Gesellschaftern zusammen, die große Hoffnung in die Gespräche mit dem Deutschen Eishockey Bund e.V. zu diesem Thema gelegt hatten.

Der dem Deutschen Eishockey Bund e.V. bereits am 5. November 2012 vorgelegte Vertragsentwurf soll trotz des negativen Ausgangs der ordentlichen Gesellschafterversammlung die Grundlage für die kommenden Gespräche mit den Verantwortlichen des DEB für die künftige Zusammenarbeit ab der Saison 2013/2014 darstellen. „Die ESBG ist weiterhin an einem neuen und fairen Kooperationsvertrag interessiert und wartet nun auf die hoffentlich positive Rückmeldung von Seiten des DEB“ erklärte Jäger, der den Deutschen Eishockey Bund e.V. nun in der Position sieht, seine Verantwortung für das deutsche Eishockey wahrzunehmen.

Offizielle Pressemitteilung
Oliver Mayer (ESBG-Pressesprecher)