13 aus 52 – Ein Viertel der Saison ist vorbei, ein kurzes Zwischenfazit der Iserlohn Roosters

Vorne Hui, hinten Pfui (von Mathias Wagner)

Trotz 50(!) geschossener Tore, stehen die Iserlohn Roosters nach 13. Spieltagen in der Deutschen Eishockey Liga auf dem elften Tabellenplatz. Ein Grund dafür liegt im Abwehrverhalten der Sauerländer. Denn mit 51(!) Gegentoren stellen die Roosters die schlechteste Defensive der Liga. Aber nicht nur die Gegentorflut macht den Fans der Kampfhähne zu schaffen, auch die Verpflichtung eines neuen Torhüters schlug im beschaulichen Iserlohn hohe Wellen.

Mit Neuzugang Jon Matsumoto stellen die Roosters den derzeitigen Top-Scorer der DEL, dicht gefolgt von Teamkamerad Anthony Camara, der auf Platz 2. rangiert. Aber nicht nur die beiden Nordamerikaner waren sehr erfolgreich. Mit Marko Friedrich (zehn Punkte) und Lean Bergmann (acht Punkte) stehen sogar zwei deutsche Stürmer unter den Top sechs Scorern im Team. Als positiv ist sicher auch die Verpflichtung von Evan Trupp zu sehen, der quirlige US-Amerikaner konnte sich schon zehn Mal in die Statistikwertung eintragen. Die Offensive ist aber auch nicht das Problem des Teams vom Seilersee. Trotz solider Leistungen der beiden Torhüter Lange und Dahm, bekamen die Roosters schon 51. Gegentore – der schlechteste Wert der gesamten DEL. Oftmals hatten die Angreifer des Gegners zu viel Raum und Zeit um sich im Drittel der Iserlohner festzusetzen. Die Defensivarbeit der Stürmer sowie das Stellungsspiel der Abwehrspieler sind sichtbar ausbaufähig. Das Team rannte häufig in Konter und diese wurden oft zu gefährlichen Chancen oder Toren. Spieler wie Dylan Yeo, Kevin Schmidt und auch Daine Todd sind zwar offensiv gefährlich, aber defensiv haben sie immer wieder ihre Probleme, wenn es in den Bandenzweikampf geht. Die Verpflichtung von Keaton Ellerby hingegen ist genau das, was den Roosters fehlte. Ein weiterer Spieler seiner Sorte würde den Blau Weißen allerdings mehr als gut tun.

Zu- und Abgänge im Team der Roosters

Rob Daum, Trainer der Roosters, sah das augenscheinlich anders. Denn kurz vor dem 12. Spieltag verpflichteten die Sauerländer den finnischen Goalie Niko Hovinen. Ob er allein die Defensivproblematik aus der Welt schaffen kann ist zu bezweifeln. Der Neuzugang durfte gleich beim Auswärtsspiel in Schwenningen ran. Ohne Erfolg – Der IEC verlor verdient mit 3:5. Es war die sechste Auswärtsniederlage in Folge. Viele Fans sehen die Verpflichtung mehr als kritisch und besonders der Umgang mit den beiden anderen Torhütern erschreckend. Man erhoffte sich am Seilersee eine gewisse Transparenz und gute Kommunikation. So charmant dieser kleine Verein im Sauerland auch ist, aber mit dieser Aktion hat der Club nur sich selbst geschadet. Es bleibt nun abzuwarten wie sich dieser Schaden auf die restliche Saison auswirkt. Eins dürfte klar sein – und wurde bereits von Vereinsseite auch bestätigt – man wird die Spielzeit nicht mit drei Torhütern beenden. Mathias Lange wird wohl seinen Spint in der Roosterskabine räumen müssen. Durch die Hovinen-Verpflichtung ergibt sich nicht nur ein Problem auf der Torhüterposition. Mit nun zehn vergebenen Ausländerlizenzen hat Rob Daum nun die Qual der Wahl auf wen er auf Grund der Ausländerbeschränkung (höchstens neun Ausländer auf dem Spielberichtsbogen) verzichtet. Hinzu kommt der Abgang von Denis Shevyrin. Der Deutsch-Russe, der sowohl im Sturm als auch in der Abwehr zum Einsatz kommen kann, wechselte nur einen Tag vor der Hovinen Verpflichtung zu den Roten Teufel nach Bad Nauheim in die DEL2. Deswegen verwunderlich, da Shevyrin jedes Spiel in der vierten Sturmformation bestritt und dabei einen guten Job machte. Ergo: Keine Kadertiefe – auch wenn es von Manager Karsten Mende so kommuniziert wurde.

Heimspiele und Auswärtspleiten

Ein weiteres Problem der Roosters – Die Diskrepanz der Leistungen zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Zu Hause sind die Iserlohner eine Top-Mannschaft der Liga, Auswärts hingegen auf dem letzten Platz. Woran das liegt, können weder Spieler noch Trainer beantworten. Bei Heimspielen durften sich die Fans der Roosters bisher immer über ein Spektakel freuen. Einem 8:3 Sieg gegen München folgte eine 6:7 Niederlage gegen Augsburg und wiederum ein verdienter 6:3 Erfolg gegen die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg.

Wie geht es nun weiter?

Unruhe im Verein und im Umfeld. Keine guten Vorzeichen für ein zufriedenstellendes Abschneiden für den Sauerländer Eishockeyclub. Trainer Rob Daum wird sich nun an seinen Personalentscheidungen messen lassen müssen. Auch Manager Mende dürfte nun einen deutlich schlechteren Stand bei den Fans haben. Die Aussagen Rund um die „Causa-Hovinen“ waren nicht glücklich gewählt. Zaubert er hingegen einen weiteren (deutschen) Verteidiger und einen deutschen Pass für einen seiner Stürmer aus dem Hut, könnte sich das Blatt zu Gunsten des Managers wenden. Allein der Glaube fehlt vielen…

Saisonvorschau Iserlohn Roosters 2018/2019 – Schneller, jünger, hungriger – Hilft das Abschneiden von alten Zöpfen?

Saisonvorschau Iserlohn Roosters 2018/2019 – Schneller, jünger, hungriger – Hilft das Abschneiden von alten Zöpfen? von Mathias Wagner.

Rückblick

Nach einem schwachen Saisonstart und der daraus resultierenden Entlassung von Jari Pasanen nach bereits zehn Spieltagen, installierten die Roosters Rob Daum für die vakante Stelle des Cheftrainers. Mit dem „Eishockeyprofessor“ erreichten die Sauerländer relativ sicher die Pre-Playoffs und hatten sogar lange Zeit die Chance auf Platz 6 und die damit verbundene direkte Play-Off-Qualifikation. In den Pre-Playoffs selbst präsentierten sich die Roosters allerdings schwach und schieden in nur zwei Spielen verdient gegen die Fischtown Pinguins aus. Anschließend mussten und wollten die Roosters einen großen Umbruch starten und so verließen auch in diesem Sommer ein dutzend Spieler das Sauerland. Zehn Neuzugänge stehen dem großen Aderlass entgegen und müssen integriert werden.

Das Team der Iserlohn Roosters 2018/2019

 

Torhüter

 

Im Tor bleibt alles beim Alten. Mathias Lange und Sebastian Dahm hüten auch in der kommenden Saison das Tor der Iserlohn Roosters. Der dänische Nationaltorhüter zeigte sehr gute Leistungen in seinem ersten DEL-Jahr und so hatte es Lange schwer auf seine Einsatzzeiten zu kommen. Eine kleinere Verletzung Dahms konnte der ehemalige österreichische Nationaltorhüter allerdings für sich nutzen und präsentierte sich in dieser Phase außerordentlich gut. Anschließend wechselten sich beide Torhüter immer wieder ab.

Zwischen den Pfosten sind die Iserlohn Roosters somit ausgezeichnet aufgestellt. Das Duo Dahm/Lange stellt eines der Ausgeglichensten der gesamten Liga dar. Auch deswegen hat sich Trainer Daum noch nicht auf eine klare Nummer 1 festgelegt. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass Sebastian Dahm zu Beginn der Spielzeit im Tor der Roosters stehen wird, nachdem er in den wichtigen Spielen der Vorsaison zumeist den Vorzug erhielt. Mit einer Förderlizenz ausgestattet wird Jonas Neffin für den Kooperationspartner Essen auflaufen und wohl nur bei Ausfällen der beiden Topgoalies in den Roosterskader rutschen.

Abwehr

Setzte Karsten Mende in der vergangenen Saison noch auf eine skandinavisch geprägte Karte in der Verteidigung, so kehrt man nun wieder zur nordamerikanischen Spielweise zurück. Mit Alexander Bonsaksen, Johan Larsson und Oscar Eklund verlassen alle defensiven Importspieler die Abwehr der Iserlohn Roosters. Ersetzt werden sie unter anderem durch Dylan Yeo von den Straubing Tigers, der mit elf Treffern in der vergangenen Saison der torgefährlichste Verteidiger der Liga wurde und auch in Iserlohn das ein oder andere Tor zu einer erfolgreichen Saison beisteuern soll. Perfekte Defensivarbeit sollte man allerdings nicht erwarten. Der Kanadier ist gerne mal für einen Lapsus gut.

Aus Schweden sicherte man sich die Dienste von Daine Todd. Der relativ kleine, flinke Verteidiger, durch seine technischen Fähigkeiten ebenfalls im Powerplay stark einzuschätzen ist fehlte allerdings verletzungsbedingt in großen Teilen der Vorbereitung. Auch aus diesem Grund sucht Manager Karsten Mende weiterhin einen Verteidiger, der den Abgang von Johan Larsson kompensieren soll.

Mit Christopher Fischer und Kevin Schmidt können die Waldstädter weiterhin auf spielstarke und torgefährliche Abwehrspieler bauen, die auch im Powerplay Akzente setzen können. Auch Fischers Verteidigerpartner Sasa Martinovic hat seinen Kontrakt um eine weitere Spielzeit verlängert. Der Deutsch-Kroate steigerte sich im Saisonverlauf zu einer verlässlichen Größe und dürfte auch in der neuen Spielzeit eine tragende Rolle im Kader spielen.

Weiterhin an Bord sind Denis Shevyrin und Dieter Orendorz. Beide spielten letzte Saison nicht ihre Stärkste und haben nun die Chance sich für eine Position in der Top 6 zu empfehlen. In der Vorbereitung zeigten sie bereits, dass sie bereit dafür sind.

Rückkehrer Tom-Eric Bappert komplettiert die Defensive und wird wohl zwischen Iserlohn und Essen pendeln. Der erst 19 jährige Förderlizenzspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2021 und soll langsam an die DEL herangeführt werden. Somit stehen den Roosters stand heute 8 Verteidiger zur Verfügung. Von außen betrachtet fehlt es noch an der nötigen Härte, die sie mit Bonsaksen verloren haben. Die spielerische Komponente dürfte dafür ausgeprägter den je sein. Mit Schmidt, Fischer, Martinovic, Todd und Yeo hat man in Iserlohn bereits fünf Spieler unter Vertrag, die alle einen Aufbaupass spielen können und auch für das Powerplay in Frage kommen. An Spielwitz fehlt es der Roosters-Verteidigung 2018/2019 nicht.

Stürmer

Den größten Umbruch vollzogen die Roosters im Sturm. Mit Combs, Brown, Jaspers, Down und Costello verließen die fünf besten Scorer des Teams den Seilersee. Demgegenüber verpflichteten die blau weißen mit dem DEL-Final-MVP Jon Matsumoto, Evan Trupp und Alexei Dmitriev DEL erfahrene Spieler die ihr Können schon mehrfach unter Beweis gestellt haben. Erhalten bleibt Trainer Rob Daum die Angriffsformation mit Neu-Kapitän Justin Florek, Marko Friedrich und Jake Weidner. Die Drei machten schon in der vergangenen Saison einen soliden Job, einzig die Torgefahr ging ihnen etwas ab. Man kann davon ausgehen, dass dieses Trio wieder in einer Reihe zum Einsatz kommen wird. Die Fans der Roosters dürfte das freuen. Schon im vergangenen November kehrte Caporusso von seinem Schweden-Abenteuer zurück zum Seilersee und wird auch in der kommenden Saison  das blau weiße Trikot überstreifen. Ihm zur Seite steht sein College Freund Travis Turnbull, der vor allem durch seine Einsatzbereitschaft glänzen konnte. Ihm fehlte es in der vergangenen Saison vor allem an Torgefahr. Die Reihe wird komplettiert durch den aus Augsburg verpflichteten US-Amerikaner Evan Trupp. Der flinke Spielmacher, der sowohl als Center und auch auf den Außen zum Einsatz kommen kann, dürfte mit seinem hervorragenden Blick für den Nebenmann sicher für einige Vorlagen sorgen aber auch selbst das Tor finden.

Die Top Reihe der Roosters bilden Anthony Camara, Jon Matsumoto und Jordan Smotherman. Letzterer musste kurz vor seinem ersten Engagement am Seilersee um seine Karriere fürchten, da die Iserlohner Ärzte eine Herzerkrankung diagnostiziert hatten. Diese wurde aber mit einem Eingriff in Nordamerika erfolgreich beseitigt. Anschließend spielte Smotherman fast ausschließlich für die Manchester Monarchs in der ECHL und traf in 97 Spielen 49-mal ins Schwarze. Den absoluten Coup konnten die Roosters mit der Verpflichtung von Jon Matsumoto landen. Der 31 jährige Kanadier, der laut einigen Gerüchten einen Einjahresvertrag mit der Option für 3(!) weitere Spielzeiten unterschrieben haben soll  wird die erste Sturmreihe als Center anführen. Der Kreativspieler kommt mit der Empfehlung von 37 Punkten in 62 Partien für Red Bull München.

Mit Anthony Camara, der in seinen bisherigen Einsätzen für die Sauerländer einen hervorragenden Eindruck hinterließ (3 Tore in 3 Spielen) wird der dritte im Bunde sein. Der aggressiv spielende Kanadier wird wohl der Arbeiter in der Scoring Line sein. Die nominell vierte Formation bilden Michael Clarke und die beiden ehemaligen Iserlohner Lean Bergmann sowie Alexei Dmitriev. Der mittlerweile 33-jährige Dmitriev, der den Haudegen Boris Blank ersetzen soll, spielte bereits von 2005 bis 2007 am Seilersee und kehrt nun nach Stationen in Weißrussland, Bietigheim und Düsseldorf zurück an die alte Wirkungsstätte. Der flexibel einsetzbare Deutsch-Weißrusse wird die 4. Reihe mit seiner Erfahrung und seinem Scoringpotential anführen.

Einen weiteren alten Bekannten dürfen die Roosters mit Lean Bergmann begrüßen. Schon im vergangen Sommer waren die Verantwortlichen sehr an einer Verpflichtung des 19-jährigen Hemeraners interessiert, dieser machte aber zuerst seinen High School Abschluss. Der Power Forward kommt vom USHL-Team aus Green Bay, für die er in 130 Spielen 23 Tore und weitere 30 vorbereitete. Von der kanadischen St. Francis Xavier Universität konnte man den Center Michael Clarke verpflichten.  Der Kanadier mit deutschem Pass kommt mit der Empfehlung von 17 Toren und ebenso vielen Vorlagen in 27 Spielen an den Seilersee. Durch seine guten Leistungen wurde Clarke sogar ins First All-Star-Team der U-Sports Liga gewählt. Mit dem 24-jährigen, der 2012 an 132. Stelle von den Colorado Avalanche gedraftet wurde, erhalten die Roosters einen perfekt ausgebildeten Spieler, der sicher das Zeug für die DEL haben dürfte. Er unterschrieb einen Vertrag für eine Saison. Auch hier sicherten sich die Verantwortlichen eine Option. Julian Lautenschlager wird als 13. Stürmer in seine erste DEL-Saison gehen. Der 22-jährige Regensburger ging in den vergangenen Spielzeiten in der Oberliga für die Moskitos Essen auf das Eis und entwickelte sich dort zum Leistungsträger. Auch er wird wie Bappert mit einer Förderlizenz ausgestattet und für Essen spielberechtigt sein.

Prognose

Wichtig wird es sein, dass sich das neu formierte Team schnell findet und auch als ein solches auftritt. „Team First“ heißt das von Rob Daum ausgeschriebene Motto der kommenden Saison. Dementsprechend verpflichtete man in den Augen der Verantwortlichen Spieler mit starkem Charakter und der Bereitschaft alles füreinander zu geben. Nur Kampfgeist reicht aber nicht aus um in der DEL zu bestehen und so müssen die neuen Kontingentspieler – allen voran Jon Matsumoto – abgewanderte Stars wie Combs vergessen machen und spielerische Akzente setzen. Spielerisch wird sich auch die Abwehr präsentieren. Einen richtigen Abräumer gibt es nicht und so könnte die fehlende Härte der Defensive die Achillesferse der Roosters werden. Die Offensivkraft der Abwehr dürfte sich hingegen durch die Verpflichtungen von Yeo und Todd gesteigert haben und ein besseres Powerplay garantieren.

Im Angriff hat man mit Camara, Smotherman , Bergmann und Clarke einige Wundertüten unter Vertrag genommen, die sich zum ersten Mal in einer kompletten DEL-Saison beweisen müssen. Sollte dies erfolgreich gelingen, hat man im Sauerland einen breit aufgestellten Sturm mit vielen Möglichkeiten zur Verfügung. Wenig Kopfzerbrechen bereiten dürfte den Verantwortlichen das Torhütergespann um Lange und Dahm. Beide Goalies zeigten ihre Klasse bereits in vielen Spielen und sollten keine Verletzungen eintreten wird man die komplette Saison mit einem deutschen Duo absolvieren.

Platzierungsprognose

Die direkte Konkurrenz aus Düsseldorf und Straubing hat sich ebenfalls ordentlich verstärkt und auch Krefeld wird alles daran setzen die vergangenen 2 Jahre vergessen zu machen. Aber auch die Panther aus Augsburg und Schwenningen werden ein gehöriges Wort im Kampf um die (Pre-)Play-Off-Plätze sprechen wollen. Zusammenfassend kann man also sagen, dass im Sauerland wieder vieles funktionieren muss, um im oberen Tabellendrittel angreifen zu können. Ein Platz in den Pre-Play-Offs scheint zumindest realistisch.

 

Tipp: Platz 9

 

Lesen Sie auch dazu das Interview unseres Redakteurs Mathias Wagner (Twitter: @matze77wagner) mit Marko Friedrich

Marko Friedrich (r) mit unserem nrwhockey Redakteur Mathias Wagner (l)

5 Fragen an Marko Friedrich 

Wagner: Wie lief die Vorbereitung, und was sind die Unterschiede der Vorbereitung im Vergleich Pasanen – Daum?

Friedrich: Zunächst einmal haben wir weniger Spiele als in der vergangenen Saison. Letztes Jahr waren es neun, jetzt sind es nur noch fünf. Rob (Daum) hat ein besonderes Auge auf das taktische Einspielen der Mannschaft -Taktiktraining, Defensive, Aufbau, Umschaltspiel- bei Jari war es eher individuelles Training. Kontakt finden und sich akklimatisieren. Die Vorbereitung ist bisher sehr zufriedenstellend. Diese Saison mussten wir auch erst einmal wieder 12 Neuzugänge ins Team integrieren. Wir steigerten uns von Spiel zu Spiel und man kann erkennen, dass die Mannschaft Fortschritte macht.

Wagner: Wird die Reihe mit dir, Florek und Weidner bestehen bleiben?

Friedrich: Ich habe schon im Sommer gedacht, dass die Formation so vorhanden bleibt und bin absoluter Befürworter davon. Wieso sollte man das ändern?!

Wagner: Wie bewertest du deine Leistung aus der vergangenen Saison?

Friedrich: Ich hatte die ersten dreieinhalb Jahre in Iserlohn einen schweren Stand unter Jari (Pasanen), wenig Eiszeit, wenig Verantwortung. Dann kam Rob (Daum) und es kam frischer Wind und eine komplett neue Ausrichtung rein und für mich sind neue Türen aufgegangen und ich bekam mehr Verantwortung und das Vertrauen des Trainers.

Wagner: Was sind deine Ziele für dich persönlich und das Ziel des Teams?

Friedrich: Die Ziele für mich persönlich – ich möchte mich weiter steigern und mehr Verantwortung im Team übernehmen. Die Punkteausbeute muss besser werden und als Mannschaft wollen wir natürlich die Play-Offs erreichen. Da das Ziel eines jeden Teams ist die Meisterschaft zu gewinnen ist das auch unser Ziel – mal gucken, was passiert.

Wagner: Kannst du dir vorstellen bei mehr Torerfolgen von dir mehr in Überzahl eingesetzt zu werden?

Friedrich: Das Überzahlspiel ist bisher sehr ernüchternd (aktuell bei 5%) und sollte um die 20% oder 25% sein.  Sollte das Powerplay weiterhin so inakzeptabel bleiben, werden bestimmt Änderungen kommen.

Wagner: Vielen Dank für das Interview.

Friedrich: Gerne!

Roosters haben Playoffs im Visier

roosters-logoDie Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben nach der katastrophalen letzten Saison, die mit Platz 13 abgeschlossen wurde, nun wieder die Playoffs im Visier.

Mit elf neuen Spielern starten die Roosters in die neue DEL-Saison 2017/2018, in der sie laut Trainer Jari Pasanen „unbedingt die Playoffs erreichen“ wollen. Nach einigen Fehlgriffen in Bezug auf Spielerverpflichtungen in der letzten Saison, wo man sich einiges mehr von Spielern wie Blair Jones oder Matt Halischuck erhofft hatte, glaubt man im Sauerland nun wieder eine gute Mischung zwischen technisch starken und körperlich hart arbeitenden Spielern gefunden zu haben. Mit den Verpflichtungen von Jack Combs (Bremerhaven) und Travis Turnbull (Köln) wurden klar zwei körperlich präsente Angreifer verpflichtet. Eigentlich eher untypisch für Jari Pasanen, der bisher eher auf schnelles Umschaltspiel gesetzt hatte. Man muss also abwarten, welche Strategie Pasanen dieses Jahr verfolgen wird und wie gut er diese seinen Spielern vermitteln kann, ein aggressives Forechecking zum Beispiel wäre eine Alternative. Generell bedarf es in Iserlohn noch an Einspielung in der Mannschaft, wenn elf neue Spieler von unterschiedlichen Vereinen zum Team hinzustoßen. Lediglich Travis Turnbull und der Schwede Johannes Salmonsson spielten in der vergangenen Saison in Köln zusammen. Einziger Lichtblick hinsichtlich dieser Beziehung ist das Trio Turnbull/Combs/Costello, das vor ein paar Jahren schon in Amerika zusammen gespielt haben soll.

Entscheidend wird außerdem sein, ob die Roosters mit ihren neuen Verteidigern Kevin Schmidt, Sasa Martinovic und Alexander Bonsaksen ihre Verteidigung wieder stabilisieren können, da man in der abgelaufenen Saison mit 171 Gegentreffern die zweitschlechteste Defensive hinter Krefeld (173 Gegentreffer) hatte. Auch Christopher Fischer soll dort eine führende Rolle übernehmen, wobei man gespannt sein wird, ob er nach seiner Verletzung wieder zu alter Form zurückfindet.

Ebenfalls wird es darauf ankommen, ob die Roosters wieder ihre Powerplaystärke zurückfinden und auswärts wieder punkten können. Abgelaufene Saison waren die Iserlohner nämlich schlechtestes Unterzahl- und Auswärtsteam.

Auch dieses Jahr jedoch haben die Roosters wieder ein starkes Torhütergespann mit Mathias Lange und dem Dänen Sebastian Dahm, der den nach Mannheim gewechselten Chet Pickard gut ersetzen dürfte. Auf dieser Position dürfte man sich also die wenigsten Sorgen machen können.

Es sind dementsprechend einige Faktoren, die jetzt wieder stimmen müssen, um in die Playoffs zu gelangen. Hinzu kommt natürlich, dass ein „großer Club“ wie Mannheim oder Nürnberg patzen muss, damit ein Playoff-Platz für die Roosters quasi frei wird. Auch das Verletzungspech kann man vorher nicht mit einplanen und da die Roosters keinen so großen Kader haben, muss man hoffen, dass man dort verschont wird. Die Einzelspieler für die Playoffs haben die Iserlohner auf jeden Fall. Man darf aber darauf gespannt sein, wie diese miteinander harmonieren und wie sie von Coach Jari Pasanen eingestellt werden. Vor allem den Fans, die ihre Mannschaft immer lautstark unterstützt haben, ist man nach der katastrophalen letzten Saison dieses Jahr nun wieder die Playoffs schuldig. Jeder Gegner, der in die Eissporthalle am Seilersee, der stimmungsvollsten DEL-Arena, kommt, sollte sich wieder auf ein äußerst schwieriges Auswärtsspiel gefasst machen, wenn es ins Sauerland geht.

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Iserlohn und Krefeld vor dem Derby mit dem Rücken zur Wand.

Franz Fritzmeier erteilt Kyle Klubertanz taktische Anweisungen
Franz Fritzmeier erteilt Kyle Klubertanz taktische Anweisungen

Dass Krefeld und Iserlohn am fünften Spieltag der deutschen Eishockeyliga am Tabellenende stehen würden, hätten die Fans beider Lager nicht im Ansatz gedacht. Iserlohn gastiert am Sonntag als Tabellenletzter im Krefelder KönigPalast mit nur einem Zähler auf dem Punktekonto und haben mit nur 8 Treffern und 22 Gegentoren eine sehr magere Bilanz vorzuweisen.

Nach dem Viertelfinalaus kam der Umbruch bei den Sauerländern. Mit Mike York verloren sie nicht nur einen Publikumsliebling, sondern auch den kreativen Kopf der Mannschaft. Mehr physische Präsenz wollte man in der Mannschaft haben. Es wirkt aber eher unbeweglich und körperlos was die Neuzugänge der Roosters derzeit zeigen. Die Roosters haben zwar mit vielen Verletzten im Kader zu kämpfen, aber dennoch scheint die Einstellung in der Mannschaft nicht zu stimmen.
„Wir haben gesprochen wie Männer und ich habe allen nochmals erklärt, dass wir hier in Iserlohn immer sehr hart arbeiten. Das gilt für das Training und die Spiele. Zu glauben, dass unser dritter und unser sechster Platz anders zustande gekommen sein könnten, ist absoluter Kokolores.“, so wurde Pasanen vor dem zweiten Spielwochenende auf der offiziellen Webseite zitiert.

„In diesem Zustand gewinnen wir gegen keine Mannschaft.“ so Pasanen nach der 1:6 Heimspielniederlage gegen die Grizzlys Wolfsburg am Freitag. Trotz Ausfälle und einer Vorbereitungszeit darf man sich als Fan schon die Frage stellen, was da im Trainerstab falsch gelaufen ist, wenn das Team nicht einmal in einem wettkampftauglichen Zustand ist. Am Seilersee hieß es trotz 1:6 Rückstand noch „Wir stehen zu dir.“. Aber die Stimmung kann schnell kippen, wenn man in Krefeld nicht mit etwas Zählbarem zurückkehrt. Man muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass Jari Pasanen dann keinen Wintermantel mehr braucht.

Auch für die Krefeld Pinguine ist der Start alles andere als optimal verlaufen. Nach einem furiosem Auftaktsieg gegen die Mannheimer Adler folgte ganz schnell die Ernüchterung mit vier Niederlagen aus fünf Spielen. Zwar erkämpfte man sich mithilfe eines ehemaligen Krefelder Verteidigers in Augsburg mühsam nochmal einen Punkt, aber was dann folgte war eine Offenbarung und erinnerte schnell an die letzte Saison. Im Gegensatz zu den Roosters ist das Team der Seidenstädter zumindest in Sachen Fitness oben auf. Was Krefeld fehlt ist die Konzentration und eine funktionierende Defensive.

Neuzugang Kyle Klubertanz entpuppt sich bisher als Totalausfall und bringt die Pinguine mit seiner Spielweise mehr in Bedrängnis, als dass er brenzlige Situationen entschärft. Kyle Sonneburg hingegen hat bisher gegenüber den Vorjahren einen guten Eindruck hinterlassen und auch Thomas Supis wirkt stabiler als in der Vorsaison und bekommt das Vertrauen von Franz Fritzmeier. Im Sturm überrascht Youngster Lukas Koziol mit vier Toren in fünf Spielen. Aber auch hier kann man unter den Kontingentspielern nur Marc Mancari positiv erwähnen. Umicevic hat bisher noch nicht den richtigen Platz in der Rotation von Fritzmeier gefunden und Rosa konnte sich verletzungsbedingt noch nicht beweisen. Nach einer langen Vorbereitungszeit und der Wettkampfphase in der CHL kann man erwarten, dass am sechsten Spieltag die Reihenkonstellation feststeht und man auch mit zwölf Stürmern ins Spiel geht. Sollte das Spiel gegen die Roosters verloren gehen, wird es sehr schwer werden sich wieder aus dem Tabellenkeller rauszukämpfen. Mit Wolfsburg und Berlin werden die kommenden Aufgaben nicht leichter für die Pinguine.