„Wie Ebbe und Flut“ – Haie verlieren gegen Wolfsburg Gegentor Nummer 100 reicht für die Grizzlys

Ein Dienstagabend gegen Wolfsburg. Eigentlich ist das eines dieser Spiele, das schlecht besucht ist und auch eine dementsprechende Atmosphäre in der Arena herrscht. Bei der 0:1-Niederlage der Kölner Haie gegen eben jene Grizzlys traf dies gestern jedoch nicht zu. Trotzdem gelang dem KEC erneut kein Treffer.

Über 11.000 Zuschauer sahen – teilweise verkleidet – die Begegnung der beiden Playoff-Viertelfinalisten, mussten aber auf viele Tore verzichten. Das einzige Tor des Abends erzielte der 33-jährige Christian Höhenleitner. Für die Haie war es das 100. Gegentor der aktuellen Spielzeit – ein Jubiläum, auf das das Team von Cory Clouston sicherlich hätte verzichten können. Für Wolfsburg hingegen war es schon der Gamewinner.

Denn trotz mehreren Überzahlsituationen und Aluminiumschüssen fehlte den Domstädtern das letzte Glück. Nach dem Spiel verglich Haie-Stürmer Kai Hospelt die Tor-Frequenz der Saison mit „Ebbe und Flut“. Recht hat er: Zwar überzeugt Köln mit einer beinahe tadellosen Defensivarbeit und einem überragenden Torhüter, allerdings fehlt ihnen in der Offensive die letzte Konsequenz in der Kontinuität.

Nicht zuletzt aufgrund des zu vorhersehbaren Powerplays, fallen häufig kaum bis gar keine Tore. Die Suche nach dem perfekten One-Timer von der blauen Linie, scheitert inzwischen in der Regel durch ein aggressives Penalty Killing des Gegners.

Sollte es den Kölner Haien hingegen gelingen, die Form von Anfang 2017 wiederzuerlangen, so dürften es eine lange Saison werden. Denn das Spielermaterial gibt viel her. Kaum eine Mannschaft in der Liga ist so tief besetzt, wie der KEC.

Und: Schon am Wochenende soll der zuletzt verletzte Corey Potter sein Comeback geben. Der Kanadier gilt als einer der besten Verteidiger der Liga aufgrund seines smarten Spiels vorne wie hinten. Auch Nick Latta soll mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den Playoffs wieder fit sein.

Autor: Johnny Scholl