3:4 nach Verlängerung gegen Mitfavorit Finnland / Wichtiger Punktgewinn zum Auftakt

München, 03.05.2013 – Knapp an der Sensation vorbei: Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) unterlag zum Auftakt der 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland zwar dem hoch favorisierten Gastgeber Finnland erst in der Verlängerung mit 3:4 (0:1, 1:1, 1:2, 0:1), trotzte den Skandinaviern dabei aber einen wichtigen Zähler ab. Dabei hatte das Team von Bundestrainer Pat Cortina wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch 3:2 vorn gelegen.

Insgesamt lieferte die deutsche Mannschaft eine überragende Leistung ab, die nach dem Auftaktspiel der 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland Lust auf mehr macht.

„Finnland wird vor heimischer Kulisse einen guten Start hinlegen wollen, aber wir möchten dem Gastgeber gern ein Bein stellen. Ziel muss sein, hinten sicher zu stehen und vorn die Chancen zu nutzen“, hatte NHL-Routinier Marcel Goc vor der Partie die Marschrichtung vorgegeben.

Deutschland erwischte auch einen guten Start und hielt gegen technisch und läuferisch starke Finnen mit viel Einsatz dagegen. Das Cortina-Team nahm jedoch zu viele Strafen, so dass Petri Kontiola  (11.) im zweiten Anlauf zur Führung für die Skandinavier traf. Auf der anderen Seite kam aber auch die deutsche Auswahl zu guten Gelegenheiten. Den ersten Versuch von Marcel Goc kratzten die Hausherren von der Linie und den zweiten Schuss verzog der Stürmer der Florida Panthers.

Die ersten Minuten des zweiten Durchgangs gehörten dem Weltmeister von 1995 und 2011, aber Eisbären-Goalie Robert Zepp hielt die deutschen Farben in dieser Phase im Spiel. Erst gegen Halbzeit der Partie machte sich Deutschland frei, aber die Schüsse aus aussichtsreicher Position von Michael Wolf, John Tripp und André Rankel waren sichere Beute des finnischen Schlussmanns – bis zur 31. Minute. Da nämlich zahlte sich die aggressive Deckungsarbeit des DEB-Teams aus: Vor dem Finnen-Gehäuse kam „Hai“ Felix Schütz frei zum Schuss und brachte die Scheibe abgezockt im Netz unter.
Die frenetischen „Suomie“-Rufe in der mit 13.655 Zuschauern ausverkauften Hartwall Areena verstummten augenblicklich – und Deutschland war am Drücker. Da die Cortina-Männer jedoch weiterhin zuviele Strafen nahmen, glückte Janne Pesonen 33 Sekunden vor der Sirene das zum 2:1 für die Finnen.

Im Schlussdurchgang erwischte das Cortina-Team einen Auftakt nach Maß: Ein frühes Powerplay beendete Kapitän Christian Ehrhoff mit einem Hammer von der blauen Linie nach gerade einmal zwei Sekunden. Die Nationalmannschaft witterte Morgenluft und spielte mutig weiter. Eine knifflige Phase hatte die Auswahl in einem weiteren Unterzahl zu überstehen, aber mit Glück, Verstand und vollem Körpereinsatz überstand Deutschland die zwei Minuten. Kaum wieder vollzählig hatte André Rankel eine riesen Gelegenheit zur Führung – knapp vorbei.

Der Weg für eine spannende Schlussphase war bereitet – und es wurde dramatisch. In Überzahl setzte sich das DEB-Team in der finnischen Endzone fest und kam zu guten Chancen. Eisbär André Rankel versprang die Scheibe in aussichtsreicher Position. Im Spiel Fünf gegen Fünf schlug Deutschland jedoch zu: Kölns Torsten Ankert brachte die Scheibe Richtung Tor, und durch Freund und Feind fand die Scheibe den Weg über die Linie: 3:2 für Deutschland und Schockstarre in der Hartwall Arena.

Deutschland schnupperte am ersten WM-Sieg gegen Finnland seit der Heim-Weltmeisterschaft 1993 in Dortmund, aber die Skandinavier schlugen noch einmal zu: Petri Kontiola angelte die Scheibe akrobatisch aus der Luft und überwand im Anschluss auch noch Robert Zepp zum Ausgleich. Die letzten Sekunden blieben jedoch ohne Treffer, so dass die Verlängerung die Entscheidung bringen musste. Hier profitierten die Skandinavier von einer Strafe gegen die deutsche Auswahl, so dass Sakari Salminen in Überzahl den glücklichen WM-Einstand perfekt machte.

 

Pat Cortina (Bundestrainer): „Es war für beide Mannschaften ein hartes erstes Spiel. Wir sind mit der Leistung zufrieden, nicht aber mit dem Ergebnis. Die Führung konnten wir nicht halten. In den nächsten Spielen müssen wir mehr unsere Beine bewegen und besser am Puck werden. Wir haben einige Zeit gebraucht, um uns an die hohe Intensität anzupassen. Dennoch war es ein guter erster Schritt.“

Christian Ehrhoff: „Direkt nach so einem Spiel ist man schon ein wenig enttäuscht, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Natürlich hätten wir gerne noch denen einen oder anderen Punkt mehr mitgenommen. Dennoch können wir mit erhobenem Haupt das Eis verlassen und durchaus zufrieden sein mit dem Start in dieses Turnier. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen ein Topteam wie Finnland im eigenen Stadion gespielt haben. Gerade kämpferisch hat aber die Leistung gestimmt. Darauf müssen wir aufbauen. Alle Spiele werden eine große Herausforderung. Da darf man nur von Schritt zu Schritt denken. Wir müssen nun in den kommenden Partien versuchen, weniger Strafen zu bekommen, denn die haben uns so ein wenig den Schwung genommen.“

Torsten Ankert: „Grundsätzlich sind wir gut ins Turnier gestartet. Die gesamte Mannschaft hat alles gegeben. Ich freue mich natürlich über mein Tor, dennoch ist es schade, dass wir die 3:2-Führung nicht über die Zeit bringen konnten und dann in der Overtime unterlegen waren.“

Rob Zepp: „Es ist natürlich hart, die Punkte so kurz vor dem Ende zu verlieren. Trotzdem war es ein guter Auftakt. Die Finnen hatten im Laufe der Partie einiger gute Möglichkeiten, allerdings haben wir gut dagegen gehalten. Der Gegentreffer in der Overtime war leider unhaltbar, das hat er gut gemacht. Jetzt müssen wir uns auf das Spiel gegen Russland vorbereiten. Es ist alles möglich.“

Marcel Goc: „Wir haben im gesamten Spiel gut gearbeitet. Zufrieden ist man auf der einen Seite schon, da man einem Topteam wie Finnland vor deren Publikum einen Punkt klauen konnte, auf der anderen Seite ist es natürlich auch etwas enttäuschend, so kurz vor dem Ende noch den Gegentreffer zu kassieren und dann in der Verlängerung zu verlieren. Gegen Russland sollten wir vor allen Dingen weniger Strafen gegen uns bekommen.“

André Rankel: „Ein wenig Enttäuschung ist direkt nach der Partie schon dabei. Dennoch sind wir froh über den einen Punkt, auch wenn es deren drei hätten sein können. Aber wer weiß, dieser Zähler kann man Ende vielleicht noch einmal ganz wichtig werden.“

Statistik:
Deutschland – Finnland 3:4 n.V. (0:1, 1:1, 2:1, 0:1)

Tore: 1:0 Petri Kontiola (10:22/PP1), 1:1 Felix Schütz (30:21), 2:1 Janne Pesonen (39:27/PP1), 2:2 Christian Ehrhoff (42:34/PP1), 2:3 Torsten Ankert (56:55), 3:3 Petri Kontiola (58:31), 4:3 Sakari Salminen (61:58)

Strafminuten: Deutschand: 18 Finnland: 6

Bester Spieler: Rob Zepp

Zuschauer: 13.655

Den vollständigen Spielbericht finden Sie unter: http://stats.iihf.com/Hydra/352/IHM352H03_74_3_0.pdf

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