80 Jahre DEG

80 Jahre DEG

80 Jahre DEG: das sind 80 Jahre Titel, Tränen und Triumphe.

Es läuft die 59. Minute im Spiel der Düsseldorfer EG gegen die Straubing Tigers. Die Tigers befinden sich mit einem sechsten Feldspieler und leerem Tor im Angriffsdrittel. DEG Verteidiger Bernhard Ebner kommt an den Puck, bekommt ihn aus der Defensivzone heraus – und trifft zum 4:2 Endstand. Die Halle bebt, ein krönender Abschluss des Jubiläumswochenendes zum 80-jährigen Bestehen der DEG. Zurück auf Anfang.

Die Düsseldorfer Eislauf Gemeinschaft wurde am 8. November 1935 vom Düsseldorfer Unternehmer und Mäzen der Stadt Ernst Poensgen gegründet. Was dann geschah, fasste Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel für das Stadion-Magazin „DEG Aktuell“ passend zusammen:

„80 Jahre DEG – das sind 80 Jahre Titel, Tränen und Triumphe. 80 Jahre DEG – das sind ein Pokalsieg und acht deutsche Meisterschaften. Aber auch schwere Niederlagen und finanzielle Rückschläge. 80 Jahre DEG – das sind aber vor allem Leidenschaft auf dem Eis und auf den Rängen.“

Legenden wieder aktiv

80 Jahre DEG – das sollte gefeiert werden. Los ging es am Samstag, mit einem öffentlichen Training der Profis an der Brehmstraße. Danach kam aber der Höhepunkt des Tages: das Legendenspiel der DEG gegen die Kölner Haie. Spieler aller acht Meistermannschaften, inklusive DEG Cheftrainer Christof Kreutzer, trafen vor 3.284 Zuschauern auf eine Kölner Auswahl. Eine ewige Rivalität, nicht nur im Eishockey, die bei einem solchen Anlass natürlich höchst freundschaftlich ausgefochten wurde. Am Ende konnte sich Düsseldorf mit 7:6 durchsetzen.

Peter Gregory, Kapitän der Meistermannschaft von 1967, ist mit seinen 77 Jahren der einzige Legendenspieler, der fast die gesamte Vereinsgeschichte miterleben durfte. Diese war aber nicht immer schön. Der letzte Meistertitel liegt 19 Jahre zurück und seitdem hat sich einiges getan. Finanzielle Unterstützung durch die Metro Group von 2001 bis 2012, der Absprung selbiger und das Leben am Rande der Existenz prägten den Start ins 21. Jahrhundert. Heute steht die DEG aber so gut da wie schon lange nicht mehr.

In der Saison 2014/2015 schafften es die Rot-Gelben in der Deutschen Eishockey Liga bis ins Halbfinale der Playoffs. Dort musste man sich zwar mit 1:4 Spielen gegen den Vizemeister ERC Ingolstadt geschlagen geben, die Leistungen konnten sich aber definitiv sehen lassen. Die Spieler wollen den Erfolg und sie kämpfen dafür bis zum Umfallen.

Krönender Abschluss: 4:2-Sieg gegen Straubing

So auch am Sonntag, beim Abschluss der Jubiläums-Feierlichkeiten in Form des Meisterschaftsspiels der DEG gegen Straubing. Schön anzusehen war die Partie nicht unbedingt, vor allem weil es auf beiden Seiten viele unnötige Strafzeiten gab (jeweils 18 Strafminuten), die zwar nicht immer Sinn machten, aber jeglichen Spielfluss weitgehend verhinderten. Im Vordergrund stand an diesem Abend aber der Kampf und Einsatz der Spieler, der am Ende belohnt und von 6.213 Zuschauern gefeiert wurde.

In einer hektischen Anfangsphase gab es sofort insgesamt sieben Strafzeiten auf beiden Seiten, bevor in der 14. Spielminute der erste Treffer fiel – Martin Hinterstocker konnte die Gäste mit einem Nachschuss in Führung bringen. Diese hielt jedoch nicht lang. 31 Sekunden nach der Gästeführung holen sich die Straubinger gleich zwei Strafen innerhalb von zwei Sekunden. Die DEG bedankte sich weitere 31 Sekunden später mit dem Ausgleich durch Stephan Daschner, der in doppelter Überzahl einen Schlagschuss von der blauen Linie in die Maschen hämmerte.

Auch im zweiten Durchgang ging es hoch her, wobei sich die Tore auf wenige Minuten in der Mitte des Drittels beschränkten. Ken-Andre Olimb bescherte den Gastgebern die erste Führung nach 31:33 gespielten Minuten. Zunächst setzte Chris Minard seinen Schuss mehrere Meter am Gehäuse vorbei, aber Olimb war im Nachsetzen zur Stelle.
Doch auch diesmal sollte das Spiel spannend bleiben. Straubing benötigte gerade einmal zweieinhalb Minuten für den Ausgleich durch Verteidiger Austin Madaisky, der seinen Hammer auspackte.

Mit dem Spielstand von 2:2 ging es in die zweite Drittelpause. Besonders im dritten und letzten Durchgang war von schönem Spiel nicht viel zu sehen. Erneut gab es Strafzeiten auf beiden Seiten, für Haken, Beinstellen und Stockschlag – die vermeidbaren Aktionen, welche zu wenig beitragen, außer den Spielfluss zu zerstören.
Straubing machte mehr und mehr Druck, doch die DEG ließ nicht locker. In einer vier gegen vier Situation in der 49. Spielminute kam es zu einem traumhaften Doppelpass zwischen Minard und Tim Schüle, der den Puck nur noch ins leere Tor einschieben musste.
Ins leere Tor ging auch Ebners Befreiungsschlag in der vorletzten Minute der Partie. Keiner der über 6.000 Fans konnte sich noch auf den Plätzen halten – die Halle bebte, die Fans tobten, das Jubiläum war geglückt.

80 Jahre DEG – das sind 80 Jahre Titel, Tränen und Triumphe. Am Sonntag waren es höchstens Freudentränen, denn der Blick geht nach oben.

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