Attings Trainer Jürgen Amann: „Die Meisterschaft wäre ein Traum für uns“ Bayerisches Derby um den Zweitliga-Titel: IHC Atting braucht einen Sieg in Schwabmünchen

Attings Trainer Jürgen Amann möchte mit seinem Team in Schwabmünchen den Zweitligameistertitel feiern. Foto: Michael Kinseher

(mb) Play-offs sind im Hockeysport das Größte: Nicht nur für die Fans, auch für die Spieler. Play-offs gibt es in der 2. Skaterhockey-Bundesliga zwar nicht, für den IHC Atting steht am heutigen Samstag um 18 Uhr in Schwabmünchen dennoch das Spiel der Spiele der Saison 2012 an: Das Endspiel um die Meisterschaft.

Noch vor einer Woche wäre dieses Spiel gegen den bayerischen Rivalen nichts weiter als das letzte Saisonspiel gewesen. Der Titel war nach den Niederlagen in Bernhardswald (2:4) und Spaichingen (2:6) abgehakt. Doch dann verlor auch Schwabmünchen überraschend gegen Spaichingen und so kann der IHC Atting mit einem Derbysieg im letzten Saisonspiel doch noch selbst den Titel sichern.

„Die Meisterschaft wäre ein Traum für uns“, sagt Attings Trainer Jürgen Amann, der sich besonders freut, dass es im letzten Spiel noch zu dieser Konstellation gekommen ist. „Für solche Spiele trainiert man die ganze Saison. Es geht am letzten Spieltag um alles. So soll es sein und es bestätigt unsere Leistung in dieser Saison.“

Apropos Training: Das konnte seit der Sperrung von Eisstadion und Ausstellungshallen Mitte Juli nicht mehr stattfinden – bis zum Mittwoch. Denn aufgrund der guten Kontakte zur Stadt Straubing konnte der IHC schon in dieser Woche wieder zwei Trainingseinheiten durchführen. „Es ist wirklich toll, dass die Stadt das frühe Training so kurzfristig möglich gemacht hat“, sagt Amann. „Die beiden Einheiten können Gold wert sein. Kondition kann man vielleicht nicht so schnell aufholen, aber wir haben wieder das Gefühl für Ball, Skates und Schläger.“

Das sieht in Schwabmünchen anders aus: Die Mammuts bestritten in den vergangenen vier Wochen zwei Doppelwochenenden und können zudem normal trainieren. Die 7:11-Niederlage in Spaichingen bezeichnet Abteilungsleiter Christian Kruppe als unglücklich: „Wir hatten nur sieben Feldspieler und den Goalie der zweiten Mannschaft im Tor. Es hat lange gut ausgesehen – nach dem zweiten Drittel stand es noch 6:6. Einen Tag später in Bräunlingen lief das Spiel eigentlich umgekehrt, aber nach einer roten Karte gegen Bräunlingen haben wir im letzten Drittel dann aufgedreht und klar gewonnen.“

Auf den IHC Atting um Kapitän Fabian Hillmeier wartet ein heißer Tanz in Schwabmünchen. Foto: Michael Kinseher

Bei der Aufstellung lassen sich die Gastgeber nicht in die Karten blicken. „Wir werden aber diesmal wieder komplett antreten können“, sagt Kruppe. Komplett, das sind etwas mehr als zwei Reihen und es heißt auch, dass die beiden Liga-Top-Scorer Dominik Hägele (62 Punkte) und Alexander Krafczyk (61) mit dabei sein werden. Hägele schickte bereits eine Kampfansage nach Atting: „Wenn wir alles abrufen, dann hat Atting keine Chance gegen uns. Denn wenn wir 100 Prozent geben, sind wir die beste Mannschaft der Liga.“

Auch Amann hat alle Mann mit an Board, verrät aber ebenfalls seine Aufstellung nicht. „Wir dürfen ihrer Top-Reihe keinen Raum geben. Erfolg können wir nur haben, wenn wir unsere Top-Spieler gegen ihre Top-Spieler stellen. Das hat man im Hinspiel gesehen. Da haben wir einmal nicht aufgepasst und schon hatten wir ein Tor kassiert.“

Das 4:3 vom 28. April ist es auch, das den Attingern überhaupt die Chance auf den Titelgewinn gibt: Denn nur dadurch können sie den direkten Vergleich gewinnen. Bei einem Sieg ist Atting Meister, bei einer Niederlage ist Schwabmünchen fast durch. Bei einem Unentschieden müssten die Mammuts aus Attinger Sicht weiter Punkte lassen. Auch Merdingen, das noch ein Spiel hat, ist noch im Rennen, aber Außenseiter.

Mit einem Aufstieg in die 1. Bundesliga wollen sich beide Teams übrigens erst nach Saisonende beschäftigen. Aus Schwabmünchen kommt schon einmal ein zartes Nein, denn Kruppe rechnet mit „hohen Mehrkosten von einigen Tausend Euro“.

Der Aufstieg interessiert aber am Samstag nicht: In Schwabmünchen hofft Kruppe auf eine volle Halle.„Wir wollen Meister werden, aber es wird nicht einfach.“ Auch zahlreiche Attinger Fans machen sich mit der Mannschaft auf den Weg. „Toll, dass uns viele unterstützen“, sagt Amann, der mit einem heißen Tanz rechnet. „Es kann alles passieren: Wir können hoch gewinnen, hoch verlieren oder es geschieht etwas ganz Verrücktes.

Schwabmünchen ist wegen des Heimrechts und der Spielpraxis zwar Favorit, aber es ist ein Derby. Wir sind alle heiß auf das Spiel und es gäbe nichts Schöneres als Meister zu werden. Bundesligameister – auch wenn es nur die 2. Liga ist – das würde sich toll anhören!“

PM ICH Atting

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