Die alten Strukturschwächen oder die Bevormundung des Eishockeys

Am 18.04.2015 hatte der klamme DEB auf seiner Jahreshauptversammlung u.a. eine Neufassung der Satzung nebst Gebührenordnung vorgestellt. Diese Ordnungen wurden von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Zur Gebührenordnung allerdings haben sich die Landeseissportverbände einen Vorbehalt ausbedungen, denn sie wollten, warum auch immer, sich die neue Gebührenordnung von ihren Mitgliedern bestätigen lassen. Jetzt stellt sich mir zunächst die Frage, was denn überhaupt dieser Vorbehalt soll, denn dann muss man davon ausgehen, daß die Vertreter der Landeseissportverbände überhaupt kein Mandat haben, an solch einer Veranstaltung teilzunehmen. Ich stelle mir vor, daß beim LEV-NRW auf Jahreshauptversammlungen die Mitglieder bei Abstimmungen Vorbehalte anmelden, um sich bei ihren eigenen Mitgliedern abzusichern. Dabei sind in den Satzungen und Ordnungen die Vollmachten klar geregelt. Insofern wäre es doch ein Einfaches gewesen, wenn der LEV-NRW bei der DEB-Jahreshauptversammlung die Gebührenordnung abgelehnt hätte.

Das ist aber dann doch zu einfach. Vielmehr wird mit solch einem Verhalten zielgerichtete Verbandsarbeit torpediert. Das funktioniert vielleicht in einem Kegelclub, nicht aber in einem Verband, der sich um rund 27.000 Aktive zu kümmern hat.

Den Höhepunkt der Posse erreichte dann jedoch die Mitgliederversammlung des LEV-NRW vom 31.08.2015. Zunächst verweigerte man dem Präsidenten des Bundesfachverbandes die Teilnahme. Wohlgemerkt, es geht um eine Gebührenordnung der Fachsparte Eishockey. Man versteckt sich dabei hinter der eigenen Satzung mit dem Hinweis, daß die Jahreshauptversammlungen grundsätzlich nicht öffentlich seien. Klar ist, daß nicht Hinz und Kunz, wie zum Beispiel meine Person daran teilnehmen können, aber wenn es um eine Fachsparte geht, weshalb sollte der Repräsentant auf Bundesebene nicht gerade wegen des eishockeyspezifischen Problemfalles erklärende Hilfestellung geben?

Die Antwort darauf gibt die Abstimmung. Denn wenn Änderungen von Satzungen des Bundesfachverbandes Änderungen von Satzungsteilen des Landeseisportverbandes NRW nach sich ziehen, dann kann darüber nur die Mitgliederversammlung dieses Verbandes entscheiden, nämlich die Vertreter der Eishockeyvereine, der Eiskunstlaufvereine, Vereine der Eisstockschützen, Eisschnelllauf- und Curling-Vereine sowie Vereine für Eistanz.

Wenn man dann noch die Pressemitteilung liest, in der es wörtlich heißt:

Ergebnisse der LEV Jahreshauptversammlung

Nicht unerwartet entwickelte sich die Jahreshauptversammlung des Eissport Verbandes NRW am Montagabend in Dortmund zu einem Hitzemarathon. Erst kurz vor Mitternacht konnten die zahlreich erschienenen Vereinsvertreter nach zum Teil kontroversen Diskussionen einzelner Tagesordnungspunkte die Heimreise antreten.

In den Jahresberichten wurde auch differenziert auf die Perspektiventwicklung des Verbandes eingegangen. Dabei konnte u.a. die Verpflichtung eines Leistungssportreferenten, der in Kürze seine Tätigkeit aufnehmen wird, verkündet werden. Finanziell steht der LEV NRW ausgesprochen gesund dar und so konnte innerhalb der einzelnen Fachsparten jeweils eine ausgeglichene Bilanz vorgelegt werden. Dementsprechend konnte der Vorstand auf Vorschlag des Kassenprüfers auch entlastet werden. Wahlen fanden turnusgemäß nicht statt.

Die vom DEB vorgeschlagene Neufassung der Gebührenordnung wurde mit einer deutlichen 2/3 Mehrheit der Versammlung abgelehnt. Der Vorstand des LEV hatte im Vorfeld die Vereine aus Fürsorgepflicht darüber informiert, dass bei einer möglichen Annahme der organisierte Sport mit einer deutlichen Kostensteigerung zu rechnen hätte.

dann beschleicht mich das Gefühl, daß die Fürsorgepflicht gegenüber den Eishockeyvereinen sich mit „für Sorge“ definiert. Wenn man sieht, daß er per einstweiliger Verfügung eine Sperre gegen DEB-willige Vereine angestrebt hat, übrigens vollumfänglich zurückgewiesen, nur um Druck auszuüben, dann wundert es mich eigentlich, daß in der LEV-Satzung das Anpinkeln des DEB nicht auch Satzungszweck ist.

Man muss sich vorstellen, auf der DEB-Jahreshauptversammlung wird einvernehmlich, also auch mit der Stimme des Präsidenten des LEV-NRW, die Neufassung der Satzung und der Gebührenordnung zugestimmt. Auf der LEV-NRW-Jahreshauptversammlung empfiehlt dieser Präsident, die neue Gebührenordnung zurückzuweisen. Dies soll dann tunlichst satzungsgemäß, wie alle anderen Dinge im LEV-NRW mit dem Zweck geregelt werden, diese Einvernehmlichkeit mit Hilfe der nichteishockeyspezifischen Sportarten auszuhebeln. Ich kenne Mediziner, die solche Verhaltensweisen mit Schizophrenie umschreiben.

Es ist doch ein persönlicher Kampf, den Wolfgang Sorge gegen den DEB führt. Gerade deshalb wird den Mitgliedern auch, berechtigterweise, ein gegenüber dem DEB kerngesunder Landeverband dargestellt. Gerade erst hat man 300.000 € vom DEB (also vom Bundesfachverband Eishockey) eingenommen. Weshalb sollte man nicht nachhaltig das Geld investieren, daß „alle“ Mitglieder des Landeseissportverbandes etwas davon haben. Weshalb gibt man den Eishockeyvereinen nicht etwas zurück? Das geht natürlich satzungsgemäß nicht und das ist auch richtig, denn ansonsten würde man den Status der Gemeinnützigkeit verlieren. Aber weshalb nimmt der LEV-NRW die doppelten Verbandsabgaben für die Fachsparte Eishockey als z.B. der BEV in Bayern? Weshalb sind die Gebühren exorbitant höher als in Bayern? Das muss doch seine Gründe haben. Das kann mir niemand mit „für Sorge“ (pflicht) erklären.

Ich kann mir durchaus vorstellen, daß dieser Vorbehalt mehr oder weniger nichtig ist, denn satzungsgemäß war das Mandat zur Zustimmung schon vorhanden. Es bedurfte also nicht des Einwandes, ob z.B. Eiskunstläufer, Eisstockschützen und so weiter mit der Gebührenordnung für Eishockey einverstanden sind oder nicht. Drei mal Sieben ist der Präsident auch.

Am Ende könnte ich mir durchaus auch vorstellen, daß der DEB das bewusste Quertreiben und dem Ansehen des Eishockeysportes schadende Verhalten des LEV-NRW nicht weiter duldet. Die Satzung des DEB bietet durchaus Spielraum einen Schlussstrich zu ziehen und einen rein für den Eishockeysport zuständigen Landesverband zu installieren, der sich nicht mehr durch fremde Sportarten bevormunden lässt.

Für NRW Hockey: Christa Stüber

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