Die Freude nach der zwischenzeitlichen Führung währte nicht lange

Auf das Zwischenhoch nach dem Rams Spiel folgte ein Tief gegen den ehemaligen mehrfachen deutschen Meister Duisburg Ducks. Dabei fing das Spiel gar nicht so schlecht an. Duisburg abwartend und passiv, Kaarst machte Druck und zeigte Siegeswillen. Nach vielen Chancen gelang in der 9. Minute nach einer gescheiten Kombination zwischen Jan Taube und Udo Schafranski der 1:0-Führungstreffer. Dabei blieb es auch bis zum Ende des ersten Drittels, obwohl sich die Eagles ein halbes Dutzend Chancen erarbeitet hatten. Auf der Gegenseite war Craig Bradfield erneut hellwach, wenn die Ducks Stürmer ihre Konter setzten. Dank mehrerer fantastischer Paraden blieb die Null auf der Anzeigentafel bis zur 20. Minute bestehen.

Im zweiten Drittel wandelte sich die Spielweise beider Mannschaften. Duisburg marschierte jetzt nach vorne, setzte die Eagles früher unter Druck und Kaarst spielte im Rückwärtsgang und konnte nur noch reagieren statt agieren. Es ergaben sich vor dem Tor unübersichtliche Situationen, die die Ducks in der 27. Minute zum 1:1-Ausgleich nutzten. Kaarst kassierte in diesem Moment seine erste Strafzeit und die Routiniers aus Duisburg spielten die restlichen drei Feldspieler gekonnt aus. Kaarst versuchte sich tapfer zu wehren und stemmte sich dagegen, aber die Enten hatten ab sofort das Heft in der Hand. So markierten sie noch zwei Treffer (34. und 39.) und es ging in die letzte Pause.

Nur 26 Sekunden waren gespielt, als Paul Fiedler die Ducks mit 4:1 in Führung brachte. Beim anschließenden Bully verletzte Thimo Dietrich unabsichtlich seinen Gegenspieler Markus Bak und traf ihn mit seinem Stock in sein ungeschütztes Gesicht. Eine blutige Lippe und eine 5-minütige Strafe waren das Ergebnis. Vorsitzender Wolfgang Dietrich fordert im Namen seines Vereins schon seit Jahren auf jeder Verbandstagung die Gitterpflicht, stößt aber bei den Erstligisten immer wieder auf Granit. Jeder Spieler mit Gitter vor dem Helm hätte in dieser Situation weiterspielen müssen. Damit war der Drop gelutscht. Duisburg kam dank der kämpferischen Einstellung aller Kaarster Reihen in diesen fünf Minuten nur zu einem weiteren Treffer durch Paul Fiedler und erhöhte nach 43 Minuten auf 1:5. Damit war die Moral gebrochen und Kaarst knickte ein. In der 46.Minute folgte der sechste Treffer durch Andreas Pfaff. Eine letzte Ansprache des Trainers und des Kapitäns Sascha Drehmann während einer Auszeit brachte einen letzten Ruck und ein Aufbäumen in die Mannschaft zurück, die sich wieder ins Spiel kämpfte. Nach einem weiteren Gegentreffer in der 47. Minute gelang David Walczok noch einmal ein Tor für die Adler. Er versetzte in der 50. Minute dank einer Vorlage von Dominik Boschewski den Duisburger Torwart René Hippler. Der Kaarster Tordrang wurde immer wieder durch Konter der Enten beantwortet und die letzten drei Duisburger Tore ( 53./56./60.) fielen identisch in der Entstehungsgeschichte. Eagles Keeper Craig Bradfield machte nach dem siebten Treffer entnervt Platz für Philipp Inger, der auch bei den Kontern machtlos war.

So blickten nach dem Abpfiff alle Kaarster gebannt auf Nachrichten aus Essen. Von dort kam die Meldung, dass Lüdenscheid mit 7:5 gewann. Damit war Kaarst wieder auf dem zweiten Abstiegsplatz unsanft gelandet. Der Ligaverbleib wurde nicht hier und heute vertan. Die Leistungen aller in der Saison eingesetzten Spieler waren einfach zu schwankend und selten konstant. Die Gründe sind allen Spielern und Verantwortlichen bekannt. Ein Ligaverbleib mit einer Handvoll Enthusiasten ist heutzutage nicht mehr machbar. Darauf sollten sich alle Aufsteiger vorbereiten.

Nach dem Spiel erklärte Coach Jan Opial seinen Rücktritt und wünschte der Mannschaft viel Erfolg im noch ausstehenden Pokalhalbfinale gegen Essen. Der Vorstand dankt ihm und auch dem Mentalcoach Klaus Regnault ( Rücktritt aus beruflichen Gründen ) für ihren Einsatz rund um die Mannschaft in den beiden schwierigsten Spielzeiten der Eagles seit der Gründung der Bundesliga.

„Dennoch habe ich noch einen Restfunken Hoffnung, dass Kaarst in der Liga verbleibt“, sagt Wolfgang Dietrich. „Ich sehe noch keine zwei Aufsteiger, die sich auf dieses Abenteuer einlassen wollen. Das war dieses Jahr nur ein Aufgalopp. Die Bundesligisten werden noch härter um Spieler buhlen und die allgemeinen Kosten sinken nicht“, meint er zum Abschluss.

Wir bereiten uns trotzdem auf einen Neuanfang vor. Von oben nach unten und von unten nach oben.

Die heutigen Kaarster Torschütze:

je 1 Tor David Walczok und Udo Schafranski

Strafzeiten:

Kaarst 12 Minuten und Duisburg 2 Minuten

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