Trainer Norbert Krause mit KHL Profi Jakub Petruzalek

Die Sauerland Steel Bulls erreichen im absoluten Topspiel der Regionalliga Mitte im Sportkomplex Baunatal gegen die Kassel Wizards ein 7:7-Unentschieden und verschaffen sich so eine mehr als glänzende Ausgangsposition für das Vorhaben Aufstieg.

Das Spiel der beiden Hauptanwärter auf die Meisterschaft vor rund 200 Zuschauern –davon 40 aus Lüdenscheid- begann auf Augenhöhe. Alle Spieler wussten, dass leichtfertige Fehler unbedingt vermieden und ein „Lauf“ des Gegners unter allen Umständen verhindert werden muss. Bereits nach 28 Sekunden hatte der tschechische Neuzugang Jakub Petruzalek eine große Chance auf eine schnelle Führung, scheiterte aber am gut aufgelegten Torwart Martin Stieglitz. Nach 45 Sekunden ergab sich die erste Überzahlmöglichkeit für die Bulls. Diese konnte jedoch nicht genutzt werden. Zum einem scheiterte man immer wieder an der guten Abwehrarbeit, zum anderen hatte man Schwierigkeiten mit dem ungewohnten Bodenbelag (PVC-Kacheln). Chancen von Balssz und Petruzalek blieben ohne Erfolg. In der fünften Spielminute fiel das 1:0 für Kassel. Kreuz zog von der Mittellinie ab, Seven Doual, dem die Sicht versperrt war, konnte nicht mehr reagieren. Danach weitere Chancen auf beiden Seiten. In der 11 Spielminute gar das 2:0 für Kassel. Nach einem mächtigen Schlagschuss konnte Sven Doual den Ball nicht festhalten und Roth staubte ab. 90 Sekunden später erstmals Jubel für die Bulls. Petruzalek „tankte“ sich über links durch und schob zum 2:1 ein. Leider konnte man nicht lange jubeln. Nur knapp eine Minute später konnte erneut Kreuz per Abstauber den alten Abstand wieder herstellen. Eine Kopie des zweiten Tors. Weiter Chancen wurden durch beide Teams regelmäßig vergeben. So ging es mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die erste Pause.

Das zweite Drittel begann mit zwei Paukenschlägen. In der 24. Spielminute erhielt Sven Johannhardt, nachdem bereits eine Strafe gegen ihn angezeigt war, nach einem Bandencheck noch eine zusätzliche 5-Minuten-Strafe. Also insgesamt 7 Minuten Überzahl für Kassel. Diese brannten nun ein wahres Feuerwerk ab und belagerten nun förmlich das Tor der Steel Bulls. Nach 25 Minuten hatte Kassel Pech und traf nur den Torpfosten. Nach gespielten 26:17 Minuten fiel dann das 4:1. Stieglitz per Abstauber. Knapp eine Minute später das 5:1. Preuß schlenzte den Ball aus der rechten Ecke direkt ins Tor. Wieder eine Minute später gar das 6:1 für Kassel. Kreuz war aus der Mitte per Schlagschuss erfolgreich. Sven Doual, dem man einen gebrauchten Tag angedreht hatte, räumt seinen Kasten und machte für Tobias Opfermann Platz. Dieser konnte die noch immer anhaltende Überzahl ohne weiteren Treffer überstehen und so seiner Mannschaft weiter Luft verschaffen. Nach 34 Minuten konnte Petruzalek per Schlagschuss aus Mittelstürmerposition auf 6:2 verkürzen. Erneut eine Minute später war er erneut zur Stelle und überwand den Torwart mit einem Handgelenkschuss aus der linken Spielhälfte. Kassel zerstörte nun das Spiel. Ondrej Nowak konnte in der 39. Minute weiter verkürzen. Er wurde von Balasz, der bereits hinter dem Tor stand, hervorragend angespielt und hatte keine Mühe den Ball im Tor unterzubringen. 5 Sekunden (!) vor Drittelende gelang Hellwig sogar der 6:5 Anschlusstreffer. Er zog aus der linken Spielhälfte ab und dem Torwart flutschte der Ball durch die Hosenträger. So der Zwischenstand.

Zu Beginn des letzten Drittels überraschte Kassel mit einem Torwartwechsel. Möller für Stieglitz. Alexander Seel vergab nach 43 Minuten den Ausgleichstreffer. Knapp zwei Minuten später verzog Nils Bohle freistehend und vergab wieder die große Chance zum Ausgleich. Beide Vorlagen hatte Petruzalek gegeben. Kassel drängte auf den wichtigen Zwei-Tore-Abstand, scheiterte aber immer wieder an der vielbeinigen Abwehr oder an Tobi Opfermann. Die Schiedsrichter ließen das Spiel laufen und vergaben in der 51. Spielminute jeweils eine Strafe gegen beide Mannschaften. Die Spannung war fast greifbar. Ondrej Novak vergab in der 53. Minute erneut eine große Chance für die Steel Bulls. Sekunden später großer Jubel. David Balasz wurde von Tobi Opfermann (!) angespielt und umkurvte alle Verteidiger und schloss zum 6:6 Ausgleich ab. Noch fünf Minuten. Pech für Kassel mit einem Pfostenschuss. Noch 4 Minuten. Der Torwart von Kassel kann den Ball nicht festhalten, Petruzalek versucht hechtend den Ball zu erreichen und scheitert. Abpfiff wegen eines verschobenen Tores. Noch zwei Minuten. Jubel bei Kassel. Bei 58:29 wird Preuß von hinter dem Tor angespielt und schießt ein. Noch 91 Sekunden. Kassel riskiert in der letzten Minute alles. Ein Sieg mit zwei Toren unterscheid muss einfach her. Chancen im Sekundentakt. 16 Sekunden vor Schluss kann Petruzalek den Ball unter Kontrolle bringen und schießt von der Mitte aus ins leere Tor. 7:7 der Endstand. Wer hätte das nach dem Zwischenstand von 6:1 noch gedacht!?

Die Bulls haben somit die besten Aussichten auf die Meisterschaft (erst ein Punktverlust), vor Kassel (drei Punkte verloren) und Duisburg II (sechs Punkte verloren). Zudem spielen Kassel und Duisburg noch einmal gegeneinander. Das Spiel hat das gehalten, was sich alle Fans –egal ob aus dem Sauerland oder aus Kassel- erhofft haben. Mit dem glücklicheren Ende aus Lüdenscheider Sicht.

Strafzeiten:
Kassel 12 Minuten
Bulls 6 Minuten plus 5 Minuten Johannhardt

Steelbulls:
Doual, Opfermann – Jablonski, Bohle, Novak (1), Seel, Balasz (1), Hellwig (1), Reckers, Otto, Petruzalek (4), Johannhardt

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