Wer mag es den Spielerinnen unserer Damenmannschaft nach dem packenden und nervenaufreibenden Meisterschaftsspiel gegen die Duisburg Ducks vor gerade einmal 2 Tagen verdenken, aber das Pokal-Viertelfinalspiel gegen den Zweitligisten Ahaus Maidy Dogs war sicherlich kein spielerisches Highlight, sondern eher ein kontrolliertes, kräfteschonendes Spiel vor den anstehenden Turnierwochenenden des Summer Cups zu Pfingsten und dem Europapokal in der Zeit vom 20. bis 22.06.2014. Dennoch erzielte das Damenteam einen ungefährdeten 11:1 Heimsieg und zog damit auch in diesem Jahr wieder in das Pokalhalbfinale ein. Spielertrainerin Nadine Joisten standen beim gestrigen Pokalspieltag im Tor Goalie Jastine Borgmann zur Verfügung, in der Defense agierten wieder die Paarungen Kira Kanders / Maren Krämer und Kira Riepe / Susanne Schwedt.

Im Sturm boten die Hausherrinnen Jana und Mia Bagusat, Janine Wilbert und Elena Unterlöhner, sowie Captain Nadine Joisten und Vena-Marie Kanters auf. Die Ahaus Maidy Dogs traten mit einem kleinen Kader von 6 Feldspielerinnen und 2 Goalies an. Die Partie begann erwartungsgemäß mit kontrolliertem Ballbesitz der Düsseldorferinnen, die den Spielball minutenlang konzentriert in den eigenen Reihen führten und dabei mehrfach den Torabschluss – zunächst aus der Distanz – suchten. Die Defensive der Ahausenerinnen hielt aber den ersten Distanzschüssen stand, so dass die Ramserinnen nun enger vor das Tor der Gäste zogen. Damit verlagerte sich das Spielgeschehen zusehends in die Hälfte der Gäste, Düsseldorf nun mit allen 4 Feldspielern im Spielfeld der Ahauser Damen. Den ersten Treffer für die Rams erzielte daher auch eine Verteidigerin, in Spielminute 05:55 war es Susanne Schwedt, die von Jana Bagusat auf halbrechter Position angespielt wurde und mit einem Schlenzer den roten Spielball zum 1:0 für Düsseldorf einnetzen konnte. Die Ramserinnen erhöhten nach diesem ersten Treffer das Spieltempo, kombinierten schneller und flüssiger, ohne sich dabei jedoch zu verausgaben, zu deutlich war bereits in dieser Anfangsphase der kontrollierte Ballbesitz. Vena-Marie Kanters prüfte den Gäste-Goalie in Spielminute 07:23 mit einem Pfostentreffer und in Spielminute 12:06 erzielte Jana Bagusat auf Querpass-Zuspiel von Kira Kanders im Slot lauernd sicher auf 2:0. Die Ramserinnen legten nun spürbar einen Zwischenspurt ein, zeigten ihr schnelles Passspiel, die flüssigen Kombinationen und kamen so direkt in Spielminute 13:56 zum Treffer Nr. 3, als die komplette Reihe den Spielball mustergültig über alle Stationen über das Spielfeld trieb und Kira Riepe mit einem passgenauen Seitenwechsel den Ball direkt auf den Schläger der in den Slot einlaufenden Vena-Marie Kanters passte und Vena mühelos zum 3:0 verwandelte.

Direkt nach Wiederanpfiff – und Wechsel der kompletten Reihe – zogen die Ramserinnen wieder kombinationssicher vor des Gegners Tor und in Spielminute 14:30 war es dann Elena Unterlöhner, die auf Zuspiel von Maren Krämer zum Drittelendstand von 4:0 einschoss. Das zweite Drittel begann zunächst ruhig, doch in Spielminute 26:05 gab es für die Ahauser eine 2-Minuten-Strafe, so kam Düsseldorf zur ersten Überzahlsituation der Pokalpartie. Nadine Joisten, Vena-Marie Kanters, Susanne Schwedt und Kira Riepe spielten auch in der Überzahl weiter, Susanne wie gewohnt direkt vor dem Tor im Slot. Die Überzahl wurde sicher und routiniert gespielt und bereits in Spielminute 26:16 war es Vena-Marie Kanters, die zum 5:0 einnetzen konnte. Laut Spielberichtsbogen wurde der Assist Susanne Schwedt zugeschrieben, doch der Querpass kam meines Erachtens von Captain Nadine Joisten auf die halbrechts anlaufende Vena-Marie Kanters. Danach spielten die Ramserinnen munter weiter, das Spieltempo wurde erhöht, die Kombinationen schneller und mit direkterem Zug zum Tor gespielt. Die Gäste waren jetzt in die Defensive zurückgedrängt, es agierte einzig Düsseldorf, ein Spielaufbau oder ein Konter gelang den Ahausenern in dieser Phase nicht. Unsere Damen hingegen kombinierten flüssig, zeigten schnelles Kurzpassspiel und rotierten dabei munter durch die Reihen des Gegners und vor dem gegnerischen Tor. Für die Zuschauer in der Niederheider Halle war dies die wohl schönste Phase des Pokalspiels. In Spielminute 27:03 ließen die Spielerinnen den Ball zweimal komplett und schnell durch die Reihe rotieren, ehe Kira Riepe auf Vena-Marie Kanters passte, die sicher zum 6:0 einnetzte.

In Spielminute 28:33 legte Kira Kanders mustergültig auf Janine Wilbert ab, die zum 7:0 einschob und den Drittelendstand stellte in Spielminute 39:37 Jana Bagusat auf Zuspiel von Kira Riepe her. Captain Nadine Joisten war mit der Leistung ihres Teams zufrieden, ermahnte jedoch, auch im letzten Drittel weitere flüssige Kombinationen zu spielen und sich auf die anstehenden Turniere einzuspielen. Im letzten Spielabschnitt begannen die Ramserinnen jedoch etwas zu offensiv, so kam Ahaus zu den ersten Gegenangriffen, als sie die Düsseldorfer Defensive zweimal überlaufen konnten. In Spielminute 44:13 trafen die Gäste dabei deutlich hörbar die Querlatte des Düsseldorfer Gehäuses, an den Goalie Jastine Borgmann den Schlagschuss noch so eben abblocken konnte. Dieser Metalltreffer wirkte wohl wie ein Weckruf, denn im direkten Gegenangriff erzielte Janine Wilbert auf Zuspiel von Kira Kanders das 9:0 in Spielminute 44:37. Im Anschluss agierten die Ramserinnen etwas zu offensiv und wurden prompt bestraft, als Ahaus die weit aufgerückte Düsseldorfer Defensive überlaufen konnte und aus halbrechter Position der verdiente Ehrentreffer zum 9:1 in Spielminute 46:48 unter großem Jubel der Gäste erzielt wurde. Das wollten die Landeshauptstädterinnen aber wohl auch nicht auf sich sitzen lassen und drückten nach Wiederanpfiff direkt auf das Tempo und schon der nächste Angriff in Spielminute 47:25 wurde von Kira Riepe auf Vorlage von Captain Nadine Joisten mit dem Treffer zum 10:1 abgeschlossen. Nun versuchten die Ramserinnen noch einige Spielzüge und Varianten aus, die sie in den letzten Trainingseinheiten einstudiert hatten, ließen es dabei jedoch spürbar ruhiger angehen. Den Schlusspunkt unter die Pokalpartie setzte nach einer Hinausstellung auf beiden Seiten Kira Kanders auf Vorlage von Vena-Marie Kanters mit einem sehenswerten Schlagschuss, der exakt zwischen den Skates der Torfrau ins Netz flog. Mit diesem – auch in der Höhe – verdienten 11:1 Sieg ziehen die Ramserinnen in das Pokalhalbfinale ein. Für die Zuschauer war es sicherlich nur phasenweise eine packende Partie, zu drückend die Feldüberlegenheit und der Ballbesitz der Ramserinnen. Zudem haben die Spielerinnen nach dem Spiel gegen Duisburg sichtbar einen Gang zurückgeschaltet, weil sie vom Pokalgegner aber auch nicht zu mehr genötigt wurden. In den übrigen Partien haben sich die Favoriten, betrachtet man die Ergebnisse, schwer getan.

Die Menden Mambas siegten auswärts bei den Dragons Heilbronn nur knapp mit 3:4, die Duisburg Ducks gewannen zuhause ebenso knapp gegen den Tabellenführer der 2.Liga, die Bockumer Bulldogs, mit nur 3:2; einzig die Langenfeld Devils gewannen gegen den Zweitligisten Samurai Iserlohn deutlich mit ebenfalls 11:1. Die Auslosung in der kommenden Woche wird zeigen, gegen wen unsere Damen im Halbfinale antreten müssen, Menden, Langenfeld oder wieder Duisburg, wie in 2013 und 2012? Man darf gespannt sein. Am nächsten Wochenende zu Pfingsten spielen wir in der Damenkonkurrenz den Summer Cup 2014. Neben Vorjahresfinalist Menden erwarten wir die dänische Mannschaft Gentofte (Spielgemeinschaft mit Vesterbro Starz), das Schweizer Team Biel Sealanders und die Bissendorf Panther. Gentofte, Biel und Menden werden mit uns zudem gemeinsam beim diesjährigen Europapokal in Delemont / Schweiz antreten und um die Vereinskrone im europäischen Damen-Inlineskaterhockey antreten. Für die Rams-Damen würde der Gewinn des Europapokals sehr viel bedeuten, ist es doch der letzte Titel, der uns noch fehlt.Doch die Hoffnungen, diesen Titel im Jahr 2014 zu erringen, haben in den letzten Tagen einige herbe Dämpfer bekommen, da die Ramserinnen für das Europapokal-Turnier 20. bis 22.06.2014 erhebliche Personalprobleme haben und nur mit einem absoluten Minikader in die Schweiz reisen können, der Captain Nadine Joisten und das Team auch vor schwere, taktische Probleme stellt, denn mit dem zur Verfügung stehenden Personal sind wir auch zu massiven Umstellungen gezwungen.Der Summer Cup 2014 ist daher kein Maßstab und kein Testlauf für den Europapokal in der Schweiz, denn beim Summer Cup 2014 kann Captain Nadine Joisten personell „noch aus dem Vollen schöpfen“, zwei Wochen später beim Europapokal ist das längst nicht mehr der Fall. Bleibt nur zu hoffen, dass sich nicht auch noch Spielerinnen aus dem Minikader für den Europapokal beim Summer Cup verletzen !

Tore / Assists:
05:55 Susanne Schwedt / Jana Bagusat
12:06 Jana Bagusat / Kira Kanders
13:56 Vena-Marie Kanters / Kira Riepe
14:30 Elena Unterlöhner / Maren Krämer
26:16 Vena-Marie Kanters / Susanne Schwedt
27:03 Vena-Marie Kanters / Kira Riepe
28:33 Janine Wilbert / Kira Kanders
39:37 Jana Bagusat / Kira Riepe
44:37 Janine Wilbert / Kira Kanders
47:25 Kira Riepe / Nadine Joisten
57:22 Kira Kanders / Vena-Marie Kanters

Thorsten Schwedt

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