Düsseldorfer EG

Düsseldorfer EG

Düsseldorf. Dass Travis Turnbull bei der DEG unzufrieden war, das ist kein Geheimnis. Seine Vertragsauflösung kam dennoch etwas überraschend. Nur wenige Tage später ist sein Abgang aber längst vergessen. Jetzt ist ja Drayson Bowman da.

Den Abgang von Travis Turnbull hat man in Düsseldorf längst vergessen, obwohl er EXPRESS-Informationen zufolge nächste Saison für die Kölner Haie auflaufen wird. Der Düsseldorfer EG kann das aber egal sein, denn sie wurden bei ihrer Suche nach Ersatz schnell fündig. Drayson Bowman landete am Dienstagmorgen in Düsseldorf, ging am Mittag zum ersten Mal beim Training aufs Eis und stand am Abend neben DEG-Legende Daniel Kreutzer und Rob Collins in der Starting-Six. Aber wer ist dieser Neue überhaupt?

Bowman ist ein 26-jähriger Stürmer aus den USA, der einiges an Erfahrung mitbringt. Seine Karriere begann er bei den Spokane Chiefs in der kanadischen Juniorenliga WHL, wo er in 304 Spielen 151 Tore und 282 Punkte erzielen konnte. Im 2007 NHL Entry Draft wurde er in der dritten Runde von den Carolina Hurricanes gezogen, musste aber zwei Jahre warten, bevor er 2009 seine Profikarriere beginnen durfte. Seine erste Saison spielte er zusammen mit DEG-Verteidiger Tim Conboy bei den Albany River Rats in der AHL.
Mittlerweile hat der 1,84 m große Flügelstürmer 287 Spiele in der AHL und 180 in der NHL auf dem Buckel. In den Farmteams der Hurricanes und der Montréal Canadiens war Bowman regelmäßig einer der besten Torschützen, hat 77 Tore und 164 Punkte gemacht. In der NHL konnte er sich aber nie richtig durchsetzen. Ausschließlich die Saison 2013/2014 durfte er komplett in Carolina verbringen, ansonsten pendelte er regelmäßig zwischen Nordamerikas besten Profiligen. Seine 33 Punkte aus 180 Spielen waren einfach zu wenig um sich dauerhaft in der Liga festzusetzen.

Nun also die Düsseldorfer EG. „Ich wusste nur, dass Tim Conboy hier gespielt hat“, sagt Bowman. „Ich wusste nicht viel über die Liga, […] es ist ziemlich neu für mich.“ Trotzdem setzte DEG-Coach Christof Kreutzer sofort auf seinen Neuzugang und ließ ihn an seinem ersten Tag in Deutschland im wichtigen Spiel gegen die Adler Mannheim in der ersten Sturmreihe auflaufen. Erwartet hatte Bowman den sofortigen Einsatz zwar nicht, darauf gehofft aber schon: „Ich bin die ganze letzte Nacht geflogen, aber wollte natürlich spielen, deshalb bin ich hergekommen“.

Die Partie konnte Düsseldorf dank „Shut-Out“ von Torhüter Mathias Niederberger 3:0 gewinnen. Bowman war nach dem Spiel sichtlich erschöpft, aber ebenso glücklich. Besonders die Unterstützung der Fans hatte ihm gefallen. „Ich finde es war großartig, das hält dich im Spiel. Es war anders und es hat viel Spaß gemacht“.

Ein Tor erzielen konnte er noch nicht, das wäre im ersten Spiel vielleicht auch zu viel verlangt. Neues Land, neue Leute und selbst das Eis ist anders. Denn europäische Eisflächen sind etwas breiter als in Nordamerika, worauf sich Bowman erst einstellen musste. „Es war etwas anders […], aber im letzten Drittel habe ich es nicht mehr wirklich gemerkt“, reflektierte er. „Man muss mehr laufen“. Seine größte Chance des Spiels konnte Dennis Endras vereiteln. „Ich dachte es war ein guter Schuss, er hat gut gehalten“, so Bowman. „Hoffentlich bekomme ich noch mehr davon und ein paar gehen rein“.

Er selbst beschreibt sich als schnell, technisch gut, mit einem guten Schuss. Damit möchte er offensiv viel beitragen und insgesamt solide spielen – das klingt doch gar nicht schlecht. Im Spiel war er überall auf dem Eis zu finden, arbeitete hart und ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Ein torloser, aber durchaus gelungener Einstand. Dennoch war Bowman auch kritisch mit sich selbst: „Mit dem Puck war ich heute nicht so gut, aber das kommt hoffentlich noch“.

Der Wechsel nach Düsseldorf kam eher plötzlich und ging sehr schnell und Bowman kam ganz alleine nach Deutschland. Wie er Weihnachten feiern wird weiß er noch nicht, aber viel Zeit bleibt dazu sowieso nicht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag geht es schon wieder los. Gegen Schwenningen geht es ab 14:30 Uhr darum, den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen.

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