Düsseldorfer EG

Düsseldorfer EG

Die Düsseldorfer EG empfang am gestrigen Abend den Tabellenzweiten, die Eisbären Berlin. Nach vier Niederlagen in Folge (DEL und CHL) war dringend ein Befreiungsschlag nötig – und die DEG enttäuschte nicht. Düsseldorf besiegte Berlin mit 2:0 vor 5.579 Zuschauern im ISS Dome.

Kapitän Daniel Kreutzer brachte die Gastgeber im zweiten Drittel in Führung und Manuel Strodel machte in der letzten Spielminute alles klar, als er in Unterzahl aus der eigenen Defensivzone ins leere Berliner Tor traf.

Bei einem Endergebnis von 2:0, wobei das zweite Tor kaum als Offensivaktion gewertet werden kann, könnte man meinen, es wäre nicht viel passiert. Aber ganz im Gegenteil. Die DEG lieferte ein überzeugendes Spiel ab und es gab viele Lichtblicke auf dem Weg in die Playoffs.

1. Schön spielen ist nicht gleich viele Tore schießen

Defensives Eishockey wird gerne als unattraktiv verschmäht. Jede Liga auf der Welt hat das dauerhafte Ziel, die Anzahl der Tore durch Regeländerungen zu erhöhen. Der 2:0-Sieg der DEG war aber der klare Beweis, dass wenige Tore nicht gleich unattraktiv sind.

Tatsächlich stand es nach Schüssen am Ende 32:26 für Düsseldorf. Die DEG war aber ungewohnt stark in der Defensive und ließ extrem wenige hochkarätige Chancen zu. Und wenn es doch mal brenzlig wurde, war Mathias Niederberger zur Stelle.

Gegen Top-Teams wie die Eisbären kann man nur gewinnen, wenn man sich defensiv nicht überrennen lässt. Aus dem Grund ist es weder schlecht, noch unattraktiv, alles daran zu setzen das eigene Tor sauber zu halten und erst dann über das Toreschießen nachzudenken.

2. Mathias Niederberger war die richtige Wahl

Der Abgang von Star-Torhüter Tyler Beskorowany traf die Düsseldorfer EG hart. Der 25-jährige US-Amerikaner hatte maßgeblichen Anteil am letztjährigen Playoff-Erfolg und hätte sicher auch diese Saison geholfen. Er entschied sich aber für den Weg zurück in die Heimat, um dort den Traum der NHL zu verwirklichen.

Die DEG brauchte also einen Neuen – hier kommt Niederberger ins Spiel. Der gebürtige Düsseldorfer stand eigentlich in Berlin unter Vertrag, wurde für die laufende Saison aber an die DEG ausgeliehen. Hier war er eigentlich als Backup für Star-Torhüter Bobby Goepfert gedacht, stand aber bei sechs der bisherigen acht Spiele auf dem Eis.

Aktuell ist Niederberger die Nummer 1 in Düsseldorf und er macht seine Sache mehr als gut. Ein Gegentorschnitt von 1,83 und 94 Prozent gehaltene Schüsse sprechen für sich. Für Berlin gab es gestern kein Vorbeikommen am „eigenen“ Goalie…

3. Daniel Kreutzer wird nicht schlechter

Daniel Kreutzer feiert diesen Monat seinen 36. Geburtstag. Gegen Augsburg feierte er letzte Woche sein 1.000-Spiele-Jubiläum. Es wäre in dem Alter keineswegs ungewöhnlich, so langsam aber sicher nachzulassen. Zur Freude aller DEG-Fans ist davon bei Kreutzer aber noch lange nichts zu sehen.

Auch in seiner 15. Saison mit der Düsseldorfer EG spielt Kreutzer in einer der ersten beiden Reihen. Zusätzlich wird er in Überzahl sowie Unterzahl eingesetzt. Wann immer er das Eis betritt, wird es für den Gegner gefährlich. So auch gegen die Eisbären, als Kreutzer die DEG im zweiten Drittel in Führung brachte.

Kreutzer ist nicht der größte Spieler, nicht der schnellste und auch nicht der mit dem besten Schuss. Durch Kampf und Einsatz kann er all das aber kompensieren.

Kreutzer möchte die Meisterschaft gewinnen und wenn es so weitergeht, sollte er dafür noch mindestens fünf Jahre Zeit haben. In Düsseldorf wird ihn sicher niemand rausschmeißen.

4. Es geht auch ohne Strafen

In den ersten acht Spielen der Saison gab es für die Düsseldorfer EG 120 Strafminuten, im Durchschnitt also 15 pro Spiel. Wenn man kontinuierlich in Unterzahl spielt, ist es nicht überraschend, wenn offensiv nur wenig geht. Gegen Berlin haben die Düsseldorfer endlich gezeigt: es geht auch anders.

Gegen die Eisbären gab es nur acht Strafminuten für die Gastgeber, was sich auf verschiedene Weisen bemerkbar machte. Zum einen spielen sich in der Regel die vollen zwei Minuten einer Überzahl im Offensivdrittel ab. Wenn eine Mannschaft also 15 Strafminuten nimmt, wird ihr eine viertel Stunde geklaut, in der sie höchstwahrscheinlich keine Torchance hat, während die Gegner ununterbrochen Schüsse abfeuern. Ein Sieg wird dadurch eindeutig schwieriger.

Mit nur acht Strafminuten sah das Ganze gestern schon deutlich besser aus. Berlin konnte sich nur selten im Angriffsdrittel festsetzen und das spiel lief viel flüssiger als die vorherigen. Es gab immer noch unnötige Strafzeiten, zum Beispiel Christopher Minards Stockschlag gegen Berlins Schlussmann Petri Vehanen, aber es war ein guter Anfang.

5. Favoriten sind schlagbar

In den ersten acht Partien der noch jungen Saison sah es nicht immer gut aus. Die Playoffs sind das Ziel, mit Leistungen wie der gegen die Augsburger Panther am vergangenen Sonntag wird das jedoch eine extrem schwierige Aufgabe. Nach dem Sieg gegen Berlin gibt es aber neue Hoffnung.

Die Hauptstädter sind nach einer schwachen Saison 2014/15 wieder einer der Favoriten auf den Meistertitel. Umso schöner ist die Erkenntnis, dass die DEG auch diese Mannschaft recht problemlos besiegen konnte. Zugegeben, Düsseldorf hat selbst auch nur ein Tor aus dem Spiel heraus erzielen können. Das Team von Trainer Christof Kreutzer hatte aber definitiv die größeren Chancen.

Selbst die fünft-schlechteste Mannschaft der Liga schafft es in der DEL in die Playoffs. Platz 10, das von Kreutzer ausgesprochene Saisonziel, sollte theoretisch recht problemlos möglich sein. Wenn es dann aber gegen Top-Teams wie Mannheim, München und Berlin geht, ist es schön zu wissen, dass auch in dieser Saison jeder schlagbar ist.

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