Düsseldorfer EG
Düsseldorfer EG
Foto: Janik Beichler

Die Düsseldorfer EG ging im Topspiel gegen die Iserlohn Roosters vor fast ausverkauftem ISS Dome als Sieger vom Eis. 

Nach dem ersten Drittel sah es noch so aus, als könnte nichts schiefgehen. Die DEG, heute in wunderschönen Karnevalstrikots, zeigte eine überragende Leistung und ging mit einer 1:0-Führung durch Eduard Lewandowski in die Pause. Der Rather Dome war bis auf wenige Business Seats und Logen restlos ausverkauft und die 13.065 Fans, darunter am zweiten Schools Day der Saison viele Kinder und Jugendliche, feierten schon nach wenigen Minuten.

Als Chris Minard nach nur drei Minuten und 47 Sekunden im zweiten Durchgang die Führung der Gastgeber auf 2:0 ausbaute, schien fast schon alles gelaufen. Aber die Iserlohn Roosters stehen nicht umsonst ganz weit oben in der Tabelle. Die Roosters-Offensive, mit jetzt 133 Treffern die viertbeste der Liga, zeigte, was sie kann. Und ganz plötzlich stand es 2:3.

Dann kam das alles entscheidende Schlussdrittel – spannender hätten die beiden Teams es kaum machen können. Erst trifft Drayson Bowman zum Ausgleich, keine zwei Minuten später bringt Luigi Caporusso die Iserlohner wieder in Führung, bevor Ken Andre Olimb nur 2:22 Minuten später für die DEG trifft. Corey Mapes, Marcel Brandt und erneut Olimb machen die Sache klar.

Ein hoch spannendes und unterhaltsames Spiel, das am Ende deutlicher ausfiel, als es wirklich war. Beide Trainer waren sich einig: für die 13.065 Fans war es super, als Trainer braucht man so Spiele aber nicht.

Spielübersicht

Düsseldorfer EG – Iserlohn Roosters 7:4 (1:0, 1:3, 5:1)

Tore: 1:0 Eduard Lewandowski (PP1 – 12:57), 2:0 Chris Minard (PP1 – 23:47), 2:1 Brooks Macek (SH1 – 28:28), 2:2 Mike York (ES – 34:49), 2:3 Luigi Caporusso (PP1 – 39:38), 3:3 Drayson Bowman (ES – 44:30), 3:4 Luigi Caporusso (SH1 – 46:11), 4:4 Ken Andre Olimb (ES – 48:33), 5:4 Corey Mapes (ES – 53:49), 6:4 Marcel Brandt (ES – 57:31), 7:4 Ken Andre Olimb (EN – 59:43)

Schüsse: Düsseldorf 40 – Iserlohn 36

Strafminuten: Düsseldorf 10 – Iserlohn 14

Schiedsrichter: Bastian Haupt, Daniel Piechaczek

Zuschauer: 13.065

Highlights: Laola1.tv

Spielernoten

Es war ein turbulentes Spiel mit überraschenden Leistungen einiger Spieler. Hier sind die Spielernoten der Düsseldorfer EG.

Torhüter

35 Mathias Niederberger (2+) – Bei vier Gegentoren erwartet man selten eine gute Torhüterleistung. Bei Mathias Niederberger liegt jedoch der Verdacht nahe, dass er vier mal chancenlos war. Das trifft auch diesmal weitestgehend zu. Viele überragende Paraden, zwei Gegentore durch Breaks.

Verteidiger

4 Tim Conboy (2) – Wie immer eine sehr solide Leistung von Tim Conboy. Defensiv sicher, dabei sehr gut den Körper eingesetzt. Teilweise in der offensiven Zone unnötig den Körper gespielt, statt den Puck abzufangen. Beim 2:3-Gegentor fand die Scheibe den Weg von Conboys Schlittschuh ins eigene Tor, dabei war er allerdings machtlos.

20 Manuel Strodel (3+) – Die Verteidiger werden knapper und knapper, nach der Verletzung von Joonas Rönnberg musste nun auch Manuel Strodel umfunktioniert werden. Man sieht deutlich, dass er ein defensivstarker Spieler ist, mit der Position hatte er aber noch seine Probleme. Die Lücke zwischen Verteidiger und Stürmer konnte er häufig nicht richtig schließen, wodurch die Stürmer leicht an ihm vorbei und in Richtung Tor ziehen konnten. Da es seine erste Partie als Verteidiger war, durchaus eine akzeptable Leistung.

24 Corey Mapes (3) – Corey Mapes ist noch jung, zuletzt machte er aber wenig Hoffnung auf Verbesserung. Teilweise sehr schlechtes Positionsspiel, scheiterte mehrfach am Versuch Schüsse zu blocken. Schoss dann aber das entscheidende Führungstor.

44 Kurt Davis (2) – Hat Kurt Davis schon mal etwas falsch gemacht? Zusammen mit Conboy ein sehr sicheres Verteidigerpaar. Offensiv häufig am Puck mit guten Pässen und einem Schuss.

67 Bernhard Ebner (2) – Bernhard machte ein starkes Spiel mit wenigen negativen Aktionen. Spielte als „Quarterback“ im Powerplay, spielte viele sichere Pässe und schoss häufig selbst aufs Tor. Beim 3:4-Gegentor war er deutlich zu langsam für Luigi Caporusso, das kann man ihm aber nicht negativ ankreiden. Das Körperspiel hat noch Luft nach oben.

92 Marcel Brandt (2-) – Marcel Brandt machte sein drittes Spiel als Verteidiger und man sieht ihm die „Erfahrung“ durchaus an. Auch er hatte immer noch Probleme, die Lücke zwischen sich und den angreifenden Stürmern zu schließen, machte das aber schon deutlich besser als vor einer Woche gegen Nürnberg. Fuhr viele seiner Checks zu Ende und setzte den Körper überall gut ein. Das Gegentor zum 3:4 geht nach Brandts vermeidbarem Scheibenverlust wohl auf seine Kappe, dafür traf er aber zum 6:4 selbst.

Stürmer

9 Maximilian Kammerer (4) – Zusammen mit Daniel Fischbuch war Maximilian Kammerer gegen die Roosters nur ein Extra-Stürmer, der immer wieder in die bestehenden Reihen hinein rotiert wurde. Hatte im ersten Drittel starke Probleme mit der Puckkontrolle und hatte offensichtliche Probleme mit dem schnellen Spiel. Im zweiten Durchgang wurde das besser, im Schlussabschnitt durfte er dafür gar nicht mehr aufs Eis. Christof Kreutzer wollte das Spiel unbedingt gewinnen und wollte dafür nicht seine funktionierenden Reihen durcheinander bringen.

11 Eduard Lewandowski (1) – Ein absolut unglaubliches Spiel von Eduard Lewandowski. Ohne Frage seine mit Abstand beste Saisonleistung. Schon früh im Spiel hatte er seine erste Großchance, als er alleine aufs Tor zu lief und den Torhüter ausspielte, danach flog die Scheibe jedoch am Tor vorbei. Lewandowski feuerte vor allem im Powerplay pausenlos Schüsse aufs Tor und wurde mit dem 1:0-Führungstreffer belohnt. Das 6:4 bereitete er nach eigenem Bullygewinn überragend vor. Ein Annahmefehler in Überzahl führte zum 2:1-Anschlusstreffer der Iserlohner, das fällt aber in die Kategorie „kann jedem mal passieren.“

14 Norm Milley (2+) – Ein ganz normales Spiel für Norm Milley, der am Ende zum 1. Star gewählt wurde. Der beste Spieler war er insgesamt nicht, er hatte aber einige überragende Situationen — wie immer eigentlich. Ein perfekter Lupferpass in den Lauf von Chris Minard im ersten Drittel ist nur ein Beispiel. Milley assistierte bei den Toren zum 4:4 und 5:4. Allerdings machte auch er den einen oder anderen Fehler, vor allem wenn er versuchte alleine zu gehen, anstatt den besser postierten Mitspieler anzuspielen.

19 Rob Collins (2) – Was Rob Collins mit dem Puck anstellt, grenzt an Magie. In der Defensive ohne den Puck… Na ja. Insgesamt ein gewohnt starkes Spiel von ihm, das er wie so oft mit zwei Assists krönte.

21 Chris Minard (3+) – Dadurch, dass Strodel in die Verteidigung gerückt ist, durfte Chris Minard mit Milley und Ken Andre Olimb in der ersten Reihe ran. Die drei harmonierten sehr gut, wobei Minard nicht allzu viel zum Spiel beitrug. Minard hat die drittmeisten Torschüsse aller DEG-Spieler und versuchte es auch gegen Iserlohn ganze fünf mal. Er traf zum 2:0, wobei er die Scheibe nur über die Torlinie stochern musste.

23 Daniel Kreutzer (1) – Daniel Kreutzer machte ein fehlerfreies Spiel. Er spielte absolut überragende Pässe, vor allem in Überzahl, wobei (leider) nur ein Assist heraus sprang. Hoher Einsatz und einige harte Checks machten die herausragende Leistung perfekt. Fast perfekt. Denn im zweiten und letzten Drittel ging er hin und wieder etwas unter.

25 Drayson Bowman (1-) – Auch Drayson Bowman machte in der Reihe um Daniel Kreutzer ein überragendes Spiel. Hoher Einsatz, sehr gutes Körperspiel und viele Puckaktionen gab es von ihm zu sehen. Er belohnte sich mit dem Ausgleichstreffer zum 3:3.

29 Alexander Preibisch (2) – Es macht immer wieder Spaß, Alexander Preibisch zuzuschauen. Leider punktet er nur selten, ging mit fünf Punkten aus 35 Spielen in die Partie gegen Iserlohn. Die Reihe Preibisch-Lewandowski-Dmitriev machte ihr bestes Spiel der Saison und Preibisch gelangen zwei Assists – also fast 50% seiner bisherigen Saisonausbeute. Er hat es sich verdient.

40 Ken Andre Olimb (1) – Olimb ist einer der defensivstärksten Stürmer der Liga und zeigt das jedes Spiel. Auch gegen Iserlohn gab es von ihm endlose Puckeroberungen. Dazu sorgte er offensiv für viel Wirbel, legte ein Tor auf und traf zwei Mal selbst – zum 4:4 und 7:4. Olimb machte auch den einen oder anderen Fehler, aber die sind nach einer solchen Gesamtleistung nicht der Rede wert.

42 Alexej Dmitriev (2) – Die Verwunderung über Alexej Dmitriev war nach dem Spiel groß: „seit wann kann der denn so spielen?“ Wie es auch bei Lewandowski und Preibisch der Fall war, zeigte Dmitriev wohl seine beste Saisonleistung. Vor allem sein Passspiel war gegen die Roosters sehr überzeugend.

77 Daniel Fischbuch (4) – Für Fischbuch lief das Spiel ähnlich wie für Kammerer. Erst lief es nicht gut, dann musste er das gesamte Schlussdrittel auf der Bank verbringen.

3 Stars

  1. Norm Milley
  2. Luigi Caporusso
  3. Drayson Bowman

 

Stimmen zum Spiel

„Wir sind eine gute Mannschaft, wir arbeiten hart und glauben aneinander und ich denke, das war heute entscheidend.“ – Norm Milley

„Wichtig ist, dass du an dich glaubst. Dass die Mannschaft weiter positiv bleibt, weiter hart arbeitet und das haben wir heute sehr, sehr gut gemacht. Wir haben bis zum Schluss, wirklich bis zur letzten Sekunde, gekämpft.“ – Christof Kreutzer

„Man wünscht sich, dass man immer sowas sehen kann, die Trainer sicherlich nicht.“ – Jari Pasanen

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