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Die Düsseldorfer EG hatte kaum Zeit zum Luft schnappen. Nur zwei Tage nach dem 3:1 Derbysieg gegen die Krefeld Pinguine am Sonntag, geht es heute Abend gegen den amtierenden finnischen Meister Kärpät Oulu in der Champions Hockey League. Oulu wird ohne Frage ein harter Gegner, doch der Sieg ist durchaus möglich, wenn ein paar wichtige Grundlagen befolgt werden.

In der Gruppenphase setzte sich der Finnische Meister recht lässig und ungeschlagen gegen die Krefeld Pinguine und den österreichischen Vizemeister Vienna Capitals durch. Zwar erzielte Oulu in vier Spielen in der Gruppe J „nur“ 12 Tore (zum Vergleich, die DEG brachte es auf 15 Treffer). Dem gegenüber steht aber nur ein mickriges Gegentor. Ein einfacher, nichtsdestotrotz wichtiger Ratschlag für die Düsseldorfer ist daher klar.

Schießen, Schießen, Schießen

Als wären die Finnen nicht schon gut genug aufgestellt, haben sie sich in der Sommerpause ein großes Torhütertalent geangelt. Sami Aittokallio, 23, entschied sich nach drei Jahren in Nordamerika, in die Heimat zurückzukehren. Er brachte es auf zwei NHL-Spiele für die Colorado Avalanche, kam zuletzt jedoch nur noch in deren Farmteams in der AHL und ECHL zum Einsatz.

Aittokallio spielte jede Sekunde der ersten vier CHL-Begegnungen und musste, wie zuvor erwähnt, nur einmal den Puck aus dem Netz holen. Er brachte es auf eindrucksvolle 98,88 Prozent gehaltene Schüsse – CHL-Bestwert.

Möchten die Düsseldorfer es in die Runde der letzten 16 schaffen, führt kein Weg an Aittokallio vorbei. Bei einem Torhüter seiner Qualität gibt es nur eine Devise: schießen, schießen, schießen.

Überzahlen Nutzen

Wenn es ums Schießen geht, gibt es eine besonders gute Ausgangssituation: das Powerplay. In der Tat kassierte Aittokallio sein einziges Gegentor durch Krefelds Daniel Pietta, als die Krefelder einen Mann mehr auf dem Eis hatten.

Leider ist die Düsseldorfer EG nicht für ihr überragendes Überzahlspiel bekannt, doch das Derby gegen Krefeld macht Hoffnung. Alle drei Düsseldorfer Tore beim 3:1 Sieg wurden im Powerplay erzielt. Es war nicht immer schön, aber immerhin effektiv.

Möchte man Oulus Schlussmann bezwingen, sollte jede Überzahl so gut es geht genutzt werden. Damit wären wir wieder beim ersten Punkt angelangt: im gegnerischen Drittel festsetzen, in Schussposition bringen und schießen, schießen, schießen.

Die Schotten dicht machen

Im Sommer musste sich die DEG von Stürmer Andreas Martinsen und Torhüter Tyler Beskorowany trennen, die es beide nach Nordamerika zog. Vor allem der Verlust von Beskorowany schmerzt, obwohl er nur als „Notlösung“ nach der Verletzung von Stamm-Goalie Bobby Goepfert verpflichtet wurde.

Der Druck lastet nun erneut auf den Schultern vom wieder genesenen Goepfert. Am Sonntag gegen Krefeld wurde er noch geschont, aber heute Abend sollte er wieder zwischen den Pfosten stehen.

Bislang hieß es in Düsseldorf doch eher „vorne hui, hinten pfui“ (15 Tore, 14 Gegentore in vier CHL-Begegnungen). Wenn der finnische Meister besiegt werden soll, muss sich aber auch daran etwas ändern. Die Verteidigung um Assistant Captain Timothy Conboy muss heute alles daran setzen die Scheibe vom eigenen Tor wegzuhalten, und Schlussmann Goepfert so gut es geht zu helfen.

Das erste Spiel in der diesjährigen K.O.-Phase der CHL wird sicher ein hartes für die DEG. Wenn die oben genannten Punkte umgesetzt werden können, ist jedoch alles möglich. Das Rückspiel in Finnland wird auf keinen Fall leichter, mit einem Sieg heute Abend könnte man nächste Woche aber immerhin entspannter die Reise gen Norden antreten.

Düsseldorfer EG – Oulun Kärpät live ab 19.30 h auf Laola1.tv

Autor: Janik Beichler