Mit 6:5 nach Penaltyschiessen siegte der Krefelder EV in Dortmund. Trotzdem werden die Zuschauer ihr Kommen nicht bereut haben, denn sie sahen ein spannendes Eishockeyspiel, das erst in der Overtime entschieden wurde. Leider hatte sich die Krankensituation vor dem Spiel für den EHC Dortmund nicht gebessert, so dass Coach Krystian Sikorski nur 14 gesunde Feldspieler aufs Eis schicken konnte. Die Gäste aus Krefeld, die am Freitag überraschenderweise gegen Duisburg gewinnen konnten, hatten zudem noch eine Rechnung offen, da man das letzte Spiel in Dortmund mit 5:2 verloren hatte. Und so ging es von Beginn an richtig los. Beide Mannschaften zeigten in einem körperbetonten Spiel, dass man heute als Sieger das Eis verlassen wollte. Es entwickelte sich ein Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, und es dauerte bis zur 17. Spielminute, ehe der Puck das erste Mal im Krefelder Tor einschlug. Malte Bergstermann konnte, nach Zuspiel von Lukas Pek, zum 1:0 verwandeln. Doch die Freude über den Führungstreffer währte nicht lange an, denn knapp eine Minute später stand Krefelds Dennis Swinnen frei vor Torhüter Steve Themm und netzte ein. Somit ging es mit einem 1:1 Pausenstand in die Kabine. Im zweiten Drittel kamen die Gäste aus Krefeld besser ins Spiel. Marc Schaub erzielte in der 23. Spielminute das 1:2, und als dann in der 27. Minute das 1:3 durch Thomas Dreischer fiel, sah es schon nach einem Sieg der Niederrheiner aus. Doch nun sollte die große Aufholjagd der Elche beginnen. In der 29. Spielminute nahm sich Nico Bitter ein Herz, zog von der blauen Linie ab und erzielte den 2:3 Anschlusstreffer. Nur eine Minute später war es dann Lukas Pek, der von Igor Bacek in Szene gesetzt wurde und zum Ausgleich traf.

Und dann war es Igor Bacek selbst, der 46 Sekunden später den Rückstand in die 4:3 Führung umwandelte. Der EHC hatte innerhalb von weniger als drei Minuten das Spiel gedreht, was Gästecoach Elmar Schmitz veranlasste, eine Auszeit zu nehmen. Die Gäste spielten von nun an zwar wieder sicherer in der Abwehr, trotzdem gelang Igor Bacek, acht Sekunden vor Schluss des 2. Drittels, die 5:3 Führung. Doch auch nun war der Eishockeykrimi noch nicht entscheiden. Zwar konnten die Elche im letzten Drittel noch einige Zeit dagegen halten, doch dann machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar, und Krefeld konnte durch die Tore vier und fünf nochmals den Ausgleich erzielen. Nun waren beide Teams bemüht, innerhalb der letzten zehn Spielminuten den Sieger zu finden, und es entwickelte sich ein heißer Tanz auf dem Eis, mit Strafzeiten auf beiden Seiten. Unschöner Höhepunkt des Spiel war sicherlich das Foul von Michel Ackers gegen Igor Bacek knapp eine Minute vor Schluss. Der Krefelder checkte den Dortmunder mit dem Schläger auf Höhe der Mittellinie gegen den Kopf, so dass dieser zu Boden ging, und Ackers mit einer 5 + Spieldauer vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Leider relativierte sich der Dortmunder Vorteil, da Marc Haaf, der nach der rüden Attacke von Ackers diesem die “Meinung“ sagen wollte, dafür ebenfalls 2+2 Strafminuten kassierte. Somit endete die reguläre Spielzeit mit einem 5:5. Da auch die anschließende Verlängerung keinen Sieger brachte, kam es nun zum Penaltyschiessen. Nachdem sowohl Igor Bacek, als auch Lukas Pek den Krefelder Goalie nicht überwinden konnten, war es nach zwei ebenfalls erfolglosen Krefelder Schützen, Thomas Dreischer der den Puck zum ersten Mal im Netz versenkte.

Nun lag es an Marc Haaf die Dortmunder im Spiel zu halten. Leider konnte er Krefelds Patrick Vetter nicht überwinden, und ein denkwürdiges Spiel hatte mit Krefeld seinen Sieger gefunden. Fazit: Es war kein hochklassiges Spiel, was heute Abend in Dortmund gezeigt wurde. Aber spannend war es, und die Zuschauer werden ihr Kommen nicht bereut haben. Aufopferungsvoll kämpfende Dortmunder, und ein Steve Themm in Bestform haben die Elche lange im Spiel gehalten. Am Ende gab es einen Punkt gegen eine Krefelder Mannschaft, die gezeigt hat, dass der Sieg gegen Duisburg nicht von ungefähr kam. Stimmen zum Spiel:

Elmar Schmitz ( Krefelder EV ): „Wir haben heute ein kurioses Eishockeyspiel gesehen. Nach dem 1:3 hatte ich ein gutes Gefühl, nach dem 5:3 hatten wir das Spiel eigentlich verloren. Wir sind dann mit viel Engagement und dem Quäntchen Glück nochmal ins Spiel gekommen. Penaltyschiessen ist dann bei zwei guten Torhütern immer auch ein bisschen Lotterie. Wir sind mit den 4 gewonnen Punkten an diesem Wochenende natürlich hoch zufrieden.“

Krystian Sikorski ( EHC Dortmund ): „Nach dem 5:3 haben wir den Gegner durch unnötige Strafzeiten nochmal rankommen lassen. Trotzdem kann ich meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Ich kann vor der Leistung der noch vorhandenen Spieler nur den Hut ziehen, die konnten sich am Schluss kaum noch auf den Beinen halten. Somit muss man mit dem Punkt am Ende zufrieden sein.“

EHC Dortmund – Krefelder EV 5:6 n.P.
Tore:
1:0 Bergstermann ( Pek, Linda ) 16:56
1:1 Swinnen ( Schaub, Niederehe ) 17:37
1:2 Schaub ( Klöpper, Ackers ) 22:44
1:3 Dreischer ( Oesterreich, Hendle ) 26:46
2:3 Bitter ( Pek, Bacek ) 28:04
3:3 Pek ( Bacek, Haaf ) 29:31
4:3 Bacek ( Linda ) 30:45
5:3 Bacek ( Bitter ) 39:52
5:4 Swinnen ( Schaub, Niederehe ) 47:13
5:5 Oltmanns ( Schaub, Swinnen ) 48:51
5:6 Dreischer ( Penalty ) 65:00

Strafminuten: Dortmund: 18 + 10 Bitter – Krefeld: 17 + SD Ackers
Zuschauer: 449
Aufstellung Dortmund:
Themm S. ( TW ), Dräger (TW n. eing.) Linda, Bitter, Turnwald, Sondern, Themm B., Alda, Pek, Bacek, Berstermann, Gabler, Schulz, Scharfenort, Haaf, Licau.

PM: EHC Dortmund

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