Mit einer grandiosen kämpferischen Leistung konnte der EHC Dortmund am Donnerstagabend einen Punkt gegen den Favoriten aus Duisburg erringen. Die Duisburger gewannen zwar 3:2 n.V., der moralische Sieger des Abends hieß allerdings EHC Dortmund.

Ob es die winterlichen Temperaturen oder die erwartete Niederlage war, die wiederum nur 347 Zuschauer in das Dortmunder Eisstadion lockten, darüber kann man nur spekulieren. Fakt ist, die daheimgebliebenen haben das vielleicht beste Heimspiel des EHC Dortmund in dieser Saison verpasst.

Bereits vor dem Spiel gab es gute Nachrichten. Sowohl Kevin Thau, als auch Torhüter Kai Kristian konnten zum Derby auflaufen, und beide hatten einen großen Anteil daran, dass es ein packendes Derby wurde.

Im ersten Drittel kamen die Gäste aus Duisburg, deren 22 köpfiger Kader mit 15 Förderlizenzspielern gespickt war, besser ins Spiel. Die ersten Minuten gehörten den Füchsen, und nach sechs Minuten brachte Clarke Breitkreuz die Gäste mit 1:0 in Führung.

Doch dieses Tor war der Weckruf für die heimischen Elche, die von nun an immer besser ins Spiel kamen. Und in der 17. Minute wurde der Kampfgeist der Dortmunder belohnt. Der wieder genesene Kevin Thau traf zum 1:1 Ausgleich, was gleichzeitig den Pausenstand darstellte.

Im zweiten Drittel übernahmen die Elche dann die Kontrolle über das Spiel. Sie setzten die Duisburger immer mehr unter Druck, und wenn diese einmal eine Chance hatten, war Kai Kristian zur Stelle, der heute sicherlich ein Garant für den Punktgewinn war.

In der 30. Minute war es dann soweit, und der Dortmunder Angriffswirbel wurde belohnt. Marc Haaf spielte sich durch die gegnerische Abwehr, wartete lange genug mit seinem Pass auf Lukas Pek, der dann traumhaft sicher zur 2:1 Führung einnetzte.

Da war sie nun, die Führung gegen den haushohen Favoriten, und so manch Zuschauer im Eisstadion rieb sich verwundert die Augen aufgrund der Dortmunder Überlegenheit.

Doch auch die Füchse gaben sich nicht auf, und in der 32. Minute konnte Marcel Ohmann den erneuten Ausgleich erzielen.

So ging es also mit einem 2:2 in die letzte Drittelpause. Und auch das letzte Drittel sollte spannungsgeladen bleiben. Beide Teams wollten in der regulären Spielzeit den Sieg einfahren, und man kann nicht behaupten, dass die Dortmunder dabei den schlechteren Eindruck hinterließen. Es gab mehrere Torchancen auf beiden Seiten, doch ein Tor sollte nicht mehr fallen.

So ging der Eishockeykrimi an diesem Abend in die Verlängerung. Und da wollten die Elche, die in der bisherigen Saison gegen die Füchse zweimal knapp als Verlierer das Eis verließen, den Spieß dieses Mal umdrehen. Immer wieder stürmen sie auf das Tor von Duisburgs Goalie Björn Linda, doch in der 63. Spielminute nutzte Nico Opree einen Konter, um das Spiel für die Füchse zu entscheiden.

Fazit: Die Zuschauer haben im Dortmunder Eisstadion einen wahren Eishockeykrimi erlebt. Bis auf die ersten sechs Spielminuten war am heutigen Abend kein Klassenunterscheid zu erkennen, obwohl mit Duisburg der letztjährige Playoff-Finalist zu Gast war. Aber es war auch heute wieder so, wie in der letzten Saison und den beiden bisherigen Spielen in dieser Saison. Am Ende gewinnt Duisburg. Trotzdem haben die Elche heute Abend wieder einmal gezeigt, dass man, von Verletzungen verschont, auch gegen Top-Mannschaften wie Duisburg mithalten kann. Eine Tatsache, die am Anfang der Saison, so sicherlich niemand erwartet hätte.
So sahen es auch beide Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel:

Franz Fritzmeier ( Duisburg ):

„ Glückwunsch an Dortmund zu dieser Leistung. Dortmund hat uns vorgemacht wie man über 60 Minuten kämpft und fightet. Gott sei Dank haben wir am Ende noch die zwei Punkte gemacht.“
Krystian Sikorski ( Dortmund ):

„ Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, wir können in 3 Spielen dreimal gegen Duisburg mithalten, hätte ich demjenigen gesagt, er träumt. Großes Kompliment an meine Mannschaft. Mit etwas Glück hätten wir heute gewinnen können, sind aber auch mit dem Punkt zufrieden.“

Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache. Heute hat letztmalig ein Journalist der Westfälischen Rundschau unsere Spiele begleitet. Die WAZ-Gruppe hat das Aus für die Lokalredaktion der Westfälischen Rundschau zum 1.2.2013 in Dortmund beschlossen.

Wir verlieren somit leider einen Partner, der immer kompetent über das Eishockey in Dortmund berichtet hat und immer ein gern gesehener Gast bei uns im Eisstadion war.

Viel schlimmer als die Tatsache, dass nun auch in Dortmund noch weniger über unsere Sportart berichtet wird, ist die Tatsache, dass 120 Mitarbeiter in der hiesigen Lokalredaktion, von heute auf morgen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Wir vom EHC Dortmund wünschen den Betroffenen, dass Sie schnell wieder einen neuen Job finden und auch ansonsten alles erdenklich Gute für die Zukunft.

Wir bedanken uns für die langjährige Zusammenarbeit und wir werden Euch und Eure gute Arbeit in der Dortmunder Sportredaktion vermissen.

Tore:

0:1 Breitkreuz C. ( Breitkreuz B., Opree ) 05:01

1:1 Thau ( Bergstermann, Streser ) 16:33

2:1 Pek ( Haaf ) 29:55

2:2 Ohmann ( Riefers, Opree ) 31:46

2:3 Opree ( Ohmann, Keussen ) 62:04

Strafminuten: Dortmund 16 – Duisburg 16

Zuschauer: 347

Aufstellung Dortmund:

Kristian ( TW ), Dräger ( TW n. eing. ) Linda, Bitter, Turnwald, Panek, Sondern, Themm B., Streser, Pek, Bacek, Thau, Bergstermann, Gabler, Schulz, Scharfenort, Haaf, Licau.

PM: EHC Dortmund

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