Sonntag, 18:30 Uhr, Eissporthalle Kassel. Es war angerichtet zum ersten Hessenderby in der Hauptrunde der Oberliga West. Über 5500 Fans sorgten bereits vor Spielbeginn für Gänsehautatmosphäre und machten lautstark deutlich, dass diese Spiele etwas Besonderes für beide Fanlager sind. Entsprechend motiviert gingen beide Teams auch in das Spiel, allerdings mit dem deutlich besseren Start für die Löwen, denn bereits nach 23 Sekunden stand es auf einmal 1:0 für die Gäste. Was war passiert? David Cespiva hatte den Puck von der Roten Linie per Bogenlampe in Richtung Huskies-Tor befördert, Boris Ackers griff daneben und praktisch in Zeitlupe trudelte die Scheibe über die Linie.

Ein denkbar mieser Start für die Hausherren, die aber sofort von ihren Fans aufgefangen und nach vorn gepeitscht wurden. Entsprechend schnell kamen sie dann auch im Spiel an und Alex Engel hätte nach fünf Minuten fast die passende Antwort parat gehabt, jedoch klatschte sein Handgelenksschuss an den Pfosten.

Die Gäste aus Frankfurt schwächten sich in der Folge durch einige Fouls selbst, die daraus resultierenden Powerplaysituationen, teilweise sogar in doppelter Überzahl, konnten die Huskies jedoch nicht nutzen. Die Löwen verteidigten ihr Tor kompakt, während die Hausherren zwar durchaus gefällig im Powerplay kombinierten, letztendlich aber viel zu wenig Zug zum Tor zeigten und Löwen-Goalie Björn Linda nicht wirklich in Verlegenheit brachten. So ging es mit einem knappen 0:1-Rückstand in die erste Pause.

Der Mittelabschnitt begann temporeich und mit wenig Spielunterbrechungen, allerdings wiederum mit einem optischen Übergewicht für die Gäste, die am heutigen Abend einfach zwingender und abgeklärter agierten als die Huskies – und ihre Chancen auch in Zählbares umzumünzen vermochten. Innerhalb von vier Minuten erhöhten Nils Liesegang aus spitzem Winkel (29.) und Chris Stanley (33.), der von Semen Glusanok angeschossen wurde, jeweils in Überzahl für eine klare 3:0-Löwenführung.
Die Huskies mühten sich zwar im weiteren Verlauf des zweiten Drittels, jedoch gelang es den Löwen am heutigen Abend, einige Defizite der Huskies im Spielaufbau schonungslos offenzulegen. Mit Körpereinsatz, Forechecking und geschicktem Stellungsspiel zwangen sie die Huskies zu Fehlern und schafften es so, zum einen den eigenen Kasten sauber zu halten, zum anderen aber auch selbst gefährlich vor Boris Ackers aufzutauchen, der ein ums andere Mal Kopf und Kragen riskieren musste, um einen noch höheren Rückstand zu vereiteln. 0:3 aus Kasseler Sicht lautete der Zwischenstand nach dem zweiten Drittel.

Entsprechend deutlich dürfte die Pausenansprache von Jesse Panek an sein Team ausgefallen sein, denn das letzte Drittel startete zunächst mit anderen –bissigeren und hungrigeren- Huskies, als man sie in den ersten beiden Spielabschnitten gesehen hatte. Und nach zwei Minuten keimte tatsächlich nochmal Hoffnung bei den nimmermüden Huskies- Fans auf. Einen schnellen Konter über Billich und Doyle vollendete Aushilfskapitän Brad Snetsinger aus kurzer Distanz zum 1:3.  Die Hoffnung hielt allerdings nur ganze 24 Sekunden, dann war klar, dass es am heutigen Abend nichts werden würde mit einem Sieg der Huskies. Ein kapitaler Fehler im Stellungsspiel führte zu einer Zwei-auf-Null Situation zu Gunsten der Gäste, Nils Liesegang bedankte sich per Handgelenkschuss zum 1:4.

Dies sollte die Entscheidung gewesen sein, denn die Huskies kamen nicht mehr ins Spiel zurück. Stattdessen setzten die Gäste aus der Mainmetropole noch einen drauf: Erneut in Überzahl markierte Chris Stanley nach knapp 49 Minuten den 1:5-Endstand.

Die Schlittenhunde gingen ungeschlagen in dieses Spielwochenende, mussten aber gegen die direkte Konkurrenz aus Duisburg und Frankfurt empfindliche Niederlagen einstecken. Und auch wenn diese Niederlagen in der Hauptrunde aller Wahrscheinlichkeit nach nahezu folgenlos sein werden, so gilt es für die Huskies dennoch, die letzten beiden Spiele genau zu analysieren, die richtigen Schlüsse zu ziehen und an den nötigen Stellschrauben zu drehen, um den Huskies-Schlitten schleunigst wieder in die Spur zu bringen.

Die erste Chance zur Wiedergutmachung werden die Huskies am kommenden Freitag im Auswärtsspiel beim Herner EV haben.

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