Gegen Italien gab es nicht viel zu jubeln. Jerome Flaake mit dem 1-1

BiBi. (MR) Nachdem Österreich im Nachmittagsspiel die Niederländer mit 6:1 quasi an die Wand gespielt hatte, sollte Turniergastgeber Deutschland abends gegen Italien nachlegen. Doch ein zähes, ideenloses Spiel brachte dem Team von Pat Cortina lediglich ein mageres Pünktchen. Dabei stand im Kasten der Azzuros keineswegs ein unbezwingbarer Goalie: Adam Dennis war in der Vor-Krupp-Ära bei den Kölner Haien nach nur 7 Einsätzen entlassen worden. So zeigte sich auch Cortina nach dem Spiel enttäuscht, dass sein Team nicht mehr aus den Chancen gemacht habe, obwohl man die überwiegende Zeit die Puckkontrolle hatte. Italiens Coach Tom Pokel zeigte sich zufrieden und stolz, dass seine Jungs eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt haben, obwohl das gestrige Spiel gegen Österreich schon viel Kraft gekostet habe.

Im Spiel hatten zwar die Deutschen in weißen Trikots über weite Strecken die Scheibe unter Kontrolle, doch wirklich sich im Angriffsdrittel festzusetzen vermochten sie nicht. Italien stellte eine schier unüberwindbare Mauer an der eigenen blauen Linie auf, durch die kein Durchkommen war. So lief es meist über „kick and rush“, also Scheibe ins Drittel schießen und versuchen, diese nachträglich zu erlaufen. Als die Gastgeber direkt nach Ablauf der ersten Strafe gleich eine weitere aufgebrummt bekamen, versuchten sich Helfer, Sirianni und Iannone zunächst erfolglos, ehe die Angriffe mehrfach unterbunden und befreit wurden. Nach 3 1/2 Minuten „Übungszeit“ war es dann aber doch geschehen, Sirianni drückte die Scheibe über die Linie (11. Min.). Dass Jerome Flaake noch in diesem Abschnitt mit schöner Körpertäuschung die passende Antwort brachte (14.), beruhigte die Gemüter wieder etwas.

Das einzige Überzahlspiel, das Team Germany zugesprochen bekam, ging über die Pause und damit auch erfolglos über die Bühne. Deutschland machte im Mitteldrittel aber mehr Druck und brachte auch mehr Schüsse auf das Tor – einzig die Rebounds versäumte man sträflich, denn davon gab es einige. Doch wer auch immer sich versuchte, das Runde wollte nicht ins Eckige. Auf der anderen Seite sah es allerdings nicht besser aus, Sirianni tauchte immer mal wieder vor dem Tor auf, auch Scandella prüfte Endras.

Der dritte Abschnitt brachte hier keine große Änderung, eher zum schlechteren, denn erneut bekam Deutschland die Scheibe lange Zeit nicht aus der eigenen Zone, und Vorstöße liefen meist über Flaake oder Barta, die sich mit List ins Angriffsdrittel brachten, oder David Wolf, der sich an der Bande entlang tankte. Viele Schüsse kamen von Kohl von der blauen Linie – alles nicht von Erfolg gekrönt. Als sich die reguläre Spielzeit bereits dem Ende näherte, witterte Italien Morgenluft – mit einem Sieg hätten ja auch die Azzuros eine reele Chance auf den Turniersieg! 15 Sekunden vor der Sirene gar nahm Tom Pokel den Goalie aus dem Kasten, doch es nützte nichts – das Spiel musste in der Verlängerung entschieden werden.

Diese sah erneut Deutschland im Scheibenbesitz, doch eine Strafe gegen Petermann brachte dem Gegner ein Powerplay, und dann ging es schnell. Nach nur 9 Sekunden zappelte die Scheibe bereits hinter Endras im Netz (di Casmirro, 63.).

Damit steht Deutschland mit 4 Punkten auf Platz 2 der Zwischentabelle hinter Österreich (6 Punkte). So kommt es am Sonntag zum echten Endspiel zwischen Deutschland und Österreich, das Deutschland in 60 Min. gewinnen muss, um den Turniersieg und damit das Ticket für Olympia zu erreichen!

 

Das Spiel ITA-GER 2:1 (1:1 / 0:0 / 0:0 / 1:0)

Tore: 1:0 (10:15) Sirianni (Scandella) PP1; 1:1 (13:29) Flaake (Festerling); 2:1 (62:19) di Casmirro (Johnson, Sirianni) PP1

Schüsse: 21:37

Strafen: 2:10

Schiedsrichter: Tom Laaksonen (FIN), Alexei Ravodin (RUS)

Zuschauer: 4.517

Als beste Spieler wurden Adam Dennis (ITA) und Jerome Flaake (GER) benannt.

Es spielten: ITA – Adam Dennis (Daniel Bellissimo) – Christian Borgatello, Alexander Egger; Trevor Johnson, Armin Helfer; Nicholas Plastino, Matt de Marchi; Armin Hofer, Christian Willeit – Markus Gander, Marco Insam, Anton Bernard; Giulio Scandell, Nathan di Casmirro, Robert Sirianni; Diego Iori, Emanuele Scelfo, Vind´cent Rocco; Nicola Fontavine, Diego Kostner, Patrick Iannone

GER – Dennis Endras (Dimitri Kotschnew) – Jens Baxmann, Constantin Braun; Niki Goc, Mo Müller; Benedikt Kohl, Felix Petermann; Bernhard Ebner – Jerome Flaake, Garrett Festerling, Davis Wolf; Kai Hospelt, Andre Rankel, Marcel Müller; Markus Kink, Felix Schütz, Daniel Piette; Michael Wolf, Alex Barta, Philip Gogulla

 

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