Kassel. (MR) Zum „Show Down“ der Oberliga-West-Aufstiegsrunde kam es für die Füchse Duisburg am letzten Spieltag bei den Kassel Huskies, die mit zwei Punkten vorne lagen.

Der voll besetzte Füchse-Block in Kassel
Der voll besetzte Füchse-Block in Kassel

In der nahezu ausverkauften Eissporthalle hatten sich auch ca. 600 Fans aus Duisburg eingefunden, die ihre Füchse lautstark unterstützten. Wie so oft zeigten die Gastgeber die größere Routine und schienen optisch überlegen. Doch besonders an EVD Torsteher Felix Bick bissen sie sich die Zähne aus, wer immer sich versuchte und die Scheibe auf das Tor brachte. Auf Seiten der Füchse gab es sehenswerte Einzelaktionen und Nadelstiche, doch vor allem Daniel Schmölz, aber auch Jack Paul, Diego Hofland oder Fabio Pfohl konnten ihre Versuche nicht unterbringen, da hatte auch der Huskies-Goalie Kai Kristian etwas gegen, der immer im Weg stand. So ging es torlos in die erste Pause.

Auch im zweiten Abschnitt das gleiche Bild, EVD-Coach Franz Fritzmeier variierte seine Reihenzusammenstellung ab und zu, mehr Durchschlagskraft brachte das allerdings auch nicht. In Überzahl kamen die Gastgeber dem Treffer gefährlich nahe, doch Bick hielt alles fest, egal ob von Brad Snetsinger, Tobias Schwab oder Alexander Heinrich. Quasi aus dem Nichts fiel dann auf einmal auf der anderen Seite der Treffer zur Spielmitte, als Diego Hofland den Schuss von Markus Schmidt in die Maschen abfälschte. Der Jubel im Gästeblock kannte keine Grenzen, und Kassel wurde auf einmal ganz ruhig! Und Kevin Orendorz hätte wenig später sogar erhöhen können, als er das leere Tor nicht traf, denn Kristian war auf einem „Ausflug“. Dass André Huebscher erst seinen Alleingang nicht unterbringen konnte, dann auch noch den fälligen Penalty verschoss (36.)., trug auch nicht wirklich zur Beruhigung der Duisburger Anhängerschaft bei. Es blieb also knapp.

Zweikampf zwischen Alexander Engel und Marcel Kahle
Zweikampf zwischen Alexander Engel und Marcel Kahle

Zum (vermeintlichen) Schlussabschnitt hatte Duisburg auf zwei Verteidiger-Pärchen umgestellt und offenbar die Devise ausgegeben, alles hinten rein zustellen. Das klappte auch recht gut, und Kassel schien immer mehr zu verzweifeln; gefühlte zwei Schuss pro Spielminute sollten Richtung Kasten gehen, doch alles Fahrkarten! Auf der Pressetribüne wurde bereits die Alternativ-Überschrift gebastelt von „nervösen Huskies, die am Druck zerbrechen“. Die Duisburger Kollegen allerdings dachten bei sich, dass diese Taktik nicht über 20 Minuten gutgehen kann. Es schien mit Fortdauer des Drittels allerdings auch, dass die Kasseler sich einen Knoten in die Beine spielten und nichts mehr auf die Reihe bekamen, da tat sich eine Lücke auf… DIE Lücke, die es nicht hätte geben dürfen, denn Ex-Nationalspieler Manuel Klinge sah Sven Valenti am rechten Pfosten unbewacht, und dann war es passiert – 109 Sekunden standen noch auf der Uhr! Nun wurde es hektisch, und als die Gastgeber in den Schlussminuten auch noch eine Strafe kassierten, nahm Fritzmeier eine Auszeit und den Goalie vom Eis. Doch auch mit 6 gegen 4, ein paar Sekunden sogar 6 gegen 3 Spieler auf dem Eis sollte kein Treffer mehr fallen. Damit war eigentlich schon alles klar, denn ein einziger Punkt reichte den Kassel Huskies zum ersten Platz in dieser Tabelle, der dann zu den Play Offs bzw. DEL-2-Relegation berechtigte.

Grenzenloser Jubel bei den Huskies nach der Schlußsirene
Grenzenloser Jubel bei den Huskies nach der Schlußsirene

Da aber ein Sieger gefunden werden musste, gab es eine 5-minütige Overtime, die ebenfalls torlos blieb, sowie ein Penaltyschießen, in dem Kassel Fahrkarten schoss und die Füchse Scott Wasden und Joel Keussen ihre Versuche verwandelten. Das war aber dann nur noch zweitrangig, auch wenn EVD-Coach Franz Fritzmeier auf der anschließenden Pressekonferenz sein in diesem Jahr wieder sehr junges „Ausbildungsteam“ gelobt und auch explizit Goalie Felix Bick hervorgehoben hat, während der Trainer der Kassel Huskies, Jürgen Rumrich, sich „überglücklich“ zeigte. Seine Mannschaft habe bis zum Schluss an sich geglaubt und die nötige Geduld gezeigt.

Tja – damit ist für Duisburg die Saison abrupt beendet – schade! Aber man hatte ja nicht nur hier den Punkt verloren – ausschlaggebend war vielleicht eher der verschenkte Punkt gegen die Hannover Scorpions!

Das Spiel Kassel Huskies – Füchse Duisburg 1:2 (0:0 / 0:1 / 1:0 / 0:0 / 0:1)
Tore: 0:1 (29:33) Hofland (Schmölz, Schmidt); 1:1 (58:11) Valenti (Klinge, Heinrich); 1:2 (65:00) Wasden GWS
Strafen: KAS – 12; EVD – 16
Schiedsrichter: Jens Steinecke
Zuschauer: 5.537

Es spielten: KAS – Kai Kristian (Mirko Pantkowski) – Sven Valenti, Alexander Heinrich; Alexander Engel, Semen Glusanok; Tomas Gulda, Gregor Stein, Fabian Pyszynski – Manuel Klinge, Michael Christ, Bronislav Pohanka; Austin Wycisk, Brad Snetsinger, Christian Billich; Constantin Schneider, Tobias Schwab, Kyle Doyle, Jan Pantkowski
EVD – Felix Bick (Patrick Klein) – Finn Walkowiak, Markus Schmidt; Oliver Püllen, Joel Keussen; Max Faber, Jannik Woidtke; Mike Ortwein – Jack Paul, Scott Wasden, André Huebscher; Diego Hofland, Daniel Schmölz, Kevin Orendorz; Marcel Kahle, Fabio Pfohl, Stephan Fröhlich; Dominik Lascheit, Filip Stopinski, Cornelius Krämer, Tobias Schlipper

Best Player: Felix Bick

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.