breisgau_beastsAm vergangenen Wochenende waren die Skaterhockeycracks der Breisgau Beasts gleich zwei Mal im Einsatz. Am Samstag gewann man in Winnenden mit 8:5, am Sonntag fegte man den desolaten Gast aus Heilbronn mit 19:5 aus der Halle.

Am Samstag taten sich die Beasts allerdings lange sehr schwer, was auch an der fehlenden Präzision im Angriff lag, so reichte es nach 20 Minuten nur zu einem 1:0 (Dischinger, 5.). Nachdem man im zweiten Drittel dann sogar kurzzeitig in Rückstand geraten war, sorgten Dischinger in Überzahl und Raphael Grünholz im Nachsetzen für den 3:2 Pausenstand nach 40 Minuten. Im Schlussdrittel ging es dann munter hin und her. Grünholz und Frattini, jeweils auf Zuspiel von Robert brachten die Beasts mit 5:2 in Führung. Ein unglückliches Eigentor von Niki Schultis und ein Powerplaytreffer der Gastgeber sorgten nochmals für Spannung, doch spätestens mit dem tollen Unterzahltor durch Böcherer war der Wille der Fastbreakers gebrochen. Zwar schenkte Torhüter Hegewald noch ein Gegentor her, doch Marco Schultis machte mit zwei schönen Toren endgültig den Deckel auf die Partie.

Tags drauf nutzten die Beasts dann die Chance, sich vorläufig auf den 3. Tabellenplatz zu setzen. Die völlig überforderten Dragons aus Heilbronn lagen bereits zu Beginn des zweiten Abschnitts mit 11:0 zurück, ehe die Beasts etwas den Dampf heraus nahmen und das Ergebnis bis zum Schluss noch auf 19:5 schraubten. Überragend dabei Kinderknecht, Bauer und Dischinger mit 5, 4 und 3 Treffern.

Die Erfolge der Teams der Beasts (die Damen sind in Ihrer Premierensaison 4. In der 2. Damenliga) können aber über die Probleme nicht hinweg täuschen. Weiterhin sieht die Trainingssituation so schlecht aus, wie in keinem anderen Sportverein in Freiburg. Nachwuchstraining findet unter der Woche genauso wenig statt wie Training für die Rollstuhlhockeymannschaft. Die „Blockforest RollerGirls“, die Rollerderby-Abteilung der Beasts tut sich mit den Trainingszeiten nach 22Uhr genauso schwer wie die Aktivmannschaften im Inline-Skaterhockey, die ebenfalls erst ab 22 Uhr trainieren können.

„Ich will mir gar nicht ausmalen, wo wir stehen könnten, wenn wir über die letzten Jahre auch nur etwas bessere Bedingungen gehabt hätten!“ so Dirk Müller, Trainer der Herrenmannschaft und gleichzeitig Vorstandsmitglied. In die gleiche Kerbe schlägt Klaus Hess, der Jugendleiter: „Wo soll der Nachwuchs herkommen, wenn dieser nur ein Mal pro Woche samstags trainieren kann?“

Dass die Rollerderby-Abteilung sich schwer tut für eine neue Sportart Mitglieder zu werben, versteht sich angesichts der Trainingszeiten von selbst.

Vorstandsmitglied Lothar Assmann weiß: „Wir sind nun seit knapp drei Jahren in intensiven Gesprächen mit der Stadtverwaltung, Gemeinderäten und Bürgermeistern. Die Situation ist immer noch unverändert. In unseren Augen ist das unverständlich.“

In der Tat gibt es in Freiburg wohl keinen Sportverein, der solch widrige Trainingsbedingungen vorweist, umso höher ist der anhaltende sportliche Erfolg der Beasts zu werten, doch dies als selbstverständlich zu erachten, ist zu kurz gedacht, schließlich kann der Erfolg ohne funktionierende Nachwuchsarbeit nur schwer gewährleistet werden.

Der Verein steht mit seinen drei Sportarten und 170 Mitgliedern vor dem Scheideweg, Assmann: „Wenn sich nicht bald etwas ändert, können wir dicht machen!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.