Roman Schreyer jubelt über das 2:1 gegen Lüdenscheid, am Ende gewannen aber Goalie Jonas Mohr und die Highlander mit 6:5. Foto: Michael Bauer
Roman Schreyer jubelt über das 2:1 gegen Lüdenscheid, am Ende gewannen aber Goalie Jonas Mohr und die Highlander mit 6:5. Foto: Michael Bauer

(mb) Durch ein echtes Wechselbad der Gefühle mussten die Spieler und Fans des IHC Atting am Wochenende gehen, ehe sie am Sonntagabend nicht nur feststellen durften, dass sich das Team den Playoffs einen Schritt näher gekommen war, sondern aufgrund der Niederlagen der Konkurrenz auch noch auf Rang drei der 1. Bundesliga verbessert hatte. Und das, obwohl das angestrebte Ziel von sechs Punkten nicht erreicht wurde. Am Samstag wurde gegen die Highlander Lüdenscheid knapp und äußerst bitter mit 5:6 (3:1, 1:3, 1:2) verloren, am Sonntag gab es ein klares 13:4 (7:2, 3:2, 3:0) über die Bissendorfer Panther, obwohl mit Tim Bernhard und Michael Welter zwei Stammspieler gesperrt waren.

Gegen das Spitzenteam Lüdenscheid führten die Wölfe schnell mit 3:1, versäumten es jedoch, weiter nachzulegen. „Wir haben 30 Minuten lang phantastisches Hockey gespielt, uns durch Undiszipliniertheiten aber alles kaputt gemacht“, haderte Coach Jürgen Amann noch am Sonntagabend mit der 5:6-Niederlage. Statt nachzulegen – es hätte auch 4:1 oder 5:1 heißen können, ließen die Wölfe die Gäste um den bärenstarken Bundesliga-Top-Scorer Jiri Svejda (vier Punkte) wieder herankommen. Zwar gelang nach dem Ausgleich der Gäste Marcel Brandt sofort das 4:3, doch wenige Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels machte Svejda im Alleingang das 4:4. Die gesamte IHC-Mannschaft hatten den Stürmer vergessen, zudem hatte Roman Schreyer kurz davor den Ball nicht am fantastisch haltenden Jonas Mohr im Tor vorbei gebracht.

Mohr und etliche Male Pfosten und Latte hatten die Highlander es neben Svejda zu verdanken, dass sie den Dreier vom Pulverturm mitnehmen konnten. Und Svejda spielte noch einmal eine entscheidende Rolle: Denn IHC-Top-Scorer Tim Bernhard erwischte ihn in der 53. Minute mit dem Stock im Gesicht. Da er eine blutende Wunde davontrug, entschieden die Referees auf Matchstrafe. Noch während er behandelt wurde, markierte Dieter Orendorz in der anschließenden fünfminütigen Überzahl das 6:5. Weil sich Michael Welter über das Tor, das angeblich vom Schuh entscheidend abgefälscht wurde, so echauffierte, kassierte er eine Spieldauerstrafe.

So mussten die Wölfe am Sonntag ohne die beiden Akteure gegen Bissendorf antreten (Die Dauer von Bernhards Sperre steht noch nicht fest), das zudem am Samstag noch überraschend in Augsburg gewonnen hatte. Die Gäste führten schnell mit 2:1 und Nicklas Köhn scheiterte kurz danach auch noch mit einem Penalty an Raphael Heitzer. „Da hätten die Panther auch 3:1 vorne liegen können, vielleicht später sogar 4:1“, sagte Amann. „Und dann wäre es vermutlich anders ausgegangen.“ Nach dem Penalty gab der IHC aber den Startschuss zu einem ersten Drittel, wie man es in dieser Erstliga-Saison noch nicht gesehen hatte. Marco Rothhammer (8.), Thomas Bauer (9.), zweimal Fabian Hillmeier (15./18.) sowie Tobias Wolf  (19.) machten aus dem 1:2 ein 7:2. „Endlich haben wir es auch einmal geschafft, unsere zahlreichen Chancen in Tore umzuwandeln“, freute sich Amann.

Jubel und Erleichterung herrschte bei den Spielern des IHC Atting um den vierfachen Torschützen Fabian Hillmeier (Vierter von links) am Sonntag nach dem 13:4 gegen Bissendorf. Fotos: Michael Bauer
Jubel und Erleichterung herrschte bei den Spielern des IHC Atting um den vierfachen Torschützen Fabian Hillmeier (Vierter von links) am Sonntag nach dem 13:4 gegen Bissendorf.
Fotos: Michael Bauer

Von diesem Vorsprung zehrten die Gastgeber auch im zweiten Drittel, bei dem die etatmäßige Nummer eins der Gäste, Danny Sellmann ins Tor kam, der noch am Vortag nach dem Spiel in Augsburg mit Kreislaufproblemen im Krankenhaus behandelt hatte werden müssen. Er gab den Gästen zwar mehr Sicherheit, es reichte jedoch nur zum zwischenzeitlichen 4:8. Die Wölfe machten weiter Druck und schraubten das Ergebnis nach oben. Sellmann hatte nach 40 Minuten das Tor wieder verlassen. Kapitän Hillmeier traf am Ende insgesamt viermal, Marco Rothhammer gelang ein Hattrick, Tobias Wolf und Dominik Nissen konnten sich über das erste Saisontor freuen und auch Robert Kuhnle gelang sein erster Punkt. „Das war ein Charaktersieg heute“, fasste Amann zusammen. „Wir haben uns vor dem Spiel zusammengesessen und das Lüdenscheid-Spiel analysiert, heute haben wir es viel besser gemacht als gestern. Wir haben eine gute Reaktion gezeigt, es freut mich auch für die Spieler in den hinteren Reihen. Wir haben uns alle wieder viel Selbstvertrauen geholt und ich denke, die drei Punkte sollten für die Playoffs reichen.“

1. Skaterhockey-Bundesliga
Uedesheim – Crefeld 12:7, Atting – Lüdenscheid 5:6, Augsburg – Bissendorf 5:8, Kaarst – Essen 6:13, Assenheim – Iserlohn 5:4, Atting – Bissendorf 13:4, Augsburg – Lüdenscheid 8:6, Essen – Köln 13:6, Uedesheim – Kaarst 5:9, Crefeld – Duisburg 3:6

Weitere Bilder vom Spiel https://www.facebook.com/IHCAtting

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