Der IHC Atting geht gut vorbereitet und verstärkt in die Jubiläumssaison
Die drittjüngste Mannschaft der 2. Skaterhockey-Bundesliga erwartet ein richtungsweisendes und hartes Auftaktprogramm

(mb) 15 Jahre wird der IHC Atting in diesem Sommer alt. In dieser Zeit haben die Spieler vieles erlebt. Von ganz nach unten in die 1. Bundesliga, Klassenerhalt, Abstieg. Doch danach kam nicht wie bei anderen Clubs der freie Fall. Sofort wurde der Vizemeistertitel in der 2. Bundesliga gefeiert. Ab Samstag, wenn um 18 Uhr in Heilbronn die Saison startet, wollen die Wölfe darauf aufbauen. „15 Jahre schon? Dann wird es ja wieder mal Zeit für einen Titel“, sagt Trainer Jürgen Amann, lacht dabei, mahnt aber auch sogleich. „Aber Meister werden wollen bei uns in der Liga bis auf zwei, drei Ausnahmen fast alle.“ Daher wird der Titelgewinn auch nicht als Ziel ausgegeben. „Natürlich kann ich mich als Vizemeister nicht damit zufrieden geben, am Ende Fünfter zu werden. Aber die Liga ist stark, noch einmal stärker als in den Vorjahren. Wir wollen vorne mitspielen.“

Vorbei sind mittlerweile die Zeiten, als die 2. Bundesliga eine Wundertüte war – und dafür brauchte es keine 15 Jahre. „Mit dem vor zwei, drei Jahren ist das nicht mehr zu vergleichen“, sagt Amann. „Erste und zweite Bundesliga verdienen jetzt auch ihren Namen. Auch die anderen Clubs bereiten sich lange und intensiv vor und machen viele Testspiele.“ Denn vorbei sind auch die Zeiten, als man im Frühjahr langsam mit dem Hockeyspielen wieder begann und fast ohne Vorbereitung in die ersten Spiele ging. Pause haben die Attinger Spieler wie auch die der Konkurrenz nur noch wenige Wochen im Jahr. In der Vorbereitung standen für die Wölfe mindestens zweimal pro Woche Training sowie eigene Einheiten im Fitnessstudio auf dem Programm. Skaterhockey ist also durchaus zum Hobbysport mit Profi-Ansprüchen geworden. Nur die Gehälter und Spielprämien fehlen noch. Die gibt es nur bei einigen Clubs in der 1. Bundesliga.

Und weil alles viel professioneller zugeht in der 2. Bundesliga, in die mit dem starken Aufsteiger Donaustauf Crocodiles eine vierte bayerische Mannschaft hinzukommt (die auch noch in Straubing spielen wird), gibt es auch beim IHC Atting Neuerungen. Ein neuer Bussponsor sichert komfortables Reisen zu den Auswärtsspielen, die Spieler müssen nicht mehr selbst fahren. Immerhin sind mehr als 6.500 Kilometer Strecke hin zu den Gegnern und wieder nach Hause zurückzulegen.

Außerdem wurde der Kader verändert und verstärkt. Mit Markus Schick (Studium), Florian Weidenbach (Herren II), Matthias Rothhammer (Verletzung) und Ex-Junioren-Nationaltorhüter Alexander Herzog (als Feldspieler) kehren vier bewährte Kräfte nach teils langer Pause ins Team zurück. Dazu verstärken Tim Dünnbier (neu) und Juniorengoalie Thomas Stadler den Kader, weitere Neue könnten folgen. „Damit haben wir viel Substanz, um auch mal den einen oder anderen Ausfall verkraften zu können“, sagt Amann. „Denn Kevin Bitsch aus Merdingen hat mir im vergangenen Jahr nach der Niederlage bei uns und in Bernhardswald gesagt: Wenn du auch auswärts nicht alle Leistungsträger dabei hast, hast du in dieser Liga keine Chance.“ 23,0 Jahre ist die Attinger Mannschaft im Schnitt, nur Düsseldorf und der eben Merdingen sind jünger.

Was die Wölfe erreichen können, wird wohl schon nach einem Drittel der Saison feststehen. „Denn dann haben wir gegen alle Favoriten schon zu Hause und auswärts gespielt“, sagt der Coach. „Gegen Heilbronn am Samstag sind wir als Vizemeister eigentlich in der Pflicht.“ Am 6. April geht es nach Velbert, am 13. April nach Düsseldorf und am 20. April nach Schwabmünchen. „Düsseldorf als Absteiger und Schwabmünchen als amtierender Meister sind meine Favoriten. Und Velbert ist mein Geheimtipp. Die haben sich gut verstärkt.“

Ab dem 4. Mai, wenn das Eisstadion am Pulverturm verfügbar ist, folgen in den Heimspielen zu Beginn gleich dieselben Gegner. Dementsprechend ist klar: Die Ergebnisse aus der ersten Saisonphase werden bereits über den Erfolg einer ganzen Spielzeit mit entscheiden – Erfolg, über den man vielleicht auch noch nach 15 Jahren redet.

Hintere Reihe von links: Betreuer Klaus Liebl, Markus Edenhofer, Tim Dünnbier, Dominik Nissen, Markus Schick, Tobias Wolf, Marco Rothhammer, Robert Kuhnle, Christian Prasch, Matthias Rothhammer, Trainer Jürgen Amann.
Vordere Reihe von links: Thomas Stadler, Tim Bernhard, Florian Tkocz, Raphael Heitzer, Fabian Hillmeier, Florian Weidenbach, Benjamin Rott. Es fehlen: Alexander Herzog und Wolfgang Hiendl.        Foto: Bauer

„Jeder Spieler hat sich noch ein Stück gesteigert“

Fabian Hillmeier (Foto: Bauer)

Fabian Hillmeier ist Kapitän beim IHC Atting. Im Interview blickt er auf die Vorbereitung zurück und nennt entscheidende Faktoren für den Erfolg in der neuen Saison.

Drei Spiele, drei Siege – wie bewerten Sie die Vorbereitung?
Fabian Hillmeier: Im Vergleich zu den letzten Jahren hat sich jeder Spieler noch ein Stück gesteigert und man merkt im Training, dass jeder konzentriert dabei ist. Die drei Testspiele waren ganz hilfreich, um auch schon für den Saisonstart eingespielt zu sein.“
Und im letzten Spiel gab es auch noch eine kräftige Schlägerei. Braucht man so etwas in der Vorbereitung mal oder war es einfach das Derby gegen Bernhardswald?
Hillmeier: „Während der Saison kommt es nicht oft zu solchen Auseinandersetzungen, weil man gleich für drei, vier Spiele gesperrt ist. Bei den Freundschaftsspielen sollte es natürlich auch nicht vorkommen, aber wenn Emotionen dazu kommen, kann das schon passieren.“
Sie starten mit vier Auswärtsspielen, darunter bei den Favoriten Schwabmünchen und Düsseldorf. Was erwarten Sie sich aus diesen Partien?
Hillmeier: „Ja, das Auftaktprogramm ist hart. Wir versuchen von Spiel zu Spiel zu schauen. Ich schätze Schwabmünchen, Düsseldorf und Velbert sehr stark ein. Ich hoffe aber, dass sich da schon einige Tendenzen ergeben werden.“
Donaustauf und Bernhardswald spielen nun auch auf der große Fläche. Insgesamt elf von 18 Spielen werden in einem Eisstadion ausgetragen. Ist das ein Vorteil?
Hillmeier: „Ich sehe da mittlerweile keinen Vorteil mehr, weil die Liga so stark ist, dass jeder auch auf der großen Fläche zurechtkommt. Da wir schnelle Spieler haben, wollen wir aber versuchen trotzdem zu Hause sehr viel Punkte zu sammeln.“
Wie lautet das Saisonziel? Und wer sind die Favoriten?
Hillmeier: „Wie gesagt: Schwabmünchen, Düsseldorf und Velbert schätze ich sehr stark ein. Wir versuchen aber, da auch noch ein Wörtchen mitzureden.“
Interview: Michael Bauer

Text & Bilder Michael Bauer (IHC Atting)

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