IHC ATTING(mb) Spannung bis zum Schluss, viele Zuschauer, gute Stimmung aber eine unglückliche 4:5-Niederlage nach Penalty-Schießen. Das ist das Ergebnis des bayerischen Derbys zwischen dem IHC Atting und dem TV Augsburg am Samstag im Eisstadion am Pulverturm.

„Schade“, sagte Kapitän Fabian Hillmeier, als er nach dem Spiel aus der Kabine kam. „Wir waren eigentlich die bessere Mannschaft über die 60 Minuten.“ Erst im Schlussdrittel gaben die Wölfe das Spiel aus der Hand, Augsburg konnte durch zum Teil glückliche aber auch clever antizipierte Tore aus einem 1:3 ein 4:3 machen. Marcel Brandt rettete die Attinger mit seinem 4:4-Ausgleich in der 57. Minute in das Penalty-Schießen, in dem dann allerdings die Gäste die besseren Nerven hatten. Lukas Fettinger und Oliver Dotterweich trafen für den TVA, beim IHC konnte nur Brandt treffen, Roman Schreyers Versucht landete am Pfosten. Begonnen hatte das Spiel mit einem Paukenschlag. Nach nur 13 Sekunden verwandelte Matthias Rothhammer einen langen Pass von Michael Welter zum 1:0. „Ich konnte es gar nicht glauben“, sagte dieser nach dem Spiel. „Die hatten mich da einfach vergessen und ich konnte frei durchlaufen.“ Knapp sechseinhalb Minuten später staubte Hillmeier zum 2:0 ab. Augsburg fand danach aber etwas besser ins Spiel und Nationalspieler Lukas Fettinger gelang in der 14. Minute das 1:2.

Im zweiten Drittel dauerte es bis in die 30. Minute hinein, ehe Atting in einer doppelten Überzahl durch Tim Bernhard das 3:1 machte. Die Mannschaft von Jürgen Amann hätte nachlegen können. „Wir haben ein super Spiel gemacht“, sagte der Coach. „Leider hat uns erneut die Kaltschnäuzigkeit gefehlt.“ Statt eines weiteren Treffers ging es mit einer Zwei-Tore-Führung in die zweite Pause. Nach Wiederbeginn ging es Schlag auf Schlag. Erst nutzt Benjamin Becherer einen Abstimmungsfehler von Goalie Alexander Herzog und Schreyer zum 2:3, dann verwandelte rund eineinhalb Minuten später Fettinger einen Freistoß zum Ausgleich – alles wieder offen. Als dann in der 53. Minute Stefan Gläsel einen Bauerntrick zur erstmaligen Augsburg Führung abschloss, war das Entsetzen bei den Zuschauern groß. Doch Atting drückte noch einmal und konnte schließlich den überragend haltenden TVA-Goalie Patrick Schenk doch noch überwinden und sich den mehr als verdienten Punkt sichern. „In diesem ausgeglichenen Spiel hätte auch Atting den Sieg verdient gehabt“, sagte Augsburgs Kapitän Gläsel.

Unter dem Strich war es ein weiterer Punkt für die Attinger und mit der Spielweise begeisterten sie nicht nur die knapp 450 Fans, sondern auch Bundestrainer Manfred Schmitz. „Atting hat das Spiel klar in der Hand gehabt, sehr hohes Tempo gespielt. Das lag daran, dass Augsburg mit dem Platz noch nicht so zurecht kam. Ab dem Mitteldrittel kam Augsburg besser ins Spiel, aber hat dann nachgelassen, was vielleicht ein Fehler war. Atting hat am Ende dann enorm Druck gemacht und so wird das Spiel eben im Penalty-Schießen entschieden. Aber Atting spielt eine super Saison, das hatten vorher nur wenige Experten vermutet.“

Mit 25 Zählern stehen die Wölfe nun punktgleich mit Meister Samurai Iserlohn auf dem fünften Tabellenplatz, haben zwar zum Teil deutlich mehr Spiele ausgetragen, der Bundestrainer wagte aber dennoch eine Prognose: „Atting wird die Playoffs erreichen“, war er sich sicher. Daran denkt man bei den Wölfen aber weiter noch nicht. Die Clubführung und die Spieler freuten sich über die hohe Zuschauerzahl, auch wenn die angepeilte Marke von 500 Fans knapp verpasst wurde. „Wir können stolz sein“, sagte der Sportliche Leiter Thomas Raidl. „Kein Club in dieser Liga hat bei einem Hauptrundenspiel 450 Fans.“ Auch der Bundestrainer war von der Organisation angetan und die Spieler genossen sichtlich die Atmosphäre. „Es war wirklich eine ganz tolle Stimmung auf den Rängen“, sagte Matthias Rothhammer. „Die Zuschauer haben uns nach vorne gepeitscht.“

Nun haben die Wölfe erst einmal Pause. Weiter geht es am 14. Juni mit einem Heimspiel gegen Mitaufsteiger und Schlusslicht Kaarst. Sollte auch dieses Heimspiel erfolgreich gestaltet werden können – am Pulverturm konnte man 13 von 18 möglichen Punkten einfahren – darf sich die Vereinsführung wirklich in Kürze mit der Endrunde beschäftigen.

IHC Atting: Herzog – Tkocz, Welter, Bogner, Mar. Rothhammer, Kuhnle, Bauer, Dünnbier, Schreyer, Bernhard, Brandt, Nissen, Mat. Rothhammer, Wolf, Prasch, Hillmeier;
Augsburg: Schenk – Arzt, Becherer, Gläsel, M. Dietrich, F. Nies, M. Nies, Fettinger, Wagner, Höß, Dotterweich;

Tore: 1:0 (0:13) Mat. Rothhammer (Welter), 2:0 (6:43) Hillmeier (Bernhard), 2:1 (13:19) Fettinger (Arzt, 4-3), 3:1 (29:29) Bernhard (Brandt, 4-2), 3:2 (41:24) Becherer (F. Nies), 3:3 (43:00) Fettinger, 3:4 (52:42) Gläsel (Fettinger), 4:4 (56:27) Brandt (Schreyer), 4:5 (Penalty) Dotterweich;
Schiedsrichter: Bührer (Freiburg), Kruppe (Schwabmünchen); Strafminuten: Atting 10, Augsburg 10; Zuschauer: 445

Ergebnisse: Essen – Uedesheim 13:3, Köln – Bissendorf 7:5, Lüdenscheid – Duisburg 9:7, Atting – Augsburg 4:5 n.P.

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