Dordrecht / NL. (MR) Bei der zweiten Auflage des „IIHC“ trafen am ersten Spieltag die Krefeld Pinguine auf Servette Genf (NLA) sowie abends die Kölner Haie auf den amtierenden britischen Meister Nottingham Panthers. Beide DEL-Teams setzten sich gegen die ausländische Konkurrenz durch.

Vorher gab es ein Testspiel der U20 Auswahl der Niederlande gegen die Kölner Junghaie (DNL). Hier spielten auf Kölner Seite auch die drei Jungspunde Peter Zirnov, Anton Latuske und Niklas Hildebrand, die bereits am Vorabend in Duisburg gegen die Iserlohn Roosters bestehen durften. Latuske war es auch, der nach wechselnden Führungen den Gamewinner zum 4:5 Endstand erzielte. Bei mäßig gefüllter Halle (es waren nur knapp 1200 der möglichen 1700 Tickets verkauft), verbesserter Musik im Vergleich zum Premiere-Turnier, geringfügig verbesserter Lautstärke der Musikeinspielungen und der Lichtverhältnisse schonte Krefeld auch heute den einen oder anderen Spieler wie Vasiljevs, Methot oder Meyers, dafür bekam vor allem Nachwuchsverteidiger Oliver Mebus regelmäßig und ausreichend Eiszeit.

Die Krefeld Pinguine konnten sich mit 4:3 gegen Servette Genf durchsetzen und stehen im Finale gegen die Kölner Haie.

Im Spiel taten sich die Pinguine zunächst schwer, kassierten in Unterzahl den ersten Treffer (Picard, 13.). Im mittleren Abschnitt konnten sich über weite Strecken vor allem die Goalies auszeichnen, auf dem Eis wurde es ab Spielmitte ruppiger. So legte sich erst der junge Patrick Klöpper mit dem Schweizer Nationalspieler Hollenstein an, um später in eine handfeste Auseinandersetzung mit Petrell zu geraten. Courchaine lupfte schließlich die Scheibe um den Pfosten zum umjubelten Ausgleich (36.), und Sofron machte es noch in der selben Spielminute nach. In Überzahl konnte gar Driendl auf 3:1 erhöhen (40.), was auch den Pausenstand bedeutete. Servette kam erstarkt aus der Pause und setzte sich im Angriffsdrittel fest, Krefelds Duba wackelte. Dann musste Akdag auf die Strafbank, und Picard verwandelte einen Rebound zum Anschluss (46.). Nachdem eine Bandenwerbung repariert war, gelang den Schweizern gar der Ausgleich (Petrell, 51.). Die Teams zogen nochmals das Tempo an, Chancen hüben wie drüben. Einen Schuss von Clark konnte Tobias Stephan im Genfer Tor nicht festhalten, und Interimskapitän Pietta war zur Stelle – verkündet wurde der Torschütze als „Daniel Pitta“. Dass die Schweizer zwei Minuten vor der finalen Sirene den Goalie vom Eis nahmen, änderte nichts mehr am Endergebnis, am Ende fehlte es auch am Scheibenglück und der Genauigkeit der Eidgenossen.

Die im internationalen Vergleich etwa drittklassigen Nottingham Panthers (ohne Robin Hood, dafür mit dem einen oder anderen Spieler, der auch in

Deutschland hat Erfahrung sammeln können wie Bob Wren, Lynn Loyns oder Chris Capraro) mussten sich anschließend mit DEL-Vize Kölner Haie messen. Hier hatten die Kölner offenbar den Gegner unterschätzt und taten sich anfangs etwas schwer. Es dauerte bis zu 12. Spielminute, dass der Favorit den ersten Treffer erzielte. Das Tor war allerdings eines der Sorte „schön gemacht“: Marcel „Malla“ Müller ließ die Scheibe liegen, Gogulla fackelte nicht lange, und der Goalie hatte das nachsehen. Weiterhin ließ man gegnerische Chancen, vor allem schnelle Vorstöße nach weiten Pässen durch, doch Youri Ziffzer im Kölner Kasten hatte alles im Blick. Ankert mit dem Pfund voll auf den Goalie, Björn Krupp kann den Rückschlag im Drittel halten und nochmals abziehen, der dann dem Goalie unter den Schonern hindurchrutschte (18.). Mit dem Pausenpfiff kamen sich Malla und David Clarke (muss etwas mit dem Namen zu tun haben!) näher, und Köln begann den mittleren Abschnitt in Unterzahl, zu der sich auch noch Yared Hagos gesellte, doch die Haie ließen nichts anbrennen. Erst als sie wieder komplett waren, brachten die „Briten“ Lachowicz und Boxill Youri Ziffzer in

Die Haie ziehen wie im Vorjahr auch wieder ins Finale ein

Bedrängnis, ohne ihn aber überwinden zu können.

Oldie Bob Wren (AEV, ISR, ERCI, Vienna Caps) klopfte Mo Müller auf die Füße, durfte darüber nachdenken, was dem „alten Mann“ gar nicht gefiel…. Doch in Unterzahl konnte Nottingham den einen oder anderen Konter fahren. Erneut in Überzahl zeigten die Haie dann doch, wie man Powerplay erfolgreich spielt: Minard benötigte nur 14 Sekunden, um den Übeltäter wieder zu erlösen. Dieses 3:0 blieb auch der Pausenstand. Warum man allerdings in der Pausenbelustigung wieder die Nebelmaschinen anwarf, deren Ausstoß den Zuschauern auch über mehr als die Hälfte des Schlussabschnittes vernebelten, wird ein Geheimnis der Orga bleiben. Nottingham kam mit Verspätung und daher einer kleinlichen Strafe aus der Pause – auch wenn das Eis sowieso noch nicht vollständig angezogen hatte. Inzwischen hatte sich das Spielgeschehen fast völlig in die Hälfte vor dem Tor der Panthers verlagert. Auch wenn Robinson noch in der 44. die hohe Kunst, einen 1000%igen nicht reinzumachen, vorführte, waren es nur noch die Haie, die spielten. Nottingham ging allmählich die Puste aus, sie versuchten sich nur noch in Nadelstichen und ansonsten um Schadenbegrenzung. Wren blieb auf den Knien unten, als sich das Spielgeschehen mal aus dem Drittel bewegte, stand schließlich sehr langsam auf.

Doch als zum Bully sein Weg den von Gogulla kreuzte, nahm er sich diesen zur Brust. Obwohl beide am Ende ohne Handschuhe getrennt wurden, bekam nur Gogulla zusätzlich eine Diszi und war damit bis kurz vor Schluss aus dem verkehr gezogen. Doch die Domstädter hatten genügend Stürmer, um auch Gogulla zu ersetzten, Philip Riefers bekam jetzt sehr viel Eiszeit. Kölns Nathan Robinson bekam es mit Chris Murray zu tun, und man sah ihn tatsächlich boxen! Für beide Kontrahenten war damit das Spiel beendet, und sie verpassten die Großchance der Panther, als Matt Francis zwar mit schnellem Antritt seinem Verfolger entkam, dann aber freistehend vor Ziffzer vergab. Besser machte es Riefers in seinem zweiten Versuch, der noch von einer fremden Kufe an des Goalies Schoner vorbei in die Maschen gelenkt wurde (60.) zum Endstand von 4:0. Damit treffen am Sonntag im Finale die Krefeld Pinguine auf Vorjahressieger Kölner Haie, während Servette Genf und die Nottingham Panthers den dritten Platz unter sich ausmachen.

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