Eine tolle Moral bewies am Sonntagabend das Oberligateam des KEV´81. Zu Beginn des letzten Drittels lagen die Krefelder gegen Hamm mit 1:4 hinten, erkämpften sich jedoch fünf Minuten vor Spielende den Ausgleich zum 4:4 und gewannen in der anschließenden Overtime mit 5:4. Abgesehen vom verletzten Verteidiger Nickolas Bovenschen und den Grippe erkrankten Stürmer Patrick Klöpper konnte KEV-Coach Elmar Schmitz 20 Spieler aufbieten. Hamms Trainer Larry Suarez musste seinerseits auf die verletzten Jiri Svejda, Nils Sondermann und Dominik Luft verzichten. Verteidiger Lucas Becker fiel dazu noch aufgrund einer Sperre aus. Pünktlich um 18:00 Uhr wurde die Partie zwischen den beiden Tabellennachbarn angepfiffen und Krefeld ergriff zunächst die Initiative. Immer wieder kamen die Hausherren gefährlich vor das gegnerische Tor, wo Hamms Goalie Benjamin Voigt ein ums andere Mal in höchster Not retten musste. Mit gutem Körpereinsatz und hoher Laufbereitschaft wussten die Krefelder in den ersten 10 Minuten zu überzeugen. Nach etlichen vergebenen Torchancen ließ die Zielstrebigkeit bei den schwarz/gelben etwas nach. So konnten sich die Gäste einige Male mit schnellen Kontern aus dem eigenen Drittel befreien und kamen ebenfalls zu guten Torchancen, welche von Christian Wendler im KEV Tor entschärft wurden. Beide Teams schenkten sich nichts und so musste in der 15. Spielminute, Hamms Verteidiger Tim Pietzko für zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Die Krefelder versuchten nun im Powerplay den gut aufgelegten Gästegoalie unter Beschuss zu nehmen. Christian Gose im Dress der Eisbären schnappte sich einen Fehlpass der Krefelder, schickte Casey Bartzen auf die Reise und dieser bediente Arthur Tegkaev. Der Neuzugang aus Essen bedankte sich in eigener Unterzahl mit dem 1:0 in der 17. Spielminute für Hamm und stellte den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Als dann nur 54 Sekunden später Hamms Kapitän Casey Bartzen auf Zuspiel von Ex-Krefelder Maris Kruminsch und Martin Köchling auf 2:0 erhöhte, kannte die Freude bei den gut 50 mitgereisten Hammer Fans keine Grenzen mehr. Mit einem 0:2 aus Krefelder Sicht ging es dann in die erste Pause.

Auch im zweiten Drittel zeigte sich ein ähnliches Bild. Krefeld spielte gut nach vorn und drängte die Gäste immer wieder in ihr Drittel, doch das nötige Glück im Abschluss fehlte nach wie vor. Hamm besann sich selbst auf die Defensive und konnte immer wieder durch gefährliche Konter, Nadelstiche setzen. Beide Mannschaften kamen immer wieder zu hochkarätigen Torchancen, doch beide Goalies wuchsen förmlich über sich hinaus. Es dauerte bis zur 39. Spielminute bis der Krefelder Anhang erstmals jubeln durfte. Dennis Swinnen wurde von Marc Schaub und Raphael Niederehe schön in Szene gesetzt  und   brachte den Puck gekonnt zum 1:2 Anschlusstreffer im gegnerischen Tor unter. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, denn keine 60 Sekunden später zappelte die Hartgummischeibe erneut im Krefelder Tor. Karl Jasik stellte nur Sekunden vor dem Drittelende mit seinem Tor zum 1:3 den alten Abstand wieder her. Mit diesem Stand ging es in die zweite Drittelpause.

Das letzte Drittel begann, wie das zweite endete und so durften kurz nach Wiederanpfiff erneut die Gästefans jubeln. Es waren keine zwei Minuten gespielt, da erhöhte Hamm durch Ibrahim Weißleder auf 4:1 und bei den Krefeldern Besuchern machte sich Entsetzen breit. Wer nun dachte, dass sich das Team von Trainer Elmar Schmitz aufgab der sah sich getäuscht. Zunächst traf Krefelds Stürmer André Oesterreich nach Vorarbeit von André Grein und Philip Hendle in der 43. Minute zum 2:4. Nur 24 Sekunden später tankte sich Dennis Swinnen nach einem tollen Pass von Marc Schaub durch die Hammer Abwehr, legte quer und Raphael Niederehe vollstreckte gnadenlos zum 3:4 Anschlusstreffer. Nun war Krefeld wieder hellwach und witterte die Chance zum Ausgleich. Die beiden Tore setzten Kräfte frei und sofort stand Hamms Goalie Benjamin Voigt wieder im Mittelpunkt. In der 53. Spielminute kassierte Eisbären Stürmer Martin Köchling eine weitere 2 Minuten Strafe wegen Behinderung und diesmal nutzten die Krefelder ihre Chance zum Ausgleich eiskalt aus. Kevin Orerndorz traf nach Vorlage von André Grein und Philip Hendle zum 4:4 und sicherte seinem Team somit zumindest einen Punkt. Nach 60 Minuten und einem Spielstand von 4:4 ging es in die Overtime.

Ähnlich wie im Hinspiel (damals gewann Hamm mit 2:1 in der Verlängerung), kassierte der KEV eine 2 Minuten Strafe wegen Hakens und es schien zunächst so, als könne Hamm den Extrapunkt mit nach Hause nehmen. Doch die Krefelder stemmten sich mit aller Kraft gegen die Niederlage und so überstanden sie die Unterzahlsituation ohne Gegentor. 28 Sekunden vor Spielende erlöste dann KEV Routinier André Grein mit einem fulminanten Schlagschuss von der blauen Linie die Krefelder Fans und besiegelte mit seinem Tor den 5:4 Sieg.

Auf der nachfolgenden Pressekonferenz waren sich beide Trainer einig. Krefeld hat das Spiel aufgrund seiner zahlreichen Torchancen, sowie mehr Spielanteilen verdient gewonnen. KEV-Coach Elmar Schmitz lobte die Moral seiner jungen Truppe und zeigte sich sehr zufrieden.

Torfolge:
0:1 (17.) Tegkaev
0:2 (17.) Bartzen
1:2 (39.) Swinnen
1:3 (40.) Jasik
1:4 (42.) Weißleder
2:4 (43.) Oesterreich
3:4 (44.) Niederehe
4:4 (55.) Orendorz
5:4 (OT) Grein

Strafen:
Krefeld 8 / Hamm 10

Zuschauer:
179

PM: KEV81

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