Erster Sieg für Haie Coach Cory Clouston Foto: florian müller /nordphoto.de)
Erster Sieg für Haie Coach Cory Clouston
Foto: florian müller /nordphoto.de)

Endlich gab es für die Fans der Kölner Haie wieder einen Grund zum Jubeln. Mit dem ersten Heimsieg seit der Entlassung Sundblads, konnten die Rheinländer Platz 10 zurückerobern. Dank einer tadellosen Mannschaftsleistung bezwang der KEC die Gäste aus Iserlohn mit 2:0.

Die Haie waren von der ersten Spielminute an das klar dominierende Team, ließen keine Chancen der Roosters zu und waren auf Torwart Gustaf Wesslau, der am Dienstag seinen dritten Shutout der Saison feiern durfte, nur selten angewiesen. Schon am vergangenen Sonntag boten die neu formierten Kölner eine geschlossene und zielstrebige Mannschaftsleistung, die nur durch den spielentscheidenden Treffer 29 Sekunden vor Spielende getrübt werden konnte. Gegen Iserlohn blieb das Spiel lange Zeit offen. Zwar feuerten die Haie-Akteure insgesamt zwar 37 Mal auf das Gehäuse von Torwart Chet Pickard, der Game-Winner sollte jedoch erst Minuten vor Spielende fallen. So war es Alexander Weiß, der knapp vier Minuten vor Abpfiff einen Schuss von Kapitän Moritz Müller unhaltbar abfälschte. Der zweite Assist kam im Übrigen von Rückkehrer Jason Williams, der aufgrund einer hartnäckigen Rückenverletzung erst sein achtes Saisonspiel (drei Vorlagen) absolvieren konnte.

Eine seltenstarke Defensivleistung war der Schlüssel zum Erfolg. Zu verdanken war dies unter anderem den Youngsters Pascal Zerressen und Maximilian Faber. Aufgrund der Ausfälle von Mirko Lüdemann und Alexander Sulzer griff Neu-Trainer Clouston in seinem Debüt-Wochenende auf die beiden zurück. Während Zerressen unter Sundblad noch häufig eine Fehlerquelle war, spielte er die Spiele gegen München und Mannheim sehr souverän. Aber besonders Faber wusste, trotz beinahe gar nicht vorhandener DEL-Erfahrung, durch mutiges und aggressives Verteidigen in den bisherigen Spielen zu überzeugen. Gegen Iserlohn erlaubte sich das Verteidiger-Paar kaum Fehler und gab sich keine Blöße.

Nun wechselt mit Danny Syvret ein wichtiger Top-4-Verteidiger aus Amerika nach Köln, um der Defensive mehr Sicherheit und sicherlich auch ein Stückchen mehr Physis zu ermöglichen. Zudem sagt man Syvret einen exzellenten Schuss und Führungsqualitäten nach. Die Frage, wer im Falle eines verletzungsfreien Kaders dann weichen muss, bleibt spannend. Besonders Faber hätte es – trotz der heißen Saison-Phase, in der jeder Punkt zählt – verdient, weiter Spielpraxis zu sammeln. Dass ein „großer Name“ gegebenenfalls auf die Tribüne gesetzt werden würde, scheint aber nicht unmöglich zu sein. Trainer Cory Clouston vertraut auf Faber und Zerressen, setzt zuletzt genannten sogar vorrübergehend im Powerplay ein.

Zweifelsohne sind sie bereits jetzt die Gewinner des Trainer-Wechsels. Aber auch der 22-jährige Nick Latta wusste mit der umfangreichen Eiszeit, die er von seinem neuen Coach erhält, etwas anzufangen. Gegen Mannheim noch in einer Reihe mit Per Âslund und Johannes Salmonsson, dann gegen Iserlohn, aufgrund des Comebacks von Williams, mit Jean-Francois Boucher und Marcel Ohmann, übte er im Forechecking viel Druck auf die Gegner aus und zwang sie zu Fehlern. Fast hätte sich der gebürtige Bayer in Form eines Tores früh im Spiel gegen die Sauerländer bei Cory Clouston für das Vertrauen bedanken können. Bei einem Alleingang scheiterte er nur knapp an der Fanghand des Iserlohner Schlussmanns. Auch Charlie Stephens bekommt einmal mehr die Eiszeit, die seine beinahe fehlerfreie und grundsolide Spielweise verdient. Während ihn manche Fans als zu unauffällig beurteilen, sehen ihn andere als einen der wenigen, konstant-guten und zuverlässigen Angreifer, der aber nach der kurzfristigen Verletzung von Eriksson gegen Mannheim und den IEC als Verteidiger umfunktioniert wurde.

Auch alte Gefahrenherde, wie das desaströse Penalty Killing, scheinen optimiert worden zu sein. Unter Clouston spielen die Haie nun eine weitaus aggressivere Box, lassen somit also dem Gegner weniger Zeit sich den Puck zurechtzulegen. Wie die Mannschaft auf die Situation nach einem eigenen Tor auch in Zukunft reagiert, bleibt trotz des Zu-Null-Spiels von Dienstag abzuwarten. Denn da könnte Roosters-Coach Jari Pasanen sich und seinem Team einen Bärendienst erwiesen haben, als er direkt nach dem Gegentor eine Auszeit forderte. Eventuell gab jene Auszeit den Kölner die Möglichkeit, den Fokus auf das ruhige Weiterspielen zu legen und die Gedanken zu ordnen.

Nichtsdestotrotz befinden sich die Kölner Haie mit ihrem neuen Trainer-Duo auf einem Weg der Besserung. Und ein 2:0-Erfolg gegen die Mannschaft, die die Haie vor noch nicht einmal einem Monat in all ihre Einzelteile zerlegt hatte, eignet sich ideal zum Start einer dringend notwendigen Siegesserie.

Bereits kommenden Freitag können und müssen die Haie nun beweisen, dass sie ein solches Niveau auch langfristig aufrechterhalten können. Dann geht es nämlich auswärts gegen die Straubing Tigers, im direkten Duell um die bestmöglichsten Playoff-Plätze.

Von Johannes Scholl

Journalist und Eishockeyspieler instagram: bettercallscholl

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