Das Drehbuch zum Eishockeyspiel am Sonntagabend in Dortmund hätte dramatischer nicht geschrieben werden können. Zunächst lag der KEV zu Beginn des zweiten Drittels mit 3:1 vorne. In nur vier Minuten drehte der EHC Dortmund die Partie und ging bis zum Ende des Drittels mit 5:3 in Führung, bevor die Seidenstädter die Partie im letzten Durchgang wieder auf 5:5 ausglichen. Die Entscheidung fiel, wie auch gegen Duisburg, im Penaltyschießen und wieder war es Thomas Dreischer, der das entscheidende Tor erzielen konnte. Mit zwei Siegen und vier Punkten gegen die direkten Konkurrenten um den begehrten vierten Platz ist der Start in die Endrunde gelungen. Um 19:00 Uhr begann die Partie an der Dortmunder Strobelallee pünktlich. Über 400 Zuschauer wollten sich das Spiel zwischen dem EHC Dortmund und dem Krefelder EV nicht entgehen lassen. Bereits 15 Sekunden nach dem ersten Bully tauchte Krefelds Stürmer Raphael Niederehe frei vor dem Dortmunder Tor auf, konnte die Chance zur frühen Führung nicht nutzen. Die ersten Minuten gehörten dem Gast vom Niederrhein, der mit schnellem Tempo und zielstrebigen Kombinationen den Torabschluss suchte. Die Bierstädter versuchten zunächst defensiv dagegen zu halten und mit schnellen Gegenstößen erfolgreich zu sein. Einer dieser Gegenangriffe wurde fast mit Erfolg gekrönt. Die erste Reihe um die Kontingentspieler Lukas Pek und Igor Bacek tauchte plötzlich vor dem Tor von Krefelds Goalie Patrick Vetter auf und in höchster Not musste die Verteidigung den Puck von der Torlinie „kratzen“. Es entwickelte sich im Laufe des ersten Durchgangs ein gutes Spiel mit guten Angriffen auf beiden Seiten. Erst kurz vor Ende des ersten Drittels fiel das erste Tor. Es waren noch 3:24 Minuten zu spielen, als Dortmunds Stürmer Malte Bergstermann auf Zuspiel von Lukas Pek und Elche Kapitän Sven Linda erfolgreich war. Die Krefelder ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und gaben nur 59 Sekunden später die passende Antwort zum 1:1. Auf Vorarbeit von Raphael Niederehe und Marc Schaub war es Dennis Swinnen, der die Hartgummischeibe eiskalt im gegnerischen Tor unterbrachte. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Pause.

Das zweite Drittel startete sehr verheißungsvoll für das Krefelder Team, denn in der 23. Spielminute erhöhte Marc Schaub auf Zuspiel von Patrick Klöpper und Michél Ackers auf 2:1. Nur vier Minuten später klingelte der Puck abermals im Kasten von Elchegoalie Steve Themm. Thomas Dreischer verwandelte eine Vorlage von André Oesterreich und Philip Hendle gekonnt zur hochverdienten 3:1 Führung. Doch die Freude nahm keine zwei Minuten später ein jähes Ende. Zunächst musste KEV Kapitän Jan Lankes eine 2 Minuten Strafe wegen Behinderung absitzen, was den Dortmundern zu einer Powerplaysituation verhalf. Auf Zuspiel von Igor Bacek und Lukas Pek nutzte Bitter Nikolas Bitter diese Chance und ließ KEV Goalie Vetter mit einem verdeckten Schlagschuss von der blauen Linie keine Abwehrchance. Nur wenige Momente später glichen die Hausherren auf 3:3 aus. Lukas Pek ließ sich nicht zweimal bitten und brachte den Puck auf Zuspiel von Igor Bacek und Marc Haaf gekonnt im Krefelder Tor unter. Als dann auch noch die Dortmunder 4:3 Führung durch den bärenstarken Igor Bacek folgte, nahm KEV Coach Elmar Schmitz eine Auszeit. Durch die taktischen Anweisungen stabilisierte sich die Krefelder Defensive wieder und kam erneut zu guten Torchancen. Dortmunds Schlussmann Themm musste all sein Können aufbringen, um den wütenden Angriffen der Krefelder standzuhalten. Kurz vor Ende des zweiten Drittels mussten der KEV wieder in Unterzahl agieren, als Michél Ackers wegen Beinstellens auf der Strafbank Platz nehmen musste. Als dann acht Sekunden vor der zweiten Pause erneut Dortmunds Stürmer Bacek erfolgreich war, schien es, als hätte der Krefelder EV keine Mittel mehr parat, das Spiel zu drehen. Mit einer 5:3 Führung für die Elche ging es dann in die zweite Pause.

In der Drittelpause hatte KEV-Coach Elmar Schmitz wohl die passenden Worte gefunden, denn wie sooft im Verlauf dieser Saison, gaben sich seine Jungs noch lange nicht geschlagen und drückten mit aller Macht auf den Anschlusstreffer. Mit vereinten Kräften wehrte sich das Team von Elchecoach Sikorski und versuchte die Führung über die Zeit zu bringen. Immer wieder rannten die schnellen Krefelder Sturmreihen auf das Tor von Steve Themm an und sollten dafür auch belohnt werden. In der 47. Spielminute konnte erneut Dennis Swinnen einen Angriff des KEV erfolgreich abschließen. Auf Zuspiel von Marc Schaub und Raphael Niederehe erzielte der belgische Torjäger den längst fälligen Anschlusstreffer zum 5:4. Nur 90 Sekunden später war Dortmunds Goalie abermals geschlagen. In doppelter Überzahl, Pek und Linda saßen in der Kühlbox, glichen die Krefelder durch Kai Oltmanns zum 5:5 aus. Marc Schaub und der doppelte Torschütze Dennis Swinnen assistierten dabei. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit kassierte KEV Verteidiger Michél Ackers eine völlig überzogene 5 + Spieldauerstrafe und musste vorzeitig das Eis in Richtung Kabine verlassen. Nach 60 Minuten stand es weiterhin 5:5 und so gab es einen „Nachschlag“ von 5 Minuten. In der Overtime erspielten sich die Gäste vom Niederrhein zwar einige hochkarätige Torchancen, konnten ein Penaltyschießen jedoch nicht verhindern. Wie bereits beim Heimspiel gegen Duisburg musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Zunächst scheiterte Marc Schaub mit einem Pfostenschuss, auf der anderen Seite war es Igor Bacek, der an KEV Goalie Patrick nicht vorbeikam. Im zweiten Durchgang duellierten sich Dennis Swinnen (Krefeld) und Lukas Pek (Dortmund), doch beide konnten ihren Shutout nicht erfolgreich abschließen. Als dann Thomas Dreischer erfolgreich gegen Dortmunds Goalie Themm war, lag die Hoffnung bei Elche Stürmer Marc Haaf, sein Team im Spiel zu halten. Doch wie bereits gegen Bacek und Pek ließ sich Patrick Vetter im Krefelder Tor nicht aus der Ruhe bringen und wehrte den Penalty zur Freude des Krefelder Anhangs ab. Mit zwei Punkten im Gepäck machte sich der KEV auf die Heimreise und trifft am kommenden Freitagabend (11.01.) um 19:30 Uhr in der Rheinlandhalle auf die Kassel Huskies.

Auf der anschließenden Pressekonferenz gaben die beiden Trainer ihr Statement zu diesem kuriosen Spiel. Krystian Sikorski: „Wir haben uns im zweiten Drittel sehr gut verkauft und Moral gezeigt. Aufgrund der schwachen Personaldecke war der Kräfteverschleiß im letzten Drittel einfach nicht wettzumachen.“ KEV-Coach Elmar Schmitz sagte: „Das war ein seltsames Spiel. Nach der 3:1 Führung war ich sicher, dass wir das Spiel erfolgreich entscheiden würden. Nachdem wir dann aber 3:5 hinten lagen, war das Spiel für uns gelaufen. Wie bereits die ganze Saison über, haben wir im letzten Durchgang alles daran gesetzt die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Mit vier Punkten aus den beiden Spielen können wir sehr zufrieden sein!“

Torfolge:
1:0 (17.) Linda EQ
1:1 (18.) Swinnen EQ
1:2 (22.) Schaub EQ
1:3 (27.) Dreischer EQ
2:3 (28.) Bitter PP+1
3:3 (29.) Pek EQ
4:3 (31.) Bacek EQ
5:3 (40.) Bacek PP+1
5:4 (47.) Swinnen EQ
5:5 (49.) Oltmanns PP+2
5:6 (SO) Dreischer PS

Strafen
Dortmund 18 + 10 (Bitter) / Krefeld 17 + 20 (Ackers)

Zuschauer:
449

PM: Krefelder EV

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