Men European Championship in Kaarst – Tag 1

Die spätsommerlichen äußeren Bedingungen waren der perfekte Rahmen für die Europameisterschaft. So freuten sich alle Akteure am Freitagmorgen um 9 Uhr auf den ersten Anpfiff. 

Im ersten Spiel trafen die beiden Alpenländer Schweiz und Österreich aufeinander. Die Schweizer lösten den Turniereinstieg recht locker und gewannen klar mit 10:3. Danach trat der Titelverteidiger Deutschland gegen Großbritannien an. Nach klaren 5:1Führung schwächelte das Team um Nationaltrainer Manfred Schmitz einwenig und die Engländer kamen auf 5:3 heran. Ein Weckruf und die Deutschen drehten wieder auf, gewannen am Ende mit 6:4. Danach folgten zwei torreiche Partien. Dänemark zog humorlos die Niederländer mit 12:0 ab. Deutschland schraubte die Torausbeute mit einem 17:1 Sieg gegen Österreich noch höher. 

Am Nachmittag wurde es in jeder Partie eng. Die Spiele Dänemark gegen die Schweiz als auch Großbritannien gegen die Niederlande endeten mit 4:4. Jeweils sah ein Team wie der sichere Sieger aus, ehe der Gegner zum Ausgleich konterte. 

Das letzte Spiel des Tages ist auch das Wunschfinale des Bundestrainers. Schweiz gegen Deutschland. Schirmherr Heinz Dieter Vogt und Uschi baum sowie der IISHF-Präsident Erik Sommer begrüßten kurz alle Gäste. Danach rollte der Ball im hohen Tempo übers Feld. Auch hier verspielte dieses Mal die deutsche Mannschaft einen zwischenzeitlichen 2:0-Vorsprung und beendete das zweite Drittel mit 2:2 unentschieden. Erst im Schlussabschnitt setzte sich die taktische Umstellung auf 4 Reihen zugunsten der Deutschen um. Am Ende siegte Deutschland mit 6:2.

Bundestrainer Manfred Schmitz war nach dem ersten Tag zufrieden. „ Zwei Spiele, zwei Siege, das müsste für die Endrunde reichen“, beurteilte er die Ausgangslage für den Samstag.  

 

Men European Championship in Kaarst – Tag 2

Überraschende Halbfinalpaarungen ergeben sich aus dem 2. Spieltag.

Zunächst lief alles nach Plan. Dänemark schlug dank eines starken dritten Drittels die Engländer mit 7:3. Anschließend besiegten die in Form kommenden Niederländer mit 6:1 die Österreicher. Im dritten Spiel des Tages lief es aber nicht nach Plan. Nach einem spannenden Spiel bis zum Ende des zweiten Drittels stand es 3:3 zwischen Großbritannien und der Schweiz. Dann verloren die Eidgenossen durch Strafzeiten zwei Spieler und die Engländer gingen in Führung. Am Ende sorgten sie für die Überraschung des Tages, indem sie 8:5 siegten. Der englische Anhang jubelte lautstark.

Nach dieser ungeplanten Niederlage der Schweizer machte sich die deutsche Mannschaft auf, um die Siegesserie fortzusetzen. Das wurde aber kein Spaziergang gegen die Niederländer. Zwei Drittel bestanden aus hartem Kampf um jeden Zentimeter Boden, hohes Tempo, Spannung und erst im letzten Drittel brachen die Holländer konditionell ein. Am Ende stand es 9:2 für das Team um Manni Schmitz. 

Die Dänen fegten anschließend die Österreicher mit 9:4 vom Feld und die Schweiz schlug etwas erschlaffte Niederländer mit 5:1. Die vorletzte Partie des Tages musste über die Plätze 1 und 2 entscheiden. Deutschland traf auf Dänemark und ein Unentschieden hätte ihnen gereicht, um nach der Vorrunde Platz 1 zu belegen. Deutschland ging mehrfach in Führung, aber die Dänen kamen immer wieder heran. So stand es nach aufregenden 30 Minuten 5:4 für das heimische Team. Die letzten 20 Minuten mussten die Entscheidung bringen. Wieder bauten die Deutschen die Führung aus, aber die Dänen ließen nicht locker. Über 6:4 und 6:5 kam es zum Showdown. André Bruch erlöste die Fans, als er zwei Minuten vor Schluss den Ball zum 7:5 ins dänische Tor hämmerte. Der Gegner nahm den Torhüter heraus und wollte den Anschlusstreffer und vielleicht noch den Ausgleich schaffen, aber umsonst. Am Ende eines sehr spannenden Spiels konnte Nationaltrainer zufrieden lächeln und sich auf den Sonntag freuen. 

Im letzten Spiel des Tages besiegten die Engländer klar und deutlich Österreich mit 8:2. Damit stehen die sonntäglichen Begegnungen fest. 

Um die Plätze 5 und 6 spielen die Niederlande und Österreich. Deutschland trifft um 11 Uhr unerwartet früh auf die viertplatzierten Schweizer. Deren Endspielgegner wird zwischen Großbritannien und Dänemark im Anschluss ausgespielt.

 

Men European Championship in Kaarst – Tag 3

Werbung für den Sport“, kommentierte nach dem ersten Halbfinale der ISHD Vorsitzende Ingo Goerke und meinte damit das Match Schweiz gegen Deutschland. Zuvor spielten jedoch die Niederländer ihr erstes Spiel um Platz 5 gegen Österreich. Sie gewannen mit 7:4 und sehen dem zweiten Spiel mit Optimismus entgegen.

Zur christlichen Zeit um 11 Uhr stieg dann das erste Halbfinale. Die sonst im Endspiel üblichen Kontrahenten Deutschland und Schweiz standen sich hier schon gegenüpr, weil die Schweiz nach Abschluss der Hinrunde Platz 4 belegt hatte. Sie starteten auch furios ins Match, waren giftiger und zunächst spritziger als ihre deutschen Hockeyspieler. Sie gingen auch nach 4 Minuten mit 1:0 in Führung, was nach dem Spielverlauf bis dahin gerecht war. Danach erarbeiteten sich das deutsche Team erste Chancen und es gelang der Ausgleich (14.) durch Benedikt Hüsken und die erste Führung zum 2:1 (19.) dank eines gekonnten Solos durch Tim Linke. Ein weiterer Pass in die Tiefe hämmerte letztendlich Kai Esser zur 3:1-Führung ins Netz der Schweizer. Allerdings kamen sie auch wieder heran. Zunächst eine Überzahlsituation und dann ein Schlagschuss und es hieß wieder 3:3 (23. / 29.).

Im letzten Abschnitt verlagerten sich die auf Augenhöhe spielenden Eidgenossen auf Manndeckung, was einigen Spieler im deutschen Team entgegen kam. Erneut war es der Augsburger Lukas Fettinger, der die Deutschen in Führung brachte. 4:3 (33.). Der Druck der Eidgenossen wurde immer größer. Ein Kunstschuss sollte die Vorentscheidung bringen. Neben dem Tor passte ein Schweizer Verteidiger halbhoch zu seinem nach vorne eilenden Stürmer. Vor dem Tor stand jedoch noch Kai Esser, der den hüfthohen Ball aus der Luft an dem verdutzten Schweizer Keeper einlochte. Nun rannte die Schweiz der Zeit und dem 5:3 (40.) Rückstand hinterher. Deutschland fand sich mehr und mehr in der Defensive wieder. Da erhielt Benedikt Hüsken in der Vorwärtsbewegung die Kugel und netzte seitlich an den Schoner des Torhüters ein. Das war die Entscheidung. 6:4 (45.) und Deutschland steht im Endspiel. Bundestrainer Manfred Schmitz kommentierte das überaus spannende Halbfinale mit dem Satz „ Entscheidend war die individuelle Klasse von vier Spielern, die den entscheidenden Unterschied ausmachten“. 

Die zweite Halbfinalbegegnung zwischen Dänemark und Großbritannien stellte aber dieses Match in puncto Spannung in den Schatten. Nach einer klaren 3:0-Führung der Engländer begann die Aufholjagd der Dänen. Nach drei Dritteln stand es 5:5 und die erste Verlängerung während des Turniers musste entscheiden. Eine Minute vor Ablauf der 5-minütigen Overtime gingen die Dänen mit 6:5 in Führung. England nahm den Torhüter heraus und kombinierte hin und her in ihren Reihen, um die Lücke zu finden. Zwei Sekunden vor Schluss schoss der Engländer Alex Pearman verzweifelt auf das dänische Tor. Der Schuss wurde durch einen sich in den Schuss werfenden Dänen von seinem Schläger unhaltbar abgefälscht und es hieß 6:6. Auch das anschließende Penaltyschießen blieb äußerst spannend. Nach jeweils fünf Torschützen stand es immer noch unentschieden. Jeweils zwei weitere Torschützen mussten die Spannung aufrecht erhalten, ehe Oliver Sommer auf dänischer Seite den entscheidenden Penalty durch die Schoner des englischen Keepers Craig Bradfield verwandelte. Damit steht das Endspiel fest. Dänemark gegen Deutschland. Um Platz 3 spielt die Schweiz gegen Großbritannien.

Die Niederlande erreichten im zweiten Spiel gegen Österreich einen ungefährdeten 9:3-Sieg nach zwischenzeitlichem Gleichstand bei 2:2, sodass diese Platzierungen mit Platz 5 und 6 feststehen.

Im kleinen Finale merkte man beiden Nationen an, dass die Luft etwas raus war. Es wurde nicht mehr so agil und temporeich gespielt, dennoch war es ein sehr ansehnliches Spiel zwischen der Schweiz und Großbritannien. Die Schweizer bauten ihre Führung stetig auf 3:0 aus, ehe Großbritannien doch noch auf 3:2 zurückkam. Am Ende freute sich die junge eidgenössische Mannschaft mit einem knappen 4:3 über den dritten Platz. 

Das Finale versprach ein Leckerbissen zu werden. Es begann rasant und die Dänen setzten das deutsche Team intensiver unter Druck als noch in der Vorrunde. So gingen sie dann auch nach knapp 6 Minuten in Führung. Deutschland brauchte einige Minuten, um sich wieder zu sortieren. Dann lief es besser. In der 12. Minute holte Sebastian Schneider aus und die Kugel flog mit hoher Geschwindigkeit ins dänische Tor. 1:1. Der Beginn des zweiten Drittels war aus deutscher Sicht spektakulär. Innerhalb von 90 Sekunden gingen sie mit 3:1 durch Tore von Pascal Neumann und Lukas Fettinger. Leider dauerte dieser Lauf nicht lange an. Danach eine Strafzeit gegen Deutschland. Nach 20 Sekunden zappelt das deutsche Netz. 3:2 nur noch. Jetzt beginnt die beste Phase der Dänen. Oliver Sommer zieht ab und, der 3:3 Ausgleich ist, gewiss. Durch ein Rollertor geraten die Deutschen nach insgesamt 6 Minuten im zweiten Abschnitt in einen 3:4-Rückstand. Erneute Strafzeit gegen Deutschland und der Torhüter wechselt. Andreas Fuchs kommt für Jonas Mende ins Tor. Die 2-minütige Strafzeit übersteht er ohne Gegentreffer. Pause und noch 15 Minuten zu speilen.

Dänemark hat aus der Vorrunde gelernt und übt ein hervorragendes Forechecking aus, nimmt Tempo raus, setzt robuste Körper fair ein und setzt bei seinen Schüssen viel Kraft ein. Aus solch einer Szene entsteht das 6:4 für Dänemark. Wieder ein Gewaltschuss, wieder zappelt das deutsche Netz. Nun wird es extrem spannend. Schafft Deutschland noch die Wende? Kai Esser tankt sich nach schöner Vorlage von Pascal Neumann durch und verkürzt auf 6:5.. Sechs Minuten sind gespielt. Anschließend hagelt es hüben wie drüben Strafzeiten, die aber jeweils ungenutzt blieben. Stefan Gläsel nutzt vor dem Tor ein wildes Gedränge als Erster und erzielt noch tatsächlich den Ausgleich. 

Fünf Minuten Verlängerung. Den Dänen geht entweder die Kraft aus oder sie spekulieren auf den einen tödlichen Konter. Deutschland drückt und ist feldüberlegen. 100 Sekunden vor Schluss tankt sich einer der jüngsten deutschen Spieler Robin Weisheit an der Bandenseite durch, kurvt etwas nach innen und zieht einen Strahl ab. Der Ball ist drin! 7:6 für Deutschland. Der Rest ist Runterzählen der Uhr. Dänemark nimmt noch den Torhüter heraus, was aber letztendlich keine Auswirkung mehr hat. Deutschland ist und bleibt Europameister.

Ein tolles Finale, sportlich ein super Turnier. Gratulation an alle Teams.

 

  1. Deutschland
  2. Dänemark
  3. Schweiz
  4. Großbritannien
  5. Niederlande
  6. Österreich

PM: CEK

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