Es war das letzte Spiel der abgelaufenen und ist nun das erste Duell der neuen Saison. Die Kölner Haie beginnen gegen den amtierenden Deutschen Meister aus München. Dabei treffen zum Saisonstart gleich zwei Teams mit Titel-Ambitionen aufeinander. Den Aufschwung, den Haie-Coach Cory Clouston bei Amtsbeginn im Januar mitbrachte, wollen die Rheinländer mit in die neue Spielzeit nehmen.

Quelle: Scholl
Quelle: Scholl

Als Clouston im Januar den Job von  Ex-Trainer Niklas Sundblad übernahm, sah es für Köln alles andere als rosig aus. Der KEC musste lange um die Teilnahme der Playoffs bangen. Verletzungspech, mangelndes Selbstvertrauen, haarsträubende Fehler im Spielaufbau aus dem eigenen Drittel, Konter, ein gescheitertes Powerplay. Erst unter Clouston sollte sich das Blatt wenden. Nach einem heißen Kampf um einen der begehrten Endrunden-Plätze, bezwang man schließlich erst Mannheim und dann Berlin. Erst im Playoff-Halbfinale gegen den EHC Red Bull München folgte das Aus.

Während der Neu-Trainer in der Vorsaison noch mit dem von Sundblad zusammengestellten Spielermaterial hantieren musste, konnte sich der Kanadier im Sommer weitestgehend austoben. Sieben Neuzugänge, dazu noch drei Teenager aus dem Kölner DNL-Team. Clouston distanziert sich – wenig überraschend – von der schwedischen Linie. Drei Kanadier und zwei US-Amerikaner stoßen zur Mannschaft. Die Schweden Per Aslund (Färjestad BK), Andreas Falk (Lulea HF) und Dragan Umicevic (Krefeld Pinguine) mussten die Segel streichen.

Die Neuen:

Corey Potter ist in der Verteidigung der einzig neue Name. Der 32-Jährige kommt aus der American Hockey League von den Milwaukee Admirals (Farmteam der Nashville Predators). Potter ist nicht nur ein physisch-präsenter Spieler, sondern verfügt zudem über einen guten Pass und Schuss. Als Rechtsschütze eine interessante Option für das Überzahlspiel.

Im Angriff kehrt mit Kai Hospelt ein verlorener Sohn zurück in die kölnische Heimat. 2008 wechselte Hospelt nach Wolfsburg und avancierte dort zum Top-Leistungsträger. 2015 feierte der 31-Jährige dann seine erste Meisterschaft mit Mannheim. Sein Können und seine Bedeutung als Führungsspieler sind unumstritten.

Aus der finnischen Liga kommt Kanadier Dane Byers. Der 1,93-Meter-Hüne soll die von Clouston gewünschte Härte auf das Eis bringen. Byers übernahm schon in seinen Jahren in der AHL Verantwortung und gilt als Leader auf- und abseits des Eises.

Mit der Unterschrift von Max Reinhart gelang den Kölnern ein Transfer-Coup. Dem erst 24 Jahre jungen Stürmer gelang in Amerika noch nicht der Durchbruch. Im Ausland will er sich präsentieren und beweisen, dass er das Zeug für die beste Liga der Welt hat. Reinhart verfügt über einen sehr guten Pass und wird im Powerplay gesetzt sein. Schon beim Köln Cup bewies der Kanadier, dass er eine lebende Waffe ist. Sein Vertrag gilt nur bis zum Ende der Saison. Sollte er sein gesamtes Potential abrufen, wird es wahrscheinlich auch sein einziges Jahr in der DEL bleiben.

Travis Turnbull ist ein bekanntes Gesicht in Köln. Bisher war er allerdings alles andere als ein Fan-Liebling. Mit seinem aggressiven Spielstil stürmte er in der Vergangenheit ausgerechnet für den Erzrivalen aus Düsseldorf und KEC-Final-Gegner von 2014 Ingolstadt. Ein unangenehmer und torgefährlicher Spieler, den man lieber in seinen eigenen Reihen hat.

Neben Hospelt und Turnbull konnte auch ein weiterer Neuzugang bereits die Deutsche Meisterschaft feiern. TJ Mulock wechselt nach sieben Jahren von der Hauptstadt ins Rheinische. In Berlin wurde er gleich dreimal Meister. Mulock, der auch über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügt, ist ein vielseitig einsetzbarer Winger. Der 31-Jährige kann Produzieren, aber auch in Unterzahl eingesetzt werden.

Nico Krämmer wechselte aus eher tragischen Umständen zu den Haien. Als in Hamburg der DEL-Spielbetrieb eingestellt wurde, erhielt der noch junge Stürmer viele Angebote aus Deutschland. Den Anruf erhielt der 23-jährige Neffe von Gerd Truntschka während seines Urlaubs auf Mallorca. Im Vorjahr erzielte Krämmer in 37 Spielen acht Tore und bereitete weitere acht vor.

Von den Junghaien kommen zudem Lucas Dumont, Eric Valentin und Mick Köhler. Allerdings sei nur Köhler als „Ersatzmann für das DEL-Team“ vorgesehen. Valentin und Dumont werden beim Kooperationspartner in Dresden die nötige Erfahrung sammeln.

 

Season Prediction:

Der KEC hat ein weiteres Mal nachgebessert. Sollten sie die Clouston-Form beibehalten und die Transfers ihre Erwartungen erfüllen, werden sich die Haie ein heißes Rennen um den begehrten DEL-Titel liefern.

Trotz genügend Tiefe, hofft man natürlich vom Verletzungspech verschont zu bleiben. Gerade in der Verteidigung ist man auf die Top-Leistungsträger angewiesen. Erneut verletzt ist Dauerpatient Alexander Sulzer. Zum Köln Cup erschien der 32-Jährige auf Krücken.

Quelle: Scholl
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Von Johannes Scholl

Journalist und Eishockeyspieler instagram: bettercallscholl

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