In einem offenen Brief wendet sich die Fanszene der Iserlohn Roosters an den Club:

Offener Brief an die Iserlohn Roosters:

Liebe Mitarbeiter und Verantwortliche der Iserlohn Roosters,

wir möchten euch mit diesem offenen Brief auf einige Dinge hinweisen, die in unseren Augen falsch laufen. Ja, wir hätten auch dieses Mal wieder den „kurzen Dienstweg“ gehen können. Es hätte wieder eine Einzelperson aus der bunten Fanszene des IEC sich mit euch hinsetzen können, um Dinge, die zu klären, sind aus der Welt zu schaffen. Dies hat in den letzten Jahren wunderbar funktioniert und wir möchten uns dafür auch an dieser Stelle bedanken. Wir sehen uns aber dieses Mal gezwungen den Weg über die breite Öffentlichkeit zu gehen. Aber beginnen wir von vorne:

Gerade einmal drei Jahre ist es her, dass die Roosters sich beim letzten Hauptrundenspiel in Augsburg in die Sommerpause verabschiedet haben. Es war ein historischer Tiefpunkt. Es war die 29. Saisonniederlage. Die zehnte in Folge. Am Ende stand der IEC auf dem 13. Tabellenplatz und hatte lediglich 59 Zähler geholt.

Betrachtet man das damalige Geschehen kommt es einem vor, als wären die Roosters seit dem aus einer Art Dornröschenschlaf erwacht. Es gab seit diesem Tag viele unvergessliche Momente. Die erfolgreiche Pre-Playoff-Serie gegen den Brauseklub aus München, echte Eishockeyschlachten gegen Hamburg oder Ingolstadt, welche der Eissporthalle am Seilersee den Mythos einer Festung einbrachten und nicht zuletzt die grandiose Saison, welche am kommenden Sonntag mit einem ausverkauften Spiel gegen die Kölner Haie ihr vorläufiges Ende findet, ehe wir – hoffentlich mit Heimrecht – Mitte März in den Kampf um die deutsche Meisterschaft einsteigen.

Ein Teil dieser grandiosen Saison war u.a. der 6:1 Erfolg über die Kölner Haie am 10. Januar. Es muss so gegen 19:30 Uhr gewesen sein als der Kölner-Spieler Moritz Müller die folgenschweren Worte „kanadische 1c Nationalmannschaft“ sprach.

Oft wurde euch vorgeworfen, liebe Roosters, dass ihr nichts aus dem macht was euch z.T. auf dem Silbertablett serviert wird. In diesem Fall war es jedoch anders. Ihr habt begonnen, das Thema „kanadische 1c Nationalmannschaft“ auszuschlachten. Rot-Weiße Trikots und Schals – immerhin noch für den guten Zweck – wurden verkauft und das Sauerland wurde wie einst in den 60er Jahren mal wieder als „Klein-Kanada“ betitelt. Bis hierhin schön und gut.

Doch spätestens mit der Präsentation der Playoff-Trikots ist der Bogen überspannt. Trikots in den Farben schwarz-rot und weiß-rot mit irgendwelchen Mustern, die rein gar nichts mit Kanada zu tun haben und keine Spur von den Vereinsfarben, welche bereits seit Gründung des EC Deilinghofen im Jahr 1959 Blau und Weiß sind. Und das alles, obwohl bereits im September lautstarke Rufe nach blau-weißen Trikots in der Eissporthalle zu vernehmen waren, als ihr nur mal für zwei Spiele die Ausweichtrikots in der Farbe Orange ausgepackt hattet.

Dazu eine Merchandisekollektion, welche einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Eine Playoff-Tasse auf der steht „Danke #91 Mo. Müller“. Da fehlen einem fast die Worte. Es gibt Eishockeyspieler bei denen man sich bedanken müsste. Es sind eben diese, die Woche für Woche das blau-weiße Trikot tragen und dafür sorgen, dass das Sauerländer Eishockey in ganz Deutschland in aller Munde ist. Bei diesen Spielern muss man sich für die Leistung bedanken, nicht bei Moritz Müller.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ticketsituation rund um die heißbegehrten Playoff-Tickets. Dreizehnmal in Folge war unsere altehrwürdige Eissporthalle zuletzt ausverkauft. Sie wird es am kommenden Sonntag auch ein vierzehntes Mal sein und in den Playoffs werden hoffentlich noch viele weitere ausverkaufte Spiele hinzukommen, doch die Preisgestaltung ist eine Frechheit: 4€ werden pauschal pro Karte aufgeschlagen. Kommt die Top-Sitzplatzkategorie also mit moderaten 11% davon, zahlt der normale Stehplatzfan bereits knapp 24% mehr für sein Ticket. Jugendliche und Kinder werden sogar mit 40% bzw. 50% Aufschlag bedacht. Hinzu kommen Systemgebühren, Versandkosten oder Print-At-Home-Aufschläge, weil man aufgrund der Öffnungszeiten der Geschäftsstelle kaum die Chance bekommt, seine Karten persönlich zu holen. Die Iserlohn Roosters haben auch eine soziale Verantwortung in der Stadt und diese wird mit dieser Preispolitik mit Füßen getreten. Hier werden vor allem junge Fans extra zur Kasse gebeten. Junge Fans, die vielleicht 26 Heimspiele gesehen haben und nun in der heißen Phase der Saison nicht mehr wissen, wie sie die Tickets zahlen sollen. Junge Fans, die aber genauso ihren Beitrag zu der derzeitigen Situation beigetragen haben, wie jeder Fan, wie jeder Sponsor, wie jeder Spieler und wie jeder Geschäftsstellenmitarbeiter. Wo ist hier das Ende der Fahnenstange und ist mit weiteren Erhöhungen wie nach oben beschriebenem Gießkannenprinzip zu rechnen?

Nun ist das sprichwörtliche Kind in den Brunnen gefallen. Die Trikots sind weiß, schwarz und rot und die ersten beiden Viertelfinalpartien sind wohl auch sehr bald ausverkauft. Wir fordern jedoch die Iserlohn Roosters GmbH auf, nicht die Bodenhaftung zu verlieren und zu vergessen, wo man herkommt. Wir würden uns wünschen, dass die Roosters sich in den kommenden Wochen und Monaten Gedanken über eine faire Preispolitik für künftige Playoff-Teilnahmen machen und diese umsetzen.
Außerdem fordern wir auch sich zukünftig auf die eigene Identität zu besinnen, auf die Farben blau und weiß und auf die Geschichte die 1959 in Deilinghofen begann.

Mit blau weißen Grüßen
Bully Express,
die Sitzplatzkanacken,
Ghostbusters Balve,
IEC-Fans Ihnetal,
Iserlohn Blueliners,
Knallketten Iserlohn,
Outsiders Iserlohn,
Pankratius‘ Erben,
Powerplay Südsauerland,
Sauerländer Bauerntölpel,
Sauerländer Schlittenhunde,
Ultras Iserlohn,
Unschuldsengel Iserlohn,
der Fanbeirat und der Fanbeauftragte der Iserlohn Roosters.

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