Sehr geehrter Herr Moormann,
sehr geehrter Herr Vogt,
sehr geehrter Herr Meuter,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

wir halten es für sinnvoll, Sie aus unserer Sicht über unseren Verein im Zusammenhang mit der neuen Stadtparkhalle zu informieren. Die Berichterstattungen und Kommentierungen der letzten Wochen/Monate in vielen Medien sowie der Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 19.11.2012 veranlassen uns, zu den wesentlichen Themen Stellung zu nehmen.

Wir sehen uns in der Sache und im Sinne unserer Spielerinnen/Spieler/Mitglieder verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen, dass ein Verweis aus der Stadtparkhalle mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ende unserer Sportart in Kaarst bewirken würde. Dies deshalb, weil der Verband für das Sportforum Büttgen nur eine zeitlich begrenzte Ausnahmegenehmigung für die Neubauphase zur Durchführung unserer Heimspiele erteilt hat, die nun endgültig ausläuft. Zudem war von Anfang an klar, dass das Sportforum Büttgen aus diversen Gründen nur eine ergänzende Trainingsstätte für uns (und weitere Sportarten) darstellen kann. Dafür sind wir dankbar, da zum Beispiel die Trainingszeiten in der neuen Halle sonst nicht ausreichen würden. Wir bitten deshalb um eingehende Prüfung und Wahrung der Verhältnismäßigkeit, die in den Medien, insbesondere den elektronischen Medien, in letzter Zeit zu unseren Lasten in der öffentlichen Wahrnehmung verloren gegangen ist.

Zur Übersichtlichkeit teilen sich die Darstellungen in fünf Teile: Unser Verein, die Stadtparkhalle, der Hallenboden, der Prallschutz und Training/Wettkampf.

Unser Verein:

Wir betreiben seit 27 Jahren unseren Sport in Kaarst, haben 430 Mitglieder, davon 300 Aktive und einen Förderkreis mit 110 Mitgliedern. Unsere Vereinsarbeit, besonders wichtig die Nachwuchsarbeit, betreiben wir intensiv und sehr erfolgreich. So hat zum Beispiel unsere Schülermannschaft den Deutschen Meistertitel vom Vorjahr in 2012 verteidigt, die Jugendmannschaft fährt als NRW-Meister am ersten Dezemberwochenende 2012 zur Deutschen Meisterschaft. Unsere 1. Herren spielen ab 2013 in der 2. Bundesliga (Ziel: direkter Wiederaufstieg). Neben Pokalwettbewerben und Meisterschaften haben wir über 20 Internationale Turniere (Europameisterschaft, Europapokal, Internationale Eagle Cups) in Kaarst veranstaltet, stets mit für Kaarst ungewöhnlich hohen Zuschauerzahlen. Unsere Arbeit ist rein ehrenamtlich, unser Sport ist ein kontinuierlich wachsender Amateursport, allerdings in der 1. und 2. Bundesliga seit einigen Jahren mit einer leichten Tendenz zum Profisport. Am Samstag, 08.12.2012 richten wir die Deutschen Pokalendspiele aus (zwei davon erfreulicherweise mit Kaarster Beteiligung, Schüler und Jugend), zu denen wir Sie und Ihre Familien herzlich einladen.

Die Stadtparkhalle:
Wir freuen uns sehr über die schöne und funktionsgerechte neue Sporthalle. Die drei Jahre Wartezeit bzw. die, in vielen Teilen negative/beschränkende, Übergangslösung „Sportforum“ haben sich gelohnt. Die Stadtparkhalle ist das Ergebnis einer langen, konstruktiven und gemeinsamen Entscheidungsfindung der Politik, Verwaltung, Schulen und Sportvereine. Die finale Entscheidung im Stadtrat erbrachte den Neubau dieser Halle für den Schul- und Vereinssport, inkl. Inline-/Skaterhockey. Die Planung und Umsetzung des Baus richtete sich nach diesen Vorgaben. Anforderungen unserer Sportart wurden voll umfänglich, auch schriftlich, der Stadt und dem Architekten zur Verfügung gestellt. Ideen für eine zielführende und gleichzeitig möglichst kostengünstige Umsetzung haben wir eingebracht. Ebenso Erfahrungen aus verschiedenen Städten Deutschlands, rund 80% aller Skaterhockey-Spiele finden in solchen sogenannten Schulsporthallen statt wie der alten und neuen Halle in Kaarst.

Der Hallenboden:
Der Boden ist uneingeschränkt für unseren Sport geeignet. Die nun sichtbaren Gebrauchsspuren, durch alle Nutzer verursacht, sind normal. Dies wurde bereits durch den Gutachter Jürgen Mund bestätigt. Es ist in keiner Weise erkennbar, dass durch unseren Sport mehr oder weniger Spuren hinterlassen werden als durch andere. Es ist richtig, dass wir ganz zu Anfang an einer Stelle einen Schaden verursacht haben. An einer Linie sind einige Zentimeter Farbe abgeschabt worden, nicht beim Spiel, sondern durch ein Tor, das von uns sofort „repariert“ wurde. Dieser Vorfall wurde in der Presse und in dem Antrag der Grünen völlig übertrieben dargestellt. Danach gab es keinen weiteren Schaden. Betonen möchten wir, dass an dieser Stelle der Boden nicht verletzt worden ist. Der Gutachter Jürgen Mund sprach wegen der Verhältnismäßigkeit die Empfehlung aus, dass wir eine „Spende“ von 100 EUR an die Stadt leisten sollten. So wie wir nach der Schadensfeststellung sofort schriftlich Schadenersatz angeboten haben, würden wir gleichsam auf Wunsch der Stadt einen angemessenen Betrag überweisen.

Der Hinweis in der „Stellungnahme der Kaarster Grünen“ vom 23.11.2012, dass der Boden „nach statt regulär ca. 15 Jahren nun nach ca. 7 Jahren ausgetauscht werden muss“ ist bezüglich beider Jahreszahlen falsch. In sehr vielen Schulsporthallen in Deutschland/Europa mit dem gleichen oder ähnlichen (häufig qualitativ schlechteren) Böden wird seit bis zu rund 25 Jahren Inline-/Skaterhockey gespielt, ohne dass der Boden ausgetauscht oder neu versiegelt werden musste.

Der Prallschutz
Der Prallschutz ist für alle in der Halle betriebenen Sportarten, inkl. Inline-/Skaterhockey geeignet. Unter dieser Maßgabe/Vorgabe wurde er geplant und eingebaut. Er ist auch für uns deutlich sicherer als zum Beispiel die beiden Banden in Büttgen. Nach unseren Erkundigungen wird solch ein Prallschutz in allen gepflegten Hallen, unabhängig davon, welche Sportarten dort betrieben werden, alle rund 15 Jahre ausgetauscht. Nun ist eine Diskussion über die leichten optischen Mängel an dem Prallschutz aufgekommen. Der Gutachter Jürgen Mund bestätigte, dass die entstandenen „Ritze“ die Schutzfunktion bzw. Sicherheit nicht beeinträchtigen. Alle Sportarten verursachen am Prallschutz mit der Zeit leichte optische Mängel, bedingt durch normalen Trainings- und Spielbetrieb. Unsere Sportart allerdings, bedingt durch normale Spielszenen und keineswegs durch vorsätzliche Beschädigungen oder Disziplinlosigkeit, erzeugt diese leichten optischen Mängel in nennenswert höherer Zahl als andere Sportarten. Dies war in der Planung von Anfang an bekannt, wurde auch mehrfach besprochen. Sollte der Prallschutz, verursacht insbesondere durch uns, tatsächlich nach vielen Jahren, auch von der Tribüne aus sichtbar, optisch gelitten haben und dadurch eventuell früher ausgetauscht werden sollte als üblich, also vielleicht schon nach gut 10/12 Jahren, so wäre dies zu wahrscheinlich bis zu 80% unserem Sport zuzuordnen. Hier gibt es nichts schön zu reden. Dies ist eine Art Preis für unseren Sport, der aber bei Weitem unter allen anderen Preisalternativen (Stichwort „Disziplin bei den Steuerausgaben“) liegt, die in der Planungsphase diskutiert worden sind. Bei Wahrung der Verhältnismäßigkeit darf dieser Punkt nicht dazu führen, dass das entschiedene Gesamtkonzept und damit auch unser Sport unter die Räder kommen. Dies wäre dann wirklich eine Verschwendung von Steuergeldern. Die vier Bandenecken, die wir kurzfristig auf eigene Kosten entgegen der Planung bauen lassen mussten und die bisher keinen Schaden, aber ganz leichte „Streifen“ verursacht haben, aber in Funktionalität (langfristig wahrscheinliche Beschädigung des Prallschutzes) und Optik verbesserungswürdig sind, werden von uns vor den Pokalendspielen überarbeitet und den Ämtern zur Abnahme vorgestellt.

Training/Wettkampf
Im Training und beim Wettkampf sehen wir uns verpflichtet, die Halle und alle Nebenräume mit höchster Vorsicht zu nutzen. Alle Aktiven und Trainer, Übungsleiter sowie Abteilungsleiter und auch Gastmannschaften/Zuschauer sind hier in der Pflicht. In unserer gesamten Vereinszeit haben wir bewiesen, dass wir ordentlich mit den uns zur Verfügung gestellten Dingen umgegangen sind. Und wenn doch mal ein Schaden entstanden ist, haben wir diesen, für uns selbstverständlich, ersetzt. Den öffentlichen Darstellungen, wir würden uns unverantwortlich/disziplinlos/zerstörerisch verhalten, widersprechen wir deutlich. Die Beteiligten bei der Schadensregulierung, und wir hatten in der Relation zur Anzahl der „Sportstunden“ (= Stückzahl Spielerinnen/Spieler x Stunden Training/Wettkampf) wirklich wenige und in der Höhe geringe Schäden, können dies bestätigen. Der Vorwurf der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, wir verstoßen gegen die Nutzungsordnung, weil wir Schäden mindestens vier Mal nicht gemeldet hätten, widersprechen wir. Hier wird aus unserer Sicht ein falsches Licht auf uns gerichtet. An erster Stelle können wir berichten, dass wir in stetem Austausch mit den zuständigen Personen (vor Ort insbesondere den Hallenwarten) der Stadt stehen. Wir machen auf alle Dinge aufmerksam, die aus unserer Sicht der Halle und Ihrer Langlebigkeit dienen. Wir melden alle Punkte, die uns auffallen. So haben wir von uns aus und von Anfang an zum Beispiel auf die Besonderheiten der Beplankung/Lackierung der Tribüne hingewiesen. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass auch mal etwas nicht gesehen wird, oder nicht als „Schaden“ wahrgenommen wird. Deshalb besteht ja auch die vernünftige Regelung, dass alle gemeinsam aufpassen und dokumentieren.

Bis zum 01.12.2012 müssen wir dem Verband die Heimspieltermine 2013 melden. Am 27.11.2012 haben wir vom Sportamt erfahren, dass die Stadt uns keine verbindlichen Termine mehr zuteilt. Wir haben danach erreichen können, dass zumindest „unverbindlich reserviert“ wird. Den geplanten Eagle Cup im Februar/März 2013, unser Internationales Turnier, können wir im Moment in voller Fahrt abbremsen. Für uns ein bedeutendes Image- und Finanzproblem.

Wir bitten Sie eindringlich, den Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 19.11.2012 am 13.12.2012 abzulehnen, da andernfalls Fakten und Wahrnehmungen geschaffen würden, die den Spielbetrieb unseres Vereins gefährden und unser Image noch weiter unberechtigt schädigen würden.

Für weitere Informationen und Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung.
Im Sinne der allgemeinen Information und Chancengleichheit bitten wir um Verständnis, dass wir dieses Schreiben der örtlichen Presse zur Verfügung stellen und auf unseren Plattformen veröffentlichen.

Mit sportlichen Grüßen

 

Dieter Tischer
Präsident Crash Eagles Kaarst

im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder

PS: Motto der Eagles:
Unser Ziel ist sportlicher Erfolg und soziales Engagement aus einem gesunden Kern heraus

PM: Crash Eagles Kaarst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.