v. v.l. n. r. Uwe Malz, Lance Nethery im Hintergrund Manuel Küchler, Frank Gentges, Holger Kuhlmann, Klaus Picker und Jesper Dahl-Jörgensen. Foto: Dirk Unverferth
v. v.l. n. r. Uwe Malz, Lance Nethery im Hintergrund Manuel Küchler, Frank Gentges, Holger Kuhlmann, Klaus Picker und Jesper Dahl-Jörgensen. Foto: Dirk Unverferth

Hart aber fair ging es bei der Eröffnungssendung der Overtime zu. Passend zum Saisonbeginn, hatte der Eishockey-Talk die drei Ruhrgebietsvereine aus Herne, Essen und Duisburg in den Essener Ruhrturm geladen. Klaus Picker (Sprecher des Herner EV), Lance Nethery (Cheftrainer der Füchse Duisburg) und Lokalmatador und Cheftrainer der Moskitos Essen Frank Gentges gaben sich die Ehre.

Im Fokus der drei Talk-Drittel stand neben der aktuellen Saison auch die Förderung des deutschen Nachwuchses. „Die Oberliga-Nord ist so ausgeglichen geworden, dass Prognosen unmöglich geworden sind“, resümierte Nethery das erste Saison-Wochenende. Eine Tendenz die zum einen sehr gut ist, aber aus Sicht von Frank Gentges auf falschen Grundpfeilern beruht: „Die Zahl der guten deutschen Spieler wird immer weniger. Es wird immer schwerer, deutsche Talente zu fördern und diese auch in die Mannschaften einzuführen. Über kurz oder lang werden deutsche Teams mit mehr EU-Ausländern spielen“, prognostizierte er. Und auch HEV-Sprecher Klaus Picker sieht diese Tendenz. „Es ist im Eishockey aber auch in anderen Teilen der Gesellschaft wichtig, die besten Trainer oder auch Lehrer in jungen Jahren zu haben. Es bringt dem Sport nichts, wenn die guten Trainer erst dann Spieler übernehmen, wenn diese schon fast am Ende der Entwicklung angelangt sind“. Woran diese Entwicklung festgemacht ist wurde auch schnell deutlich: die fehlenden finanziellen Mittel in den Vereinen. „Aus meiner Zeit in der Schweiz weiß ich noch, dass es üblich war fünf bis sechs hauptamtliche Nachwuchstrainer zu beschäftigen. Das ist mittlerweile 25 Jahre her und nun ist man in Deutschland auch soweit, die Vorteile zu erkennen aber nicht zu handeln.“

Zum roten Tuch entwickelte sich die Diskussion um den niederländischen Eishockeyverein aus Tilburg. Der letztjährige Oberliga-Meister sorgte bei allen Beteiligten für Gesprächsstoff. „Ich kann doch keinem Sponsor in Essen verkaufen, dass eine holländische Mannschaft, deutscher Oberliga-Meister geworden ist. Vor allem stellt sich ja auch die Frage, wer diese überhaupt zugelassen hat? Ich habe bisher niemanden getroffen, der gesagt hat: ´Ich war damals bei der Abstimmung dabei und habe für den Eintritt der Trappers gestimmt`“, zeigte sich Frank Gentges entsetzt. Und auch sein Kollege Lance Nethery kann den Trappers nichts abgewinnen: „Alle reden davon, dass wir den deutschen Eishockeysport fördern sollen und dann holen wir uns eine niederländische Mannschaft ins Boot. Ein Aufstieg der Dortmunder wäre mir vor einem Jahr lieber gewesen“. Einen vermeintlichen Durchmarsch seiner Füchse durch die neue Oberliga-Saison sieht Nethery hingegen nicht: „Die Leute denken immer, wir würden in Duisburg in Geld schwimmen. Das stimmt aber nicht. Ein Snetsinger in Herne verdient mehr als einer meiner Spieler. Und da fragt keiner nach“.

Abschließend konnte jedoch festgehalten werden, dass Eishockey genügend Gesprächsstoff besitzt der sowohl bei Fans als auch bei den Verantwortlichen für polarisierende Meinungen sorgt.

 

Holger Kuhlmann Elmendonk 16, 47809 Krefeld

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