Pardubices Jakub Svoboda und Chomutovs Jakub Sklenar im Laufduell © by Detlef Ross
Pardubices Jakub Svoboda und Chomutovs Jakub Sklenar im Laufduell © by Detlef Ross

Chomutov/CZ. (MR) Am dritten Spieltag der neuen Saison in der Tipsport Extraliga hatte der starke Aufsteiger Pirati Chomutov Dynamo Pardubice (östl. von Prag) zu Gast. Pardubice hatte die ersten beiden Ligaspiele verloren, Chomutov war mit Sieg und Niederlage in die Saison gestartet.

Bei allen uns wenig geläufigen Spielernamen stach aber auf beiden Seiten der ein oder andere Nationalspieler heraus, die einem auf dem Eis dann auch zwangsläufig öfter ins Auge fielen. So standen auf Seiten der Gastgeber mit Michal Vondrka und Roman Cervenka (CZE), Jekabs Redlihs (LAT) und Ales Kranjc (SLO) gleich vier Internationale auf dem Bogen und auf dem Eis unter dem tschechischen Nationaltrainer Vladimir Ruzicka sen., bei den Gästen konnten wir Petr Caslava und Tomas Rolinek (CZE) sowie Goalie Robert Kristan (SLO) ausmachen. Ales Kranjc? Wird sich der geneigte Leser fragen. Ja, genau derjenige, der zwei Saisons bei den Kölner Haien in der DEL tätig war!

Das Spiel selbst ging vor fast ausverkaufter Halle zügig los, doch zunächst oftmals ohne die nötige Feinabstimmung. Nach zwei frühen und schadlos überstandenen Strafen nahmen die Gäste mehr Fahrt auf, gingen aber erneut übermotiviert an die Sache. Und diese Strafzeit nutzten die Piraten, als Trainersohn Vladimir junior trocken von der Blauen abzog (14.). Nach den ersten Torchancen im Mittelabschnitt gaben die Hausherren die Zügel wieder etwas aus der Hand, indem nun sie mehrfach auf die Strafbank wanderten. Immer wieder auffällig und gefährlich die Kapitänsreihe der Pardubicer, Caslava, Rolinek und Petr Sykora, doch das Penaltykilling der Piraten war über weite Strecken sehenswert. In der 29. Spielminute war es dann aber doch soweit, dass der Ausgleich fiel, auch wenn die Schiedsrichter den Videobeweis zu Hilfe nehmen mussten: Im Gewühl vor dem Tor konnte Chomutovs Goalie Miroslav Kopriva den Puck nicht wirklich festhalten, und als der eigene Mitspieler von hinten auf das Gestänge fiel und dabei das Tor aus der hinteren Verankerung hob, rutschte die Scheibe über die Linie – oder eben in anderer Reihenfolge. Der Treffer wurde jedenfalls gegeben und Radoslav Tybor zugeschrieben. Die Gäste hatten nun Oberwasser und fast den nächsten Treffer auf den Kellen.

Auch im Schlussabschnitt konnten die Gäste oft stören und die Piraten zu Fehlern verleiten, doch ein Treffer wollte nicht fallen. Dass die Schiedsrichter bei Gleichstand 4:30 Min vor Ende eine Strafe wegen Spielverzögerung aussprachen, die sie aber zuvor noch eingehend miteinander hatten diskutieren müssen, war vielleicht nicht wirklich nötig und wurde entsprechend vom Publikum „honoriert“. Die Hausherren jedoch ließen sich die Butter nicht vom Brot nehmen, und auch der Goalie hatte mit einigen Saves seinen Anteil am noch immer unentschiedenen Spielstand. Man stellte sich schon auf eine Verlängerung ein, als der Oberpirat Vondrka mustergültig bedient wurde und aus der Halbdistanz einfach nicht nein sagen konnte. Das Tor geht allerdings zur Hälfte auf Cervenka, der die Scheibe hinter dem Tor gehalten und das Auge für den Kollegen hatte (59.). Die Spannung nahm zu und der Gast den Goalie aus dem Tor. Doch auch hier kam das heute sehr gute Unterzahlspiel der Pirati ins Spiel, und statt den erneuten Ausgleich zu fressen, trug Vondrka die Befreiung ins verwaiste gegnerische Tor (60.).

Die Mannschaft wurde noch etwas länger von den Fans gefeiert, alle hatten ein lohnenswertes Spiel gesehen.

Alle Photos vom Spiel by Detlef Ross: http://bit.ly/1LMnMJP