chiefs_wappen_pngSpiel verloren, Play-Offs verpasst, Saison beendet – so lautet das enttäuschende Fazit in Uedesheim nach dem 4:10 (2:4 / 0:1 / 2:5) im letzten Saisonspiel gegen Augsburg.

Coach Marcel Mörsch konnte am Sonntag wieder auf Stephan Kreuzmann zählen, musste aber auf die Matzken-Brüder verzichten. Dennoch begannen beide Teams trotz schweren Beinen vom Vortag forsch. Was man den Chiefs früh anmerkte, war eine gewisse Harmlosigkeit vor dem Tor der Gäste. Der erste Torschuss sollte erst in Minute 13 erfolgen.

Davor luden die Chiefs den TVA zu vier Treffern innerhalb von weniger als drei Minuten ein. Zunächst profitierte Löhnert von einem schlampigen Aufbaupass von hinter dem Tor und bezwang Olli Derigs in dessen letztem offiziellen Skaterhockey-Spiel (0:1 / 6. Minute). Der Keeper lamentierte wenig später ein verschobenes Tor – sicher nicht ganz zu Unrecht – aber Augsburg spielte weiter und Fettinger traf zum 0:2 (7.).

Erneut nur eine Zeigerumdrehung später war Nies zur Stelle, als Derigs den Ball hoch in die Luft geklärt hatte und bugsierte die Kugel volley aus der Luft zum 0:3 in die Maschen (8.). Die Hausherren wirkten konsterniert und bekamen offensiv gar nichts auf die Kette. Zu allem Überfluss rutschte auch noch ein Schuss von Fettinger zum 0:4 durch (9.) und man fühlte sich beinahe ein wenig an den Vortag erinnert.

Nach kurzer Zeit fing sich die Mörsch-Truppe jedoch wieder und nachdem man das Tor von TVA-Keeper Fuchs in der ersten Viertelstunde quasi gar nicht hätte aufbauen müssen, war es Kreuzmann, der nach toller Vorarbeit von Andri Salomonson das 1:4 markierte (15.). Die Chiefs bekamen wieder etwas Luft und Benni Meschke wurde für seine Hartnäckigkeit mit dem 2:4 belohnt (18.). Gleich zwei Mal setzte der Angreifer vor dem Augsburger Tor nach und traf zum Pausenstand. Ein klasse Solo von Kreuzmann wusste Fuchs mit einer spektakulären Parade zu vereiteln, sonst hätte es noch im ersten Drittel 3:4 gestanden.

Die ersten zehn Minuten des Mitteldrittels gehörten den Hausherren. Nahezu jeder Akteur durfte mal abschließen, aber keiner kam an Fuchs vorbei. Auch nicht in der ersten Überzahl. Das Augsburger Tor war wie vernagelt. Und die Bayern nutzten dann ihre erste Gelegenheit mit einem Mann mehr auf dem Feld. Fettinger knallte das Spielgerät zum 2:5 in die Maschen.

Uedesheim kämpfte aber weiter. Raphael Scheu scheiterte knapp mit einem Bauerntrick und erneut in Überzahl hatte Salomonson zwei tolle Gelegenheiten, die er jedoch nicht nutzen konnte. Trotzdem war beim Spielstand von 2:5 auch im letzten Drittel noch was drin.

Wieder waren es die Chiefs, die besser aus der Kabine kamen. Augsburg hatte den Keeper gewechselt, aber Schenk stand Fuchs in nichts nach. Nicht gut sah er dann beim 3:5 aus, als Kreuzmann ihn aus einem unmöglichen Winkel bezwang (45.).

Vielleicht wollten die Hausherren jetzt zu viel und ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung wurde zum Genickbrecher. Fettinger war frei durch und schoss zum 3:6 ein (46.). Danach parierte Derigs gleich drei Mal stark gegen Wagner, aber nach vorne passierte nicht mehr viel. Das Bemühen kann man den Chiefs sicher nicht absprechen, aber viele Angriffe waren in letzter Konsequenz einfach viel zu harmlos.

Fettinger (48.) und Scheu (53.) stellten auf 4:7, ehe alle Akteure sich vor dem Uedesheimer Tor lautstark etwas zu sagen hatten. Die Folge waren drei Strafen gegen die Chiefs und zwei gegen Augsburg. Hierbei spielten die Gäste die Uhr zunächst clever runter und trafen, als sie einen Mann mehr auf dem Platz hatten (4:8 / Gläsel / 56.).

Drei Minuten vor dem Ende konnten die wenigen Fans noch ein sinnbildliches Powerplay der Gastgeber bestaunen. Mörsch ließ ohne Keeper und mit fünf Feldspielern agieren, aber in den kompletten zwei Minuten schaffte Uedesheim nur einen gefährlichen Schuss. Als Augsburg wieder komplett war, hatten die Chiefs resigniert und Becherer sowie Klimek besorgten noch den 4:10 Endstand.

Damit dürfte die Saison der Neusser viel früher als erhofft beendet sein, solange die Duisburg Ducks nicht mehr historisch einbrechen. „Wir waren heute auch wieder viel zu harmlos“, hatte auch Mörsch während des Spiels beobachtet. „Vom Einsatz her kann ich niemandem einen Vorwurf machen, aber die Jungs agieren oft zu unkonzentriert.“ Angesprochen auf die Zukunft meinte Mörsch „ab morgen beginnt bei uns die Vorbereitung auf die nächste Saison.“

Wie die Mannschaft der Chiefs dann aufgestellt ist und wie die Ziele dann sind, wird man sicher in den kommenden Monaten sehen. Jetzt müssen die Jungs erstmal die Enttäuschung dieses Jahres aus dem Köpfen bekommen.

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