k-P1010074Viele werden es ja bereits gehört bzw. auf der ISHD-Seite gelesen haben, beide deutschen Teams sind im Viertelfinale ausgeschieden und am Ende mussten unsere Damen noch gegen die Menden Mambas um Platz 5 antreten und wir konnten Menden schlussendlich mit 3:0 besiegen. Platz 5 für Düsseldorf, einige werden sich „ins Fäustchen lachen“, andere werden wissen und nachempfinden, wie sich die Spielerinnen fühlen. Wir sind niedergeschlagen und sicher auch traurig, aber jedes Team – ob Gewinner oder Verlierer – hat es letztlich selbst in der Hand. Es gilt, den Blick nun wieder nach vorn zu richten, sich voll und ganz auf Meisterschaft und Pokalwettbewerb zu fokussieren und sich am Ende der Saison 2014 für einen möglichen Europapokal 2014 zu qualifizieren, sofern sich denn wieder ein Ausrichter findet…..

Dennoch ist viel an diesem einen Wochenende vom 20. bis 22.06.2014 passiert; wo also fange ich an? Vielleicht – in Anbetracht der zur Zeit laufenden Fußball-WM in Brasilien – mit einer alten Fußballweisheit aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, der sich neuerdings ja auch Bundestrainer Jogi Löw unterwirft: „Der Sturm gewinnt Spiele, die Verteidigung Titel“ Fußball ist nicht Inlineskaterhockey, richtig, aber ich bin am Wochenende zu der Erkenntnis gelangt, dass es zumindest bei den Rams-Damen in einigen Spielphasen von Vorteil gewesen wäre, wenn der komplette Spielkader aus dem Liga- und Pokalbetrieb auch gemeinsam den Weg zum Europapokal gefunden hätte. Ob wir es so ins Finale geschafft hätten, fraglich, kann man nicht mit Gewissheit beantworten, sicher hätten wir es aber über das Viertelfinale hinaus geschafft ins Halbfinale vorzustoßen. Nach Delemont in die Schweiz konnte Spielertrainerin Nadine Joisten aber insgesamt nur 7 Stürmerinnen (Nadine Joisten, Jana Bagusat, Mia Bagusat, Andrea Lanzl, Elena Unterlöhner, Jessica Trinks und Janine Wilbert) und eine Verteidigerin (Susanne Schwedt), sowie Eishockey-Goalie Jule Flötgen vom EC Bergkamen mitnehmen, die für Stammgoalie Jastine Borgmann eingesprungen ist, die seit dem 21.06.2014 nun den Ehenamen –Voß—trägt. Nochmals an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an die hübsche Braut ! Aber nun zurück zur Chronologie des Damen-Europapokals 2014 der Düsseldorf Rams; wie bereits mitgeteilt, konnte noch auf die Schnelle mit tatkräftiger Unterstützung von Matthias Schulz ein Ersatzbus aufgetrieben werden, den Matthias dann dankenswerterweise auch gleich selbst am Freitagmorgen in die Schweiz gesteuert hat und so spontan die Reise nach Delemont mitgemacht hat! Damenfan eben.

Treffpunkt war bereits um 08:00 Uhr in Himmelgeist (oder Itter?) bei Janine Wilbert. Der 9-Sitzer Bus und auch der SUV von Schwedts waren beide bis unter das Dach mit Taschen, Ausrüstungsgegenständen und Proviant beladen, schwer zu packen, aber am Ende war alles in den beiden Fahrzeugen verstaut. Bei schönstem Wetter und bester Stimmung ging es dann auf die Autobahn und ohne nennenswerte Störungen bis in die Schweiz. Das Jugendhostel, am Ortsrand von Delemont idyllisch gelegen, mit Sonnenterrasse und nur 10 Minuten von der Spielstätte entfernt, hatte Jana sehr gut ausgewählt. Kein Luxus, aber für Schweizer Verhältnisse und Preise haben wir es wirklich gut angetroffen. Am Abend begann die offizielle Eröffnungsfeier um 18:00 Uhr in der Eissporthalle in Delemont; der Ausrichter SHC Rossemaison hat hier in der überdachten, aber seitlich offenen Halle mit Holzdachkonstruktion einen Inlineskatercourt mittig aufgebaut, davor eine gute Cateringzone und bemerkenswert großzügige Kabinenanlagen. Ergänzt wurde der gesamte Aufbau durch ein Bistro, TV-Plätze, um am Abend auch die Fußball-WM ansehen zu können. Die gesamte Organisation des Europapokalwettbewerbs wieder einmal fast ausgezeichnet, es fehlte nur – wieder einmal – eine medizinische Versorgung. Der Ausrichter SHC Rossemaison feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Vereinsjubiläum und richtet in 14 Tagen auch noch den Europapokal der Herren aus. Wie üblich, wurden alle 8 Damenteams von jungen Nachwuchsspielern und Namenstafeln auf das Spielfeld geleitet, danach gab es die offiziellen, mehrsprachigen Begrüßungsreden und nach gut einer Stunde war der offizielle Teil beendet und man traf sich zu ersten Plaudereien am Rande des Spielfelds. Zum Abend hin hat das Team dann in Delemont noch in einer kleinen Pizzeria zu Abend gegessen, bevor es zeitig ins Bett ging, denn am 21.06.2014 stand bereits das Teamleiter-Meeting um 08:00 Uhr auf dem Programm und die Ramserinnen mussten auch bereits um 09:50 Uhr ihr erstes Vorrundenspiel bestreiten. Zuvor gab es aber noch ein kleines Geburtstagsständchen für Susanne Schwedt, die am Samstag ihren Geburtstag beim Hockeyspiel feiern musste – obwohl von „feiern“ eigentlich keine Rede sein konnte ! In unserer Vierer-Vorrundengruppe B kämpften neben uns die Spielgemeinschaft Vesterbro Starz/Gentofte aus Dänemark, die Bienne Sealanders und der Ausrichter SHC Rossemaison –beide aus der Schweiz- um die Platzierungen für die Finalspiele, die am Sonntag ausgetragen wurden. In der Vorrunde wurde 2 x 15 Minuten gespielt, ab dem Viertelfinale alle Spiele 2 x 15 Min gestoppte Zeit.

Zunächst ging es gegen die uns hinlänglich vom Summer Cup und aus früheren Europapokalauftritten bekannten Bienne Sealanders. Captain Nadine Joisten und Andrea Lanzl bildeten ein Verteidigerduo, Verteidigerin Susanne Schwedt bildete mit Stürmerin Jessica Trinks das zweite Verteidigerpärchen. Jessica wurde an diesem Wochenende schlichtweg ins kalte Wasser geworfen, da sie durchgehend in der Defensive auflief. Jessica hat sich aber mehr als achtbar geschlagen, sicher waren nicht alle Laufwege perfekt, aber das kann man auch nicht erwarten; Jessica hat aber in allen Partien gekämpft und im Turnierverlauf für eine ungeübte Verteidigerin eine ausgezeichnete Leistung geboten. Im Sturm liefen auf die Schwestern Jana und Mia Bagusat, sowie Elena Unterlöhner und Janine Wilbert. Im Tor stand allein Goalie Jule Flötgen, die wieder einmal bei uns ausgeholfen hat und eine tolle und sehr konstante Leistung über alle Turnierspiele zeigte.

Das erste Spiel gegen die Bienne Sealanders begannen die Ramserinnen daher gewohnt schnell und druckvoll, bereits der erste Angriff nach nur 30 Sekunden führte zum Torerfolg, Jana Bagusat erzielte den ersten Düsseldorfer Treffer auf Zuspiel ihrer Schwester Mia. In der 3. Spielminute folgte Captain Nadine Joisten, die stark im Slot arbeitete und den Ball druckvoll über die Linie schoss. Die Ramserinnen kontrollierten die Partie, erhöhten das Spieltempo bei Bedarf oder nahmen das Tempo heraus, um Kräfte zu schonen. Die Gegner kamen nur selten aus der eigenen Hälfte, falls doch, so wurden deren Angriffe enwteder sicher abgelaufen oder von Jule Flötgen bestens pariert. Ind er 14 Spielminute legte Captain Nadine Joisten beim Wechsel auf Mia Bagusat ab, die mit einem Schlagschuss zum Pausenstand von 3:0 einnetzte. Den zweiten Durchgang begannen die Ramserinnen zunächst ruhiger, sie kontrollierten den Ball, hatten minutenlang Ballbesitz, wirtschafteten dabei aber mit den eigenen Kräften. Erst ab der 22 Spielminute wurde das Tempo wieder angezogen, Jana legte ihrer Schwester Mia im Slot zum 4:0 auf und nur 28 Sekunden später beim nächsten Angriff revanchierte sich Mia, als sie ihrer Schwester Jana zum 5:0 auflegte. In der 26. Spielminute durchbrach Mia Bagusat auf Zuspiel ihrer Schwester Jana die Verteidigungsreihe der Sealanders und lief allein auf deren Torfrau zu, die keine Chance zur Abwehr hatte, 6:0 aus Düsseldorfer Sicht. Den Schlusspunkt unter das erste Düsseldorfer Vorrundenspiel setzte Jana Bagusat in der 28. Spielminute im Doppelpasszuspiel mit ihrer Schwester, 7:0, ein Auftakt nach Maß. Weiter ging es in der Vorrunde um 13:10 Uhr in der zweiten Partie gegen SHC Rossemaison, die unserem Team gänzlich unterlegen waren. Auch hier vollführten die Ramserinnen wieder einen Blitzstart, überrannten den Gegner förmlich, obwohl wir mit dem Spielboden (Plastikbelag, zwar schnell bespielbar, aber für uns ungewohnt rutschig und der Ball springt stets leicht auf der Lauffläche und schaukelt sich bei langen Pässen hoch) nicht optimal zurecht kamen. Oft rutschten unsere Spielerinnen aus und die Pässe konnten nicht in der gewohnten Präzision und Schnelligkeit gespielt werden. Die Stürmer schossen aber in diesen ersten beiden Partien derart oft auf des Gegners Tor und das gesamte Team hatte einen sehr hohen Ballbesitz, dass dies zunächst wenig ins Gewicht fiel.

Auffällig war jedoch, dass sehr viele Torschüsse über das Tor geschossen wurden, insbesondere Andrea Lanzl tat sich am ganzen Wochenende mit diesem Plastikspielboden ungewohnt schwer. Aber zurück zur zweiten Vorrundenpartie. Bereits nach 50 Sekunden schoss Jana Bagusat auf Zuspiel von Schwester Mia das erste Düsseldorfer Tor; Andrea Lanzl traf kurz danach nur den Pfosten, bevor Captain Nadine Joisten in der 5. Spielminzet den zweiten Düsseldorfer Treffer erzielt. In Spielminute 7 folgte Treffer Nr 3, ebenfalls durch Nadine Joisten und exakt eine Minute später trug sich Andrea Lanzl mit einem Schlagschuss zum 4:0 Drittelergebnis in die Scorer-Turnierliste ein. Im zweiten Durchgang zeigten die Ramserinnen weiterhin hohen Ballbeistz und dominierten die Partie weiterhin. Ein Torschuss folgte auf den nächsten, die Schweizer Torfrau und die Defensive des Ausrichters sahen sich permanent unter Druck gesetzt. So fielen die Tore im Minutentakt; das 5:0 erzielte Janine Wilbert, das 6:0 Mia Bagusat, das 7:0 Nadine Joisten, das 8:0 wieder Mia Bagusat und den Endstand von 9:0 stellte Jana Bagusat mit einem Schlagschuss in Überzahl her. Mit diesen beiden deutlichen Siegen ging es in die letzte Vorrundenpartie um 16:30 Uhr gegen Vesterbro Starz/Gentofte; der uns bekannte kleine dänische Kader, erfahren und eingespielt und wieder einmal angeführt von Camilla Rijs, ließ sich aber nicht so einfach überrennen, wie die beiden vorherigen Teams aus der Schweiz. Im Gegenteil, es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Die Dänen hatten ihre beiden Vorrundenpartien tagsüber ebenfalls gewonnen, ein 7:3 gegen SHC Rossemaison folgte ein 3:1 gegen die Bienne Sealanders. Der erste Durchgang gegen die Ramserinnen war absolut ausgeglichen, Torchancen erarbeiteten sich beide Teams, aber beide Goalies zeigten eine ausgezeichnete Leistung, so dass der erste Durchgang torlos verging. Im zweiten Durchgang kassierten die Ramserinnen beim nicht schnell genug ausgeführten Wechsel dann in der 17. Spielminute den ersten Gegentreffer des Turniers, an dem Torfrau Jule Flötgen aber keine Schuld hatte; es lag allein an dem nicht rasch genug ausgeführten Wechsel, in dem es den Dänen gelang, die Düsseldorfer Reihe zu überlaufen und auszuspielen.

Die Ramserinnen nun in Zugzwang, das Tempo wurde direkt erhöht, der Druck auf des Gegners Tor deutlich erhöht, der Torabschluss permanent gesucht. Jana Bagusat gelang dann in der 20. Minute ein eher kurioses Tor, ihren Schlagschuss konnte Gentoftes Goalie zwar abblocken, der Spielball flog aber kerzengerade nach oben und fiel dann hinterrücks ins Tor. Der Ausgleich war geschafft und beide Teams drängten nun auf den Siegtreffer. Es entwickelte sich eine muntere Partie, in der Torfrau Jule Flötgen mit einigen ausgezeichneten Saves die Ramserinnen im Spiel hielt und das Unentschieden von 1:1 so über die Zeit gerettet werden konnte. Aufgrund des besseren Torverhältnisses waren die Ramserinnen Vorrundenerster, Gentofte Zweiter, es folgten die Bienne Sealanders und Ausrichter SHC Rossemaison. In der Gruppe A konnte sich ebenfalls mit zwei Siegen und einem Unentschieden der aktuelle Schweizer Meister aus italienischen Schweiz, die Novaggio Twins, als Gruppenerster durchsetzen, es folgten die Red Dragons Rollmöpse Altenberg, die Mendener Mambas auf Platz 3 und Courroux Wolfies (Schweizer Vizemeister) auf Platz Vier. So ergaben sich für den Sonntagmorgen folgende Viertelfinalpaarungen ( 1. gg 4., 2. gg. 3.):

ISCD Rams / Courroux Wolfies
Novaggio Twins / SHC Rossemaison
Red Dragons Altenberg / Bienne Sealanders
Vesterbro/Gentofte / Mendener Mambas

Am Samstagabend, noch vor der Fußballübertragung, saßen die Ramserinnen zusammen und diskutierten bereits über den weiteren Turnierverlauf, überlegten und rechneten, wer wohl wie die Viertelfinalspiele gewinnt oder verliert, wer dann wo gegen wen im Halbfinale spielt etc. etc. Hier schienen wohl die Gedanken schon ein Stück zu weit zu gehen, denn die beiden ersten deutlichen Vorrundensiege stempelten einerseits die Ramserinnen schon zum Favoritenkreis und die hohe Zahl der Tore täuschte darüber hinweg, dass wir mit dem Spielboden doch so einige Probleme hatten. Erst die Partie gegen Vesterbro/Gentofte offenbarte hier Defizite auf Düsseldorfer Seite, wozu auch der kleine Personalkader zählt und der Umstand, dass die Düsseldorferinnen nicht mit den gewohnten Reihen und Blöcken aufliefen. Zwar haben die Ramserinnen in den zurückliegenden Jahren mehrfach in unterschiedlichen und kleinen Kadern ganz ausgezeichnete Leistungen vollbracht, aber man war dabei nie gezwungen, Stürmer in der Defensive dauerhaft einzusetzen oder nicht eingespielte Reihen und Blöcke zu kombinieren.

Zudem hatten wir eine eher unruhige Nacht in der Jugendherberge, die auch von den Red Dragons Rollmöpse Altenberg genutzt wurde; die Österreicherinnen hatten eine unerwartet trinkfeste und laute Kondition, die sie stundenlang in der Jugendherberge randalieren und grölen ließ. Aber damit nicht genug; am Sonntagmorgen erlitt Goalie Jule Flötgen erst einmal Brechdurchfall, der notdürftig mit eigenen Medikamenten bekämpft wurde. Zudem litt Jana Bagusat unter Durchfall und das Viertelfinalspiel gegen die Courroux Wolfies stand schon vor dem Anpfiff nicht gerade unter dem besten Stern. Nach Anpfiff, pünktlich um 09:30 Uhr, starteten die Ramserinnen zwar gewohnt schnell und druckvoll in die Partie, doch der Gegner widerstand den ersten Sturmläufen unbeschadet. Im Gegenzug zeigten die Wolfies immenses Laufpensum und einen unbändigen Willen, um jeden einzelnen Ball zu kämpfen. Insgesamt kann man die Spielweise der Wolfies am besten als von einem unbändigen Siegeswillen angetrieben bezeichnen. So erspielten sich die Wolfies erste Torchancen, kamen immer wieder gefährlich vor das Düsseldorfer Gehäuse. In der 4. Spielminute – im großen Gedränge des Düsseldorfer Slots – spielte Susanne Schwedt einen eher harmlosen Rückpass auf Goalie Jule Flötgen, um den Ball unter deren Schienen zu sichern. Doch hier fehlte es leider an der gewohnten Absprache, wie sie mit Stammgoalie Jastine Voß besteht: der Spielball rutschte unter den Schienen ins eigene Tor zum 0:1. Danach drehten die Wolfies mächtig auf, die Ramserinnen waren gezwungen, läuferisch und kämpferisch stark entgegen zu treten. Aus der nun härteren Gangart beider Teams ergaben sich in der Folge sowohl Überzahl-, wie auch Unterzahlsituationen hüben wie drüben. Eine erste Unterzahl überstanden die Ramserinnen unbeschadet, eine folgende Überzahlsituation konnten sie nicht zum Torerfolg nutzen. Eine Hinausstellung auf beiden Seiten führte zwar zu mehr Platz auf dem Feld, aber das gewohnte Passspiel der Düsseldorferinnen funktionierte auf dem Plastikboden nicht in gewohnter Manier. So blieb es beim 0:1 Rückstand im ersten Spielabschnitt. Nach Wiederanpfiff des zweiten Durchgangs gelang unserem Damenkader aber gleich in der 17. Spielminute der Ausgleich, als Andrea Lanzl mit einem Schlagschuss den Torerfolg suchte, die Torfrau der Wolfies diesen Schlagschuss jedoch nur nach vorn abblocken konnte und im Nachschuss erzielte Andrea unter großem, Düsseldorfer Jubel den ersehnten Ausgleichstreffer. Doch die Schweizerinnen steckten nicht auf, zeigten sich unbeeindruckt und vollführten weiter ihr hohes Lauftempo und ihren unbändigen Willen, jedem Ball nachzusetzen und jeden Ball zu erobern.

So wurden die Ramserinnen nur eine Minute später – ebenfalls nach einem zu langsam vollzogenen Wechsel – überlaufen und ausgespielt und Goalie Jule Flötgen hatte keine Chance zur Abwehr, 1:2. Danach trieben die Ramserinnen den Spielball immer wieder vor das Tor der Wolfies, insgesamt dreimal wurde das Metallgehäuse des Schweizer Tores deutlich vernehmbar getroffen, zweimal die Maske der Schweizer Torfrau angeschossen und insgesamt ließen erspielten sich die Düsseldorferinnen mindestens fünf „150%ige Torchancen“, die aber nicht verwandelt werden konnten. Da die Spielminuten immer weiter munter torlos verstrichen, waren unsere Damen gezwungen, immer offensiver und somit auch für Konter anfälliger zu spielen. Und genau in einem solchen Konter und Tempogegenstoß fiel dann noch das 1:3 aus Düsseldorfer Sicht. Nach diesem Treffer gab es dann einen zwar permanenten und sehr konzentriert vorgetragenen, minutenlangen Düsseldorfer Sturmlauf, aber die Wolfies standen kompakt vor dem eigenen Tor und alle noch so gut herausgespielten Torchancen wurden vereitelt oder verfehlten das Schweizer Tor knapp. Erst in der 26. Spielminute traf Andrea Lanzl nach einer ausgezeichneten Einzelleistung zum 2:3 Anschlusstreffer, kurz danach traf sie noch einmal den Pfosten, doch alle weiteren Versuche der Düsseldorferinnen, wenigstens den Ausgleich zu erzielen und eine Verlängerung zu erzwingen, scheiterten bitter. Die Wolfies hatten den stärkeren Willen in diesem Spiel, haben ein immenses Laufpensum absolviert, die Düsseldorferinnen hatten in einigen Situationen wirklich Pech, aber – auch das muss man der Ehrlichkeit halber zugestehen – auch einige 150%ige Chancen liegen gelassen und am Ende haben die Wolfies – wenn auch knapp – doch verdient gewonnen. Das bedeutete das AUS im Viertelfinale; der gesamte Kader war lange Zeit niedergeschlagen, enttäuscht, traurig. In den anderen Partien des Viertelfinales setzten sich die Red Dragons aus Altenberg/Österreich (trotz ihres nächtlichen Exzesses !) mit 6:3 gegen die Bienne Sealanders durch; Gentofte siegte gegen Menden 2:1, Novaggio Twins überrollten SHC Rossemaison mit 4:0. So fanden sich also die beiden deutschen Teams in der Platzierungsrunde wieder; auch den Mendenern war die Enttäuschung über die ebenso knappe Niederlage gegen Vesterbro/Gentofte deutlich anzusehen und zu spüren. Um 12:25 Uhr ging es für die Ramserinnen dann – wieder gegen die Bienne Sealanders – in der Platzierungsrunde weiter. Es brauchte einige Minuten in der Kabine, dass sich die Spielerinnen auf dieses Spiel noch einmal einstimmen konnten. Mit eher „hängenden Köpfen“ wurde das Spielfeld betreten und es verwunderte niemanden auf Düsseldorfer Seite, dass sich im ersten Spielabschnitt ein eher zähes Spielchen entwickelte. Die Düsseldorferinnen hatten zwar den deutlicheren Ballbesitz, aber der zwingende Druck und Zug zum gegnerischen Tor fehlte. Die Sealanders bemüht, die eigene Defensive zu stärken, standen kompakt vor dem eigenen Slot und taten wenig bis gar nichts für einen eigenen Torerfolg. Erst in einer Düsseldorfer Unterzahl (!) durchbrachen die Schweizer Düsseldorfs Defensive zum 1:0 Führungstreffer, der auch den Endstand des ersten Spielabschnitts markierte. Captain Nadine Joisten forderte vom Team in der Spielpause, nun nicht in Wehmut zu versinken und das gewohnt schnelle und druckvolle Spiel aufzunehmen, um hier als Sieger auch in der Platzierungsrunde weiter das Turnier zu bestreiten.

Die Düsseldorferinnen setzten dies zwar um, aber ein Torerfolg sollte sich zunächst nicht einstellen. Dennoch steckten die Ramserinnen in diesem Spiel nicht auf, im Gegenteil, sie erhöhten deas Spieltempo und vollzogen einen Angriff nach dem nächsten, Doch es vergingen die Spielminuten im zweiten Abschnitt und erst in der 26. Spielminute war es Jana Bagusat, die nach einem starken Flankenlauf den Ausgleichstreffer erzielte. Dieser Treffer wirkte wie ein Weckruf, als ob ein Knoten geplatzt wäre. Danach dominierten die Rams die Partie, in der 28. Minute schoss Jana Bagusat insgesamt zweimal gegen die Schienen der Schweizer Torfrau, ehe sie im dritten Anlauf endlich den Führungstreffer zum 1:2 erzielte. Eine Minute später – die Sealanders hatten ihre Torfrau herausgenommen – traf Jana auf Zuspiel ihrer Schwester Mia das leere Tor zum 1:3 und 10 Sekunden vor Ende der Partie netzte Janine Wilbert zum 1:4 Endstand ein. Die Menden Mambas konnten sich in der Platzierungsrunde gegen Rossemaison mit 5:1 durchsetzen, so dass es im Spiel um Platz 5 zu einem rein deutschen Duell kam. Dauerkonkurrent Menden Mambas, aktuell punktgleich mit den Düsseldorfern in der 1.Damenliga aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf Platz 2 und unser diesjähriger Halbfinalgegner im Deutschen Pokalwettbewerb, das verspricht auch auswärts in der Schweiz eine spannende Partie, ein Prestigeduell, wie man auch sagen könnte. Entsprechend motiviert und konzentriert gingen die Spielerinnen des ISCD Rams auch in diese Partie am Sonntag um 17:10 Uhr. Captain Nadine Joisten hatte den Kader zuvor in der Kabine eingestimmt und eingestellt. Hochmotiviert traten die Ranserinnen die Partie an, gleich der erste, gewohnt schnelle und druckvolle Angriff der Reihe Jana und Mia Bagusat, sowie Jessica Trinks und Susanne Schwedt, führte nach nur 50 Spielsekunden zum Führungstreffer durch Jana Bagusat auf Zuspiel von Schwester Mia. Danach Wechsel auf die Reihe Andrea Lanzl, Nadine Joisten, Janine Wilbert und Elena Unterlöhner. Der Bully wurde in der Feldmitte gewonnen, der direkte Angriff vorbereitet und mit gutem Passspiel ausgeführt und nach nur 1:30 Spielzeit erzielte Andrea Lanzl im zweiten Düsseldorfer Angriff den Treffer zum 2:0. Was für ein Spielstart; Captain Nadine Joisten und die komplette Reihe kamen danach zurück zur Bank und Nadine hat es in diesem Moment treffend kommentiert: „Das gibst doch nicht, im Viertelfinale schießen wir und schießen wir und treffen nix – und auf einmal klappt es hier, jeder Schuss ein Treffer, was geht hier nur ab?“ Nun, so einfach war es denn doch nicht. Die Mambas fingen sich, standen mehr und mehr sicher in der Abwehr und konnten den weiteren Düsseldorfer Sturmläufen entgegen stehen. Auch das Spiel der Mambas zog einige Male gefährlich vor das Düsseldorfer Tor, aber die Defensivarbeit der Ramserinnen hervorragend und sicher gegen Menden. Verteidigerin Susanne Schwedt musste sich – wieder einmal – mit der Innenseite des Oberschenkels in einen Schlagschuss von Meike Zöpnek werfen – der dicke blaue Fleck läuft als Bildbeweis heute durch die ganze Damenmannschaft.

Im weiteren Verlauf des 1. Durchgangs hatten die Düsseldorferinnen dennoch den höheren Ballbesitz und auch die zwingenderen Aktionen, so dass Andrea Lanzl den dritten Düsseldorfer mit einem fulminanten Schlagschuss vorbereitete, diesen Schuss konnte Menden Goalie Malzahn nur abblocken und den Abpraller netzte Nadine Joisten mit einem gefühlvollen Schlenzer ins obere rechte Toreck zum 3:0. Im zweiten Spielabschnitt gab es minutenlang einen wechselnden Schlagabtausch auf beiden Seiten, doch die Mambas kamen nicht zum Torerfolg, Düsseldorfs Defensivarbeit funktionierte fehlerfrei, die Mendener Angriffe konnten sicher abgelaufen werden. Hinzu kamen zum Ende des letzten Spielabschnitts zwei ausgezeichnete Paraden von Goalie Jule Flötgen, die den 3:0 Vorsürung damit sicher rettete und gewährleistete. Mit diesem Prestigeduell endete der Europapokalauftritt 2014 mit dem unbefriedigenden 5. Platz. Betrachtet man den gesamten Düsseldorfer Spielkader und die Platzierungen und Ergebnisse, die dieser Kader auch im laufenden Jahr 2014 in der Meisterschaft, im Pokalwettbewerb und gerade auch beim international besetzten Summer Cup errungen hat, so muss man festhalten, mit einem kompletten Kader wäre sicher das Halbfinale erreicht worden. Ob es dann auch zum Finaleinzug gereicht hätte, kann man nicht vorhersagen. Aber hätte, wäre, könnte, alles Makulatur. Die 8 Düsseldorfer Spielerinnen und Goalie Jule Flötgen haben in Delemont versucht, das Beste aus der Gesamtsituation zu machen, sie haben versucht, möglichst weit zu kommen und wir können nicht behaupten, wir hätten uns im Viertelfinale gegen die Courroux Wolfies keine Chancen erspielt; im Gegenteil, Chancen haben wir uns reichlich erspielt – aber eben auch reichlich und sträflich liegen gelassen. Jetzt gilt es, wie eingangs bereits ausgeführt, den Blick wieder nach vorn zu richten. Der Gesamtkader muss aus den Fehlern lernen, sich für einen möglichen Europapokal 2015 qualifizieren und es dann ein weiteres Mal versuchen.

Daher wird der Fokus nun wieder auf die nationalen Wettbewerbe ausgerichtet, bereits am kommenden Samstag (16:00 Uhr) geht es in der Meisterschaft weiter auswärts bei den Crash Eagles aus Kaarst, die uns unlängst nach drei Jahren die erste Heimniederlage bescherten. Verzichten muss die Mannschaft dabei auf jeden Fall auf Captain Nadine Joisten, die unmittelbar auf der Heimfahrt nach Düsseldorf am Montagmorgen am Frankfurter Flughafen abgesetzt wurde, um von dort um 04:45 Uhr nach Mallorca in den Kurzurlaub zu fliegen. Ein Strandbild vom heutigen Mittag haben wir bereits erhalten ! Für die Unterstützung beim „Unternehmen Europapokal 2014“ möchte sich das Team beim Gesamtverein, aber auch beim Vorstand, sowie besonders noch einmal bei Matthias Schulz bedanken. Ein Dank geht aber auch an Goalie Jule Flötgen, die wieder einmal bei uns eingesprungen ist und menschlich und sportlich eine Bereicherung für uns gewesen ist. Ein letzter Dank in die Schweiz an den Ausrichter SHC Rossemaison und die IISHF, die wieder einmal ein ausgezeichnetes Turnier auf die Beine gestellt haben. Das Gesamtwochenende war für die Damenmannschaft sicher nicht das erfolgreichste in der langjährigen Geschichte des Damenkaders, aber wir haben miteinander gekämpft, wir haben alles versucht, wir haben als Team neben dem Platz sehr viel Spaß und Freude miteinander gehabt. Auch das ist Vereinsleben, auch das ist Teil des Sports.

Und so möchte ich meinen „Reisebericht“ auch schließen. Es war schön, dabei gewesen zu sein.

Gewonnen hat den Europapokal 2014 der Schweizer Meister Novaggio Twins mit einem knappen 2:1 Sieg über die Red Dragons Rollmöpse Altenberg aus Österreich, Dritter wurden Altmeister Vestrebro Starz/Gentofte mit einem 4:1 Sieg über die Courroux Wolfies.

Andrea Lanzl wurde in das All – Star- Team gewählt !

Thorsten Schwedtk-P1010146

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