Erbitterter Kampf um jeden Zentimeter Spielfläche

Uedesheim. (MR) Ein hochklassiges und rasantes Spiel zeigte eine unglaubliche Aufholjagd der Gastgeber, erst 9 Sekunden vor Schluss fiel der Ausgleich gegen die Rhein Main Patriots.
Zum letzten Heimspiel begrüßten die Uedesheim Chiefs – derzeit Tabellenplatz 6 – die achtplatzierten Rhein Main Patriots. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem es wirklich um Können ging und nicht einfach Kampf. So blieb auch alles äußerst fair, wenn auch durchaus manchmal rustikal. Eishockey-Oberligist Jan Barta auf Seiten der Assenheimer traf mit Denis Nimako auf die gleiche Gewichtsklasse. Eine frühe Strafe gegen die Gastgeber brachten den Patriots erstmalig gute Möglichkeiten, die sie aber nicht verwerten konnten, wohingegen der wiedergenesene und inzwischen fitte Marcel Mörsch sowie Mike Höfgen auch im Penaltykilling Druck auf das Assenheimer Tor ausübten.

Quasi mit Ansage fiel dann doch der erste Treffer hinter Chiefs Goalie Olli Derigs, der von Christian Unger eiskalt ausgespielt wurde (9. Min.), und direkt vom Bully weg musste Derigs nochmals hinter sich greifen, ganze 20 Sekunden später (Tim May, 10.). Es musste ein kompromissloser Hammer von Chiefs Kapitän Stephan Kreuzmann her, um wieder heranzukommen (16.), nachdem selbst fast zwei volle Minuten Druckphase der Chiefs nichts am Rückstand geändert hatten. Die Erleichterung war deutlich zu spüren und wurde zum Jubel unter den ca. 40 Zuschauern, als Max Rejhon in den Schlussminuten vor der ersten Sirene Benni Meschkes Schuss unhaltbar in die Maschen abfälschte und das Spiel damit wieder bei Null begann.

Robert Linke (ganz links) erzielt in den letzten Sekunden den Ausgleich für die Chiefs

Allerdings sollten die Chiefs schnell aus den Träumen erwachen, denn der mittlere Abschnitt gehörte eindeutig den Gästen, die bereits nach 22 Sekunden den dritten Treffer folgen ließen (Marco Kluin, 21.). Das Schiedsrichterteam musste sich nun auch des öfteren beraten, und es kam zu einigen Diskussionen im Spiel. Was allerdings nichts an der Tatsache änderte, dass Assenheim mehr Zug zum Tor und vor allem mehr Treffsicherheit zeigte, wie die Treffer 4 und 5 zeigten (Unger, 25. und Patejdl, 27.). Nach diesem Treffer wechselten die Gastgeber die Goalies, doch auch Malte Rütten durfte noch einmal hinter sich greifen (Barta, 32.). Bei diesem Stand von 2:6 schienen die Chiefs mausetot. Eine Strafzeit gegen die Gäste ließ die Neusser nochmals kurz erwachen, doch Höfgen schoss eine Beule in das Gestänge, Kreuzmann in des Goalies Schoner. Einen Treffer konnten sie aber dennoch erzielen, auch wenn nicht mehr in Überzahl (Schmitz, 36.). Doch der Treffer war ein Weckruf, und bis zur Pause nahm die Klasse wieder zu. Zu einem weiteren Treffer reichte es aber nicht mehr.

Den Schlussabschnitt begannen die Chiefs mit viel Druck – die Kabinenansprache ist sicher laut und eindringlich gewesen – sie zogen in den ersten Minuten ein Powerplay bei gleicher Spielerzahl auf. Auch Malte Rütten im Tor tat das seine und hielt, was auf seinen Kasten kam. Eine Schrecksekunde in der 46. Minute, als Höfgen verletzt vom Feld gehen musste – so wie er die Hand hielt, glaubte keiner an sein weiteres Eingreifen in das Spielgeschehen. In Überzahl war aber Kollege Robert Linke zur Stelle und brachte die Chiefs auf 4:6 heran (47.). Nachdem die Gäste dann in einer weiteren Strafzeit auch noch falsch zählten, konnte Neuss weiter fleißig Stellungsspiel üben, was sich auszahlte, denn in der verbleibenden Strafe für den Zählfehler brachten es Mörsch und Kreuzmann in Zusammenarbeit zum Anschlusstreffer – und noch knapp 10 Minuten zu spielen. Hinten hielt noch immer Rütten die Stellung und alles von seinem Kasten weg, was auch Barta, Unger und Co. Versuchten. Als dann Höfgen, der die Zähne zusammenbiss und weitermachte, in unnachahmlicher Art den Ball in der eigenen Ecke eroberte, sich über das Feld tankte und das Spielgerät mustergültig versenkte, war der Jubel groß (54.). Beide Teams gaben nun alles, um doch noch mit voller Punktzahl nach Hause fahren zu können, die Goalies waren ein ums andere Mal gefordert.

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Mörsch traf für die Chiefs zwei Male den Pfosten, auf der Gegenseite hatte Barta alle Zeit der Welt, umkurvte das Tor und suchte sich die Ecke aus zum vermeintlichen Siegtreffer in der 57. Minute. Und die Gäste kamen mit einem Pfostentreffer der endgültigen Entscheidung nochmals sehr nahe. Dass deren Kapitän Unger beim Bully zu Boden ging, was keine Strafe gegen die Chiefs nach sich zog, hat ihn doch sehr erbost, aber letztlich nicht geholfen. Es standen noch 32 Sekunden auf der Uhr, als Malte Rütten seinen Kasten zugunsten des 5. Feldspielers verließ. Und das Unglaubliche passierte: Robert Linke durfte sich den erneuten Ausgleich auf die Fahnen schreiben lassen, ganze 9 Sekunden vor der finalen Sirene!

An der Tabellensituation ändert sich damit für beide Mannschaften nichts. Die Chiefs haben als Restprogramm als einziges Team noch 4 Auswärtsspiele zu absolvieren, das nächste in Düsseldorf. Die Patriots haben noch 4 Heim- und 2 Auswärtsspiele vor der Brust, ehe sie sagen können „Play Offs erreicht“.
Bilder vom Spiel der Chiefs vs. Patriots
Autor & Fotos by http://www.rossi-micha.de/

 

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