Bei 33° Grad denken die wenigsten an eine Leistungssportbetätigung in einer Halle mit einer Vollprotektorenkleidung. Diese Aufgabe hatten jedoch die RAMS gestern gegen die Assenheim Patriots im Niddatal zu bewältigen. Dabei waren die Rahmenbedingungen schon der Bezeichnung Bundesliga unangemessen. 230 km Anreise an Ferienwochenende NRW fragen schon nach der Professionalität der Liga-Planung und eine Halle ohne jede Isolierung, dafür direkt neben einer Kläranlage im Vollbetrieb und Sichtelementen die den Gast-Torhüter zusätzlich blenden, sind hier mindestens fraglich, sollen aber keine Entschuldigung sein.

Eigentlich muss man der Mannschaft ein Kompliment machen. Trotz dieser extremen Wetter-Bedingungen, trotz eines ungewohnt großen Spielfeldes (Eishockeygröße), spezieller Regelauslegung der Unparteiischen (10 Minuten für Torwartschlägeraufheben wg. unkorrekter Ausrüstung), kam man zu einer knappen Niederlage von 6:7, hat damit den direkten Vergleich gewonnen und deutlich besser als im Vorjahr sich präsentiert, wo man noch mit 1:9 unter die Räder kam. Aber das war es dann auch mit positiver Bilanz. Denn vom „Schönreden“ verhindert man keinen Abstieg und in dieser Saison wären die zwei Punkte überlebenswichtig gewesen und diese hat man erneut versäumt sich rechtzeitig zu erkämpfen. Unmöglich wäre dies an diesem Tag nicht gewesen und ein Unentschieden dem Spielverlauf gerecht, aber auch zu wenig gewesen.

Das Spiel begann schon mit dem Gegenteil dessen, was man sich vorgenommen hatte, einem Schuss und einem Tor in Minute 1. Wie beschrieben, war Felix Tauer im Tor nahezu 40 Minuten auf einer Seite geblendet. Ansonsten verfolgte man die etwas zurückgezogene Defensive, wie man aus dem Punktgewinn von Kaarst erfahren hatte. Mit Verlauf des Drittels kam man besser mit Platz und Raum zurecht und traute sich ab der 10 Minute auch dann offensiver aus der eigenen Hälfte, jedoch ohne Zählbares zu Stande zu bringen. Entscheidend war der Gewinn der Zweikämpfe an der Bande in der eigenen Hälfte.

Im zweiten Abschnitt dann der Knackpunkt des Spiels. In Minute 22 erzielt Moritz Matzkies in Überzahl nach Vorarbeit von Volker Burgers den Ausgleich. In der 34. Minute nutzt die Überzahlvariante mit dem am heutigen Tag erneut stark aufspielenden Marco Esser den ebenso starken Sebastian Kühn als Torschützen. Das Spiel gedreht, die RAMS haben Oberwasser. Jedoch mit dem Gegenangriff eine Nachlässigkeit in der Defensive und der unmittelbare Ausgleich, bevor 30 Sekunden vor Drittelende, wieder ein individueller Anfängerfehler den Assenheimern das nächste Solo mit Torabschluss ermöglicht. Diese Fehler bringen die Patriots zurück ins Spiel und moralischen Vorteil.

Im dritten Abschnitt wird es dann turbulent. In Minute 41 4:2 in Unterzahl muss man sogar das 5:2 hinnehmen. Die Trainer reagieren und kombinieren neue stärkere Reihen. Erste Reaktion in Minute 53 zum 3:5 Timo Grabs nach Vorarbeit von Moritz Matzkies. In der 55. Minute wieder eine Unachtsamkeit zum 6:3 und bei 3:3 sogar das 7:3. Assenheim tobt, RAMS erledigt?
Nein, wie schon gegen Uedesheim zeigt das Team Moral und schlägt 30 Sekunden später zurück. Sebastian Kühn trifft an diesem Tag zum zweiten Mal, sein Assistent der jetzt explodierende Jakob Matzken. Eine weitere gute Minute später weiter mit drei gegen drei hämmert Marco Esser die Kugel unter die Latte, Timo Grabs legte auf. Nun geht es weiter mit vier gegen vier, egal Jakob Matzken bekommt den Ball zieht nach rechts, läuft, guckt und hämmert von rechts unter die Latte. Die Uhr zeigt 58:42 und 7:6. Der Torwart bleibt im Tor und beide Teams kämpfen um jeden Zentimeter, die RAMS wollen wenigstens noch den Ausgleich, aber wie in den Begegnungen zuvor, gelingt es nicht mehr.

Am Ende gewinnen die RAMS erneut nur einen Moralpunkt, was zu wenig ist. Nun ist klar Kaarst, Krefeld und Düsseldorf machen die beiden Absteiger in den letzten drei Spieltagen unter sich aus. Dabei trifft man direkt aufeinander, was für spannende brisante Spiele sorgen wird.

Tore/Ass.
Sebastian Kühn 2/1
Marco Esser 1/1
Timo Grabs 1/1
Jakob Matzken 1/1
Moritz Matzkies 1/1
Volker Burgers 0/1

Strafminuten:
RAMS 39 (davon 2*10), Assenheim 17
Zuschauer 107

NRWHockey.de / PM Düsseldorf Rams

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