Couragierter Auftritt beim Europapokalsieger wird nicht belohnt – IHC Atting verliert bayerisches Bundesligaderby beim TV Augsburg mit 8:11Kuhnle_RothhammerMat_Brandt

(mb) Zwar ohne Punkte dafür aber mit dem Gefühl, dem Europapokalsieger und deutschen Vizemeister einen heißen Fight geliefert zu haben, kehrte der IHC Atting am Samstag aus Augsburg zurück. Vor gut 250 Zuschauern unterlagen die Wölfe in einem hochklassigen Erstligaspiel knapp mit 8:11 (5:4, 2:5, 1:2).

„Es ist so wie am letzten Wochenende“, analysierte Coach Jürgen Amann nach dem Spiel. „Wir sind zwei Drittel lang die aktivere und bessere Mannschaft. Den Unterschied haben heute die Torhüter ausgemacht. Wir haben zu viele einfache Tore bekommen, der Gegner nicht.“ Kapitän Fabian Hillmeier fügte hinzu: „Die Gegentore kamen immer zum falschen Zeitpunkt. Schade, hier wäre mehr drin gewesen.“

Viele der Zuschauer in Augsburg und auch die Verantwortlichen des TVA hatten ob der couragierten Leistung der Attinger danach Komplimente parat. Schon länger hatte keine Mannschaft mehr so lange das Spiel offen halten können. „Atting erwies sich, wie erwartet, als starker Gegner“, sagte TVA-Trainer Andreas Gerstberger.

Nach einem schnellen 1:4-Rückstand nach 13 Minuten kämpfte sich der IHC, angeführt vom überragenden Duo Tim Bernhard und Marcel Brandt (beide je fünf Punkte) schnell wieder ins Spiel zurück. Vor allem in Überzahl klappte in diesem ersten Drittel fast alles. Schnell war die Aufstellung gefunden und der Schuss aus der Distanz saß: Dreimal trafen die beiden zwischen der 13. und 17. Minute in Überzahl und als Matthias Rothhammer mit seinem zweiten Tor 13 Sekunden vor Drittelende dann auch noch das 5:4 erzielte war das Spiel gedreht – und das in etwas mehr als sieben Minuten.

Doch es ging nicht so weiter. Augsburg wurde im Mitteldrittel stärker, nachdem zuvor in einer weiteren Überzahl ein vermeintlicher Attinger Treffer nicht anerkannt wurde. Oliver Dotterweich und Simon Arzt drehten das Spiel wieder für den TVA, auch hier fiel eines der Tore in Überzahl. Um jeden Zentimeter Boden wurde in der kleinen Halle gekämpft – manchmal auch etwas unfair, so dass die Schiedsrichter zahlreiche Zwei-Minuten-Strafen aussprachen. In Überzahl zeigten sich beide Mannschaften übrigens äußerst treffsicher und schlugen je viermal zu.
Nach dem 6:5 für Augsburg nach knapp der Hälfte der Spielzeit war aber der IHC wieder dran. Zwei Weitschusstore von Brandt (33./34) ließen den IHC wieder in Führung gehen. „Leider haben wir uns von der Hektik des Spiels ab der 30 Minute ein anstecken lassen“, sagte Amann. „Wir haben uns Undiszipliniertheiten erlaubt, die Augsburg gnadenlos ausgenutzt hat.“ Das 7:7 stocherte Maximilian Klimek in Überzahl über die Linie, dazu kam ein Gegentor von der Torauslinie, bei dem der Ball Goalie Alexander Herzog zwischen Schiene und Posten durchrutschte und beim 9:7 war eine Strafe gegen die Wölfe angezeigt. So stand es nach 40 Minuten 9:7 für den TVA.

Im Schlussdrittel erhöhte dann Arzt schnell auf 10:7 – die Vorentscheidung. Denn Atting, das nur mit zwei Reihen spielte, kam nun noch seltener zu qualitativ guten Torchancen. Doch an Aufgeben war trotzdem nicht zu denken. Erneut wurde ein vermeintliches Tor von Marcel Brandt nicht anerkannt. Es wäre das 8:10 gewesen. Aber auch in den letzten zehn Minuten boten sich noch Chancen auf Treffer. Die Wölfe erhielten nun gleich mehrere Überzahlmöglichkeiten, darunter auch ein 90-sekündiges Vier-auf-zwei, doch sie brachten den Ball nicht mehr am in dieser Phase starken Andreas Fuchs im Tor vorbei, der sich ebenso wie zuvor Michael Welter in der Schlussphase noch eine gelbe Karte einfing. Simon Bogner hatte in der 55. Minute das zwischenzeitliche 8:10 erzielt, doch beinahe im Gegenzug hatte der bei Augsburg starke Lukas Fettinger den Ball zum 11:8 in den Winkel gejagt.

„Wir haben beim Euroopapokalsieger acht Tore und letzte Woche beim deutschen Meister Iserlohn neun Tore erzielt und konnten beide Male nichts mitnehmen, das ist sehr schade und tut mir leid für die Mannschaft, denn sie hat super gearbeitet“, lautete das Fazit des Coaches, der aber den Niederlagen auch etwas Positives abgewinnen konnte. „Wir sind mit den Top-Teams auf Augenhöhe, dominieren phasenweise das Spiel, können uns aber den Lohn nicht abholen. An den Sachen, die nicht so geklappt haben, müssen wir nun noch arbeiten und versuchen, sie abzustellen.“ In der Tabelle sind die Attinger damit derzeit weit von einem Abstiegsplatz entfernt. Nun ist erst einmal Pause bis zum 4. Mai. Dann findet das erste Heimspiel gegen Tabellenführer Köln statt.

IHC Atting: Herzog – Tkocz, Brandt, Schreyer, Bogner, Kuhnle, Mar. Rothhammer, Nissen, Bernhard, Mat. Rothhammer, Hillmeier, Prasch, Dünnbier, Wolf, Welter, Bauer
Tore: Die Torfolge: 1:0 (4:00) Arzt (Höß), 2:0 (4:34) Späth (Becherer), 2:1 (8:34) Mat. Rothhammer (Dünnbier), 3:1 (9:30) Fettinger (Gläsel), 4:1 (12:08) M. Dietrich (Klimek, 4-3) 4:2 (12:43) Brandt (Bernhard, 4-3), 4:3 (15:09) Bernhard (Brandt, 4-3) 4:4 (16:59) Bernhard (Bauer, 4-3), 4:5 (19.47) Mat. Rothhammer (Brandt), 5:5 (27:30) Klimek (Becherer, 4-3), 6:5 (31:03) Arzt (Späth), 6:6 (32:03) Brandt (Bernhard), 6:7 (33:17) Brandt (Bauer, 4-3), 7:7 (35:29) Klimek (Hnida, 4-3) 8:7 (37:42) Späth (Becherer), 9:7 (39.00) Fettinger 5-4, 10:7 (40.48) Arzt (Fettinger, 4-3), 10:8 (54:04) Bogner (Bernhard), 11:8 (55.19) Fettinger (Dotterweich)

Schiedsrichter: Westrich, Kruppe; Strafminuten: Augsburg 20 + 10 gegen Fuchs, Atting: 16 + 10 gegen Welter; Zuschauer: 250

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.