Am Ende hat es für den TV Augsburg nicht ganz zur erfolgreichen Titelverteidigung gereicht. Die Fuggerstädter verloren das entscheidende dritte Spiel um die Deutsche Meisterschaft bei den Samurai Iserlohn mit 5:6 (0:3/2:0/3:3). Damit geht der Wanderpokal zum ersten Mal ins Sauerland, nachdem er zwei Jahre in der großen Trophäensammlung des TVA beheimatet war.

„Natürlich sind wir sehr enttäuscht, denn wir hätten das Spiel auch mit etwas mehr Glück gewinnen können. Iserlohn war leider etwas zielstrebiger als wir und wir mussten ständig dem frühen Rückstand hinterher laufen.“, sagte ein betrübter Kapitän Stefan Gläsel nach dem Schlusspfiff. Knackpunkt des „finale Finale“ war der für Trainer Christoph von Külmer „unerklärliche“ Tiefschlaf der gesamten Mannschaft zu Spielbeginn. Bereits nach acht Minuten lag der TVA mit 0:3 zurück und konnte sich beim eingewechselten Torhüter Patrick Schenk bedanken, dass das erste Drittel nicht höher verloren ging.

Im zweiten Drittel wachten die Augsburger aber endlich auf und spielten wie beim grandiosen Heimsieg eine Woche zuvor groß auf. Nur Nationaltorhüter Jonas Mende im Tor der Iserlohner stemmte sich mit allen Schonern und Körperteilen gegen die Aufholjagd des TVA. Doch bei zwei harten Schlagschüssen von Simon Arzt in Überzahl war auch er absolut chancenlos. Für den Ex-Nationalspieler Arzt, der Anfang 2012 von den Schwabmünchen Mammuts an den Lech wechselte, waren es die Tore 6 und 7 in der Finalserie. So ging es mit einem knappen Rückstand in die letzten 20 Minuten der Partie in der Heidehalle, die mit über 500 Zuschauern restlos ausverkauft war.

Absolut fokussiert und heiß startete der TVA in das letzte Drittel, doch die Iserlohner kämpften diesmal um jeden Zentimeter Raum auf dem sehr rutschigen und teilweise unzumutbaren Belag. Etliche Wischaktionen, Trocken- und Lüftungsversuche durch die Gastgeber blieben über die gesamte Partie leider erfolglos. „Die Feldverhältnisse waren eines Finales um die Meisterschaft absolut unwürdig. Jeglicher Spielfluss wurde durch den rutschigen Belag in den Spielecken sofort unterbunden. Zudem war es extrem gefährlich für alle Spieler.“, ärgerte sich Co-Trainer Andreas Gerstberger. Doch am meisten ärgerte sich der zukünftige Chefcoach über die mangelnde Chancenauswertung seines Teams, denn der TVA hatte etliche große Möglichkeiten das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen. Doch meistens war bei einem Fuß des Gegners oder bei Mende Endstation. So gewann am Ende Iserlohn mit 6:5, nachdem die Samurai zwei Konter erfolgreich abschließen konnten und der TVA nur Ergebniskosmetik in den Schlusssekunden betrieb.

„Uns hat heute einfach das nötige Schussglück in den entscheidenden Situationen gefehlt, welches man in diesen Endspielen braucht. Die Mannschaft hat alles gegeben, aber es hat nicht sollen sein. Iserlohn ist ein verdienter Deutscher Meister, denn sie haben eine grandiose Saison gespielt!“, resümierte Topscorer Lukas Fettinger, der auch im letzten Spiel mit zwei Toren und zwei Assists punktbester Augsburger war.

Ein besonderer Dank gilt beim TVA den knapp 50 mitgereisten Fans, die die Heidehalle komplett übernahmen und ihre Farben das komplette Spiel nach vorne peitschten. Sogar der Meisterjubel der Iserlohner ging in den Sprechchören „Wir sind stolz auf unser Team“ des TVA-Anhangs komplett unter. Und so endete die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte auch stimmungsvoll mit einer großen Busparty, die fast die ganzen acht Stunden auf dem Heimweg nach Augsburg andauerte.

Ganz Augsburg kann stolz sein auf dieses Team, dass mit dem Europokal-Triumph und der Vizemeisterschaft 2013 ein weiteres Erfolgskapitel beschritten hat.

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