Den guten Saisonstart haben sich die Uedesheim Chiefs nun endgültig versaut. Mit einer über weite Strecken indiskutablen Leistung zog man beim Crefelder SC mit 10:5 (3:1 / 4:3 / 3:1) deutlich und verdient den Kürzeren und hat die gute Ausgangsposition der ersten Spieltage verspielt. Zwar konnte Wolfgang Hellwig wieder mit drei Reihen beginnen, aber die Chiefs kamen vom Anpfiff nicht mit dem aggressiven Forechecking des CSC zurecht. Ein geordneter Spielaufbau war dadurch kaum möglich und viel zu häufig verlor man sich bereits in der Anfangsphase der Partie in Einzelaktionen.

Dennoch war es Robert Linke, der aus dem Gewühl heraus zwei Mal die Kelle am Ball hatte, aber die Kugel nicht am Crefelder Keeper Kramer vorbei bekam. Eine Sache, die die Hausherren bedeutend besser machten als die Chiefs, führte zum 1:0. Der CSC brachte nahezu jeden Ball, egal aus welch noch so aussichtsloser Position, aufs Uedesheimer Tor. Vor dem 1:0 war es ein Schuss aus der eigenen Hälfte, dessen Rebound weder Olli Derigs noch die Abwehr der Chiefs in den Griff bekam, Schupp setzte nach und netzte ein (1:0 / 3.). Marcel Patejdl prüfte Kramer danach zweimal aus der Distanz, ehe auf der anderen Seite so langsam aber sicher die Einsamkeit des Olli Derigs begann. Er hatte alle Hände voll zu tun die Fehler seiner Vorderleute auszubügeln, die das Spielgerät häufig im Spielaufbau verloren und dann hinten in Unterzahl agieren mussten. Aber Müller, Busch und Kammen scheiterten an Derigs.

Auf der anderen Seite hatten Uedesheims Beste am heutigen Tag den Ausgleich auf der Kelle, aber Jakob Matzken und Dennis Kobe kamen nicht an Kramer vorbei. Bezeichnend für das gesamte Spiel dann das 2:0 (16.). Schlafmützig vertändelten zwei Uedesheimer hinter dem eigenen Tor den Ball gegen Kammen, der ließ danach mit einem Bauerntrick Derigs keine Chance.

Die erste Überzahl brachte die Chiefs dann auf die Anzeigetafel. Kapitän Marcel Mörsch hämmerte die Kugel aus der 2. Reihe in die Maschen (2:1 / 19.). Doch auch das 3:1 (19.), welches nur 7 Sekunden nach dem 2:1 fiel, beschreibt das Spiel ganz gut. Hahn zeigte vom Bully weg einfach mehr Willen als alle Grünen, tankte sich alleine durch und netzte ein. Zur ersten Drittelpause sah man in viele fragende Gesichter auf Seiten der Gäste.

Ohne den angeschlagenen Jerome Bonin, aber mit dem Willen, das Spiel zu drehen kamen die Chiefs zurück auf die Platte. Linke und Kobe vergaben beste Möglichkeiten, dann fruchtete das Zusammenspiel der beiden doch mal und Linke konnte aus kurzer Distanz auf 3:2 verkürzen (25.). Auf der anderen Seite hatten die Skatingbears nun viel Spaß am Kontern. Busch zog noch den Kürzeren gegen Derigs, aber nur wenig später gab man den Ball erneut in der Vorwärtsbewegung ab, Lintorf war alleine durch und hatte alle Zeit der Welt, die er zum 4:2 nutzte (29.).

In dieser Phase waren die Chiefs nahe dran das Spiel zu drehen. Kramer flogen nun einige Bälle um die Ohren aber er hielt seine Kiste sauber. Hinten zeigten sich die Uedesheimer aber weiter Gönnerhaft. Zunächst wehrte Derigs noch gegen Lintorf ab, dann überliefen zwei Crefelder alle Uedesheimer nach einem Bully vor dem eigenen Tor und Schupp war am Ende der Vollstrecker zum 5:2 (34.).

Wolfgang Hellwig nahm eine Auszeit, die aber nicht wirklich fruchtete. Denn danach schnürte der CSC die Chiefs vor dem eigenen Tor ein, brachte jeden Ball aufs Tor und es war nur eine Frage der Zeit, bis Kammen zum 6:2 traf (36.). Mörsch hätte durch ein Solo verkürzen können, kam aber auch nicht an Kramer vorbei und nur zwei Sekunden später rollte ein Crefelder alleine auf Derigs zu, der Kopf und Kragen riskierte, sich fünf Meter vor seinem Tor in den Laufweg schmiss und klärte.

Wie tief der Frust bei den Chiefs bis dahin saß, zeigte der Schuss von Patejdl zum 6:3 (38.). Gegen den Hammer von der linken Seite war Kramer machtlos. Das war aber noch nicht alles im 2. Drittel. Zunächst konterte der CSC wieder erfolgreich, Lintorf stellte auf 7:3 (19.), aber Linke konnte ein tolles Zuspiel von Kobe zum 7:4 (19.) verwerten und nochmal Hoffnung auf den letzten Abschnitt machen.

Und die Hoffnung wuchs nochmal, als erneut Linke und Kobe schön zusammen spielten und der Ex-Krefelder nach feinem Pass von Linke nach nicht mal einer Minute auf 7:5 verkürzte (41.). Aber die Skatingbears machten weiter wie zuvor, konterten nach allen Regeln der Kunst und Schupp stellte den alten Abstand schnell wieder her (8:5 / 43.). David Walczok hätte nach feinem Solo nochmal verkürzen können, zielte aber einen Tick zu hoch. Ihre erste Überzahl nutzten die Hausherren dann vier Sekunden vor Ablauf der Strafe zum 9:5 (46.), Reinberg traf aus der Distanz.

Danach war der Abend für Olli Derigs beendet, Dario Khazaei übernahm. Vorne gaben die Gäste niemals auf, besonders Kobe und Linke erspielten sich in dieser Phase eine Reihe von Chancen, die ungenutzt blieben. Danach verpasste es die Hellwig-Truppe, in Überzahl zu verkürzen und kurz darauf hatte Khazaei gegen zwei Crefelder das nachsehen, Busch schob zum 10:5 ins leere Tor ein (53.). Es sollte der letzte Treffer des Abends bleiben. Der CSC ließ zwei Powerplays ungenutzt und für die Chiefs scheiterte Matzken zwei Sekunden vor Spielschluss per Penalty an Kramer.

Der Coach der Chiefs fand nach dem Spiel ein passendes Wort für die Leistung seiner Mannschaft: „desolat“, bescheinigte Wolfgang Hellwig seinen Jungs. „Crefeld hat uns mit einfachen Mitteln den Schneid abgekauft. Wir haben gegen die bessere Mannschaft verloren.“ Viel Zeit um an den Schwächen zu arbeiten haben die Chiefs nicht. Bereits am kommenden Samstag kommt um 17 Uhr mit den Duisburg Ducks ein Gegner von Format vorbei im „ChiefsGarden“.

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