koeln-assenheimRhein-Main Patriots unterliegen beim Deutschen Vizemeister Köln mit 3:8 (1:0/1:3/1:5). Sensation lag bei Führung bis zur 34. Minute in der Luft. Team zeigte trotz Niederlage eine taktisch und kämpferisch überzeugende Leistung. Unglückliche Schiedsrichterentscheidungen nahmen die Kraft und die Möglichkeiten für die letzten 20 Minuten.

Am Samstag ging es für die Skaterhockey- Bundesligaspieler der Rhein-Main Patriots zum HC Köln Rheinos. Ein Spiel mit keinen guten Vorzeichen für die Hessen, konnte man gegen die Domstädter noch nie etwas Zählbares für sich erspielen, war auch diesmal die Anreise mit einigen Komplikationen verbunden. Bereits vor Abreise war klar, dass die Niddataler nur mit einem Minikader nach Köln reisen werden, fehlten neben den Bekannten auch mit Etzel, Berk, sowie Jan und Lars Bannenberg gleich vier fest eingeplante etatmäßige Stammkräfte. Zu allem Überfluss musste auch kurzfristig Felix Dombrowsky krankheitsbedingt absagen, der bis Mittwoch im Urlaub weilende, mit Trainingsrückstand behaftete Ingo Schwarz, vertrat ihn. Die Reise mit 10 Feldspielern und 2 Torhütern angetreten musste dann auch noch zu allem Überfluss an der Raststätte Siegerland erstmals unterbrochen werden, war der Kopf der Umlenkstange des Schaltgetriebes defekt.

Glücklicherweise war Patriots-Torwart und KFZ-Elektromechatroniker Marcel Kempf in der Lage den Schaden notdürftig mit einem Schnürsenkel zu beheben, und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. 30 Minuten vor Spielbeginn erreichte das Team die Spielstätte und die Verantwortlichen der Patriots baten um einen etwas verspäteten Spielbeginns, welchen die Schiedsrichter ablehnten. Lediglich aufgrund der Tatsache, dass das im Vorfeld dieses Spiels stattgefundene Nachwuchsspiel etwas länger dauerte, ermöglichte den Niddatalern sich ohne Vorbereitung 15 Minuten warmzuspielen. Die Patriots nahmen es gelassen und konzentrierten sich auf ihre Aufgabe. In die Defensive getränkt, stand man gut und erspielte sich den ein oder anderen Konter. Mit Erfolg. In der 12. Minute war es Hannes Ressel, der das überraschende 0:1 für die Hessen markierte. Vier Minuten später die erste Strafzeit des Spiels. Es traf ein Patriot. Torschütze Hannes Ressel musste in die Kühlbox. Doch auch in Unterzahl machten die Hessen einen guten Job und standen sicher. Unbeschadet überstand man diese zwei Minuten. Kurzfristig wieder komplett musste Andreas Behrens 10 Sekunden vor der Pausensirene auf die Strafbank. Die 0:1 Führung mit in die erste Pause genommen, war es das erste große Ausrufezeichen der an diesem Tag aufopferungskämpfenden Patriotsmannschaft.

Auch das zweite Drittel sollte sich nahtlos an das erste anschließen. Die Niddataler standen gut und konnten auch die zweite Unterzahl Situation schadlos überstehen. Weiter 0:1 und die Kölner wirkten von Minute zu Minute nervöser, hatten sie einen solch starken Gegner wohl nicht erwartet. Eine weitere Strafzeit, natürlich für die Gäste aus Hessen in der 23. Spielminute besorgte dann für Köln endlich das erlösende 1:1. Doch die Patriots steckten nicht auf und zeigten Moral und Entschlossenheit. Kapitän Marco Kluin nahm sich ein Herz und erzielte aus zentraler Position nach schönem Pass von Marco Forster in der 26. Spielminute die erneute Führung für die Patriots. Nach 29. Minuten erstmals Strafzeit für Köln und die Chance die Führung auszubauen, doch nach einem Schuss von Christian Trautmann rettete Kölns Schlussmann gerade noch so auf der Linie. Pech für die Hessen. In der Folge dann wieder Strafzeiten für die Gäste, die mehr und mehr begannen die Entscheidungen der Unparteiischen nicht so recht nachvollziehen zu können. Mit nur 10 Feldspielern angereist bedeutete das ständige Unterzahlspiel in der stickigen Halle Kraftverlust und Chancen für den Gegner. Diese in der 34. Genutzt, war es Robin Weisheit zum 2:2 Ausgleich. Erneut in Überzahl war es nur 50 Sekunden später erneut Robin Weisheit zur erstmaligen Führung der Hausherren. Patriotscoach Patric Pfannmüller musste nun einen völlig erschöpften, aber bis dato sehr stark haltenden Ingo Schwarz gegen Marcel Kempf ersetzen. Die Patriots spielten den knappen Rückstand dennoch in die Pause und wollten im Schlussdrittel noch mal versuchen das Spiel wieder zu drehen.

Doch das Schlussdrittel sollte gleich mit einer fragwürdigen Entscheidung beginnen. Köln mit einem Schuss über das Tor in die Fahnen der Spielfeldumrandung. Der Ball prallt vor das Tor zurück und Benjamin Handrich verwandelt aus der Luft zum 4:2. Die Patriots reklamierten wegen der Berührung des Balles der Fahnen, doch dem Schiedsrichter egal gibt er das Tor. Schade, aber abhaken. Die Schiedsrichter wohl an diesem Tag nicht gerade Fans der Hessen mit einer weiteren Strafzeit. Diesmal traf es Andreas Behrens. Diese Situation gut ausgenutzt, war es wiederum Nationalspieler Robin Weisheit in der 44. zum 5:2. Wer nun dachte das Spiel ist gelaufen, der irrte, die Niddataler nun ihrerseits endlich mal in Überzahl, war es der an diesem Tag sehr starke Hannes Ressel in der 47. Spielminute auf Zuspiel von Christian Trautmann zum 5:3. In der Folge machten die Patriots Druck und erarbeiteten sich Chancen. Schlussmann Gerhan und die Kölner Hintermannschaft hatten nun definitiv mehr zu tun als ihnen lieb war, doch ein Tor sollte nicht fallen. Die Folge clevere Kölner mit dem 6:3 (52.) durch Jannik Marke. Die Patriots nun sichtlich erschöpft und mit dem Gegentreffer Nummer 7 in der 56. durch einen an diesem Tag überragenden Robin Weisheit. Was folgte war ein erneutes Beispiel für unglückliche Schiedsrichterentscheidungen gegen die Niddataler. In Überzahl die beiden letzten Minuten spielend, bekommt der ballführende Hannes Ressel den Schläger seines Gegenspieler unmittelbar vor einem der beiden Schiedsrichter gegen sein glücklicherweise vorhandenes Gitter vor dem Gesicht. Statt einer Strafzeit wegen hohem Stocks, bekommt die Spielerbank der Patriots wegen Reklamierens eine Bankstrafe. Das 8:3 durch Kai Esser war dann der Schlusspunkt einer abwechslungsreichen, aber aus Patriotssicht unglücklichen Niederlage. „Ich kann nur meiner Mannschaft ein riesen Kompliment machen, wie sie sich in diesem Spiel präsentiert und Entscheidungen akzeptiert hat. Auch Juniorenspieler Bastian Aletter und der aus dem Regionalligateam hochgeholte Edgar Brunn zeigten eine tolle Leistung und haben sich super in das Team und ihre Aufgabe integriert. Das uns am Ende bei so vielen auch fragwürdigen Strafzeiten und den damit verbundenen Unterzahl-Situationen, gegen ein Top Team wie Köln, die Kraft fehlt, ist normal. Was die Schiedsrichterleistung betrifft, dazu möchte ich nichts sagen, “ so ein etwas angefressener aber nicht enttäuschter Trainer der Rhein-Main Patriots Patric Pfannmüller.

Weiter geht es für die Patriots am kommenden Samstag in eigener Halle bereits um 18:00 Uhr zum Vorrundenabschluss gegen die Bissendorf Panther. Mit einem Sieg der Hessen und einer gleichzeitigen Niederlage des Zeitgleichen Spiels von Uedesheims gegen Augsburg, wäre das Erreichen der Play Offs realisiert. Spannung ist also am Samstag garantiert.
Aufstellung Patriots:

Tor Ingo Schwarz (ab. 36. Marcel Kempf)
Feld: Marco Kluin (1), Hannes Ressel (2), Christoph Bierschenk, Sebastian Aletter, Edgar Brunn, Andre Gabler, Christian Trautmann, Andreas Behrens, Marco Forster, Alexander Blum

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